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Nextcloud auf Ubuntu Server 18.04 LTS mit nginx, MariaDB, PHP, Let’s Encrypt, Redis und Fail2ban

Nextcloud LogoDieser Artikel beschreibt die Installation und Konfiguration von Nextcloud auf Ubuntu Server 18.04 LTS („Bionic Beaver“) mit nginx, MariaDB, PHP und Let’s Encrypt. Zur Verbesserung der Sicherheit und Performance wird ebenfalls die Einrichtung von Redis, Fail2ban und ufw behandelt.

Wer regelmäßig diesen Blog liest, wird der dies bestimmt bekannt vorkommen: Zu diesem Thema gab es bereits einige Artikel. Die letzte Anleitung (Nextcloud auf Ubuntu Server mit nginx, MariaDB, PHP, Let’s Encrypt, Redis und Fail2ban) war sehr ähnlich aufgebaut, jedoch kam seinerzeit Ubuntu Server 16.04 LTS zum Einsatz. Nach nun gut zwei Jahren ist im April 2018 eine neue LTS-Version von Ubuntu erschienen. Da sich hier bei der Installation und Konfiguration einiges geändert hat, ist es an der Zeit, dem Thema der selbstgehosteten Nextcloud einen neuen Artikel zu gönnen.

Update-Historie (letztes Update: 10.06.2018)
  • 31.05.2018:
    • SSL-Konfiguration im Gateway-Host geändert: unter ssl_trusted_certificate wird nun die Datei chain.pem angegeben.
  • 02.06.2018:
    • Anleitung zum Aktivieren von 4-Byte-Support der Nextcloud-Datenbank hinzugefügt.
  • 07.06.2018:
    • Anleitung für nginx 1.15 überarbeitet (Achtung: veränderte Verzeichnisstruktur).
  • 08.06.2018:
    • Gateway-Host: Anpassung von ssl_ciphers und ssl_ecdh_curve.
    • Der SSL-Test sollte nun A+ (100%) ergeben.
  • 10.06.2018:
    • Warnung für die Aktivierung vom 4-Byte-Support hinzugefügt, da dies auf manchen Systemen zu Problemen führen kann.
  • 13.06.2018:
    • Hinweis für Internet-Anschlüsse mittels DS-Lite hinzugefügt. Um die Schritte dieses Tutorials durchzuführen, wird ein „echter“ IPv4-Anschlus benötigt.
    • Hinweis auf Zertifikat-Erneuerung durch Certbot überarbeitet, da bei der Installation automatisch ein Cronjob eingerichtet wird.

 

Inhalt

Motivation, Voraussetzungen und Konzept des Artikels

Wer meine Artikel regelmäßig liest, wird sicher wissen, dass ich großen Wert darauf lege, Wissen zu vermitteln. Das ist zunächst auch das Ziel dieses Tutorials. Da die Schritte zur Installation der eigenen Cloud im Prinzip einfach von oben nach unten abgearbeitet werden könnten, würde hier auch eine einfache Liste mit Anweisungen/Kommandozeilen-Befehlen reichen. Dennoch ist es meiner Meinung nach wichtig zu wissen, was man hier tut, anstatt einfach nur ein paar Befehle auf der Kommandozeile zu kopieren – besonders bei einer eigenen Cloud, in der u.U. auch sensible Daten gespeichert werden. Daher möchte ich mit dem Artikel Hintergrundwissen vermitteln, so dass der Leser nach Durcharbeiten des Tutorials die Zusammenhänge und Hintergründe versteht und somit auch eigene Lösungen bei evtl. auftretenden Problemen erarbeiten kann.

Ziele

Neben der Wissensvermittlung werden mit dem Artikel folgende konkrete Ziele verfolgt:

  • Installation der eigenen Nextcloud auf Ubuntu Server 18.04 LTS mit nginx, MariaDB und PHP.
  • Erhöhte Sicherheit der Cloud (PHP-Konfiguration, SSL, Nextcloud-Konfiguration laut Nextcloud Administation Manual).
  • Verschlüsselte Verbindung zur eigenen Cloud mittels HTTPS. Dazu kommt ein Zertifikat von Let’s Encrypt zum Einsatz.
  • Nextcloud soll in einem Unterverzeichnis des Webservers laufen und über die URL https://meinedomain.de/nextcloud erreichbar sein. Dadurch wird es möglich, neben der Cloud auch weitere Webanwendungen auf dem gleichen Server zu betreiben, siehe Zweite Web-Anwendung neben ownCloud/Nextcloud einrichten (am Beispiel WordPress).
  • In der Admin-Oberfläche von Nextcloud sollen keine Warnungen angezeigt werden.
  • Das Datenverzeichnis von Nextcloud soll außerhalb des www-Verzeichnisses liegen.
  • Verbesserung der Performance durch Verwendung von Redis für das Transactional File Locking.
  • Absicherung gegen Brute-Force-Attacken mit Fail2ban.
  • Einrichtung der Firewall ufw.

Zeitaufwand und Programm-Versionen

Zeitaufwand: ca. 3 Stunden

Eingesetzte Programm-Versionen:

  • Ubuntu Server 18.04 LTS („Bionic Beaver“)
  • Nextcloud 13.0.4
  • nginx 1.15.0
  • MariaDB 10.3.7
  • PHP 7.2
  • Redis 4.0.9
  • Fail2ban 0.10.2

Voraussetzungen

Betriebssystem und Hardware

Als Betriebssystem kommt Ubuntu 18.04 LTS („Bionic Beaver“) zum Einsatz. Eine LTS-Version (Long Term Support) bietet sich für ein eigenes Cloud-Projekt an, da durch den verlängerten Support-Zeitraum (in diesem Fall fünf Jahre – bis April 2023) ein solches System über eine lange Zeit betrieben werden kann, ohne dass ein Distributions-Update zwingend erforderlich ist.

Prinzipiell kann aber auch jede andere Linux-Distribution (z.B. Debian) eingesetzt werden, die Schritte sollten überall nahezu identisch sein.

Die Hardware ist auch nicht entscheidend, erforderlich ist hierbei nur ein PC, auf dem Linux läuft. So ist es auch denkbar, das Tutorial auf einem Kleinstrechner wie dem  Raspberry Pi (Affiliate-Link) umzusetzen, da dieser weder viel Strom noch Platz braucht. Wenn etwas mehr Leistung benötigt wird, dann bietet sich auch ein Intel NUC (Affiliate Link) an.

Besonders interessant finde ich den Einsatz einer virtuellen Maschine (VM) für das Hosten der eigenen Cloud. Der Vorteil ist hierbei, dass bei virtuellen Systemen Snapshots angelegt werden können, die den Zustand der VM zu einem gewissen Zeitpunkt speichern. Im Notfall kann man dann die komplette virtuelle Maschine auf einen bestimmten Snapshot zurücksetzen. Darüber hinaus können virtuelle Systeme auch leicht in ein bestehendes Backup-Konzept mit eingebunden werden. Wie Ubuntu Server 18.04 als virtuelle Maschine unter Hyper-V eingerichtet und konfiguriert werden kann, zeigt der Artikel Ubuntu Server 18.04 LTS als Hyper-V Gastsystem installieren und optimal einrichten.

Zugriff per SSH

Nach der Installation wird man einen Server normalerweise „headless“ laufen lassen, d.h. ohne angeschlossenen Monitor, Maus oder weitere Peripheriegeräte. Der Zugriff findet dann in der Regel über SSH statt (z.B. mit dem Programm PuTTY). Mehr Infos zum Zugriff mittels SSH sind ebenfalls im Artikel Ubuntu Server 18.04 LTS als Hyper-V Gastsystem installieren und optimal einrichten zu finden.

DynDNS

Wenn die eigene Cloud nach der Installation auch aus dem Internet erreichbar sein soll, dann ist die Verwendung eines DynDNS-Dienstes ebenfalls eine Voraussetzung. DynDNS sorgt dabei dafür, dass die (öffentliche) IP des Servers immer auf eine DynDNS-Domain gemappt wird. Dies hat zum einen den Vorteil, dass man sich die (öffentliche) IP des Servers (genauer gesagt: des Routers) nicht merken muss. Sinnvoll wäre dies sowieso nicht, da sich nach der bei den meisten Providern üblichen Zwangstrennung nach 24 Stunden die IP-Adresse meistens ändert.
Zum anderen wird eine Domain für die Erzeugung des SSL-Zertifikats benötigt, da Let’s Encrypt keine Zertifikate für IP-Adressen ausstellen kann.

Welcher DynDNS-Dienst zum Einsatz kommst, spielt eigentlich keine Rolle. Ein solcher Dienst ist oftmals bei einem Hosting-Paket eines Webhosters bereits enthalten, so z.B. bei All-Inkl.com (Affiliate Link) im Paket „Privat Plus“.
Als kostenlosen Dienst mit gutem Support kann ich GoIP empfehlen.

Im Rahmen des Artikels verwende ich beispielhaft die Domain meinedomain.de. Diese Domain muss dann natürlich bei euch entsprechend angepasst werden.

Internet-Anschluss

Eine weitere Voraussetzung liegt beim Internet-Anschluss. In der heutigen Zeit nutzen viele Internet-Provider durch die Knappheit von IPv4-Adressen einen Mechanismus, der  Dual-Stack Lite (DS-Lite) genannt wird. Ohne nun genau auf die technischen Details einzugehen, werden im Netzwerk des Benutzers/Kunden IPv4-Adressen verwendet, nach außen (also Richtung Internet) handelt es sich jedoch um einen IPv6-Anschluss.

DS-Lite führt beim Kunden meist zu Problemen, da für portbasierte Protokolle (TCP, UDP), auf die wir im Rahmen des Tutorials angewiesen sind, keine Portfreigaben mehr eingerichtet werden können, da die Pakete an die öffentliche IP-Adresse des Kunden bereits beim Provider ausgefiltert werden.

Daher wird zum Hosten einer eigenen Cloud zwingend ein „echter“ IPv4-Anschluss benötigt. Mit einem DS-Lite-Anschluss ist es nicht möglich, mit der hier gezeigten Vorgehensweise eine eigene Cloud aufzusetzen.

Wer einen DS-Lite-Anschluss hat, kann evtl. eine Zusatz-Option für einen echten IPv4-Anschluss beim Provider dazu buchen. Falls der Provider eine solche Option nicht direkt anbietet, kann es oftmals auch helfen, beim Provider anzurufen und nach einer solchen Option zu fragen, die dann evtl. manuell gebucht werden kann.

Root-Rechte auf dem Server

Für die Installation und oftmals auch die Konfiguration von Programmen sind unter Linux meistens Root-Rechte erforderlich. Damit nicht vor jeden Befehl ein sudo mit angeführt werden muss, ist es empfehlenswert, sich am Anfang der Installation/Konfiguration einmalig Root-Rechter mit dem Befehl sudo -s zu verschaffen. Für die Dauer der Anmeldung arbeitet man dann mit Admin-Rechten auf dem System. Man sollte sich am Ende der Arbeiten allerdings wieder mit dem Befehl exit abmelden – ein dauerhaftes Arbeiten mit Root-Rechten ist nicht empfohlen.

Konzept

Dieser Artikel unterscheidet sich von vielen anderen Tutorials zum Thema Nextcloud. Der folgende Abschnitt beschreibt daher, was die Eckpfeiler dieses Artikels sind und welches Konzept sich dahinter verbirgt.

LEMP-Stack statt LAMP-Stack

Wenn es um das Webhosting geht, dann habt ihr sicher schon einmal von einen LAMP-Stack gehört. Darunter versteht man ganz einfach nur bestimmte Programme, die häufig zum Hosting von Websites verwendet werden: Linux (Betriebssystem), Apache (Webserver), MySQL (Datenbank) und PHP (Skriptsprache). Setzt man die Anfangsbuchstaben dieser Programme zusammen, versteht man, warum diese Konstellation als LAMP-Stack bezeichnet wird.

Ein sog. LEMP-Stack ist nun einfach eine Variante dieses Software-Pakets: Als Grundlage kommt hier auch Linux als Betriebssystem zum Einsatz, allerdings wird nginx als Webserver verwendet. Im Rahmen dieses Artikels habe ich mich auch gegen MySQL und für MariaDB entschieden. PHP kommt aber auch hier zum Einsatz, allein aus dem Grund, dass Nextcloud eine PHP-Anwendung ist. Die Bezeichnung LEMP-Stack ergibt sich wieder aus dem Anfangsbuchstaben der Programme (das „E“ kommt von der Aussprache von nginx: „Engine-X“).

Warum nutze ich hier also „abweichend vom Standard“ eine andere Software-Konfiguration? nginx als Webserver und MariaDB als Datenbanksystem bieten hier einige Vorteile:

  • nginx arbeitet im Allgemeinen ressourcenschonende als Apache. Hintergrund ist die Art und Weise, wie hier Web-Requests abgearbeitet werden: Apache erstellt pro Verbindung mit einem Client neue Threads bzw. Prozesse. Die Erzeugung derselben ist allerdings teuer, da vergleichsweise viel Rechenleistung benötigt wird.
    nginx geht hier etwas anders vor: Der alternative Webserver arbeitet mit einem sog. Thread-Pool, d.h. hier werden bei Start des Programms verschiedene Threads „im Voraus“ erzeugt, die dann Requests der Clients abarbeiten. Wenn die Arbeit eines Threads beendet ist, kann dieser Thread für den nächsten Request wiederverwendet werden. Dies ist besonders auf leistungsschwacher Hardware (wie z.B. einem Raspberry Pi) von Vorteil, da nginx weniger speicherintensiv zu Werke geht.
  • MariaDB ging aus einem Fork von MySQL hervor und ist zu diesem binärkompatibel. Damit ist MariaDB ein sog. Drop-In-Replacement zu MySQL (quasi ein 1:1 Ersatz). Daher müssen bei den darauf aufbauenden Anwendungen keine Änderungen am Quellcode vorgenommen werden. Ebenfalls sind alle Tools und Programme, die für MySQL entwickelt wurde auch automatisch mit MariaDB kompatibel.
    Durch die Binärkompatibilität ergeben sich hier nicht wirklich große Unterschiede zu MySQL. Allerdings steht hinter MariaDB kein großes Unternehmen (wie Oracle bei MySQL), sondern es handelt sich dabei um „echte“ Open-Source-Software. So setzen mittlerweile viele Linux-Distributionen MariaDB als Standard-Datenbanksystem ein. Somit sieht es so aus, als ob MariaDB das zukunftssicherere System wäre, was nicht „unter der Fuchtel“ eines Großkonzerns steht. Aus diesem Grund habe ich im Rahmen des Artikels MariaDB als Datenbanksystem den Vorzug gegeben.

Virtuelle Hosts und Konfigurations-Dateien von nginx

Bevor es hier etwas konkreter wird, ist es sinnvoll, sich etwas mit den Konfigurationsdateien von nginx zu beschäftigen. Der Webserver verwendet – wie schon Apache – sog. virtuelle Hosts (vHosts). Ein virtueller Host ist dabei erst einmal eine reine Textdatei, die die Webserver-Konfiguration für genau eine Website beschreibt. Folgende Dateien/Verzeichnisse sind dabei wichtig:

  • /etc/nginx/nginx.conf: Das ist zunächst einmal die globale Konfiguration des Webservers. Hier werden alle globalen Einstellungen definiert, die für alle Websites gelten sollen.
  • /etc/nginx/conf.d: In diesem Verzeichnis sucht der nginx nach virtuellen Hosts. Ein solcher vHost muss in diesem Verzeichnis liegen und mit der Dateiendung *.conf gespeichert werden. Andere Dateien, die nicht mit .conf enden, werden beim Start des Webservers ignoriert.

Die Einstellungen werden dabei vererbt: Die globalen Einstellungen gelten dabei für alle vHosts, daher müssen diese nicht in jedem virtuellen Host neu definiert werden. Allerdings kann ein vHost auch jederzeit die globalen Einstellungen überschreiben. Diese gelten dann nur im Kontext dieses einzelnen virtuellen Hosts.

Hinweis bei abweichender Verzeichnisstruktur bei nginx

Je nach verwendeter nginx-Version (siehe weiter unten), kann es sein, dass die Verzeichnisstruktur etwas abweicht. Am besten überprüft man direkt nach der Installation, wo der default-vHost zu finden ist. Wenn dieser im oben genannten Verzeichnis gespeichert ist, dann können die Schritte des Tutorials einfach weiter befolgt werden.

Wenn der default-vHost allerdings nicht in /etc/nginx/conf.d zu finden ist, dann liegt dieser meist unter /etc/nginx/sites-enabled. In diesem Fall kommt eine alternative Verzeichnisstruktur bei nginx zum Einsatz. In diesem Fall läuft die Verwaltung der virtuellen Hosts etwas anders ab:

  • /etc/nginx/sites-available: In diesem Verzeichnis sind die virtuellen Hosts enthalten, die nginx beim Start nicht lädt. Wenn man einen neuen vHost anlegt, dann nutzt man meist normalerweise dieses Verzeichnis. Die Dateiendung ist dabei egal und man lässt diese für gewöhnlich weg.
  • /etc/nginx/sites-enabled: Hier sind die vHosts enthalten, die der Webserver beim Starten lädt.
  • Um einen virtuellen Host zu aktivieren, muss sich dieser also im Verzeichnis sites-enabled befinden. Um nun nicht mit zwei unterschiedliche Dateien unter sites-available und sites-enabled hantieren zu müssen, kann einfach eine symbolische Verknüpfung für einen vHost angelegt werden. Wenn beispielsweise ein (deaktivierter) vHost /etc/nginx/sitesavailable/meinedomain.de aktiviert werden soll, dann wird eine solche Verknüpung mit diesem Befehl angelegt:

Wenn diese alternative Verzeichnisstruktur bei nginx zum Einsatz kommt, dann ist im weiteren Verlauf des Artikels darauf zu achten, die Dateien der virtuellen Hosts an der richtigen Stelle zu platzieren.

Die Aufteilung in mehrere virtuelle Hosts

Was macht diesen Artikel nun besonders? In den meisten Tutorials zum Thema Nextcloud wird eben nur die eigene Cloud auf dem Server gehostet und ist dann direkt über die Root-Domain (also z.B. https://meinedomain.de) erreichbar. Das ist zunächst einmal kein Problem, wenn ausschließlich Nextcloud auf dem System gehostet werden soll. Aber was, wenn man sich die Möglichkeit offenhalten will, weitere Websites oder Webanwendungen auf dem gleichen Server zu hosten?

Hier gibt es prinzipiell mehrere Möglichkeiten, allerdings sollte man sich im Vorfeld Gedanken machen, wie dies mit virtuellen Hosts umgesetzt werden kann.

  • Ein einzelner virtueller Host:
    Dies ist vermutlich die naheliegendste Lösung. Hierbei werden alle Webanwendungen (bzw. die entsprechenden Webserver-Konfigurationen) in einem einzelnen virtuellen Host definiert. Das macht die Sache allerdings auf fehleranfällig, da ein kleiner Fehler in diesem virtuellen Host den ganzen Webserver und damit auch alle Websites lahmlegen kann. Ebenfalls kann eine Webanwendung nicht „mal eben schnell“ deaktiviert werden, da dazu sämtliche Anweisungen im virtuellen Host gelöscht oder auskommentiert werden müssten.

    Schematische Darstellung: Einzelner vHost für mehrere Webanwendungen

    Schematische Darstellung: Einzelner vHost für mehrere Webanwendungen

  • Ein virtueller Host pro Webanwendung:
    Ein besserer Ansatz zur Trennung der einzelnen Websites ist die Verwendung eines vHosts pro Website. Durch die strikte Trennung ist diese Lösung deutlich flexibler und weniger fehleranfällig.
    Allerdings gibt es hier evtl. ein Problem: Ein virtueller Host wird durch den Server-Namen (die Domain) und einen Port definiert. Um einen Client-Request genau einer Website zuordnen zu können, muss sich daher die Kombination Domain/Port für jede Website unterscheiden. Dieses Ziel kann man zum einen durch den Einsatz unterschiedlicher (Sub-)Domains erreichen. Im Rahmen des Artikels soll eine DynDNS-Domain verwendet werden und hier liegt evtl. das Problem: Viele Router bieten nur die Möglichkeit, eine einzelne DynDNS-Domain zu konfigurieren. Hier könnte man sich beim Einsatz mehrerer Domains mit einem sog. CNAME Resource Record behelfen, bei dem eine (Sub-)Domain einfach auf eine andere Domain (die DynDNS-Domain) gemappt wird.
    Die zweite Möglichkeit, eine Eindeutigkeit von Domain/Port zu erreichen ist natürlich die Verwendung der gleichen (Sub-)Domain bei unterschiedlichen Ports. Allerdings führt dies meistens zu Einschränkungen in der Benutzung der Webanwendungen. Wenn nämlich vom Standard (HTTP: 80, HTTPS: 443) abweichende Ports verwendet werden, müssen diese zum einen in der Firewall (Router) geöffnet werden, was Angreifern eine größere Angriffsfläche bietet. Zum anderen muss dann bei sämtlichen Client-Anwendungen die URL des entsprechenden Dienstes immer mit dem Port angegeben werden. Hier hat man dann meist einen erhöhten Aufwand bei der Einrichtung der Client-Anwendungen. Das macht diese Lösung (zumindest bei der Verwendung unterschiedlicher Ports) etwas unflexibel.

    Schematische Darstellung: Ein vHost pro Webanwendung (Eindeutigkeit durch unterschiedliche Ports)

    Schematische Darstellung: Ein vHost pro Webanwendung (Eindeutigkeit durch unterschiedliche Ports)

  • Gateway-Host + einzelne virtuelle Host pro Webanwendung:
    Die dritte Möglichkeit ist eine Mischung aus den beiden anderen Vorgehensweisen. Hierzu kommt ein sog. Gateway-Host zum Einsatz, der erst einmal alle Client-Request auf den Standard-Ports (80/443) entgegennimmt. Die einzelnen Websites laufen dabei nicht im Web-Root, sondern in Unterverzeichnissen. Der Gateway-Host nutzt nun die Reverse-Proxy-Fähigkeiten von nginx, um die Anfragen auf Grund des Ziels (Verzeichnis) an einen anderen vHost weiter zu leiten. Dazu gibt es dann pro Webanwendung wieder einen virtuellen Host. Diese verwenden immer den gleichen Server-Namen (die lokale IP), aber unterschiedliche Ports. Da die vHosts „hinter“ dem Gateway-Host nur Server-intern arbeiten und nur der Gateway-Host die direkte Schnittstelle zum Internet/den Clients ist, ist die Auswahl der Ports hier nebensächlich. Dadurch müssen hier auch keine weiteren Ports in der Firewall geöffnet werden, da sämtliche Webanwendungen scheinbar die Standard-Ports 80 und 443 verwenden. Welche Webanwendung letzten Endes angesprochen werden soll, wird nur durch das Unterverzeichnis des Web-Roots (und nicht durch die Kombination Domain/Port) festgelegt.

    Schematische Darstellung: Gateway-Host und einzelne vHosts pro Webanwendung

    Schematische Darstellung: Gateway-Host und einzelne vHosts pro Webanwendung

Jede dieser drei Möglichkeiten hat dabei ihre Vor- und Nachteile. Die dritte Vorgehensweise bietet jedoch zum einen Flexibilität und ist technisch auch einfach umzusetzen. Daher ist nun das Ziel und die Besonderheit dieses Artikels, dass Nextcloud in einem Unterverzeichnis des Webservers laufen soll, später also über die URL https://meinedomain.de/nextcloud aufgerufen werden soll.

Weitere Webanwendungen können dann ohne großen Aufwand neben der eigenen Cloud auf dem gleichen Webserver betrieben werden. In einem weiterführenden Artikel habe ich bereits beschrieben, wie neben der Nextcloud auch WordPress auf dem gleichen Server installiert werden kann: Zweite Web-Anwendung neben ownCloud/Nextcloud einrichten (am Beispiel WordPress).

Installation und Konfiguration aller benötigten Programme

Nach diesem eher theoretischen Teil des Artikels soll es nun in die Praxis gehen.

Als Basis für dieses Tutorial dient der Artikel Ubuntu Server 18.04 LTS als Hyper-V Gastsystem installieren und optimal einrichten, Voraussetzung ist also ein fertig installierter Ubuntu Server 18.04 LTS.

Ebenfalls sollte beriets eine statische IP-Adresse für den Server konfiguriert worden sein (die Vorgehensweise dazu ist auch im o.g. Artikel beschrieben). Ich gehe im weiteren Verlauf des Tutorials von der statischen IP 192.168.178.60 für den Server aus.

Betriebssystem-Updates

Zunächst wird das Betriebssystem auf den aktuellen Stand gebracht:

Programm-Installation

Bevor Nextcloud selbst installiert werden kann, müssen zunächst einmal alle anderen Programme (Webserver, Datenbank und PHP) installiert werden.

Exkurs: Installation aus dem Ubuntu-Paketquellen vs. Installation aus den Hersteller-Paketquellen

Doch vorher noch kurz ein Hinweis zu den Installationen: Meistens sind die verwendeten Programme bereits in den offiziellen Ubuntu-Paketquellen enthalten. Daher spricht erst einmal nichts dagegen, die Programme auch aus diesen Paketquellen zu installieren. Jedoch handelt es sich meistens auf Grund der Stabilität um ältere Programmversionen, die ebenfalls keine größeren (Feature-)Updates mehr bekommen, sondern nur noch kleinere Updates für Fehlerbehebungen. Dadurch kommt ein System schnell mal „in die Jahre“ und man kann beispielsweise keine Funktionen nutzen, die erst in neueren Programmversionen geliefert werden.

Die Alternative dazu ist die Installation der entsprechenden Programme aus den (offiziellen) Repositories der jeweiligen Anbieter. Diese Programmversionen sind meist wesentlich aktueller und werden auch in regelmäßigen Abständen mit (Feature-)Updates versorgt. Meist unterscheiden die Hersteller dabei nochmals zwischen zwei (oder sogar mehr) Entwicklungs-Branches: Oftmals gibt es einen Stable-Branch, der möglichst stabil gehalten wird. Auch hier sind meist keine größeren Updates mehr zu erwarten und neue Features werden erst nach z.T. langer Zeit in diesen Branch mit aufgenommen. Daneben gibt es meist noch einen Mainline-Branch, der zwar auch stabil sein sollte, aber zeitnah mit Updates und neuen Features versorgt wird.

Die Entscheidung, welche Programm-Versionen bzw. Branches zum Einsatz kommen, liegt nun beim Anwender:

  • Wenn Stabilität die wichtigste Eigenschaft der Programme ist, dann sollten die offiziellen Ubuntu-Repositories verwendet werden.
  • Meistens möchte man ein System allerdings über einen längeren Zeitraum betreiben, z.B. bis zum Erscheinen einer neuen Ubuntu LTS-Version. Wenn man hier Wert auf Stabilität legt und trotzdem einigermaßen aktuelle Software einsetzen will, dann sollte man auf den Stable-Branch der Hersteller setzen.
  • Wer dagegen gern auf neue Features setzt und die Programme auf einem möglichst aktuellen Stand halten möchte, der sollte den Mainline-Brach der Software-Hersteller nutzen.

Meine Erfahrung hat gezeigt, dass die Mainline-Branches der Hersteller ausreichend stabil sind. Ebenfalls setze ich gern auf neue Features, die meistens Vorteile in Sachen Performance geben. Zu guter Letzt möchte ich verhindern, dass die Software mit der Zeit „herausaltert“. Daher nutze ich in diesem Tutorial meist die Mainline-Branches aus den offiziellen Paketquellen der Hersteller.

Wer sich hier für andere Programm-Versionen entscheidet, der muss dies beim Eirichten der entsprechenden Repositories im späteren Verlauf beachten und ggf. die Schritte geringfügig anpassen.

Hinweis für Raspberry Pi Benutzer: Oftmals verzichten die Software-Hersteller darauf, in ihren Paketquellen Programm-Versionen für die ARM-Architektur bereit zu stellen. In diesem Fall würde ein Hinzufügen der Hersteller-Repositories zu einem Fehler bei der Programm-Installation führen. In diesem Fall muss man auf die Paketquellen von Raspbian/Debian zurückgreifen und kann keine Hersteller-Repositories einbinden.

nginx

Das erste Programm, was installiert wird, ist der Webserver.

Paketquellen hinzufügen

Optional: Wer nicht die Paketquellen aus dem offiziellen Ubuntu-Repository nutzen möchte, muss zunächst die gewünschten Paketquellen zum System hinzufügen. Ich habe mich hier für die Mainline-Version von nginx entschieden, da diese noch mit (Feature-)Updates versorgt wird und trotzdem für meine Zwecke ausreichend stabil ist (siehe nginx Blogbeitrag). Für andere Ubuntu-Versionen oder gar andere Distributionen sind die Paketquellen ggf. anders anzugeben, siehe nginx: Linux packages.

Zunächst wird der Key der nginx-Repositories auf dem System bekannt gemacht. Dieser Schritt ist notwendig, damit es bei der späteren Installation zu keinen Warnungen kommt:

Anschließend werden die Paketquellen selbst hinzugefügt. Die originale Datei für die Paketquellen (/etc/apt/sources.list) wird dabei nicht modifiziert, sondern es wird eine eigene Datei für nginx angelegt:

Hier fügen wir folgenden Inhalt ein:

Installation nginx

Nach der Aktualisierung der Paketquellen kann der Webserver installiert werden:

Ob der Webserver korrekt läuft, kann man nach einem Neustart des Rechners durch den Aufruf der IP des Severs im Browser testen:

Der Webserver läuft

Der Webserver läuft

MariaDB

Also nächstes wird das Datenbank-System installiert.

Paketquellen hinzufügen

Bei MariaDB gibt es keine Unterscheidung zwischen Stable/Mainline, sondern nur Stable/Development. Allerdings gibt es mehrere Stable-Versionen, die parallel gepflegt werden. In den Ubuntu-Paketquellen ist ein „alter“ Stable-Release von MariaDB enthalten (10.1). Hier habe ich mich für den aktuellen Stable-Release (10.3) entschieden, da diese über einen längeren Zeitraum unterstützt wird (bis Mai 2023). Mehr Informationen zu den Releases von MariaDB gibt es in der MariaDB-Knowledgebase.

Zum einfachen Hinzufügen der MariaDB-Repositories gibt es ein praktisches MariaDB-Repository-Tool.

Wie schon bei nginx muss hier zunächst der Repository-Key bekannt gemacht werden, um später keine Warnungen zu erhalten:

Die Paketquellen werden wieder in eine eigene Datei hinzugefügt:

Installation MariaDB

Nun kann das Datenbanksystem installiert werden:

Im Rahmen der Installation wird gleich nach einem Root-Passwort für MariaDB gefragt. Hier sollte man gleich ein ausreichend starkes Passwort wählen.

MariaDB: Angabe des Root-Passworts während des Setups

MariaDB: Angabe des Root-Passworts während des Setups

Wenn keine Abfrage nach dem Root-Passwort erscheint (z.B., wenn man keine Paketquellen für MariaDB hinzugefügt hat und die Version aus den Ubuntu Paketquellen installiert), dann wird das Passwort einfach später bei der Einrichtung von MariaDB vergeben.

PHP

In den Paketquellen von Ubuntu ist PHP 7.2 bereits enthalten. Hier gehe ich eher konservativ an die Sache heran, da in der Vergangenheit öfters mal Breaking Changes in neueren PHP-Versionen enthalten waren. Daher nehme ich hier die Version aus den Ubuntu-Repositories:

Werden später weitere PHP-Pakete benötigt (z.B. zum Einbinden von SMB-Speicher unter Nextcloud), so können diese auch zu einem späteren Zeitpunkt installiert werden. Die hier aufgeführten Pakete sind quasi nur die „Minimal-Ausstattung“.

Let’s Encrypt/Certbot

Zum Erzeugen des SSL-Zertifikats wird nun noch Let’s Encrypt benötigt. Hier gibt es mittlerweile einige Client-Implementierungen. Certbot ist ein solcher Let’s Encrypt-Client, der praktischerweise schon in den Ubuntu-Paketquellen enthalten ist. Daher reichen zur Installation folgende Befehle:

Konfiguration Programme/Server

Die soeben installierten Programme sollten für einen optionalen Betrieb von Nextcloud noch angepasst/optimiert werden.

Konfiguration nginx

Zunächst wird die globale Konfiguration von nginx angepasst:

In den meisten Fällen ist hier die Standard-Konfiguration schon recht gut geeignet, dennoch sollten einige Punkte überprüft/angepasst werden:

  • user: Gibt den Benutzer an, unter dem der Webserver läuft. Dies sollte immer www-data sein.
  • worker_processes: Die Anzahl der Threads, die nginx dazu verwendet, Client-Requests abzuarbeiten. Mit der Angabe auto wird pro CPU-Kern ein Thread angelegt, was in den meisten Fällen bereits die optimale Einstellung darstellt.
  • server_tokens: Mit der Angabe off sorgt man dafür, dass nginx Versions-Informationen preisgibt (z.B. auf Fehlerseiten). Daher sollte diese Option aus Sicherheitsgründen angepasst werden. Wenn diese Variable nicht vorhanden ist, muss man diese im HTTP-Block der Datei einfügen: server_tokens off;

Default-Seite deaktivieren

Nun ist es auch an der Zeit, die Default-Seite von nginx zu deaktivieren, da diese nur zur Überprüfung gedacht ist, ob der Webserver ordentlich läuft.

Dazu wird der virtuelle Host („default“) einfach aus dem Verzeichnis /etc/nginx/conf.d umbenannt, so dass dieser nicht mehr geladen wird und der Webserver anschließend neu gestartet:

Konfiguration MariaDB

Die Datenbank muss nicht spezielle angepasst werden, jedoch ist diese nach der Installation noch nicht auf maximale Sicherheit getrimmt. Dies übernimmt folgender Befehl:

Wenn während der Installation ein Root-Passwort vergeben wurde, muss dies zunächst einmal eingegeben werden. Falls noch kein Root-Passwort festgelegt ist, sollte man spätestens an dieser Stelle unbedingt eines setzen.

Alle weiteren Fragen des Assistenten sollte man mit Ja (y) beantworten.

Konfiguration PHP

Bei PHP gibt es dann ein paar mehr Optionen die angepasst werden sollten.

In unserem Fall wird PHP über FPM (FastCGI Process Manager) betrieben. Dies ist eine performante Möglichkeit der Kommunikation zwischen PHP und dem Webserver. FPM definiert einen sog. Thread-Pool, der die Anfragen abarbeitet (ähnlich wie schon bei nginx). Die Konfiguration dazu ist in folgender Datei enthalten:

Folgende Anpassungen sollte man hier vornehmen:

  • user/group: Der Benutzer, unter dem PHP ausgeführt wird. Dies ist wieder unser Webserver-User, also
  • listen: Die Kommunikation zwischen Webserver und PHP soll über einen Socket ablaufen. Dazu muss hier folgendes angegeben werden:
  • Umgebungs-Variablen: Umgebungs-Variablen werden von PHP standardmäßig nicht veräußert, diese sind aber für den Betrieb von Nextcloud zwingend erforderlich. Dazu suchen wir nach dem Eintrag  Pass environment variables like LD_LIBRARY_PATH. ALL $VARIABLES are taken from the current environment (Shortcut für die Suche in nano: STRG + W). Alle Einträge, die hier mit env beginnen, sind hier auskommentiert. Durch das Entfernen der Semikola am Zeilenanfang werden die Kommentare entfernt und die Weitergabe der Umgebungs-Variablen aktiviert:

Neben der Pool-Konfiguration von PHP gibt es noch weitere Stellen, die angepasst werden sollten. Die in der Datei php.ini enthaltenen Anweisungen gelten dabei für alle PHP-Anwendungen. Die meisten Einstellungen können hier auf den Standard-Werten belassen werden. Anpassungen, die nur für eine Webanwendung speziell gelten sollen, werden nachher in den vHost-Dateien von nginx definiert.

Folgende Werte sollten in der php.ini angepasst werden:

  • cgi.fix_pathinfo: Sorgt für eine sichere Interpretation von Pfadangaben:

  • open_basedir: Schränkt den Zugriff von PHP auf das Webroot- und das temporäre Verzeichnis ein. Dadurch kann PHP aus Sicherheitsgründen auf sonst keine Dateien des Systems zugreifen oder diese verändern.

  • opcache: Dies sind die Werte zum Konfigurieren des PHP OPcache (erhöht die Performance durch das Ablegen vorkompilierten Bytecodes in den Arbeitsspeicher). Diese Einträge sollten in der php.ini bereits vorhanden sein (allerdings auskommentiert). Eine Suche in der Datei sollte einiges an Tipparbeit sparen. Folgende Werte sind hier anzugeben:

Neben FPM wird PHP allerdings noch auf eine andere Art und Weise verwendet, nämlich direkt über die Kommandozeile (CLI – Command Line Interpreter/Interface). Diese Art des Zugriffs wird für Cronjobs benötigt, die im Rahmen von Nextcloud laufen (sollten). Die Einstellungen für PHP-CLI befinden sich in einer separaten php.ini:

Folgende Einstellungen sollten an dieser Stelle angepasst werden:

  • cgi.fix_pathinfo: Wie oben beschrieben:
  • open_basedir: Hier muss die Liste der Verzeichnisse etwas erweitert werden, da diese Option beim CLI-Zugriff nicht über den Webserver laufen und daher auch nicht in den vHosts überschrieben werden kann. Somit muss das spätere Nextcloud-Datenverzeichnis in die Liste mit aufgenommen werden, da der Nextcloud-Cronjob hier Zugriff benötigt:

Mit einem Neustart von PHP (FPM) werden die Änderungen übernommen:

Verzeichnisstruktur vorbereiten

Als nächstes werden die für die folgenden Schritte benötigten Verzeichnisse angelegt. Die Besitzrechte sollten dabei beim Webserver-User (www-data) liegen:

Anlegen des Gateway-Hosts

Als erstes wird nun der Gateway-Host in einer Minimal-Ausführung hinzugefügt:

Hier reichen zunächst folgende Zeilen:

Dieser virtuelle Host lauscht somit zunächst nur einmal auf Port 80 (HTTP) und hört auf die DynDNS-URL bzw. die lokale IP des Servers. Der einzige location-Block wird später für die Erzeugung des SSL-Zertifikats benötigt und leitet die Anfrage auf einen anderen virtuellen Host weiter (proxy_pass).

Anlegen des virtuellen Hosts für Let’s Encrypt

Damit auch ein Ziel für die Weiterleitung vorhanden ist, wird nun der vHost für Let’s Encrypt angelegt:

Auch dieser virtuelle Host ist dabei sehr einfach aufgebaut:

Dieser vHost lauscht auf 127.0.0.1:81. Der Port ist hier entscheidend, dieser muss mit der proxy_pass Direktive aus dem Gateway-Host übereinstimmen. Die Anweisungen listen und server_name sind auf die lokale Loopback-Adresse (127.0.0.1) festgelegt, so dass dieser vHost nur Server-intern (also nur lokal) aufgerufen werden kann. Der Zugriff „von außen“ erfolgt ausschließlich über den Gateway-Host.

Damit die virtuellen Hosts geladen werden, sollte der Webserver noch neu gestartet werden:

SSL-Zertifikat mit Let’s Encrypt/Certbot erzeugen

Der Webserver ist nun soweit vorbereitet, dass nun das SSL-Zertifikat generiert werden kann.

Port-Forwarding und DynDNS einrichten

Damit der Server nun auch aus dem Internet erreichbar ist, muss ein sog. Port-Forwarding im Router für die Ports 80 (HTTP) und 443 (HTTPS) für die IP des Servers (192.168.178.60) konfiguriert werden. Das Vorgehen unterscheidet sich dabei von Router zu Router, daher kann hier keine detaillierte Anleitung erfolgen. Hier sollte ein Blick in die Anleitung des Routers die gewünschten Informationen liefern. Oftmals beschreiben die Hersteller das genaue Vorgehen auch auf ihren Internet-Seiten. Beispielsweise findet man die Vorgehensweise für die Einrichtung von Port-Weiterleitungen für eine FritzBox auf den Hilfeseiten vom AVM.

Darüber hinaus muss der Router so konfiguriert werden, dass er sich korrekt an einem DynDNS-Dienst anmeldet, um so per DynDNS-Domain aus dem Internet erreichbar zu sein. Das Vorgehen hierzu hängt wieder vom verwendeten Router-Modell, aber auch vom DynDNS-Dienst ab. Wieder sind hier die Hersteller-Seiten des Routers (z.B. AVM), aber auch die Websites der jeweiligen DynDNS-Dienste (z.B. GoIP) die richtige Anlaufstelle, um diese Informationen zu ermitteln.

Generierung des SSL-Zertifikats

Nachdem alle Voraussetzungen erfüllt sind, kann das Zertifikat erzeigt werden:

Die Generierung ist hierbei interaktiv: Zunächst wird nach einem E-Mail-Adresse gefragt. Diese wird dazu verwendet, bei bald ablaufenden Zertifikaten (Let’s Encrypt-Zertifikate haben nur eine Gültigkeitsdauer von 90 Tagen) eine Hinweis-Mail zu schicken. Anschließend müssen noch die Nutzungsbedingungen des Dienstes abgenickt werden. Ob man die eigene Mail-Adresse dann an EFF (Electronic Frontier Foundation) weitergeben möchte, muss jeder für sich entscheiden.

Nun sollte nach einigen Augenblicken das Zertifikat erfolgreich generiert worden sein:

Das SSL-Zertifikat wurde erfolgreich erzeugt

Das SSL-Zertifikat wurde erfolgreich erzeugt

Die Zertifikat-Dateien findet man anschließend im Verzeichnis /etc/letsencrypt/live/meinedaomin.de:

  • cert.pem: Das öffentliche Zertifikat in Reinform
  • chain.pem: Öffentliches Zertifikat aus der sog. Keychain
  • fullchain.pem: Entspricht cert.pem + chain.pem
  • privkey.pem: Privates Zertifikat (diese Datei sollte man daher niemals weitergeben)

Diffie-Hellman-Parameter

Das soeben erzeugte SSL-Zertifikat ist der wichtigste Schritt, damit später sämtliche Verbindungen zur eigenen Cloud verschlüsselt ablaufen. Die Sicherheit dabei kann aber durch den Einsatz sog. Diffie-Hellman-Parameter weiter erhöht werden. Das Thema ist etwas komplexer, aber einfach ausgedrückt geht es hierbei um einen sicheren Schlüsselaustausch bei Verbindungsaufbau. Die Generierung der Parameter ist recht einfach.

Achtung: Auf schwächerer Hardware kann die Generierung hier einige Stunden dauern. Wer nicht so lange warten möchte, der kann auch einen Schlüssel mit „nur“ 2048 Bit errechnen lassen (die Zahl des zweiten Befehls gibt hierbei die Länge des Schlüssels in Bit an).

Zugriffsberechtigungen für Zertifikat-Dateien setzen

Die Zertifikat-Dateien sind natürlich schützenswert, daher sollten die Dateiberechtigungen angepasst werden, so dass nur noch der Besitzer der Dateien Lese- bzw. Schreibrechte hat:

Erneuerung der Zertifikate

Wie bereits erwähnt, sind die Zertifikate von Let’s Encrypt nur 90 Tage lang gültig und müssen spätestens nach dem Ablauf dieser Zeitspanne erneuert werden.

Bei der hier gezeigten Installation von Certbot wird auf den meisten Systemen ein Cronjob eingerichtet, der die Erneuerung der Zertifikate automatisch vornimmt. Hier muss man sich dann nicht mehr selbst um die Erneuerung der Zertifikate kümmern.

Ob dieser Cronjob erfolgreich eingerichtet wurde und regelmäßig ausgeführt wird, kann man einfach im dazugehörigen Logfile sehen:

Nach einer gewissen Laufzeit sollten hier Einträge wie dieser hier zu finden sein:

In diesem Fall werden die Zertifikate automatisch und ohne Zutun des Benutzers bei Bedarf neu generiert.

Falls dieser Cronjob nicht angelegt wurde, können die Zertifikate auch manuell mit folgenden Befehlen erneuert werden (spätestens nach 90 Tagen):

Alle weiteren Schritte (Diffie-Hellman-Parameter erzeugen, Verzeichnisrechte anpassen) sind dann nicht mehr notwendig, da lediglich die eigentlichen Zertifikat-Dateien ausgetauscht werden.

Gateway-Host für Nextcloud/SSL vorbereiten

Da nun ein SSL-Zertifikat vorhanden ist und Nextcloud später einen eigenen virtuellen Host spendiert bekommt, muss der Gateway-Host nun für die Verwendung von SSL und Nextcloud vorbereitet werden.

Die hinzuzufügenden Abschnitte sind hier markiert:

Folgende Änderungen wurden nun durchgeführt:

  • Ein Handler für PHP wurde hinzugefügt. Durch die Platzierung im Gateway-Host ist dieser Handler auch für alle anderen vHosts verfügbar (notwendig, falls mehrere PHP-Anwendungen gehostet werden sollen).
  • Die für Let’s Encrypt benötigten Anweisungen (HTTP) wurden nicht verändert.
  • Anweisungen für die Verwendung des SSL-Zertifikats und weitere Anweisungen bzgl. SSL wurden hinzugefügt. Hintergrund ist, dass nur der Gateway-Host das SSL-Handling übernehmen soll. Alle virtuellen Hosts, die „darunter“ liegen, sollten von der Verwendung von SSL nicht mitbekommen. Auf diese Weise sind alle SSL-Einstellungen an einer Stelle zu finden.
  • Am Ende der Datei wurde eine Weiterleitung an den Nextcloud-vHost angelegt. Wie schon beim vHost für Let’s Encrypt läuft die Kommunikation hier rein Server-intern ab (also über die IP 127.0.0.1). Zu beachten, ist hier die Änderung des Ports: Da der virtuelle Host für Let’s Encrypt bereits auf Port 81 lauscht, nutzen wir hier einen abweichenden Port (82). Dieser ist später für den Nextcloud-vHost wichtig.

Ich habe in der Datei auch Kommentare hinterlassen, die es ermöglichen sollten, den Gateway-Host an die eigenen Bedürfnisse anzupassen. Daher bitte auch die Kommentare in der Datei beachten.

Ebenfalls muss hier immer die angegebene Domain meinedomain.de an die tatsächlich verwendete Domain angepasst werden.

Virtuellen Host für Nextcloud anlegen

Die Weiterleitung im Gateway-Host ist bereits konfiguriert, nun fehlt noch der eigentliche virtuelle Host für Nextcloud:

Diese Datei ist mit folgendem Inhalt zu füllen:

Die Konfiguration ist an die vorgeschlagene nginx-Konfiguration im Nextcloud Administation Manual angelehnt. Zu beachten ist hier folgendes:

  • Es wird nur ein server für HTTP (nicht HTTPS) definiert, da die HTTPS-Kommunikation nur vom Gateway-Host übernommen wird. Die Weiterleitung eines Requests an den Nextcloud-vHost findet nur Server-intern statt, daher reicht hier HTTP aus.
  • Gelauscht wird hier dazu auf der lokalen IP 127.0.0.1, daher ist es nicht möglich, eine Verbindung zum Nextcloud-vHost aufzubauen, ohne vorher den Gateway-Host passiert zu haben.
  • Der Port ist diesmal 82, da Port 81 bereits vom virtuellen Host für Let’s Encrypt belegt wird. Dieser Port muss mit dem Port der Weiterleitung (proxy_pass) für Nextcloud im Gateway-Host übereinstimmen.
  • Die proxy_set_header Anweisungen dienen der erhöhten Sicherheit. Ohne diese Einträge werden später Warnungen im Admin-Bereich von Nextcloud angezeigt. In vielen Tutorials werden diese Header per add_header angegeben. In unserem Fall funktioniert dies nicht, da die Zugriffe über einen Proxy (Gateway-Host) ablaufen. Daher werden die Header mittels proxy_set_header angegeben.
  • Der vHost für Nextcloud soll mit ein paar speziellen Einstellungen für PHP arbeiten. Daher werden per fastcgi_param PHP_VALUE die Einstellungen aus der php.ini (FPM) überschrieben. Dabei darf nur eine fastcgi_param PHP_VALUE Anweisung existieren, da sich diese ansonsten gegenseitig überschreiben. Wenn mehrere Parameter an PHP übergeben werden sollen (wie hier der Fall), müssen diese einfach durch einen Zeilenumbruch getrennt werden. Besonders wichtig ist hier die Direktive open_basedir, da PHP ansonsten keinen Zugriff auf das Datenverzeichnis von Nextcloud hat.
    Falls später z.B. eine externe Festplatte als externer Speicher eingebunden werden soll, muss auch das Verzeichnis dieses Laufwerks in die open_basedir Anweisung mit aufgenommen werden.
  • Auch hier bitte wieder auf die Kommentare in der Datei achten. Hier sind auch wieder Hinweise zu finden, um den virtuellen Host an die eigenen Bedürfnisse anzupassen.

Nach dem Anlegen des vHosts muss der Webserver noch neu gestartet werden:

Installation Nextcloud

Nun ist der Server soweit fertig eingerichtet, dass nun die Installation von Nextcloud angegangen werden kann.

Download

Einen Link zur aktuellsten Version von Nextcloud erhält man auf der Download-Seite von Nextcloud. Mit einem Klick auf Details and Download options bekommt man einen Link auf ein .tar.bz2 Archiv präsentiert. Dessen Link kopiert man sich am besten in die Zwischenablage.

Download-Link für die aktuellste Nextcloud-Version ermitteln

Download-Link für die aktuellste Nextcloud-Version ermitteln

Zurück auf der Linux Maschine kann die aktuellste Version der Cloud-Software nun heruntergeladen werden (hier mit Version 13.0.2):

Nach ein paar Sekunden sollte der Download abgeschlossen sein und Nextcloud kann nun in das entsprechende Verzeichnis entpackt werden, was zuvor schon vorbereitet wurde. Anschließend löschen wir das Archiv wieder, da dies nicht mehr benötigt wird:

Nun sollten nochmals die Dateiberechtigungen gesetzt werden:

Datenbank für Nextcloud anlegen

Bevor nun das Setup von Nextcloud aufgerufen werden kann, ist es notwendig, dass eine Datenbank für die Cloud angelegt wurde. Dies geschieht am einfachsten mit der MySQL-Kommandozeile, die mit Root-Rechten aufgerufen wird:

Nach der Eingabe des Root-Passworts wird nun zunächst die Datenbank selbst erstellt. Im Zuge dessen wird auch gleich ein spezieller Nutzer für Nextcloud eingerichtet, der die entsprechenden Zugriffsrechte auf diese eine Datenbank hat. Die Angabe localhost sorgt dafür, dass der Zugriff auf die Datenbank nur auf dem lokalen System erfolgen kann. Ein Remote-Zugriff über das Netzwerk (auf diese Datenbank) ist damit aus Sicherheitsgründen nicht möglich. Die Befehle auf der MySQL-Kommandozeile müssen mit einem Semikolon abgeschlossen werden:

Nextcloud-Setup

Nun kann auch schon das Setup der Cloud-Software über die URL https://meinedomain.de/nextcloud aufgerufen werden.

Das Setup prüft daraufhin erst einmal, ob alle Voraussetzungen erfüllt sind, oder ob es noch Probleme gibt, wie z.B. fehlende Abhängigkeiten oder Schreibrechte in bestimmten Verzeichnissen. Falls Fehler gefunden werden sollten diese zunächst behoben werden, bevor das Setup nochmals aufgerufen werden kann.

Beim Setup der Cloud werden nun drei Dinge angegeben:

  • Benutzer/Passwort (Administrator): Im Rahmen des Setups wird nun ein erster Benutzer angelegt, der automatisch Admin-Rechte für die Cloud besitzt. Der Benutzername ist dabei frei wählbar, allerdings sollte man (wie eigentlich immer) auf ein starkes Passwort achten, da die Cloud ja nachher öffentlich aus dem Internet erreichbar sein wird.
  • Datenverzeichnis: Ebenso wird hier nun der Pfad des Datenverzeichnisses angegeben. Standardmäßig will das Setup diesen Datenpfad innerhalb des www-Verzeichnisses erstellen. Allerdings wird aus Gründen der Sicherheit empfohlen, dass das Datenverzeichnis außerhalb des Verzeichnisses /var/www liegen sollte (siehe Nextcloud Administration Manual). Daher sollte man hier genau darauf achten, dass hier das richtige Verzeichnis angegeben wird, welches wir vorher im Rahmen des Tutorials bereits erstellt hatten (/var/nextcloud_data).
  • Datenbank-Verbindung: Hier sind die Zugangsdaten für die soeben angelegte Datenbank zu hinterlegen.

Mit einem Klick auf Installation abschließen wird das Setup alle Einstellungen übernehmen.

Nextcloud-Setup

Nextcloud-Setup

Hinweis: Auf langsamen Rechner dauert das Setup evtl. etwas länger. Hier kann es dann vereinzelnd vorkommen, dass der Webserver irgendwann einen Timeout meldet (504 Gateway Timeout). Hier hat nginx dann die Verbindung zu Client (Browser) unterbrochen, noch bevor das Setup abgeschlossen werden konnte. In diesem Fall sollte man dem System ein paar Minuten geben und anschließend nochmals die Nextcloud-URL aufrufen. Wenn es zu keinen weiteren Problemen gekommen ist, sollte das Setup „im Hintergrund“ weitergelaufen und nach ein paar Minuten abgeschlossen worden sein. Hier wäre es dann auch eine Überlegung wert, in den virtuellen Hosts (Gateway-Host und Nextcloud-vHost) die Timeout-Werte etwas zu erhöhen.

Warnungen im Admin-Bereich

Nach erfolgreicher Installation sollte man gleich einen Blick in den Admin-Bereich der Cloud werden (oben rechts auf das Symbol für den Benutzer Klicken und dann Einstellungen wählen). Weil der erste angelegte Benutzer Admin-Rechte hat, sind nun auf der linken Seite die Grundeinstellungen der Cloud zu finden. Hier sollte nun direkt nach dem Setup eine Warnung angezeigt werden, dass kein PHP-Memory-Cache konfiguriert ist.

Nextcloud: Warnung im Admin-Bereich

Nextcloud: Warnung im Admin-Bereich

Diese spezielle Warnung ist hierbei nicht als Fehler zu verstehen, sondern lediglich als Hinweis, dass die Performance der Cloud durch den Einsatz eines PHP-Memorycaches optimiert werden könnte.

Wenn mehr Warnungen im Admin-Bereich angezeigt werden: An dieser Stelle sollte wirklich nur diese eine Warnung zu sehen sein. Wenn hier noch mehr Warnungen zu sehen sein sollten, dann bitte nochmals alle Schritte dieses Tutorials überprüfen, ob nicht ein kleines Detail ausgelassen wurde (besonders die PHP-Konfiguration).
Im Nextcloud Administration Manual findet man auch eine Übersicht über die Warnungen, die hier im Admin-Bereich angezeigt werden könnten und entsprechende Lösungsansätze.

Anpassen der Nextcloud-Konfiguration

Nextcloud speichert seine Konfiguration in der Datei /var/www/nextcloud/config/config.php. Genau hier sollten wir wegen des PHP-Memorycaches und auch wegen ein paar weiteren Einstellungen ansetzen:

Folgende Änderung werden hier durchgeführt:

  • PHP-Memorycache: Um die Warnung im Admin-Bereich zu entfernen und gleichzeitig die Performance der Cloud zu erhöhen, wird der Memory-Cache hinzugefügt (am Ende der Datei, aber vor der letzten geschweiften Klammer):
     
  • HTTPS als Standard definierten: Da Nextcloud hinter durch einen (HTTPS-)Proxy läuft (der Gateway-Host), kann es bei der automatischen Ermittlung von URLs zu Fehlern kommen, da hin und wieder ein http:// vorangestellt wird. Um strikt die Verbindung nur über https:// zu forcieren, sollte hier folgende Variable gesetzt werden:
     
  •  Trusted Domains: Wenn man später auch über die lokale (LAN-)IP auf Nextcloud zugreifen möchte, dann kann man hier auch gleich die lokale IP als sog. Trusted Domain hinzufügen:
     
  •  Timezone für Log-Einträge: Die richtige Zeitzone (z.B. für die Timestamps der Log-Einträge) wird durch diese Variable konfiguriert:

Nach dem Speichern der config.php und erneutem Aufruf der Cloud sollten nun die Warnungen in der Admin-Oberfläche verschwunden sein („Alle Prüfungen bestanden“).

Eine Übersicht über alle Parameter der config.php von Nextcloud findet man im Nextcloud Administration Manual.

Cronjob für Nextcloud einrichten

Nextcloud ist darauf angewiesen, dass regelmäßig bestimmte Hintergrund-Aufgaben (z.B. Aufräumen der Datenbank) ausgeführt werden. Nach der Installation wird dies per AJAX realisiert: Immer wenn  ein User angemeldet ist und im Browser die Cloud nutzt, wird beim Laden einer Seite geprüft, ob Hintergrund-Aufgaben anstehen und werden ggf. ausgeführt. Diese Methode hat jedoch zwei Nachteile: Es wird zunächst immer ein angemeldeter Benutzer benötigt, denn nur durch diesen werden die Hintergrund-Aufgaben angestoßen (beim Laden einer Seite). Wenn die Cloud nun lange ohne Benutzeranmeldung läuft, dann werden u.U. auch lange keine Hintergrund-Jobs erledigt. Zum anderen ist die Lösung über AJAX weniger performant.

Es wird daher empfohlen, die Hintergrund-Aufgaben per Cron ausführen zu lassen. Hier prüft ein Hintergrund-Dienst in regelmäßigen Abständen, ob Hintergrund-Jobs fällig sind. Besonders auf schwächerer Hardware ist diese Methode deutlich effizienter.

Um Cron zur Erledigung der Hintergrund-Aufgaben nutzen zu können, muss zunächst ein neuer Cronjob für den Webserver-Benutzer angelegt werden:

Das System fragt nun nach, mit welchem Editor die Datei bearbeitet werden soll. Hier wählt man einfachheitshalber am besten nano (1). Danach wird der Datei am Ende folgender Inhalt hinzugefügt:

Dies sorgt nun dafür, dass dieser Cronjob alle 15 Minuten automatisch ausgeführt wird. Theoretisch könnte hier auch eine andere Zeitspanne genutzt werden, allerdings ist die allgemeine Empfehlung 15 Minuten.

In der Admin-Oberfläche muss nun nur noch eingestellt werden, dass zukünftig Cron zur Erledigung von Hintergrund-Jobs verwendet werden soll. Die Einstellung dazu findet man wieder in der Admin-Überfläche unter Grundeinstellungen.

Da hier auch gleich angegeben wird, wann das letzte Mal Hintergrund-Aufgaben ausgeführt wurde, kann man auf diese Weise auch erkennen, ob der Cronjob wie erwartet läuft: Immer nach 15 Minuten sollte bei Letzte Aufgabe ausgeführt folgendes stehen: Gerade eben.

Nextcloud: Ausführung von Hintergrund-Aufgaben per Cron

Nextcloud: Ausführung von Hintergrund-Aufgaben per Cron

4-Byte-Support aktivieren

Achtung: Die folgenden Schritte stellen mehr oder weniger eine Operation am offenen Herzen der Datenbank dar. Daher sollten diese Anweisungen nur dann ausgeführt werden, wenn

  • MariaDB in einer Version >= 10.3 installiert ist.
  • Der 4-Byte-Support wirklich benötigt wird.

Bei einer MariaDB-Version 10.1 oder 10.2 kann der 4-Byte-Support ebenfalls aktiviert werden, allerdings sind hier zusätzliche Schritte erfolderlich. In diesem Fall bitte nach dieser Anleitung vorgehen. Diese Anleitung ist dabei eher als experimentell anzusehen, daher sollte man hier genau wissen, was man hier tut. In jedem Fall sollte vorher ein Backup (zumindest von der Datenbank) angefertigt werden, falls im weiteren Verlauf etwas schief gehen sollte.

Nach der Installation von Nextcloud unterstützen die angelegten Tabellen noch keinen UTF8-Zeichensatz. Dadurch ergeben sich ein paar Einschränkungen: Beispielsweise können bei den Datei- und Ordnernamen keine Emojis angegeben werden (wer es denn braucht…). Versucht doch einfach mal einen Ordner mit dem Dateinamen „Test😋“ anzulegen. Hier wird eine Fehlermeldung erscheinen, dass der Ordner nicht angelegt werden kann.

Den 4-Byte-Support kann man jedoich einfach nachrüsten. Im Nextcloud Administration Manual gibt es eine Anleitung dazu, die jedoch mit MariaDB 10.3 nicht mehr funktioniert. Dies liegt darin begründet, dass die entsprechenden Variablen nicht mehr gesetzt werden können, da diese veraltet sind und bei MariaDB 10.3 entfernt wurden.

Wenn bei euch keine Dateien mit Emojis angelegt werden können, dann kann der 4-Byte-Support allerdings leicht nachgerüstet wreden: Dazu geht man einfach über die MySQL-Kommandozeile:

Nach der Eingabe des Root-Passworts wählt man die korrekte Datenbank aus:

Hier wird zunächst einmal der verwendete Zeichensatz kontrolliert:

Hier sollte nach einer frischen Nextcloud-Installation latin1 ausgegeben werden.

Folgender Befehl sorgt dafür, dass der Zeichensatz geändert wird:

Danach sollte nach nochmaliger Eingabe von

utf8mb4 ausgegeben werden. Mit exit; kann man die MySQL-Kommandozeile wieder verlassen.

Zum Schluss muss die Veränderung in den Nextcloud-Tabellen übernommen werden:

Folgender Befehl setzt die entsprechende Variable in der Config-Datei:

Der letzte Befehl fürht ein Update auf die entsprechenden Tabellen durch:

Anschließend kann man in Nextcloud auch Dateien mit erweiterten Zeichen (Emojis, etc.) anlegen.

Weitere Konfiguration Nextcloud

Die grundsätzliche Konfiguration von Nextcloud ist damit abgeschlossen. Am besten geht man nun noch durch sämtliche Einstellungen im Admin-Bereich der Cloud und passt die Optionen den eigenen Wünschen entsprechend an.

Es gibt nun viele Möglichkeiten, die eigene Cloud um Funktionen zu erweitern. Folgende Punkte sind auf jeden Fall einen Blick wert:

Generell ist bei der erweiterten Konfiguration von Nextcloud ein Blick ins Nextcloud Administration Manual empfehlenswert.

Optimierungen der Server-Umgebung für Nextcloud

Auch wenn die eigene Cloud nun direkt genutzt werden könnte, gibt es ein paar Möglichkeiten zur Optimierung von Nextcloud bzw. der verwendeten Server-Umgebung.

Die Umsetzung dieser Maßnahmen ist optional und hängt vom späteren Einsatzzweck der Cloud und den eigenen Bedürfnissen ab.

Fail2ban

Ab Version 11 ist bei Nextcloud ein Brute-Force-Schutz enthalten. Dieser sorgt dafür, dass nach einer bestimmten Anzahl an erfolglosen Login-Versuchen alle weiteren Logins aus dem betroffenen Subnetz gedrosselt werden. Dies führt bei Brute-Force-Attacken zu verzögerten Login-Versuchen (max. 30 Sekunden). Auch wenn dies den „Bad Guys“ das Leben etwas schwerer macht, wird dabei keine IP gebannt, so dass eine Brute-Force-Attacke lediglich verzögert wird. Daher ist hier alternativ oder zusätzlich der Einsatz von Fail2ban sinnvoll. Dieses Programm bietet im Vergleich zum eingebauten Brute-Force-Schutz folgende Vorteile:

  • Mittels Fail2ban können IPs automatisch gebannt werden. Nach einem solchen Ban kann die betroffene IP nicht mehr auf die Nextcloud-Instanz zugreifen, es wird lediglich eine Fehlermeldung des Browsers angezeigt.
  • Fail2ban arbeitet IP-basiert: Es wird nur die entsprechende IP blockiert, von der aus zu viele fehlgeschlagene Login-Versuche unternommen wurden. Andere Nutzer als dem gleichen Netzwerk (Subnet) werden dabei nicht gebannt.
  • Mit Fail2ban kann nicht nur die Nextcloud-Installation, sondern auch weitere Anwendungen auf dem Server abgesichert werden (z.B. Webserver und SSH).

Konfigurations-Dateien von Fail2ban

Bevor es um die Einrichtung von Fail2ban geht, ein Hinweis zu den Konfigurations-Dateien dieses Programms: Hier gibt es zwei Arten von Konfigurations-Dateien: *.conf und *.local. Die conf-Dateien kommen bei der Installation von Fail2ban mit. Wenn Änderungen an der Konfiguration vorgenommen werden sollen, dann sollte man die conf-Dateien nie direkt bearbeiten, da diese bei einem Update von Fail2ban jederzeit überschrieben werden können. Dafür kann man hier eine Datei mit dem gleichen Namen, aber mit der Dateiendung .local anlegen. Die local-Dateien werden dabei „on top“ auf die conf-Dateien geladen und überschreiben so die Standard-Einstellungen. Wenn nun bei einem Update von Fail2ban die conf-Dateien geändert werden, sind die individuellen Anpassungen in den local-Dateien davon nicht betroffen. Dadurch ist es nicht möglich, dass durch ein Update von Fail2ban unbeabsichtigt die Konfiguration geändert wird.

Konfiguration/Deaktivieren Nextcloud Brute-Force-Schutz

Wenn Fail2ban zum Einsatz kommt, ist der Brute-Force-Schutz von Nextcloud nicht mehr so wichtig. Dieser kann daher komplett deaktiviert werden.Dies wird wieder in der Konfigurations-Datei von Nextcloud vorgenommen:

Deaktiviert wird die Funktion durch das Hinzufügen folgender Zeile:

An dieser Stelle sollte auf jeden Fall noch einmal überprüft werden, ob für das Logging in Nextcloud die richtige Zeitzone angegeben wurde, da dies später für die Funktion von Fail2ban wichtig ist:

Optional: Wenn man den integrierten Brute-Force-Schutz in Nextcloud nicht komplett deaktivieren möchte, kann auch die App Brute-force settings aus dem Nextcloud App-Store installieren (oben auf den Benutzernamen und dann auf Apps klicken – die gesuchte App befindet sich in der Kategorie Sicherheit). Mit Hilfe dieser App kann man in den Admin-Einstellungen unter Sicherheit das eigene lokale Netzwerk in eine Whitelist mit aufnehmen. In unserem Beispiel wäre dies das Netzwerk 192.168.178.0/24. Für alle anderen Netzwerke (und v.a. auch Internet-IPs) würde der Brute-Force-Schutz dann noch greifen.

Whitelisting des LANs mittels der App "Brute-force settings"

Whitelisting des LANs mittels der App „Brute-force settings“

Einrichtung Fail2ban

Anschließend kann Fail2ban installiert werden:

Nun wird ein spezieller Filter für Nextcloud angelegt (Dateiendung beachten, s.o.):

Diese Datei wird mit folgendem Inhalt gefüllt. Dieser reguläre Ausdruck beschreibt die Logeinträge, nach den Fail2ban später in der Nextcloud-Logdatei sucht, um fehlgeschlagene Login-Versuche zu erkennen.:

Damit dieser Filter beim Start von Fai2ban auch geladen wird, muss dieser dem System noch bekannt gemacht werden:

Der Inhalt der Datei:

Hiermit wird ein neues Regel-Set (Jail) für Nextcloud angelegt. Folgende Einstellungen werden hier angegeben:

  • enabled: Aktivierung dieser Regel. Falls das Jail später (temporär) deaktiviert werden soll, kann dies einfach durch diese Option erfolgen.
  • port: Möglicher Port, hier nur 80 (HTTP) und 443 (HTTPS).
  • protocol: Das verwendete Protokoll.
  • filter: Name des Filters aus gleichnamiger Datei unter /etc/fail2ban/filter.d. Den Filter für Nextcloud haben wir ja bereits vorher angelegt.
  • maxretry: Anzahl der Fehlversuche, bevor Fail2ban eine IP sperrt.
  • bantime: Zeitraum in Sekunden, für den eine IP gesperrt werden soll. Wird hier ein negativer Wert angegeben (-1), handelt es sich um eine permanente Sperre. Ansonsten wird eine IP nach dem Ablauf dieser Zeitspanne wieder automatisch entsperrt.
  • logpath: Log-Datei, die Fail2ban für dieses Jail beobachten soll. Auf diese Datei wird der oben definierte Filter angewendet.

Die Anweisung unter nginx-http-auth aktiviert daneben noch die Überwachung der Logs des Webservers. Dieses Jail ist bereits in den Standard-Jails (/etc/fail2ban/jail.conf) definiert und wird an dieser Stelle lediglich scharf geschaltet. Dies sorgt für eine Überwachung bei anderen Webanwendungen, bei den eine HTTP-Basic-Authentifizierung zum Einsatz kommt.

Nach einem Neustart von Fail2ban ist das Programm einsatzbereit:

E-Mail-Versand durch Fail2ban

Das Programm arbeitet nun zunächst im Hintergrund: Wird eine IP gebannt, bekommt der Administrator davon nur etwas mit, wenn er den Status von Fail2ban überprüft (dazu später mehr) oder einen Blick in die Logs wirft.

Sinnvoll ist daher eine Konfiguration, bei der Fail2ban automatisch eine E-Mail an den Admin sendet, wenn eine IP gebannt wurde. Das geht allerdings nicht out-of-the-box, das Linux-System muss zunächst auf den Versand von Mails vorbereitet werden. sSMTP ist dabei die einfachste Möglichkeit, um unter Linux einfach und schnell E-Mails versenden zu können. Die Installation und Einrichtung des Programms wurde bereits im Artikel Linux: Einfach E-Mails senden mit sSMTP ausführlich erklärt.

Wenn sSMTP erfolgreich konfiguriert wurde, funktioniert das Senden von E-Mails über Fail2ban erstaunlich einfach, da der Mail-Versand bereits vom Programm vorgesehen ist. Dazu reicht eine kleine Anpassung an der Datei /etc/fail2ban/jail.local. Am Anfang der Datei werden einfach noch folgende Zeilen hinzugefügt:

  • destemail ist dabei die Mail-Adresse, an die Benachrichtigungen geschickt werden sollen.
  • sender ist die Adresse, von der die E-Mail gesendet werden soll (Absender).
  • Wichtig ist insbesondere die Zeile action = %(action_mwl)s: Hierdurch werden E-Mails standardmäßig versendet.

Nun bekommt man bei allen Aktionen, die Fail2ban vornimmt, automatisch eine E-Mail geschickt. Unschön dabei: Auch wenn ein „Jail“ gestoppt oder geladen wurde, wird eine E-Mail versendet. Startet einfach mal Fail2ban neu (service fail2ban restart) und wundert euch über die „Mail-Flut“. Eigentlich interessiert uns hier ja nur, wenn Fail2ban tatsächlich eine IP gebannt hat. Damit nur noch bei diesem Ereignis eine E-Mail zu erhalten, müssen noch ein paar Anpassungen vorgenommen werden. Die betroffenen conf-Dateien im Verzeichnis /etc/fail2ban/action.d werden dabei durch entsprechende local-Dateien ergänzt:

  • mail-buffered.local
  • mail.local
  • mail-whois-lines.local
  • mail-whois.local
  • sendmail-buffered.local
  • sendmail-common.local

Die o.g. Dateien werde dazu einfach neu angelegt und mit folgendem Inhalt gefüllt:

Dazu am besten eine entsprechende Datei anlegen (mail-buffered.local) und diese dann einfach kopieren:

Nach einem Neustart von Fail2ban werden nur noch E-Mails versendet, wenn eine IP tatsächlich gebannt wurde.

Fail2ban Status und Sperren entfernen (Test der Funktionalität)

Nun kann es ja mal vorkommen, dass man sich mittels Fail2ban aus der eigenen Cloud aussperrt, weil man z.B. das Passwort zu oft falsch eingegeben hat. Dies ist zugleich ein guter Test, ob das System auch wie erwartet funktioniert. Daher gebt doch einfach drei Mal ein falsches Passwort in eurer Nextcloud-Anmeldung an. Bei der vierten Anmeldung seht ihr nun Fail2ban in Aktion: Die Website kann gar nicht mehr geladen werden (Timeout) und ihr solltet eine E-Mail erhalten haben, wenn ihr den Mail-Versand konfiguriert habt.

Um nun zu kontrollieren, welche IPs aktuell für Nextcloud gebannt sind, reicht folgender Befehl:

Hier sollte nun eure IP zu finden sein, mit der soeben erfolglose Anmeldeversuch unternommen wurde.

Mit diesem Befehl wird diese IP wieder entsperrt:

Anschließend kann man wieder wie gewohnt auf Nextcloud zugreifen.

Redis

Nextcloud nutzt das sog. Transactional File Locking, um Sperren bei parallelem Zugriff auf Dateien zu realisieren. Einfach gesagt werden Dateien „gelockt“, wenn diese gerade in Verwendung sind. Dadurch kann es zu keinen Datenverlusten kommen, wenn eine Datei z.B. durch zwei Benutzer zeitgleich geöffnet bzw. gespeichert wird.

In der Standard-Konfiguration nutzt Nextcloud für das Verwalten der Sperren die Datenbank. Hier gibt es jedoch mit Redis eine In-Memory-Datenbank, die für genau solche Aufgaben optimiert ist und daher in bestimmten Szenarien eine verbesserte Performance erzielen kann.

Auch wenn hier Optimierungs-Potential besteht, wird Redis nur in großen Cloud-Instanzen eine spürbare Verbesserung der Performance bringen. Bei kleinen Nextcloud-Installationen mit 3-5 Nutzern wird man hier kaum einen Effekt bemerken können.

Installation und Konfiguration Redis

Redis kann mit folgenden Befehlen installiert werden. Das PHP-Paket wird zusätzlich benötigt, um per PHP Zugriff auf Redis zu erhalten:

Nach der Installation wird die In-Memory-Datenbank noch konfiguriert:

Wie schon bei PHP ist es bei Redis empfehlenswert, die Kommunikation über einen Socket laufen zu lassen. Dazu sind folgende Einstellungen vorzunehmen. Die Einstellungen sind etwas in der Datei verteilt und z. T. nur auskommentiert. Am besten einfach in der Datei suchen (STRG+W) und die Einstellungen anpassen.

Hiermit werden folgende Optionen gesetzt:

  • port: Redis „lauscht“ standardmäßig auf dem Port 6379. Da wir allerdings einen Socket zur Kommunikation bevorzugen, soll Redis auf gar keinem Port lauschen.
  • unixsocket: Hiermit wird der eigentliche Socket definiert.
  • unixsocketperm: Berechtigungen für diesen Socket.

Als nächstes muss nun der Webserver-User in die Gruppe der Redis-Benutzer aufgenommen werden, damit dieser Redis auch nutzen kann:

Am Ende wird Redis neu gestartet, damit die Änderungen angewendet werden:

Aktivierung von Redis in Nextcloud

Damit Nextcloud nun auch die In-Memory-Datenbank nutzt, muss dieses noch in der Konfigurations-Datei eingestellt werden:

Folgende Zeilen werden hier eingefügt:

Anschließend nutzt Nextcloud Redis für das Transactional File Locking.

ufw

ufw (uncomplicated firewall) ist eine Software-Firewall, die auf einer Ubuntu-Installation standardmäßig bereits vorinstalliert ist. Normalerweise übernimmt der Router die Aufgaben einer Firewall, daher ist die Einrichtung von ufw optional. In bestimmten Szenarien kann hiermit jedoch die Sicherheit noch etwas erhöht werden.

Falls ufw noch nicht installiert sein sollte, kann man dies mit folgenden Befehlen erledigen:

Die Firewall wird nun so eingerichtet, dass sämtlicher eingehender Traffic blockiert wird, jedoch mit zwei Ausnahmen:

  • SSH (Port 22): Hier soll der Zugriff nur aus dem Heimnetzwerk erlaubt sein.
  • HTTP/HTTPS (Ports 80/443): Da der Zugriff aus dem Web erforderlich ist, muss hier auch eine Ausnahme hinzugefügt werden.

Mit folgenden Befehlen werden diese Regeln umgesetzt:

Der Status der Firewall kann jederzeit mit folgendem Kommando überprüft werden:

Hinweis: Wenn auf dem Server weitere Anwendungen installiert werden, nutzen diese u.U. andere Ports, die mit dieser Konfiguration natürlich nicht erreichbar sind. Oftmals liegt es dann eben an dieser Firewall, wenn scheinbar alles korrekt eingerichtet und konfiguriert wurde, die Anwendung aber nicht richtig laufen will. In diesem Fall sollten die Firewall-Regeln entsprechend erweitert oder die Firewall temporär deaktiviert werden (ufw disable).

Überprüfung der Sicherheit

Die Sicherheit der eigenen Cloud war ja von Anfang an ein wichtiges Ziel dieses Artikels. Nach der Einrichtung von Nextcloud gibt es einige Tools, mit Hilfe derer geprüft werden kann, ob dieses Ziel auch erreicht wurde.

Qualys SSL Labs

Der erste Check gilt zunächst einmal der HTTPS-Verschlüsselung. Hier spielt das verwendete Let’s Encrypt Zertifikat, als auch die SSL-Einstellungen des Webservers eine wichtige Rolle.

Für diesen Test eignet sich der SSL Server Test von Qualys SSL Labs. Wenn alles richtig konfiguriert wurde, sollte man hier die beste Bewertung (A+) erzielen können. Wenn die SSL-Konfiguration des Gateway-Hosts wie oben beschrieben übernommen wurde, sollte man in jeder einzelnen Kategorie 100% angezeigt bekommen.

Ergebnis des SSL-Test

Ergebnis des SSL-Test

Falls hier eine niedrigere Bewertung angezeigt werden sollte, liegt dies vermutlich an der SSL-Konfiguration des Webservers. In diesem Fall sollten im Gateway-Host nochmals alle Einstellungen kontrolliert werden.

Nextcloud Security Scan

Ein weiterer Test ist der Nextcloud Security Scan. Dieses Tool prüft die öffentlich verfügbaren Informationen der Cloud und kann eventuelle Schwachstellen aufzeigen. Mit der hier gezeigten Konfiguration sollte ein A-Rating angezeigt werden.

Nextcloud Security Scan

Nextcloud Security Scan

Hier wird lediglich kein A+ Rating erzielt, da unter Hardenings der Eintrag __Host-Prefix bemängelt wird. Dies liegt darin begründet, dass Nextcloud über ein Unterverzeichnis aufgerufen wird und nicht im Root-Verzeichnis der Domain läuft (siehe GitHub-Issue). Dieser Punkt stellt aber kein Sicherheits-Risiko dar und kann daher ignoriert werden.

Troubleshooting

Manchmal kann es passieren, dass die Nextcloud-Installation nicht auf Anhieb erfolgreich verläuft. Daher an dieser Stelle noch ein paar Tipps für die Fehlersuche:

  • Alle Schritte korrekt ausgeführt?
    Die Installation einer eigenen Cloud ist alles andere als trivial und erfordert ziemlich viele Schritte. Die Praxis zeigt, dass man hin und wieder einen Schritt einfach übersieht. In diesem Fall kann die kleinste Abweichung dazu führen, dass „das große Ganze“ nicht mehr funktioniert. Als erster Schritt der Fehlersuche sollten daher noch einmal alle Punkte einzeln überprüft werden.
  • Log-Dateien kontrollieren
    Oftmals hilft auch ein Blick in die entsprechenden Log-Dateien:

    • nginx (/var/log/nginx/error.log): Hier findet man alle Warnungen und Fehler, die der Webserver aufgezeichnet hat. Dies ist die erste Anlaufstelle, wenn Nextcloud gar nicht aufgerufen werden kann bzw. Links nicht richtig funktionieren.
    • Nextcloud (/var/nextcloud_data/nextcloud.log): Hier sind Fehler/Warnungen von Nextcloud selbst enthalten. Die gleichen Einträge findet man in der Admin-Oberfläche der Cloud. Hier lohnt ein Blick, wenn Nextcloud prinzipiell erreichbar ist (der Webserver also vermutlich korrekt eingerichtet wurde), es aber bei der Benutzung von Nextcloud zu Problemen kommt.
  • Developer-Console im Browser
    Gerade wenn Links nicht korrekt funktionieren und man überprüfen möchte, ob beispielsweise eine Weiterleitung ins Leere führt, dann kann die Developer-Console im Browser (meist zu öffnen mit F12) wertvolle Hinweise liefern, da hier aufgezeigt wird, was auf Grund von Client-Request passiert. Die Bedienung der Console läuft in jedem Browser etwas anders ab, daher hilft ein Blick in die entsprechende Dokumentation:

Falls ihr also Probleme bei der Einrichtung von Nextcloud haben solltet, bitte erst einmal diese Punkte überprüfen. Oftmals findet man dann relativ schnell die Ursache der Probleme. Wenn alles nicht hilft, dann könnt ihr hier natürlich einen Kommentar hinterlassen, vielleicht kann euch hier schnell weitergeholfen werden.

Falls sich bestimmte Probleme häufen sollte, werde ich den Artikel ggf. anpassen und/oder erweitern.

Nextcloud: Ein sicherer Ort für all deine Daten

Dieser Slogan von Nextcloud fasst es relativ gut zusammen: Die Einrichtung der eigenen Cloud ist sicherlich etwas aufwändig und erfordert mehr Kenntnisse, als die Benutzung irgendeiner Cloud eines bestimmten Anbieters. Aber wenn die eigene Nextcloud erst einmal läuft, dann ist man Herr über seine eigenen Daten und ist nicht mehr von Anbietern wie Google, Microsoft oder Apple anhängig.

Man sollte sich nun aber auch im Klaren darüber sein, dass man nun auch für die eigenen Daten verantwortlich ist. Die eigene Cloud erfordert einen gewissen administrativen Aufwand, beispielsweise muss man selbst dafür sorgen, dass das Betriebssystem, die installierten Programme und v.a. Nextcloud auf einem aktuellen Stand gehalten werden. Der Aufwand sollte sich hier allerdings in Grenzen halten.

Ich hoffe, dass dieser Artikel hilfreich war und ich einigen unter euch etwas Zeit (und Nerven) bei der Einrichtung der eigenen Cloud ersparen konnte. Für konstruktive Kritik und Verbesserungsvorschläge bin ich immer offen, daher hinterlasst mir doch gern einen Kommentar.

In diesem Sinne: Viel Spaß mit eurer eigenen Nextcloud!

Weiterführende Artikel

Links

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Kommentare: 74

  • Hans sagt:

    Hallo Jan,
    ich dachte eingentlich das deine Anleitung bis jetzt schon sehr ausführlich und genau sind.

    Diese hier topt alle.

    Wahnsinn, vielen Dank!

    Gruß Hans

  • Patrick sagt:

    Eines der besten Tutorial, die ich je gelesen habe. Hut ab für diesen toll geschrieben Artikel.

  • Guenther sagt:

    Super Anleitung – hab vor ein paar Tagen die Anleitung für Ubuntu 16 genau studiert und für mich auf Ubuntu 18 abgeändert. Genau wie die für 16 ist auch diese für 18 eine echte Bereicherung. Ohne ihr hätte ich es nicht so zügig geschafft, Sehr gute Arbeit!

  • Olli sagt:

    Klasse Anleitung, aber wie immer bei Nginx (ich bin alter Apache-Freund) scheitere ich daran, anstatt https://cloud.domain.tld/nextcloud unter Nginx lieber direkt https://cloud.domain.tld eingeben zu können – wie ist das zu bewerkstelligen?

    Da ich das Ganze als Sublevel-Domain laufen lasse und hier schon das „cloud“ zu finden ist, wäre ein „nextcloud“ hinter dem Slash doppelt gemoppelt. Aktuell bekomme ich beim direkten Aufruf der Domain ein „403 Forbidden“ von Nginx herausgeworfen…

    Ansonsten danke für das topaktuelle und tolle Tutorial!!

    • Jan sagt:

      Hi Olli,

      in diesem Artikel geht es ja gerade um das Unterverzeichnis, in dem Nextcloud laufen soll. Was du willst, ist da noch der einfachere Fall.
      Hier würde schon ein einzelner vHost ausreichen. In der Nextcloud Dokumentation ist hier ein Beispiel-Host zu finden („Nextcloud in the webroot of nginx“). Der müsste eigentlich out-of-the-box bereits funktionieren. Das einzige, was nachgerüstet werden müsste: Der location-Block für Let’s Encrypt im HTTP server-Block.
      Bedenke jedoch, dass es dann schwieriger wird, wenn du eine zweite Webanwendung auf dem gleichen Server laufen lassen willst.

      Gruß,
      Jan

    • Tim sagt:

      Ich schätze, Olli hat eine eigene Domain und diese wird an seine DynDNS weitergeleitet. So kann er auch mehrere Subdomains weiterleiten, z.B. cloud.olli.com und wordpress.olli.com
      In dem Artikel geht hervor, dass die Kombination aus Domain/Subdomain und Port (immer 443/80) einmalig sein muss. Von daher würde das mit einer vHost und zwei Server {} Einträgen funktionieren ?! Wenn die zweite Webanwendung auf einem anderen Rechner, z.B. Raspi laufen soll, dann muss man die nginx-Proxy-Funktion verwenden um diese intern im Heimnetz weiterzuleiten ?!

      • Jan sagt:

        Hi Tim,

        mehrere (Sub-)Domains wäre natürlich auch möglich. Diese müssten dann alle als DynDNS-Adressen gemapped sein, was hier das Problem sein kann: die FritzBox unterstützt z.B. nur eine einzige DynDNS-Domain. Behelfen kann man sich hier mir mehreren (Sub-)Domains und CNAME-Einträgen: Beispielsweise hast du eine Haupt-Domain meinedomain.de, diese ist deine (einzige) DynDNS-Adresse und so im Router hinterlegt. Nun kannst du für diese Domain mehrere Subdomains anlegen (nextcloud.meinedomain.de, wordpress.meinedomain.de, etc.). All diese Subdomains bekommen dann einen CNAME-Eintrag auf meinedomain.de.
        Am Webserver wird nun der Gateway-Host nicht mehr benötigt (zumindest nicht mehr für HTTPS – einen HTTP-Gateway würde ich für Let’s Encrypt schon noch einsetzen), sondern für jede Subdomain ein eigener server-Block (HTTPS) angelegt. Wenn man nun eine der konfigurierten Subdomains im Browser eingibt, sorgt der CNAME-Eintrag dafür, dass der Request am Webserver ankommt. Dieser entscheidet dann auf Grund der Request-URL, welcher server-Block angesprochen wird.

        Und klar, wenn die Webanwendung auf einem anderen Rechner im LAN läuft, dann kann man den Redirect einfach auf die LAN-IP des entsprechenden Gerätes setzen. Wenn man etwas paranoid ist, dann kann man für diese LAN-Kommunikation selbst signierte SSL-Zertifikate verwenden und über HTTPS gehen.

        Gruß,
        Jan

  • Bernd sagt:

    Hallo Jan,

    klasse Anleitung!
    ist es eig. nicht mehr nötig die .conf der Datenbank zu bearbeiten und z.B. das Binlogformat auf MIXED zu setzen.

    Gruß Bernd

  • kpi sagt:

    Vielen Dank für die ausführliche Darstellung.

  • Chris sagt:

    Hi Jan,
    vielen Dank für das tolle Tutorial, bzw. die ganze Reihe an Tutorials für die unterschiedlichen Versionen.
    Ich musste für die Installation in Debian 9 nur ein paar winzige Änderungen vornehmen, aber sonst lief fast alles Out-of-the-Box :-)

    Mir ist am Ende nur eines aufgefallen. Nextcloud schreibt das Passwort des DB-Users im Klartext in die config.php.
    Ist das normal? Früher bei Owncloud war das doch immer mit dem SALT gehasht.
    Konnte im Web bisher auch keine Info finden, wie man das Passwort da wieder verschlüsselt ablegt. Ich will das da eigentlich nicht im Klartext drinhaben…

    Viele Grüße
    Christian

    • Jan sagt:

      Hi Chris,

      das ist meiner Meinung nach normal – zumindest kenne ich es nicht anders.
      Ist aber denke ich auch kein Problem, da du ja „von außen“ keinen Zugriff auf die config.php hast. Da kann also nur jemand rein gucken, wenn er eh schon auf dem System drauf ist. Und dann hast du denke ich mal ganz andere Probleme… ;-)

      Gruß,
      Jan

      • Christian sagt:

        Hi Jan,
        da hast du natürlich recht… Bin trotzdem kein Fan von PWDs im Klartext…
        Bei owncloud war das früher verschlüsselt.
        VG Christian

  • Steve sagt:

    Hallo Jan.

    Ich habe, dank deiner „alten“ Anleitung und deiner ausführlichen Tipps, Nextcloud seit Dezember ohne Probleme bei mir laufen.

    Bei dieser Anleitung ist mir mal wieder die Kinnlade runter gefallen. Ich bin begeistert. Da ich gerade eine Projektdokumentation zu einem IT-Projekt geschrieben habe, kann ich in etwa nachvollziehen wie viel Arbeit in deinen Anleitungen steckt.

    Danke und mach weiter so!

  • Michael sagt:

    Hallo Jan,

    das ist mal wieder bewundernswert.

    Ich frage mich gerade, da ich Nextcloud noch nach der älteren Anleitung aufgesetzt habe, ob und wie ich meine Installation auf den neusten Stand bringen kann/soll. Die Sache mit Certbot gefällt mir doch besser als mit Cron. Ferner bekomme ich von nginx neuerdings die Meldung: nginx: [warn] the „ssl“ directive is deprecated, use the „listen … ssl“ directive instead in /etc/nginx/conf.d/MEINE-DOMAIN.conf:29.

    Herzliche Grüße
    Michael

    • Jan sagt:

      Hi Michael,

      ein „Update“ dürfte eigentlich kein Problem sein. Einfach Certbot nachinstallieren, dann brauchst du den letsencrypt-Client aus den älteren Tutorials nicht mehr. Um die Zertifikate automatisch erneuern zu können, wirst du um einen Cronjob allerdings auch mit Certbot nicht herumkommen. Aber dafür plane ich schon einen neuen Artikel ein, der das dann im Detail erklärt.
      Die nginx-Warnung bekommst du vermutlich nach dem Update auf nginx 1.15. Hier ist die ssl-Anweisung veraltet und kann entfernt werden. Suche dafür mal in deinem Gateway-Host nach der Zeile „ssl on;“ und entferne diese. Dass es sich um einen SSL-Server-Block handelt, weiß nginx bereits aus der Definition des server-Blocks selbst.

      Gruß,
      Jan

      • Michael sagt:

        Hallo Jan, vielen herzlichen Dank für Deine Nachricht. Wie immer hast Du mir sehr geholfen. Wegen einer Sache muss ich Dich noch einmal fragen. Ich wollte heute das Update auf 13.0.3 machen, aber mir wird kurioserweise kein Update angezeigt. Hast Du ne Idee, woran das liegen könnten?

        Herzliche Grüße
        Michael

        • Jan sagt:

          Hi Michael,

          das mit den Updates kann durchaus ein paar Tage dauern, bis diese angezeigt werden. Also einfach ein bisschen warten, oder das Update manuell durchführen, wie hier beschrieben.

          Gruß,
          Jan

  • Michael sagt:

    Nota bene: Unter Debian Stretch bleibt es bei redis.sock; redis-server.sock existiert nicht, nur redis-server.pid.

    Herzliche Grüße
    Michael

  • Christian sagt:

    Hallo Jan,
    dank Menschen wie dir trauen sich auch so Linux Noobs wie ich daran ein Projekt zu starten. Ich bin in der Tat ein echter copy&paste&adapt Cloner deiner Instruktionen.

    Meine Umgebung: ODROID HC1(xu4) mit 8GB SD Karte und 512 GB SSD.
    Als OS hab ich das https://odroid.in/ubuntu_18.04lts/ubuntu-18.04-4.14-minimal-odroid-xu4-20180531.img.xz als Startpunkt installiert, danach gilt dein gesamtes Skript.

    Folgende Kommentare zum HC1
    – die Paketquellen für den NGINx lassen sich zwar hinzufügen, bei der Installation finden sich aber keine ARM Ressourcen, Abbruch, alles reversiert, und Standard nginx genommen, läuft. (für dich vielleicht klar was hier passiert ist, für mich war es ein ‚Abenteuer‘ :-)
    – Laufzeit für das Generieren der Zertifikate bei 4096bit Länge = 9h
    – Laufzeit für die 2048bit Länge = 30m
    – meine Laufzeit für die Abarbeitung deiner Installationsanweisung sind bisher nochmal 8h drauf, keine Ahnung wie man das in 3h schaffen kann :-) (ich bin schon beim dritten Versuch, auf Basis der 16.04LTS bin ich am Fail2BAN gescheitert, unter der 18.04 problemlos)

    Problem1:
    Bei der ersten Anmeldung an NextCloud über den Browser kam folgender Hinweis:
    Fehler
    Es scheint, dass diese Nextcloud-Instanz unter einer 32-Bit-PHP-Umgebung läuft und open_basedir in der Datei php.ini konfiguriert worden ist. Von einem solchen Betrieb wird dringend abgeraten, weil es dabei zu Problemen mit Dateien kommt, deren Größe 4 GB übersteigt. Bitte entfernen Sie die open_basedir-Einstellung in Ihrer php.ini oder wechseln Sie zu 64-Bit-PHP.

    PHP7.2 wurde gemäß deiner Vorgabe:
    apt-get install php7.2-fpm php7.2-gd php7.2-mysql php7.2-curl php7.2-xml php7.2-zip php7.2-intl php7.2-mbstring php7.2-bz2 php7.2-json php-apcu
    installiert.
    Kann das wirklich eine 32bit Version sein ?
    Gemäß Information als Admin in NextCloud könnte ich auch nur max 2GB große Dateien hochladen… gefällt mir nicht, scheint was faul.

    Problem 2, in der conf Datei nginx/conf.d/meinedomain.de.conf musste der Wert proxy_max_temp_file_size 10240m; auf 1024m (nginx standard) reduziert werden, alles was höher war lies den Webserver nicht starten. Fehlermeldung dass der Wert zu hoch sei. Ist da ein Typo im Skript oder das dem HC1 geschuldet ?

    so, zu meinen PoblemNr 3
    bei der Installation der Datenbank lief soweit alles prima (NextCloud ist ja auch gestartet)
    beim Upgrade auf den 4 Byte Support für das erw. Unicodesetup, denke ich hab ich nen Bock geschossen. Die Überprüfung ergab, dass die Tabellen bereits auf utf8mb4 konfiguriert waren. Ich bin aber trotzdem weiter deinem Skript gefolgt… ich glaube die DB hat mir das übel genommen, und jede Menge rote Blöcke mit Fehlermeldungen generiert. Ich Quote sie hier mal, denn ich habe keine Ahnung was die Maria da von mir will:

    root@odroid:/var/www/nextcloud# sudo -u www-data php occ config:system:set mysql.utf8mb4 –type boolean –value=“true“
    Nextcloud is in maintenance mode – no apps have been loaded

    System config value mysql.utf8mb4 set to boolean true
    root@odroid:/var/www/nextcloud# sudo -u www-data php occ maintenance:repair
    Nextcloud is in maintenance mode – no apps have been loaded

    Failed to load repair step for dav: Repair step ‚OCA\DAV\Migration\FixBirthdayCalendarComponent‘ is unknown
    Failed to load repair step for dav: Repair step ‚OCA\DAV\Migration\CalDAVRemoveEmptyValue‘ is unknown
    Failed to load repair step for dav: Repair step ‚OCA\DAV\Migration\BuildCalendarSearchIndex‘ is unknown
    Failed to load repair step for files_sharing: Repair step ‚OCA\Files_Sharing\Migration\OwncloudGuestShareType‘ is unknown
    Failed to load repair step for files_sharing: Repair step ‚OCA\Files_Sharing\Migration\SetPasswordColumn‘ is unknown
    Failed to load repair step for oauth2: Repair step ‚OCA\OAuth2\Migration\SetTokenExpiration‘ is unknown
    Failed to load repair step for theming: Repair step ‚OCA\Theming\Migration\ThemingImages‘ is unknown
    – Repair MySQL collation
    – Change row format for oc_addressbooks …
    – Change collation for oc_addressbooks …

    [Doctrine\DBAL\Exception\DriverException]
    An exception occurred while executing ‚ALTER TABLE oc_addressbooks CONVERT TO CHARACTER SET utf8mb4 COLLATE utf8mb4_bin;‘:
    SQLSTATE[42000]: Syntax error or access violation: 1071 Specified key was too long; max key length is 767 bytes

    [Doctrine\DBAL\Driver\PDOException]
    SQLSTATE[42000]: Syntax error or access violation: 1071 Specified key was too long; max key length is 767 bytes

    [PDOException]
    SQLSTATE[42000]: Syntax error or access violation: 1071 Specified key was too long; max key length is 767 bytes

    maintenance:repair [–include-expensive]

    root@odroid:/var/www/nextcloud#

    Seitdem komme ich in meine NextCloud nicht mehr rein. Die ist im Dauermaintenance-Zustand, auch nach ’nem Reboot.

    Hab ich was falsch gemacht? Kann ich das Setup irgendwie retten ?

    Danke für deine Skripte und alle erdenkliche Unterstützung hier im Support.

    Gruß
    Chris

    • Jan sagt:

      Hi Christian,

      ich war mal so frei und habe den doppelten Kommentar gelsöcht.

      Zu deinen Punkten:

      • Keine ARM-Ressourcen für nginx: Ja, in den offiziellen Paketquellen ist nichts für ARM enthalten. Daher bleibt dir hier zunächst nichts anderes übrig, auf die offiziellen Ubuntu-Paketquellen zurück zu greifen.
      • Problem 1: Die Meldung ist etwas irreführend, weil sie nur aussagt, dass keine Dateien < 4GB hochgeladen werden könnne (Beschränkung eines 32 Bit OS). Prüfe doch mal, ob das OS an sich 63 Bit fähig ist: Einfach in der Konsole lscpu eingaben, dann sollte bei einem 64 Bit OS CPU op-mode(s): 32-bit, 64-bit erscheinen. Bei einem 32 Bit OS eben nur 32-bit.
      • Problem 2: Könnte wieder mit 32 Bit/64 Bit zusammmen hängen. Es ist kein Schreibfehler, da 10240 MB exakt 10 GB sind. Auf einem 32 Bit OS hast du wieder die Beschränkung auf 4 GB bei der Dateigröße, damit ist vermutlich die Fehlermeldung zu erklären.
      • Problem 3: Oh oh, das sieht nicht gut aus. Die Schritte sollten nur bei MariaDB 10.3 ausgeführt werden. Bei 10.1 und 10.2 wären hier noch zusätzliche Schritte erforderlich, die jedoch eher experimentell sind (siehe hier).
        Um deine Installation zu retten, würde ich die Cloud kurzerhand „resetten“ (wenn du diese noch nicht aktiv genutzt hast): Zunächst die alte Datenbank löschen (DROP TABLE nextcloud_db; in der MySQL-Kommandozeile). Dann das Nextcloud-Datenverzeichnis und die komplette Nextcloud-Instanz löschen: rm -r /var/nextcloud_data und rm -r /var/www/nextcloud). Anschließend nochmal ab hier neu beginnen. Die Anpassungen der DB wegen 4-Byte-Support dann natürlich nicht ausführen.

      Sorry, für dein Problem #3 bin ich wohl mehr oder weniger verantwortlich, das hätte ich im Artikel besser beschreiben sollen. Ich habe den entsprechenden Abschnitt gerade nochmals überarbeitet, so dass in dieses Problem nicht noch mehr Leute einlaufen.

      Gruß,
      Jan

      • Christian Czaja sagt:

        Hallo Jan,

        danke für die prompte Antwort. Sorry für das doppelte Hochladen, aber beim ersten Versuch gab es eine Fehlermeldung die Seite wäre nicht erreichbar.

        Problem 1, so ein Mist:
        login as: root
        root@192.168.10.195’s password:
        Welcome to Ubuntu 18.04 LTS (GNU/Linux 4.14.47-139 armv7l)

        * Documentation: https://help.ubuntu.com
        * Management: https://landscape.canonical.com
        * Support: https://ubuntu.com/advantage

        Last login: Sun Jun 10 17:26:45 2018 from 192.168.10.56
        root@odroid:~# lscpu
        Architecture: armv7l
        Byte Order: Little Endian
        CPU(s): 8
        On-line CPU(s) list: 0-7
        Thread(s) per core: 1
        Core(s) per socket: 4
        Socket(s): 2
        Vendor ID: ARM
        Model: 3
        Model name: Cortex-A7
        Stepping: r0p3
        CPU max MHz: 2000.0000
        CPU min MHz: 200.0000
        BogoMIPS: 12.00
        Flags: half thumb fastmult vfp edsp neon vfpv3 tls vfpv4 idiva idivt vfpd32 lpae
        root@odroid:~# uname -m
        armv7l
        root@odroid:~# uname -a
        Linux odroid 4.14.47-139 #1 SMP PREEMPT Sun Jun 3 20:08:16 -03 2018 armv7l armv7l armv7l GNU/Linux
        root@odroid:~# getconf LONG_BIT
        32
        root@odroid:~#

        letzteres bringt wohl die Gewissheit: 32bit. Erklärt wohl Problem 1 und 2.

        Macht es unter den Gegebenheiten überhaupt Sinn auf der Plattform NextCloud betreiben zu wollen ?

        Problem 3, deine Tipps zur DB funktionieren nicht. Den DROP TABLE kann er nicht machen, per Google hab ich ein DROP DATABASE gefunden. Funktioniert, den User auch gleich mitgedropped. So, beides mal neu angelegt.aufgeräumt, Nextcloud Pfade removed und Nextcloud neu installiert. Alle Nacharbeiten erledigt,

        bin wieder am Start… Scheint alles normal zu sein.

        Ich hab später noch weitere Fragen, mache dazu aber einen eigenen Kommentar auf. Jetzt erstmal Image sichern und rumspielen.

        Vielen Dank für deine Hilfe, ich hab schon befürchtet von vorne beginnen zu müssen.

        • Jan sagt:

          Hi,

          ja sorry, DROP DATABASE ist hier richtig.
          Auf 32 Bit kannst du Nextcloud natürlich auch betreiben, jedoch solltest du darauf achten, dass Dateien größer 4 GB nicht hochgeladen werden.

          Gruß,
          Jan

          • Tobi sagt:

            Hey Christian,

            alle deine Probleme hatte ich auch, allerdingst verwende ich einen HC2. Komisch das bei dir das erzeugen der Zertifikate so lange dauert, bei mir dauert es jedes mal ca. 2,5 h bis der Diffie-Hellman-Parameter erzeugt ist,… und ja, hab das ganze schon minimun 10 mal durch bis ich auf die Lösung der ganzen Probleme gekommen bin.

            Den 4-Byte-Support lasse ich weg, weil wie du bereits geschrieben hast taucht „utf8mb4“ bereits in der Tabelle auf.

            Ich hätte eine andere Frage und zwar läuft bei mir eigentlich alles, nur habe ich irgendwann festgestellt das alles nur auf der SD-Karte läuft,… also wieder alles von vorne. Dann natürlich das einhängen der HDD laut hardkernel durchgeführt „https://wiki.odroid.com/odroid-xu4/software/ubuntu_nas/02_mount_hdds“ und ja,… wenn ich nun an jeden Pfad von „/var/nextcloud_data“ den Pfad „/media/nas/hdd1“ hinzufüg, also zu „/media/nas/hdd1/var/nextcloud_data“ machen sagt mir Nextcloud bei der Installation, dass Zugriff auf das Datenverzeichnis nicht möglich ist. Hab dann noch damit gespielt die HDD direkt unter „/var“ einzuhängen, aber es hat alles nicht genutzt.

            Hab natürlich die Recht auch alle gesetzt und auch die Pfade in den den „.conf“ und „.ini“ dateien geändert.

            Warst du bei dem Problem auch schon und hast es vielleicht gelöst?

            @Jan: Hast du vielleicht irgendeinen hinweis wie und wo die Festplatte eingehängt werden muss, damit ich das Datenverzeichnis auf die Festplatte legen kann?

            Gruß
            Tobi

          • Jan sagt:

            Hi Tobi,

            ich denke, dass dir hier irgendwo open_basedir querschlägt.
            Der Neue Datenpaf muss überall hier bei open_basedir mit aufgenommen werden:

            • /etc/php/7.2/cli/php.ini
            • Im vHost für Nextcloud unter fastcgi_param PHP_VALUE…

            Ein chown -R www-data:www-data /media/nas/hdd1/var/nextcloud_data hast du dann auch noch gemacht?

            Gruß,
            Jan

          • Christian sagt:

            Hallo Tobi,

            schön dass es noch jemanden mit dem ODROID gibt.

            Die Platte einbinden wie im Wiki beschrieben war mir zu kompliziert. Ich habe um den Massenspeicher einzufügen (habe mich für ne 500er SSD entschieden) die /etc/fstab editiert. (nano /etc/fstab) Ich habe Anleitungen gefunden hier die UUID einzutragen, aber meine Erfahrung war schmerzlich. Beim nächsten Reboot hat sich das Gespann nicht mehr bis zum Login bewegt und ich habe neues Image aufgespielt, alles von vorne. Daher hab ich jetzt ganz einfach in der FSTAB folgenden Eintrag hinzugefügt: „/dev/sda1 /media/ssd1“. Zuvor natürlich ein ext4 Filesystem erzeugt. Mi dem Eintrag wird meine SSD jetzt ohne groß Schnickschnack beim Starten eingebunden. Die Profis schwören auf die Eineindeutigkeit per UUID, aber wir können eh nur die eine Platte physisch anbinden.
            Auf der Platte selbst habe ich ein Verzeichnis mit „mkdir var“ erzeugt.
            Mit der Anleitung von Jan habe ich aber meine NextCloud erstmal wieder zurückgesetzt. Also DROP DATABASE, Verzeichnisse gelöscht und quasi neu begonnen, wie er mir das beschrieben hat (böse Sache gefunden, mache eine getrennte Anfrage). Ich konnte zuvor NextCloud nicht dazu bewegen, das neue Verzeichnis anzunehmen. Im Webclient kam ein Problem mit dem Webserver… aufgesessen. Als runter mit allem und neu drauf. Die 2 Config Files wie Jan schon beschrieben hat, du auch, an den entsprechenden Stellen angepasst,

            Mit dem initialen Start der NextCloud über den Browser hab ich dann für den Datenpfad „/media/ssd1/var/nextcloud_data“ eingetragen und das hat er dann dieses Mal akzeptiert.
            Dann kommen die üblichen Hinweise auf den fehlenden Cache. Also wieder raus, die Nacharbeiten durchgeführt, ggf. in der config.php wieder die Zeitzone, „Fail2Ban“ Settings und die „redis“ Settings nachgepflegt.

            Ich hab jetzt genau das was ich will. OS, und Tools auf der microSD und die Daten auf dem eingehängten Massenspeicher. Jetzt noch ein Image von der mSD erzeugen, damit die für den Fall eines Defekts aus dem Image heraus neu erstellt werden kann. Mir ging letztens meine erste mSD im Raspberry dahin – seither bin ich vorsichtiger.

            Die miese Performance beim Zertifikat.
            Der HC1/HC2 hat eine BigtLittle CPU, 8 Kerne, davon 4 mit niedrigem Takt, 4 mit nem performanteren Takt. Das kannst du dir mit „htop“ (apt-get install htop) ansehen. Ist eh ein empfehlenswertes Tool um zu checken, was auf dem Knirps so abgeht. Ich kann nur vermuten, dass ggf die Zertifkatserzeugung auf nem kleinen CPUkern gelaufen ist. Keine Ahnung wie man sowas beeinflussen kann, auf welchen Cores welche Prozess laufen.
            @Jan, kannst du hier helfen? Gibt es irgendwelche Parameter die man beim Aufruf mitgeben kann um einen Core zu erzwingen ?

            @Tobi, ich hoffe ich konnte dir helfen.

            Gruß
            Christian

          • Jan sagt:

            Hi Christian,

            danke für den Bericht, ist vielleicht auch für andere interessant.

            Zum Erzeugen der dhparams: Du kannst wohl mittels taskset einen Prozess auf bestimmten (oder auch allen) CPU-Cores starten. Standard sollte allerdings schon die Ausführung auf allen CPU-Cores sein.
            Aber auch wenn die Erzeugung der dhparams sehr lange dauert: Einfach über Nacht laufen lassen und anschließend die Datei wegsichern, falls man nochmal neu aufsetzen sollte. Die Datei muss man ja prinzipiell nur ein einziges mal erzeugen, da ist es meiner Meinung nach nicht so schlimm, wenn es mal etwas länger dauert.

            Gruß,
            Jan

  • Hans sagt:

    Hallo Jan,

    besteht die Möglichkeit eine Test-NC mit einer VM aufzusetzen?
    Ich habe eine produktive NC und würde von dieser dann die Zertifikate verwenden.

    Die Zertifikate müssen auf der Test-NC nicht erneuert werden.

    Da nur nur ein DynDNS auf der Firtzbox hinterlegt werden kann gib es keine andere Möglichkeit.

    Ist dies ohne Probleme möglich?

    Vielen Dank

    Gruß Hans

    • Jan sagt:

      Hi Hans,

      ja, das sollte problemlos möglich sein. Wie du Redirects vom Gateway-Host zu einem anderen vHost machst, weißt du ja bereits. Ob der Redirect nun Server-intern, oder auf einen ganz anderen Server (VM) geht, ist dabei egal. Du könntest den Gateway-Host daher so konfigurieren, dass du z.B. bei https://meinedomain.de/nextcloudtest auf deine VM weitergeleitest wirst. Die Kommunikation zu deiner Test-NC kann dabei auch per HTTP ablaufen. Wenn du eher „paranoid veranlagt“ bist, dann würde ich LAN-intern (also auf der Test-VM) ein selbst signiertes Zertifikat nutzen. Die Kommunikation nach außen (also über das Internet) übernimmt dabei deine „Produktiv-Maschine“, auf der auch der Gateway-Host läuft.

      Gruß,
      Jan

      • Hans sagt:

        Hallo Jan,

        bin zwar nicht „paranoid“ veranlagt, klingt jedoch gut, mit dem selbst siegnierten Zertifikat.
        Habe nicht drand gedacht.

        Danke

  • Eugen sagt:

    Hi, erstma danke für die Anleitung, hat soweit gut funktioniert, wobei ich für Debian etwas anpassen musste.

    Ich hätte eine Frage zu der nginx Konfriguration.
    Der Aufruf der Nextcloud ist bei dir wie folgt konfiguriert worden:
    https://meinedomain.de/nextcloud

    Was muss man ändern, wenn ich einfach https://meinedomain.de
    eingeben möchte und gleich zu dem Nextcloudlogin geschaltet werde?

    Danke dir im Voraus!

    • Jan sagt:

      Hi Eugen,

      ja, das ist auch kein Problem: In diesem Fall kannst du dir das Konstrukt mit dem Gateway-Host eigentlich sparen, da hier ein einzelner vHost eigentlich ausreicht. In diesem Fall solltest du den vHost nur wie hier beschrieben anpassen („Nextcloud in the webroot of nginx“).
      Hier verlierst du dann nur die Möglichkeit, weitere Webanwendungen neben Nextcloud laufen zu lassen.

      Gruß,
      Jan

  • Mo sagt:

    Mege Anleitung, vielen Dank!
    Hat alles geklappt.

  • Tino Soldan sagt:

    Hi Jan,

    vielen Dank für dieses Tutorial. Ich bin schon seit Deinem Vorgänger-Tutorial dabei und verfolge aufmerksam Deine Updates. Vielen Dank für ALLES!
    Ich habe jetzt meinem Cloud-Server als weitere Funktion ein Pi-Hole zum Filtern des LANs gegen Werbung spendiert. Mit folgender Seite https://www.c-rieger.de/nextcloud-13-using-a-reverse-proxy/ und dem passenden Artikel „Filterbeere“ in der c’t 11/2018 kriegt man das hin. Dazu habe ich mal folgende Frage: für den Pi-Hole ergänzt man den Gateway-Host um die entsprechenden Zeilen, die dann auch den Eintrag proxy_path zum Pi-Hole enthalten. Aber im Gegensatz zur Nextcloud und zu Letsencrypt legt man für Pi-Hole keinen viHost an. Warum nicht? Wie muss man das verstehen?

    Und noch eine Anregung: es kann nicht mehr lange dauern, bis Letsencrypt HTTPS unterstützt. Gibt’s dann wieder ein Update von Dir?

    • Jan sagt:

      Hi Tino,

      danke für das Lob!
      Wenn du Pi-Hole installierst, dann bringt dieses Programm automatisch einen Webserver mit (lighttpd – quasi ein Konkurrenzprodukt zu nginx). Dieser ist für die Anweisungen zuständig, die normalerweise in einem separaten nginx vHost angegeben werden würden. Von nginx aus leitest du dann die Anfragen von Pi-Hile zu lighttpd weiter. Somit wird kein zusätzlicher nginx vHost benötigt.

      Wenn du übrigens Zeit und Lust hättest, dann wäre es super, wenn du ein paar Worte zur Installation/Einrichtung von Pi-Hole zusammen schreiben (nur Stichpunkte) und mir per Mail zukommen lassen könntest. Dann könnte ich den entsprechenden Artikel mit den Anweisungen erweitern. Ist vielleicht auch für andere ganz interessant…

      Aber was meinst du damit, dass LE bald HTTPS unterstützen sollte?

      Gruß,
      Jan

      • Tino Soldan sagt:

        Hi Jan,
        danke für die schnelle Antwort und sie fiel so aus, wie ich es mir schon gedacht hatte, dass es daran liegen könnte, das Pi-Hole seinen eigenen Server mitbringt und deswegen den viHost nicht braucht. War aber eben nur ein Gefühl, weil ich da kein Profi bin ;-)
        Selbstverständlich kann ich gerne meine Erfahrungen mit der Pi-Hole-Installation zusammenschreiben. Soll ich das hier im Kommentarfeld machen? Würde dann etwas mehr werden. Dann würde ich Dir auch meinen Installationsbericht darüber senden und Du könntest daraus dann etwas für Dein Tutorial stricken.
        Und zur letzten Frage: Ich glaube, ich hatte da was verwechselt. Habe nochmal in mein Doku-Archiv geschaut und da ging es nicht um https, sondern um Certfifikate für Wildcards mit ACME 2.0.

  • Christian sagt:

    Hallo Jan,

    weil ich so gerne Fehler mache, habe ich meineNextCloud Instanz jetzt schon mehrfach neu installiert, bzw. auch da aufgesetzt wie du es mir beschrieben hast, um die NextCloud Installation zu „resetten“. Beim Umzug auf den Massendatenträger ist mir dieses Mal allerdings ein Fehler beim DROP DATABASE passiert. Ich habe für die Installation der SQL DB auch die mysql_secure_installation durchgeführt. Mein Passwort besteht aus allem was heute so üblich ist um es sicher zu machen. KleinGroßZahlen und lang (14) ist es. Zweimal rein, success Meldung, die kommenden Vorschläge bestätigt.
    Bei dem Versuch auf Tobis Problem einzugehen, ist es mir heute passiert, dass ich aufgrund einer Verwechslung ein total falsches Passwort eingetragen habe und Bingo, ich war drin. DropDB konnte ich auch absetzen. Ich hab daraufhin neu gebootet und das gleich nochmal versucht und „xx“ eingetragen, Bingo drin. Der mysql Konsole ist es grad egal was ich dem root user für ein Passwort mitgebe, ich komme rein. Gleich nochmals die mysql_secure_installation aufgerufen, neues PW vergeben, und schau an: das gleiche passiert in Grün. Hast du eine Idee ?
    (@Tobi, falls du das liest, versuch das mal nachzustellen „mysql -u root -p“ und als Passwort irgendwas eingeben.)

    Danke und Grüße
    Christian

    System ODROID HC1, 8GB mSD, 500 GB SSD

    • Jan sagt:

      Hi Christian,

      puh, dieses Verhalten konnte ich bisher auf meinen Maschinen noch nie beobachten – und ich gebe häufig erst einmal ein falsches Root-Passwort ein ;)
      Das sind allerdings alles Ubunut/Debian-Systeme (virtualisiert).
      Ich habe hier einen Hinweis auf das Problem gefunden. Das klingt doch sehr danach, oder?
      Welche MariaDB-Version setzt du nun konkret ein?

      Gruß,
      Jan

      • Christian sagt:

        Hallo Jan,

        dein Link war natürlich ein Treffer…

        1. Login to
        mysql -uroot

        2. Passwort neu setzen
        set password for ‚root’@’localhost‘ = PASSWORD(‚P@ssw0rd‘);

        3. die Auth_sockets für den User „root“ deaktivieren
        update mysql.user set plugin=null where user=’root‘;

        4. Abschluss mit
        flush privileges;
        exit;

        Ab jetzt geht der Login nur noch per „mysql -uroot -pP@ssw0rd“, perfekt, danke.

        Gruß
        Christian

        PS: jetzt warte ich noch auf die pi-hole Geschichte, denn das steht auch noch auf meiner Liste :-) Danke dass du die Ideen hier aufnimmst.

  • Stefan Böhringer sagt:

    Liebe Jan,

    vielen vielen Dank für das tolle Tutorial. Ich habe vieles davon schon in einer VM testen können und bin begeistert.

    Bevor ich das ganze aber auf meinem Odroid HC2 umsetzen kann, habe ich noch eine konzeptuelle Frage:

    Wie setze ich mit nginx hinter einer Fritzbox! folgendes Szenario am besten um?

    Ich habe zwei Domains bei Strato, für die ich beide DynDNS aktivieren kann: domain1.com domain2.com. Auf domain1.com/ soll nextcloud verfügbar sein. Auf domain2.com soll ein matrix/synapse chat-server laufen. Da die Fritzbox! ja nur einen DynDNS Eintrag zulässt, werde ich wohl für domain2.com einen CNAME Eintrag einrichten, der auf matrix.domain1.com verweist, so dass Port 80 und 443 Anfragen auf domain1.com in der Fritzbox! an den Server weitergereicht werden.

    Wie lege ich nun die vHosts in nginx an? Reich es aus, zwei server blocks zu erstellen, mit server_name domain1.com und server_name domain2.com. Kommt der Request für domain2.com überhaupt so beim Server an, wenn der CNAME matrix.domain1.com lautet?
    Und was sollte ich beachten, wenn ich für beide Domains (domain1.com und domain2.com) ein Letsencrypt Zertifikat erstellen will?

    Ist das mit zwei Domains überhaupt realisierbar, oder sollte ich lieber der Einfachheit halber komplett mit Subdomains arbeiten?

    Gruß,
    Stefan

    • Jan sagt:

      Hi Stefan,

      was du hier beschreibst, ist alles richtig: CNAME-Eintrag von domain2.de auf domain1.de einrichten. DynDNS wird dann mit domain1.de durchgeführt. Nun kommen alle Requests für domain1.de und domain2.de bei deinem Webserver an.
      Die vHosts würde ich dann etwas anders aufteilen: Einen HTTP-Host, der alle Anfragen per HTTP entgegennimmt (also server_name domain1.de domain2.de). Hier findet dann auch der Redirect auf den Let’s Encrypt vHost statt.
      Für HTTPS würde ich dann zwei komplett getrennte vHosts anlegen. Also einmal server_name domain1.de und einmal server_name domain2.de. Auf Grund des Server-Names weiß nginx, welcher vHost der richtige für einen konkreten Request ist.
      Bei der Zertifikat-Generierung gibst du dann einfach eine zusätzliche Domain an:
      certbot certonly --webroot -w /var/www/letsencrypt -d domain1.de - domain2.de --rsa-key-size 4096
      Nicht wundern: Anscheinend wird hier nur ein Zertifikat erzeugt (unter /etc/letsencrypt/live/domain1.de). Aber keine Sorge, das Zertifikat für domain2.de ist in diesem einen „Datei-Set“ enthalten.

      Was ich dann nur noch machen würde: Damit du die ganzen Anweisungen für SSL nicht in beiden HTTPS-vHost doppelt hast, kannst du auch sämtliche SSL-Anweisungen in eine weitere conf-Datei auslagern (z.B. etc/nginx/ssl.conf). Diese bindest du dann in beide HTTPS-vHosts ein (include /etc/nginx/ssl.conf).

      Ach ja: für Nextcloud nimmst du dann am besten den vHost aus dem NC Admin Manual (Nextcloud in the webroot of nginx). Hier gibt es einen kleinen, aber feinen Unterschied im PHP-Handler. Hier musst du dann nur noch die Anweisungen (fastcgi_param PHP_VALUE ...) aus meinem Tutorial mit einbauen.

      So sollte das ganze Konstrukt mit getrennten Domains funktionieren und du sparst dir den „Umweg“ über Unterverzeichnisse.

      Gruß,
      Jan

  • Guido sagt:

    Hallo Jan

    Danke für das sehr gut beschriebene Tutorial.
    Hat alles wunderbar geklappt.

    Ich hab dann noch versucht dein Tutorial „Nextcloud: Online-Office mit Collabora
    27. September 2017“ für die Integration des Collabora zu integrieren. Leider hat das nicht so richtig klappen wollen.
    Was muss ich da genau abändern, damit das mit dieser virtual host lösung klappt?

    Gruss
    Guido

    • Jan sagt:

      Hallo Guido,

      bei Collabora habe ich festgestellt, dass es sehr wichtig ist, dass alle Schritte genau so wie in dem entsprechenden Tutorial beschrieben durchgeführt werden.
      Ansonsten wäre es noch wichtig zu wissen, was genau denn nicht geklappt hat. Fehlermeldungen oder Logs wären hier durchaus interesssant.

      PS: Was mir noch eingefallen ist: Für Docker gibt es aktuell kein Installationspaket für 18.04. D.h. die Schritte, die hier beschrieben sind, werden auf Ubuntu 18.04 (noch) nicht funktionieren. Hier muss man wohl noch ein paar Tage abwarten.

      Gruß,
      Jan

  • Christian sagt:

    Hallo Jan,

    nicht zum Veröffentlichen,
    aber du wolltest wissen welche MariaDB durch das normale apt-get install gezogen wurde:

    Server version: 10.1.29-MariaDB-6 Ubuntu 18.04

    vielleicht kannste die Info noch in die MariaDB Antwort einfügen, die ich gerade geschickt habe. Sorry, hatte das vergessen

  • Stefan sagt:

    Hallo Jan,

    erst einmal ein großes Danke für die super Anleitung.
    Damit konnte ich ohne Probleme meinen Server mit Nextcloud erstellen und dieser funktioniert auch tadellos!

    Ich hänge jetzt gerade an einem anderem Problem und hoffe, dass du mir da vielleicht weiterhelfen kannst:
    Ich habe Ubuntu Server auf einem SSD-Raid-Verbund installiert. Das /home-Verzeichnis liegt auf einenem anderen Raid-Verbund aus zwei größeren HDD-Festplatten.

    Ich möchte nun den Speicherplatz, bzw. die Verzeichnisse der neuen Benutzer von Nextcloud in das /home-Verzeichnis verlegen/erstellen. Über die External-Storage-App bekomme ich dies leider nicht hin. Hier wird der Ordner überhaupt nicht geladen (direkte Fehlermeldung in Nextcloud). Auch mit Softlinks sind mir die Schreibrechte verwehrt, obwohl alle Rechte der Ordner bei dem User ‚www-data‘ liegen. Meine eigentliche Idee, bei der Installation den Ordner ’nextcloud_data‘ direkt auf die HDD, bzw. nach /home zu legen, hat leider auch nicht funktioniert (die Host Dateien hatte ich hier dementsprechend angepasst).

    Hast du vielleicht eine Idee wie ich das bewerkstelligen könnte? Oder hab ich da irgendwo einfach einen Denkfehler drin?

    Danke schon mal

    Grüße Stefan

    • Frank sagt:

      Hallo Stefan
      Hast Du die RAID-HDD als RAID-Verbund bei der Installation von Ubuntu enstprechend als /home eingebunden?
      Wenn nein, dann kann dies der Knackpunkt sein.
      Gruss,
      Frank

      • Stefan sagt:

        Hallo Frank,

        ja habe die Raid-HDD bei der Installation eingebunden.
        Daran sollte es also nicht liegen.

        Grüße

        Stefan

        • Jan sagt:

          Hi Stefan,

          hast du irgendwelche Logs oder eine Fehlermerldung für uns?

          Gruß,
          Jan

          • Stefan sagt:

            Hallo Jan,

            s.u.

            Im Log von Nextcloud taucht folgende Fehlermeldung auf:

            Error PHP Redis::connect(): connect() failed: Permission denied at /var/www/nextcloud/lib/private/RedisFactory.php#84

            Vielen Dank für deine/eure Hilfe!

            Gruß,

            Stefan

          • Jan sagt:

            Hi Stefan,

            Redis hast du nach dieser Anleitung hier installiert?
            Was man hier häufig übersieht: In der Datei /etc/redis/redis.conf muss folgendes stehen: unixsocketperm 770 (Standard ist hier 700). Danach Redis nochmal neu starten.
            Wenn alles Stricke reißen, dann einfach mal die Redis-Anbindung in der config.php von Nextcloud entfernen. Wenn es danach funktioniert, dann liegt es irgendwie an Redis.

            Gruß,
            Jan

          • Stefan sagt:

            Hallo Jan,

            ja die Redis-Installation hatte ich genau nach Anleitung gemacht.

            Habe den Redis-Part mal aus der Nextcloud-Config geschmissen… jetzt funktioniert alles Bestens.

            Werde bei Gelegenheit mir das mal genauer anschauen.

            Danke auf jeden Fall!

            Schönen Sonntag.

            Grüße

            Stefan

    • Jan sagt:

      Hi Stefan,

      was kommt denn beim Einbinden über externen Speicher für eine Fehlermneldung (evtl. auch Logs)?
      Ist etwas schwierig zu beurteilen, ob es nun am RAID liegt, oder eher eine Konfig-Geschichte ist.

      Gruß,
      Jan

      • Stefan sagt:

        Hallo Jan,

        habe am Anfang gedacht es liegt eher am RAID und der Einbindung unter /home. Habe ein weiteres Raid nun direkt bei /var/nextcloud_data eingebunden, damit hier alles extra auf einer Platte ist.
        Leider kann ich hier zwar Benutzer anlegen und konnte auch zeitweise Nextcloud ganz normal nutzen, bzw. Verzeichnisse anlegen etc..

        Leider jetzt nicht mehr. Ich bekomme beim Erstellen eines Ordners die Fehlermeldung:
        ‚Der Ordner konnte nicht erstellt werden „Test“‚

        Im Log von Nextcloud tauch folgende Fehlermeldung auf (jede sek):

        Error PHP Redis::connect(): connect() failed: Permission denied at /var/www/nextcloud/lib/private/RedisFactory.php#84

        Rechte hab ich gerade alle noch mal mit ‚ls -al‘ überprüft. Die passen soweit.

        Hast du oder jemand anderes vielleicht eine Idee, was es mit der ‚RedisFactory.php‘ auf sich hat?

        Danke und einen schönen Sonntag.

        Grüße

        Stefan

  • Tino Soldan sagt:

    Hi Jan,

    ich habe noch die Version 10.2 der MariaDB auf meinem Server und habe gesehen, dass für meine Debian-9-Installation ebenfalls die Version 10.3 von MariaDB verfügbar wäre. Kann ich die einfach installieren und wird dabei automatisch ein Update durchgeführt? Oder muss ich Version 10.2 erst deinstallieren?
    Wenn es nur ein Update wird, muss ich dann trotzdem den Secure-Installation-Befehl erneut ausführen?

    • Jan sagt:

      Hi Tino,

      da habe ich leider noch keine Erfahrungen, wie es mit einem Update aussieht. Auf jeden Fall würde ich vorher mal ein Backup anfertigen (zumindest von Nextcloud, siehe hier).
      Ansonsten würde ich erst einmal die Paketquellen für MariaDB 10.2 aus der sources.list entfernen und jene für MariaDB 10.3 hinzufügen.

      Gruß,
      Jan

      • Michael sagt:

        Hallo Jan, hallo Tino,

        ich habe das Update eben gemacht. Einfach in die sources.list die Quellen für MariaDB 10.3 eintragen und update machen. Läuft prima durch.

        Zu Redis: Auf Debian gibt es redis-server.sock nicht, dort steht nach wie vor redis.sock.

        Herzliche Grüße
        Michael

        • Jan sagt:

          Hi Michael,

          ja, der Name des Sockets muss in der Nextcloud-Config idenitsch zur Konfiguration unter /etc/redis/redis.conf sein. Klappt nun bei dir alles mit aktiviertem Redis?

          Gruß,
          Jan

          • Michael sagt:

            Hallo Jan,

            vielen herzlichen Dank für Deine Antwort.

            Ich gehe jetzt einfach einmal davon aus, dass mit Redis alles klappt. Gibt es da eine Möglichkeit, das zu testen?

            Herzliche Grüße
            Michael

          • Jan sagt:

            Hi Michael,

            wenn etwas mit Redis nicht stimmt, dann solltest du das in den Nextcloud-Logs sehen können („redis went away…“).

            Gruß,
            Jan

  • Dirk sagt:

    Hallo Jan,
    mittlerweile komme ich ohne Probleme bis zum Setup von nextcloud. Nun soll ich zum Setup dieses ja über https://meinedomain.de/nextcloud aufrufen. Leider bekomme ich eine Fehlermeldung der Fritzbox das die angegebene URL nicht gefunden wurde. Danach erfolgt die Weiterleitung zur Anmeldeseite der FB.

    Wie kann ich am besten herausfiinden, wo der Fehler ist?

    Danke im übrigen für Deine unermüdliche Unterstützung aller Mitleser!!
    Liebe Grüße

    • Jan sagt:

      Hi Dirk,

      schau mal in Der FritzBox, ob sich hier etwas anderes Port 80 und/oder 443 „krallt“.
      Das Problem hatte schon mal ein anderer Leser meines Blogs und hier war es genau das Problem: Irgendwas in der FB ist so konfiguriert, dass Requests auf 80/443 zwar bei deiner FB ankommen, aber falsch weitergeleitet werden. Das erklärt dann auch die Fehlermeldung, die von deiner FB ausgegeben wird.

      Gruß,
      Jan

    • Edy sagt:

      Ich hatte auch ein solches Problem mit meiner Fritzbox 7360.
      Dann habe ich festgestellt, dass es an dem DSL-Reconnect liegt, bei dem die IP-Adresse erneuert wird.
      Manchmal kommt es dabei vor, dass die Fritzbox-Weiterleitung (Port 80/443) nicht mehr funktioniert. Das sah man auch in der Log-Datei der Fritzbox. AVM hat das bestätigt und ein Update versprochen aber die Hoffnung habe ich schon aufgegeben da die 7360 schon das EOS erreicht hat (https://avm.de/service/eos-liste/fritzbox/).

      • Dirk sagt:

        Also es lag tatsächlich an dem 443 Port den die FB von Haus aus für sich reserviert. Den unter FritzBox-Dienst abändern auf einen x-beliebigen und schon läuft der gewünschte 443 für NC.

  • Marcus sagt:

    Hallo,

    Danke für die Super Anleitung. Habe so gut wie alles auf meinem Raspberry zum laufen bekommen. Ein kleines Problem habe ich noch, wo ich nicht ganz weiter komme (alle anderen Anleitungen im Netz sagen das gleiche wie hier):

    Meine Fail2ban-Regeln matchen nicht mit der config, in der config von Nextcloud fehlen irgendwie auch die IP-Adressen, was schon das Problem sein könnte. Gibt es eine Idee, warum diese fehlen könnten (neue Einstellung in Nextcloud wegen DSGVO oder so?)

    Meine Logeinträge bei fehlerhaften Versuchen sehen wie folgt aus (privates mit *** entfernt):

    {„reqId“:“01SOrFtrIa6kb0O9EvIs“,“level“:2,“time“:“2018-06-18T23:21:08+02:00″,“remoteAddr“:““,“user“:“–„,“app“:“core“,“method“:“POST“,“url“:“\/login?user=***“,“message“:“Login failed: ‚***‘ (Remote IP: “)“,“userAgent“:“Mozilla\/5.0 (Windows NT 10.0; Win64; x64) AppleWebKit\/537.36 (KHTML, like Gecko) Chrome\/67.0.3396.87 Safari\/537.36″,“version“:“13.0.4.0″}

    • Jan sagt:

      Hi Marcus,

      als wenn keine IPs in den Nextcloud-Logs vorhanden sind, dann kann fail2ban ja auch nichts bannen. Das wird hier schon der Knackpunkt sein.
      Allerdings ist mir das noch nicht untergekommen, dass hier gar keine IPs geloggt werden. Klingt irgendwie nach DSGVO, aber ich wüsste nicht, dass es bei Nextcloud hier eine Option gäbe, um IPs zu anonymisieren oder herauszufiltern.
      Hast du noch irgend etwas anderes auf dem Raspi installiert, was hier dazwischen funken könnte? Wie schaut es mit fehlgeschlagenen Login-Versuchen per SSH aus, werden hier IPs geloggt (müssten unter /var/log/auth.log zu finden sein)?

      Gruß,
      Jan

      • Marcus sagt:

        Danke für die schnelle Antwort.
        Ja, in der auth.log loggt er IPs, auch in der access.log der nginx stehen IPs, nur eben in der nextcloud-conf nicht

        Installiert habe ich nichts weiter außer noch nen postgresql-Server (bin erst nach ner anderen Anleitung gegangen aber mit postgresql funktionierte die Nextcloud-Einrichtung nicht), auch in der nginx-config könnte die eine oder andere Option etwas anders sein (habe zB keinen vHost gemacht, da der Rasp eh nur nextcloud machen soll) aber ich denke wenn dort was die IP beeinflussen würde, würde ja auch nginx diese nicht loggen

        Ich kann mich ja sonst mal an die Nextcloud-Community wenden, ob dort jemand eine Idee hat :-)

        VG
        Marcus

        • Jan sagt:

          Hi Marcus,

          die NC-Community wäre hier sicherlich hilfreich.
          Ansonsten kannst du mit auch mal deine vHosts von nginx per Mail schicken, dann schaue ich da mal kurz drüber. Aber ich denke eher nicht, dass es an nginx liegt, da ja anscheinend nur der Log von NC betroffen ist.

          Gruß,
          Jan

  • Dirk sagt:

    Hallo Jan,
    nun habe ich es dank dieser tollen Anleitung und Deiner Hilfe geschafft, NC auf meinem Raspi zu installieren!
    Ich würde gerne eine externe USB HDD zum Speicher aller Daten machen. Also die eigentliche Anwendung auf dem Raspi und die Daten auf der Festplatte. Könntest Du mir bitte zeigen, welche Schritte ich ausführen muß, damit ich diesen Wunsch erfolgreich zum Ende bringe? Vielleicht wäre so was ja auch interessant für Deine Anleitung, es gibt bestimmt Bedarf.
    Liebe Grüße
    Dirk

  • Dirk sagt:

    Hallo Jan,
    ich hätte noch folgende Frage: wenn ich den die Festplatte mal eingerichtet habe, kann ich ja in NC den Speicherort zuweisen usw. Das hast Du ja in einem Deiner tollen Artikel beschrieben. Brauche ich, um diese Funktion nutzen zu können, einen extra FTP „Server“ wie ProFTPD?
    Bräuchte ich den nicht sowieso, wenn ich bei anderen Anwendungen etwas hochladen möchte? Wenn ja, kann ich den einfach so installieren oder müssen wegen des ReverseProxys und den Absicherungsmaßnahmen spezielle Dinge beachtet/vorgenommen werden?
    Gruß,
    Dirk

    • Jan sagt:

      Hi Dirk,

      hier werde ich keine all zu große Hilfe sein können. Alle meine Systeme sind virtualisiert und greifen auf Laufwerke im Netzwerk (Samba) zu.
      Die einfachste Vorgehensweise wäre hier vermutlich: Zunächst mountest du die externe Festplatte (ausführliche Beschreibung hier). Anschließend nutzt du diese HDD als lokalen externen Speicher in Nextcloud (siehe hier).
      Nicht vergessen, den Pfad zur externen Platte bei open_basedir mit aufzunehmen, sonst wird der Zugriff über Nextcloud scheitern.
      Warum nun die Platte als ext. Speicher einbinden und nicht direkt das NC-Datenverzeichnis auf die ext. HDD legen? Das ist leider nicht so einfach, da NC das Verschieben des Datenverzeichnisses (offiziell) nicht unterstützt. Beim initialen NC-Setup hätte man nur die ext. HDD als Datenpfad angeben können, wenn diese bereits gemountet gewesen wäre.

      Zum Thema FTP-Server: Für den Zugriff auf die ext. HDD brauchst du keinen FTP-Server. Einen solchen wirst du denke ich auch nicht brauchen, es sei denn, dass der FTP-Server dann auch im Internet erreichbar sein sollte. Aber wofür? Einen Datei-Austausch bekommst du auch über Nextcloud hin – und das mit sehr viel weniger Aufwand.
      Wenn es dir nur um die Datenübertragung im LAN geht, dann nutze doch einfach SFTP (FTP über SSH). Das funktioniert out-of-the-box über Port 22 (genau so wie SSH/PuTTY), z.B. mit FileZilla.

      Gruß,
      Jan

      • Dirk sagt:

        Hi Jan,
        na dann mach ich mich mal ans Werk. Dann hatte ich mir wohl zu viele Gedanken bezüglich der Sicherheit gemacht. Kann ich wegen des Datenverzeichnisses von NC nicht nach Deiner Anleitung hier „Externer Speicher als Haupt-Speicher“ verfahren? Ist das nicht das gleiche? Oder können andere Anwendungen dann nicht mehr zugreifen?

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