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Nextcloud auf Ubuntu Server 18.04 LTS mit nginx, MariaDB, PHP, Let’s Encrypt, Redis und Fail2ban

Nextcloud LogoDieser Artikel beschreibt die Installation und Konfiguration von Nextcloud auf Ubuntu Server 18.04 LTS („Bionic Beaver“) mit nginx, MariaDB, PHP und Let’s Encrypt. Zur Verbesserung der Sicherheit und Performance wird ebenfalls die Einrichtung von Redis, Fail2ban und ufw behandelt.

Wer regelmäßig diesen Blog liest, wird der dies bestimmt bekannt vorkommen: Zu diesem Thema gab es bereits einige Artikel. Die letzte Anleitung (Nextcloud auf Ubuntu Server mit nginx, MariaDB, PHP, Let’s Encrypt, Redis und Fail2ban) war sehr ähnlich aufgebaut, jedoch kam seinerzeit Ubuntu Server 16.04 LTS zum Einsatz. Nach nun gut zwei Jahren ist im April 2018 eine neue LTS-Version von Ubuntu erschienen. Da sich hier bei der Installation und Konfiguration einiges geändert hat, ist es an der Zeit, dem Thema der selbstgehosteten Nextcloud einen neuen Artikel zu gönnen.

Update-Historie (letztes Update: 12.12.2018)
  • 12.12.2018:
    • Anpassungen für Nextcloud 15: Well-Known-URLs und angepasste Links.
  • 11.11.2018:
    • Informationen zu den Default-Werten in der Datei jail.local hinzugefügt.
  • 13.10.2018:
    • „Well-Known-URLs“ für DAV im Gateway-Host hinzugefügt, da es ansonsten ab Nextcloud 14.0.2 zu einer Warnung im Admin-Bereich kommt.
  • 04.10.2018:
    • Konfiguration der Paketquellen unter Ubuntu Server 18.04.1: Vor der Installation der Programme werden die Ubuntu-Repositories Universe, Multiverse und Restricted hinzugefügt.
  • 19.09.2018:
    • Fehler bei „Trusted Domains“ in der config.php von Nextcloud.
  • 07.09.2018:
    • Ergänzungen für Nextcloud 14.
      • Hinweis für Meldung „Die Verwendung des eingebauten PHP-Mailers wird nicht länger unterstützt“ hinzugefügt.
      • Links zum Nextcloud Administration Manual aktualisiert.
    • Im Gateway-Host wird die Referrer-Policy nun auf „no-referrer“ gesetzt.
    • Update der verwendeten Programm-Versionen.
  • 31.05.2018:
    • SSL-Konfiguration im Gateway-Host geändert: unter ssl_trusted_certificate wird nun die Datei chain.pem angegeben.
  • 02.06.2018:
    • Anleitung zum Aktivieren von 4-Byte-Support der Nextcloud-Datenbank hinzugefügt.
  • 07.06.2018:
    • Anleitung für nginx 1.15 überarbeitet (Achtung: veränderte Verzeichnisstruktur).
  • 08.06.2018:
    • Gateway-Host: Anpassung von ssl_ciphers und ssl_ecdh_curve.
    • Der SSL-Test sollte nun A+ (100%) ergeben.
  • 10.06.2018:
    • Warnung für die Aktivierung vom 4-Byte-Support hinzugefügt, da dies auf manchen Systemen zu Problemen führen kann.
  • 13.06.2018:
    • Hinweis für Internet-Anschlüsse mittels DS-Lite hinzugefügt. Um die Schritte dieses Tutorials durchzuführen, wird ein „echter“ IPv4-Anschlus benötigt.
    • Hinweis auf Zertifikat-Erneuerung durch Certbot überarbeitet, da bei der Installation automatisch ein Cronjob eingerichtet wird.

 

Inhalt

Motivation, Voraussetzungen und Konzept des Artikels

Wer meine Artikel regelmäßig liest, wird sicher wissen, dass ich großen Wert darauf lege, Wissen zu vermitteln. Das ist zunächst auch das Ziel dieses Tutorials. Da die Schritte zur Installation der eigenen Cloud im Prinzip einfach von oben nach unten abgearbeitet werden könnten, würde hier auch eine einfache Liste mit Anweisungen/Kommandozeilen-Befehlen reichen. Dennoch ist es meiner Meinung nach wichtig zu wissen, was man hier tut, anstatt einfach nur ein paar Befehle auf der Kommandozeile zu kopieren – besonders bei einer eigenen Cloud, in der u.U. auch sensible Daten gespeichert werden. Daher möchte ich mit dem Artikel Hintergrundwissen vermitteln, so dass der Leser nach Durcharbeiten des Tutorials die Zusammenhänge und Hintergründe versteht und somit auch eigene Lösungen bei evtl. auftretenden Problemen erarbeiten kann.

Ziele

Neben der Wissensvermittlung werden mit dem Artikel folgende konkrete Ziele verfolgt:

  • Installation der eigenen Nextcloud auf Ubuntu Server 18.04 LTS mit nginx, MariaDB und PHP.
  • Erhöhte Sicherheit der Cloud (PHP-Konfiguration, SSL, Nextcloud-Konfiguration laut Nextcloud Administation Manual).
  • Verschlüsselte Verbindung zur eigenen Cloud mittels HTTPS. Dazu kommt ein Zertifikat von Let’s Encrypt zum Einsatz.
  • Nextcloud soll in einem Unterverzeichnis des Webservers laufen und über die URL https://meinedomain.de/nextcloud erreichbar sein. Dadurch wird es möglich, neben der Cloud auch weitere Webanwendungen auf dem gleichen Server zu betreiben, siehe Zweite Web-Anwendung neben ownCloud/Nextcloud einrichten (am Beispiel WordPress).
  • In der Admin-Oberfläche von Nextcloud sollen keine Warnungen angezeigt werden.
  • Das Datenverzeichnis von Nextcloud soll außerhalb des www-Verzeichnisses liegen.
  • Verbesserung der Performance durch Verwendung von Redis für das Transactional File Locking.
  • Absicherung gegen Brute-Force-Attacken mit Fail2ban.
  • Einrichtung der Firewall ufw.

Zeitaufwand und Programm-Versionen

Zeitaufwand: ca. 3 Stunden

Eingesetzte Programm-Versionen:

  • Ubuntu Server 18.04.1 LTS („Bionic Beaver“)
  • Nextcloud 15.0.0
  • nginx 1.15.3
  • MariaDB 10.3.9
  • PHP 7.2.7
  • Redis 4.0.9
  • Fail2ban 0.10.2

Voraussetzungen

Betriebssystem und Hardware

Als Betriebssystem kommt Ubuntu 18.04.1 LTS („Bionic Beaver“) zum Einsatz. Eine LTS-Version (Long Term Support) bietet sich für ein eigenes Cloud-Projekt an, da durch den verlängerten Support-Zeitraum (in diesem Fall fünf Jahre – bis April 2023) ein solches System über eine lange Zeit betrieben werden kann, ohne dass ein Distributions-Update zwingend erforderlich ist.

Prinzipiell kann aber auch jede andere Linux-Distribution (z.B. Debian) eingesetzt werden, die Schritte sollten überall nahezu identisch sein.

Die Hardware ist auch nicht entscheidend, erforderlich ist hierbei nur ein PC, auf dem Linux läuft. So ist es auch denkbar, das Tutorial auf einem Kleinstrechner wie dem  Raspberry Pi (Affiliate-Link) umzusetzen, da dieser weder viel Strom noch Platz braucht. Wenn etwas mehr Leistung benötigt wird, dann bietet sich auch ein Intel NUC (Affiliate Link) an.

Besonders interessant finde ich den Einsatz einer virtuellen Maschine (VM) für das Hosten der eigenen Cloud. Der Vorteil ist hierbei, dass bei virtuellen Systemen Snapshots angelegt werden können, die den Zustand der VM zu einem gewissen Zeitpunkt speichern. Im Notfall kann man dann die komplette virtuelle Maschine auf einen bestimmten Snapshot zurücksetzen. Darüber hinaus können virtuelle Systeme auch leicht in ein bestehendes Backup-Konzept mit eingebunden werden. Wie Ubuntu Server 18.04 als virtuelle Maschine unter Hyper-V eingerichtet und konfiguriert werden kann, zeigt der Artikel Ubuntu Server 18.04 LTS als Hyper-V Gastsystem installieren und optimal einrichten.

Zugriff per SSH

Nach der Installation wird man einen Server normalerweise „headless“ laufen lassen, d.h. ohne angeschlossenen Monitor, Maus oder weitere Peripheriegeräte. Der Zugriff findet dann in der Regel über SSH statt (z.B. mit dem Programm PuTTY). Mehr Infos zum Zugriff mittels SSH sind ebenfalls im Artikel Ubuntu Server 18.04 LTS als Hyper-V Gastsystem installieren und optimal einrichten zu finden.

DynDNS

Wenn die eigene Cloud nach der Installation auch aus dem Internet erreichbar sein soll, dann ist die Verwendung eines DynDNS-Dienstes ebenfalls eine Voraussetzung. DynDNS sorgt dabei dafür, dass die (öffentliche) IP des Servers immer auf eine DynDNS-Domain gemappt wird. Dies hat zum einen den Vorteil, dass man sich die (öffentliche) IP des Servers (genauer gesagt: des Routers) nicht merken muss. Sinnvoll wäre dies sowieso nicht, da sich nach der bei den meisten Providern üblichen Zwangstrennung nach 24 Stunden die IP-Adresse meistens ändert.
Zum anderen wird eine Domain für die Erzeugung des SSL-Zertifikats benötigt, da Let’s Encrypt keine Zertifikate für IP-Adressen ausstellen kann.

Welcher DynDNS-Dienst zum Einsatz kommst, spielt eigentlich keine Rolle. Ein solcher Dienst ist oftmals bei einem Hosting-Paket eines Webhosters bereits enthalten, so z.B. bei All-Inkl.com (Affiliate Link) im Paket „Privat Plus“.
Als kostenlosen Dienst mit gutem Support kann ich GoIP empfehlen.

Im Rahmen des Artikels verwende ich beispielhaft die Domain meinedomain.de. Diese Domain muss dann natürlich bei euch entsprechend angepasst werden.

Internet-Anschluss

Eine weitere Voraussetzung liegt beim Internet-Anschluss. In der heutigen Zeit nutzen viele Internet-Provider durch die Knappheit von IPv4-Adressen einen Mechanismus, der  Dual-Stack Lite (DS-Lite) genannt wird. Ohne nun genau auf die technischen Details einzugehen, werden im Netzwerk des Benutzers/Kunden IPv4-Adressen verwendet, nach außen (also Richtung Internet) handelt es sich jedoch um einen IPv6-Anschluss.

DS-Lite führt beim Kunden meist zu Problemen, da für portbasierte Protokolle (TCP, UDP), auf die wir im Rahmen des Tutorials angewiesen sind, keine Portfreigaben mehr eingerichtet werden können, da die Pakete an die öffentliche IP-Adresse des Kunden bereits beim Provider ausgefiltert werden.

Daher wird zum Hosten einer eigenen Cloud zwingend ein „echter“ IPv4-Anschluss benötigt. Mit einem DS-Lite-Anschluss ist es nicht möglich, mit der hier gezeigten Vorgehensweise eine eigene Cloud aufzusetzen.

Wer einen DS-Lite-Anschluss hat, kann evtl. eine Zusatz-Option für einen echten IPv4-Anschluss beim Provider dazu buchen. Falls der Provider eine solche Option nicht direkt anbietet, kann es oftmals auch helfen, beim Provider anzurufen und nach einer solchen Option zu fragen, die dann evtl. manuell gebucht werden kann.

Root-Rechte auf dem Server

Für die Installation und oftmals auch die Konfiguration von Programmen sind unter Linux meistens Root-Rechte erforderlich. Damit nicht vor jeden Befehl ein sudo mit angeführt werden muss, ist es empfehlenswert, sich am Anfang der Installation/Konfiguration einmalig Root-Rechter mit dem Befehl sudo -s zu verschaffen. Für die Dauer der Anmeldung arbeitet man dann mit Admin-Rechten auf dem System. Man sollte sich am Ende der Arbeiten allerdings wieder mit dem Befehl exit abmelden – ein dauerhaftes Arbeiten mit Root-Rechten ist nicht empfohlen.

Konzept

Dieser Artikel unterscheidet sich von vielen anderen Tutorials zum Thema Nextcloud. Der folgende Abschnitt beschreibt daher, was die Eckpfeiler dieses Artikels sind und welches Konzept sich dahinter verbirgt.

LEMP-Stack statt LAMP-Stack

Wenn es um das Webhosting geht, dann habt ihr sicher schon einmal von einen LAMP-Stack gehört. Darunter versteht man ganz einfach nur bestimmte Programme, die häufig zum Hosting von Websites verwendet werden: Linux (Betriebssystem), Apache (Webserver), MySQL (Datenbank) und PHP (Skriptsprache). Setzt man die Anfangsbuchstaben dieser Programme zusammen, versteht man, warum diese Konstellation als LAMP-Stack bezeichnet wird.

Ein sog. LEMP-Stack ist nun einfach eine Variante dieses Software-Pakets: Als Grundlage kommt hier auch Linux als Betriebssystem zum Einsatz, allerdings wird nginx als Webserver verwendet. Im Rahmen dieses Artikels habe ich mich auch gegen MySQL und für MariaDB entschieden. PHP kommt aber auch hier zum Einsatz, allein aus dem Grund, dass Nextcloud eine PHP-Anwendung ist. Die Bezeichnung LEMP-Stack ergibt sich wieder aus dem Anfangsbuchstaben der Programme (das „E“ kommt von der Aussprache von nginx: „Engine-X“).

Warum nutze ich hier also „abweichend vom Standard“ eine andere Software-Konfiguration? nginx als Webserver und MariaDB als Datenbanksystem bieten hier einige Vorteile:

  • nginx arbeitet im Allgemeinen ressourcenschonende als Apache. Hintergrund ist die Art und Weise, wie hier Web-Requests abgearbeitet werden: Apache erstellt pro Verbindung mit einem Client neue Threads bzw. Prozesse. Die Erzeugung derselben ist allerdings teuer, da vergleichsweise viel Rechenleistung benötigt wird.
    nginx geht hier etwas anders vor: Der alternative Webserver arbeitet mit einem sog. Thread-Pool, d.h. hier werden bei Start des Programms verschiedene Threads „im Voraus“ erzeugt, die dann Requests der Clients abarbeiten. Wenn die Arbeit eines Threads beendet ist, kann dieser Thread für den nächsten Request wiederverwendet werden. Dies ist besonders auf leistungsschwacher Hardware (wie z.B. einem Raspberry Pi) von Vorteil, da nginx weniger speicherintensiv zu Werke geht.
  • MariaDB ging aus einem Fork von MySQL hervor und ist zu diesem binärkompatibel. Damit ist MariaDB ein sog. Drop-In-Replacement zu MySQL (quasi ein 1:1 Ersatz). Daher müssen bei den darauf aufbauenden Anwendungen keine Änderungen am Quellcode vorgenommen werden. Ebenfalls sind alle Tools und Programme, die für MySQL entwickelt wurde auch automatisch mit MariaDB kompatibel.
    Durch die Binärkompatibilität ergeben sich hier nicht wirklich große Unterschiede zu MySQL. Allerdings steht hinter MariaDB kein großes Unternehmen (wie Oracle bei MySQL), sondern es handelt sich dabei um „echte“ Open-Source-Software. So setzen mittlerweile viele Linux-Distributionen MariaDB als Standard-Datenbanksystem ein. Somit sieht es so aus, als ob MariaDB das zukunftssicherere System wäre, was nicht „unter der Fuchtel“ eines Großkonzerns steht. Aus diesem Grund habe ich im Rahmen des Artikels MariaDB als Datenbanksystem den Vorzug gegeben.

Virtuelle Hosts und Konfigurations-Dateien von nginx

Bevor es hier etwas konkreter wird, ist es sinnvoll, sich etwas mit den Konfigurationsdateien von nginx zu beschäftigen. Der Webserver verwendet – wie schon Apache – sog. virtuelle Hosts (vHosts). Ein virtueller Host ist dabei erst einmal eine reine Textdatei, die die Webserver-Konfiguration für genau eine Website beschreibt. Folgende Dateien/Verzeichnisse sind dabei wichtig:

  • /etc/nginx/nginx.conf: Das ist zunächst einmal die globale Konfiguration des Webservers. Hier werden alle globalen Einstellungen definiert, die für alle Websites gelten sollen.
  • /etc/nginx/conf.d: In diesem Verzeichnis sucht der nginx nach virtuellen Hosts. Ein solcher vHost muss in diesem Verzeichnis liegen und mit der Dateiendung *.conf gespeichert werden. Andere Dateien, die nicht mit .conf enden, werden beim Start des Webservers ignoriert.

Die Einstellungen werden dabei vererbt: Die globalen Einstellungen gelten dabei für alle vHosts, daher müssen diese nicht in jedem virtuellen Host neu definiert werden. Allerdings kann ein vHost auch jederzeit die globalen Einstellungen überschreiben. Diese gelten dann nur im Kontext dieses einzelnen virtuellen Hosts.

Hinweis bei abweichender Verzeichnisstruktur bei nginx

Je nach verwendeter nginx-Version (siehe weiter unten), kann es sein, dass die Verzeichnisstruktur etwas abweicht. Am besten überprüft man direkt nach der Installation, wo der default-vHost zu finden ist. Wenn dieser im oben genannten Verzeichnis gespeichert ist, dann können die Schritte des Tutorials einfach weiter befolgt werden.

Wenn der default-vHost allerdings nicht in /etc/nginx/conf.d zu finden ist, dann liegt dieser meist unter /etc/nginx/sites-enabled. In diesem Fall kommt eine alternative Verzeichnisstruktur bei nginx zum Einsatz. In diesem Fall läuft die Verwaltung der virtuellen Hosts etwas anders ab:

  • /etc/nginx/sites-available: In diesem Verzeichnis sind die virtuellen Hosts enthalten, die nginx beim Start nicht lädt. Wenn man einen neuen vHost anlegt, dann nutzt man meist normalerweise dieses Verzeichnis. Die Dateiendung ist dabei egal und man lässt diese für gewöhnlich weg.
  • /etc/nginx/sites-enabled: Hier sind die vHosts enthalten, die der Webserver beim Starten lädt.
  • Um einen virtuellen Host zu aktivieren, muss sich dieser also im Verzeichnis sites-enabled befinden. Um nun nicht mit zwei unterschiedliche Dateien unter sites-available und sites-enabled hantieren zu müssen, kann einfach eine symbolische Verknüpfung für einen vHost angelegt werden. Wenn beispielsweise ein (deaktivierter) vHost /etc/nginx/sitesavailable/meinedomain.de aktiviert werden soll, dann wird eine solche Verknüpung mit diesem Befehl angelegt:

Wenn diese alternative Verzeichnisstruktur bei nginx zum Einsatz kommt, dann ist im weiteren Verlauf des Artikels darauf zu achten, die Dateien der virtuellen Hosts an der richtigen Stelle zu platzieren.

Die Aufteilung in mehrere virtuelle Hosts

Was macht diesen Artikel nun besonders? In den meisten Tutorials zum Thema Nextcloud wird eben nur die eigene Cloud auf dem Server gehostet und ist dann direkt über die Root-Domain (also z.B. https://meinedomain.de) erreichbar. Das ist zunächst einmal kein Problem, wenn ausschließlich Nextcloud auf dem System gehostet werden soll. Aber was, wenn man sich die Möglichkeit offenhalten will, weitere Websites oder Webanwendungen auf dem gleichen Server zu hosten?

Hier gibt es prinzipiell mehrere Möglichkeiten, allerdings sollte man sich im Vorfeld Gedanken machen, wie dies mit virtuellen Hosts umgesetzt werden kann.

  • Ein einzelner virtueller Host:
    Dies ist vermutlich die naheliegendste Lösung. Hierbei werden alle Webanwendungen (bzw. die entsprechenden Webserver-Konfigurationen) in einem einzelnen virtuellen Host definiert. Das macht die Sache allerdings auf fehleranfällig, da ein kleiner Fehler in diesem virtuellen Host den ganzen Webserver und damit auch alle Websites lahmlegen kann. Ebenfalls kann eine Webanwendung nicht „mal eben schnell“ deaktiviert werden, da dazu sämtliche Anweisungen im virtuellen Host gelöscht oder auskommentiert werden müssten.

    Schematische Darstellung: Einzelner vHost für mehrere Webanwendungen

    Schematische Darstellung: Einzelner vHost für mehrere Webanwendungen

  • Ein virtueller Host pro Webanwendung:
    Ein besserer Ansatz zur Trennung der einzelnen Websites ist die Verwendung eines vHosts pro Website. Durch die strikte Trennung ist diese Lösung deutlich flexibler und weniger fehleranfällig.
    Allerdings gibt es hier evtl. ein Problem: Ein virtueller Host wird durch den Server-Namen (die Domain) und einen Port definiert. Um einen Client-Request genau einer Website zuordnen zu können, muss sich daher die Kombination Domain/Port für jede Website unterscheiden. Dieses Ziel kann man zum einen durch den Einsatz unterschiedlicher (Sub-)Domains erreichen. Im Rahmen des Artikels soll eine DynDNS-Domain verwendet werden und hier liegt evtl. das Problem: Viele Router bieten nur die Möglichkeit, eine einzelne DynDNS-Domain zu konfigurieren. Hier könnte man sich beim Einsatz mehrerer Domains mit einem sog. CNAME Resource Record behelfen, bei dem eine (Sub-)Domain einfach auf eine andere Domain (die DynDNS-Domain) gemappt wird.
    Die zweite Möglichkeit, eine Eindeutigkeit von Domain/Port zu erreichen ist natürlich die Verwendung der gleichen (Sub-)Domain bei unterschiedlichen Ports. Allerdings führt dies meistens zu Einschränkungen in der Benutzung der Webanwendungen. Wenn nämlich vom Standard (HTTP: 80, HTTPS: 443) abweichende Ports verwendet werden, müssen diese zum einen in der Firewall (Router) geöffnet werden, was Angreifern eine größere Angriffsfläche bietet. Zum anderen muss dann bei sämtlichen Client-Anwendungen die URL des entsprechenden Dienstes immer mit dem Port angegeben werden. Hier hat man dann meist einen erhöhten Aufwand bei der Einrichtung der Client-Anwendungen. Das macht diese Lösung (zumindest bei der Verwendung unterschiedlicher Ports) etwas unflexibel.

    Schematische Darstellung: Ein vHost pro Webanwendung (Eindeutigkeit durch unterschiedliche Ports)

    Schematische Darstellung: Ein vHost pro Webanwendung (Eindeutigkeit durch unterschiedliche Ports)

  • Gateway-Host + einzelne virtuelle Host pro Webanwendung:
    Die dritte Möglichkeit ist eine Mischung aus den beiden anderen Vorgehensweisen. Hierzu kommt ein sog. Gateway-Host zum Einsatz, der erst einmal alle Client-Request auf den Standard-Ports (80/443) entgegennimmt. Die einzelnen Websites laufen dabei nicht im Web-Root, sondern in Unterverzeichnissen. Der Gateway-Host nutzt nun die Reverse-Proxy-Fähigkeiten von nginx, um die Anfragen auf Grund des Ziels (Verzeichnis) an einen anderen vHost weiter zu leiten. Dazu gibt es dann pro Webanwendung wieder einen virtuellen Host. Diese verwenden immer den gleichen Server-Namen (die lokale IP), aber unterschiedliche Ports. Da die vHosts „hinter“ dem Gateway-Host nur Server-intern arbeiten und nur der Gateway-Host die direkte Schnittstelle zum Internet/den Clients ist, ist die Auswahl der Ports hier nebensächlich. Dadurch müssen hier auch keine weiteren Ports in der Firewall geöffnet werden, da sämtliche Webanwendungen scheinbar die Standard-Ports 80 und 443 verwenden. Welche Webanwendung letzten Endes angesprochen werden soll, wird nur durch das Unterverzeichnis des Web-Roots (und nicht durch die Kombination Domain/Port) festgelegt.

    Schematische Darstellung: Gateway-Host und einzelne vHosts pro Webanwendung

    Schematische Darstellung: Gateway-Host und einzelne vHosts pro Webanwendung

Jede dieser drei Möglichkeiten hat dabei ihre Vor- und Nachteile. Die dritte Vorgehensweise bietet jedoch zum einen Flexibilität und ist technisch auch einfach umzusetzen. Daher ist nun das Ziel und die Besonderheit dieses Artikels, dass Nextcloud in einem Unterverzeichnis des Webservers laufen soll, später also über die URL https://meinedomain.de/nextcloud aufgerufen werden soll.

Weitere Webanwendungen können dann ohne großen Aufwand neben der eigenen Cloud auf dem gleichen Webserver betrieben werden. In einem weiterführenden Artikel habe ich bereits beschrieben, wie neben der Nextcloud auch WordPress auf dem gleichen Server installiert werden kann: Zweite Web-Anwendung neben ownCloud/Nextcloud einrichten (am Beispiel WordPress).

Installation und Konfiguration aller benötigten Programme

Nach diesem eher theoretischen Teil des Artikels soll es nun in die Praxis gehen.

Als Basis für dieses Tutorial dient der Artikel Ubuntu Server 18.04 LTS als Hyper-V Gastsystem installieren und optimal einrichten, Voraussetzung ist also ein fertig installierter Ubuntu Server 18.04 LTS.

Ebenfalls sollte beriets eine statische IP-Adresse für den Server konfiguriert worden sein (die Vorgehensweise dazu ist auch im o.g. Artikel beschrieben). Ich gehe im weiteren Verlauf des Tutorials von der statischen IP 192.168.178.60 für den Server aus.

Betriebssystem-Updates

Zunächst wird das Betriebssystem auf den aktuellen Stand gebracht:

Paketquellen konfigurieren

Bevor es nun mit der eigentlichen Installation weiter geht, sollten zunächst die Paketquellen konfiguriert werden.

Die Pakete sind bei Ubuntu schon immer in mehrere Repositories unterteilt:

  • Main: Von Canonical gepflegte Open Source Software.
  • Universe: Von der Community gepflegte Open Source Software.
  • Resticted: Proprietäre Treiber für Geräte.
  • Multiverse: Software, die lizenzrechtlichen Einschränkungen unterliegt.

Hintergrundinformationen zu den einzelnen Paketquellen findet man in der Ubuntu-Dokumentation.

Nach einer Neuinstallation von Ubuntu Server 18.04.1 sind die Paketquellen so konfiguriert, dass nur noch das Main-Repository eingerichtet ist. Auf diese Weise soll sichergestellt werden, dass möglichst nur qualitativ hochwertige Software auf dem System installiert wird.

Dies führt jedoch zu dem Problem, dass einige Pakete, die im Rahmen des Tutorials installiert werden sollen, nicht gefunden werden können, da diese in anderen Repositories enthalten sind. So ist z.B. das Paket php7.2-fpm nicht im Main-Repository enthalten, sondern im Repository „Universe“.

Bei der ersten Version von Ubuntu Server 18.04 bestand dieses Problem noch nicht, da hier standardmäßig alle Ubuntu-Repositories vorkonfiguriert waren. Daher lautet die Empfehlung, die anderen Repositories vor der Installation der Programme noch dem System hinzuzufügen. Dies passiert mit folgenden Befehlen:

Anschließend sollte es zu keinen Fehlern kommen, dass ein zu installierendes Paket nicht gefunden werden kann.

Programm-Installation

Bevor Nextcloud selbst installiert werden kann, müssen zunächst einmal alle anderen Programme (Webserver, Datenbank und PHP) installiert werden.

Exkurs: Installation aus dem Ubuntu-Paketquellen vs. Installation aus den Hersteller-Paketquellen

Doch vorher noch kurz ein Hinweis zu den Installationen: Meistens sind die verwendeten Programme bereits in den offiziellen Ubuntu-Paketquellen enthalten. Daher spricht erst einmal nichts dagegen, die Programme auch aus diesen Paketquellen zu installieren. Jedoch handelt es sich meistens auf Grund der Stabilität um ältere Programmversionen, die ebenfalls keine größeren (Feature-)Updates mehr bekommen, sondern nur noch kleinere Updates für Fehlerbehebungen. Dadurch kommt ein System schnell mal „in die Jahre“ und man kann beispielsweise keine Funktionen nutzen, die erst in neueren Programmversionen geliefert werden.

Die Alternative dazu ist die Installation der entsprechenden Programme aus den (offiziellen) Repositories der jeweiligen Anbieter. Diese Programmversionen sind meist wesentlich aktueller und werden auch in regelmäßigen Abständen mit (Feature-)Updates versorgt. Meist unterscheiden die Hersteller dabei nochmals zwischen zwei (oder sogar mehr) Entwicklungs-Branches: Oftmals gibt es einen Stable-Branch, der möglichst stabil gehalten wird. Auch hier sind meist keine größeren Updates mehr zu erwarten und neue Features werden erst nach z.T. langer Zeit in diesen Branch mit aufgenommen. Daneben gibt es meist noch einen Mainline-Branch, der zwar auch stabil sein sollte, aber zeitnah mit Updates und neuen Features versorgt wird.

Die Entscheidung, welche Programm-Versionen bzw. Branches zum Einsatz kommen, liegt nun beim Anwender:

  • Wenn Stabilität die wichtigste Eigenschaft der Programme ist, dann sollten die offiziellen Ubuntu-Repositories verwendet werden.
  • Meistens möchte man ein System allerdings über einen längeren Zeitraum betreiben, z.B. bis zum Erscheinen einer neuen Ubuntu LTS-Version. Wenn man hier Wert auf Stabilität legt und trotzdem einigermaßen aktuelle Software einsetzen will, dann sollte man auf den Stable-Branch der Hersteller setzen.
  • Wer dagegen gern auf neue Features setzt und die Programme auf einem möglichst aktuellen Stand halten möchte, der sollte den Mainline-Brach der Software-Hersteller nutzen.

Meine Erfahrung hat gezeigt, dass die Mainline-Branches der Hersteller ausreichend stabil sind. Ebenfalls setze ich gern auf neue Features, die meistens Vorteile in Sachen Performance geben. Zu guter Letzt möchte ich verhindern, dass die Software mit der Zeit „herausaltert“. Daher nutze ich in diesem Tutorial meist die Mainline-Branches aus den offiziellen Paketquellen der Hersteller.

Wer sich hier für andere Programm-Versionen entscheidet, der muss dies beim Eirichten der entsprechenden Repositories im späteren Verlauf beachten und ggf. die Schritte geringfügig anpassen.

Hinweis für Raspberry Pi Benutzer: Oftmals verzichten die Software-Hersteller darauf, in ihren Paketquellen Programm-Versionen für die ARM-Architektur bereit zu stellen. In diesem Fall würde ein Hinzufügen der Hersteller-Repositories zu einem Fehler bei der Programm-Installation führen. In diesem Fall muss man auf die Paketquellen von Raspbian/Debian zurückgreifen und kann keine Hersteller-Repositories einbinden.

nginx

Das erste Programm, was installiert wird, ist der Webserver.

Paketquellen hinzufügen

Optional: Wer nicht die Paketquellen aus dem offiziellen Ubuntu-Repository nutzen möchte, muss zunächst die gewünschten Paketquellen zum System hinzufügen. Ich habe mich hier für die Mainline-Version von nginx entschieden, da diese noch mit (Feature-)Updates versorgt wird und trotzdem für meine Zwecke ausreichend stabil ist (siehe nginx Blogbeitrag). Für andere Ubuntu-Versionen oder gar andere Distributionen sind die Paketquellen ggf. anders anzugeben, siehe nginx: Linux packages.

Zunächst wird der Key der nginx-Repositories auf dem System bekannt gemacht. Dieser Schritt ist notwendig, damit es bei der späteren Installation zu keinen Warnungen kommt:

Anschließend werden die Paketquellen selbst hinzugefügt. Die originale Datei für die Paketquellen (/etc/apt/sources.list) wird dabei nicht modifiziert, sondern es wird eine eigene Datei für nginx angelegt:

Hier fügen wir folgenden Inhalt ein:

Installation nginx

Nach der Aktualisierung der Paketquellen kann der Webserver installiert werden:

Ob der Webserver korrekt läuft, kann man nach einem Neustart des Rechners durch den Aufruf der IP des Severs im Browser testen:

Der Webserver läuft

Der Webserver läuft

MariaDB

Also nächstes wird das Datenbank-System installiert.

Paketquellen hinzufügen

Bei MariaDB gibt es keine Unterscheidung zwischen Stable/Mainline, sondern nur Stable/Development. Allerdings gibt es mehrere Stable-Versionen, die parallel gepflegt werden. In den Ubuntu-Paketquellen ist ein „alter“ Stable-Release von MariaDB enthalten (10.1). Hier habe ich mich für den aktuellen Stable-Release (10.3) entschieden, da diese über einen längeren Zeitraum unterstützt wird (bis Mai 2023). Mehr Informationen zu den Releases von MariaDB gibt es in der MariaDB-Knowledgebase.

Zum einfachen Hinzufügen der MariaDB-Repositories gibt es ein praktisches MariaDB-Repository-Tool.

Wie schon bei nginx muss hier zunächst der Repository-Key bekannt gemacht werden, um später keine Warnungen zu erhalten:

Die Paketquellen werden wieder in eine eigene Datei hinzugefügt:

Installation MariaDB

Nun kann das Datenbanksystem installiert werden:

Im Rahmen der Installation wird gleich nach einem Root-Passwort für MariaDB gefragt. Hier sollte man gleich ein ausreichend starkes Passwort wählen.

MariaDB: Angabe des Root-Passworts während des Setups

MariaDB: Angabe des Root-Passworts während des Setups

Wenn keine Abfrage nach dem Root-Passwort erscheint (z.B., wenn man keine Paketquellen für MariaDB hinzugefügt hat und die Version aus den Ubuntu Paketquellen installiert), dann wird das Passwort einfach später bei der Einrichtung von MariaDB vergeben.

PHP

In den Paketquellen von Ubuntu ist PHP 7.2 bereits enthalten. Hier gehe ich eher konservativ an die Sache heran, da in der Vergangenheit öfters mal Breaking Changes in neueren PHP-Versionen enthalten waren. Daher nehme ich hier die Version aus den Ubuntu-Repositories:

Werden später weitere PHP-Pakete benötigt (z.B. zum Einbinden von SMB-Speicher unter Nextcloud), so können diese auch zu einem späteren Zeitpunkt installiert werden. Die hier aufgeführten Pakete sind quasi nur die „Minimal-Ausstattung“.

Let’s Encrypt/Certbot

Zum Erzeugen des SSL-Zertifikats wird nun noch Let’s Encrypt benötigt. Hier gibt es mittlerweile einige Client-Implementierungen. Certbot ist ein solcher Let’s Encrypt-Client, der praktischerweise schon in den Ubuntu-Paketquellen enthalten ist. Daher reichen zur Installation folgende Befehle:

Konfiguration Programme/Server

Die soeben installierten Programme sollten für einen optionalen Betrieb von Nextcloud noch angepasst/optimiert werden.

Konfiguration nginx

Zunächst wird die globale Konfiguration von nginx angepasst:

In den meisten Fällen ist hier die Standard-Konfiguration schon recht gut geeignet, dennoch sollten einige Punkte überprüft/angepasst werden:

  • user: Gibt den Benutzer an, unter dem der Webserver läuft. Dies sollte immer www-data sein.
  • worker_processes: Die Anzahl der Threads, die nginx dazu verwendet, Client-Requests abzuarbeiten. Mit der Angabe auto wird pro CPU-Kern ein Thread angelegt, was in den meisten Fällen bereits die optimale Einstellung darstellt.
  • server_tokens: Mit der Angabe off sorgt man dafür, dass nginx Versions-Informationen preisgibt (z.B. auf Fehlerseiten). Daher sollte diese Option aus Sicherheitsgründen angepasst werden. Wenn diese Variable nicht vorhanden ist, muss man diese im HTTP-Block der Datei einfügen: server_tokens off;

Default-Seite deaktivieren

Nun ist es auch an der Zeit, die Default-Seite von nginx zu deaktivieren, da diese nur zur Überprüfung gedacht ist, ob der Webserver ordentlich läuft.

Dazu wird der virtuelle Host („default“) einfach aus dem Verzeichnis /etc/nginx/conf.d umbenannt, so dass dieser nicht mehr geladen wird und der Webserver anschließend neu gestartet:

Konfiguration MariaDB

Die Datenbank muss nicht spezielle angepasst werden, jedoch ist diese nach der Installation noch nicht auf maximale Sicherheit getrimmt. Dies übernimmt folgender Befehl:

Wenn während der Installation ein Root-Passwort vergeben wurde, muss dies zunächst einmal eingegeben werden. Falls noch kein Root-Passwort festgelegt ist, sollte man spätestens an dieser Stelle unbedingt eines setzen.

Alle weiteren Fragen des Assistenten sollte man mit Ja (y) beantworten.

Konfiguration PHP

Bei PHP gibt es dann ein paar mehr Optionen die angepasst werden sollten.

In unserem Fall wird PHP über FPM (FastCGI Process Manager) betrieben. Dies ist eine performante Möglichkeit der Kommunikation zwischen PHP und dem Webserver. FPM definiert einen sog. Thread-Pool, der die Anfragen abarbeitet (ähnlich wie schon bei nginx). Die Konfiguration dazu ist in folgender Datei enthalten:

Folgende Anpassungen sollte man hier vornehmen:

  • user/group: Der Benutzer, unter dem PHP ausgeführt wird. Dies ist wieder unser Webserver-User, also
  • listen: Die Kommunikation zwischen Webserver und PHP soll über einen Socket ablaufen. Dazu muss hier folgendes angegeben werden:
  • Umgebungs-Variablen: Umgebungs-Variablen werden von PHP standardmäßig nicht veräußert, diese sind aber für den Betrieb von Nextcloud zwingend erforderlich. Dazu suchen wir nach dem Eintrag  Pass environment variables like LD_LIBRARY_PATH. ALL $VARIABLES are taken from the current environment (Shortcut für die Suche in nano: STRG + W). Alle Einträge, die hier mit env beginnen, sind hier auskommentiert. Durch das Entfernen der Semikola am Zeilenanfang werden die Kommentare entfernt und die Weitergabe der Umgebungs-Variablen aktiviert:

Neben der Pool-Konfiguration von PHP gibt es noch weitere Stellen, die angepasst werden sollten. Die in der Datei php.ini enthaltenen Anweisungen gelten dabei für alle PHP-Anwendungen. Die meisten Einstellungen können hier auf den Standard-Werten belassen werden. Anpassungen, die nur für eine Webanwendung speziell gelten sollen, werden nachher in den vHost-Dateien von nginx definiert.

Folgende Werte sollten in der php.ini angepasst werden:

  • cgi.fix_pathinfo: Sorgt für eine sichere Interpretation von Pfadangaben:

  • open_basedir: Schränkt den Zugriff von PHP auf das Webroot- und das temporäre Verzeichnis ein. Dadurch kann PHP aus Sicherheitsgründen auf sonst keine Dateien des Systems zugreifen oder diese verändern.

  • opcache: Dies sind die Werte zum Konfigurieren des PHP OPcache (erhöht die Performance durch das Ablegen vorkompilierten Bytecodes in den Arbeitsspeicher). Diese Einträge sollten in der php.ini bereits vorhanden sein (allerdings auskommentiert). Eine Suche in der Datei sollte einiges an Tipparbeit sparen. Folgende Werte sind hier anzugeben:

Neben FPM wird PHP allerdings noch auf eine andere Art und Weise verwendet, nämlich direkt über die Kommandozeile (CLI – Command Line Interpreter/Interface). Diese Art des Zugriffs wird für Cronjobs benötigt, die im Rahmen von Nextcloud laufen (sollten). Die Einstellungen für PHP-CLI befinden sich in einer separaten php.ini:

Folgende Einstellungen sollten an dieser Stelle angepasst werden:

  • cgi.fix_pathinfo: Wie oben beschrieben:
  • open_basedir: Hier muss die Liste der Verzeichnisse etwas erweitert werden, da diese Option beim CLI-Zugriff nicht über den Webserver laufen und daher auch nicht in den vHosts überschrieben werden kann. Somit muss das spätere Nextcloud-Datenverzeichnis in die Liste mit aufgenommen werden, da der Nextcloud-Cronjob hier Zugriff benötigt:

Mit einem Neustart von PHP (FPM) werden die Änderungen übernommen:

Verzeichnisstruktur vorbereiten

Als nächstes werden die für die folgenden Schritte benötigten Verzeichnisse angelegt. Die Besitzrechte sollten dabei beim Webserver-User (www-data) liegen:

Anlegen des Gateway-Hosts

Als erstes wird nun der Gateway-Host in einer Minimal-Ausführung hinzugefügt:

Hier reichen zunächst folgende Zeilen:

Dieser virtuelle Host lauscht somit zunächst nur einmal auf Port 80 (HTTP) und hört auf die DynDNS-URL bzw. die lokale IP des Servers. Der einzige location-Block wird später für die Erzeugung des SSL-Zertifikats benötigt und leitet die Anfrage auf einen anderen virtuellen Host weiter (proxy_pass).

Anlegen des virtuellen Hosts für Let’s Encrypt

Damit auch ein Ziel für die Weiterleitung vorhanden ist, wird nun der vHost für Let’s Encrypt angelegt:

Auch dieser virtuelle Host ist dabei sehr einfach aufgebaut:

Dieser vHost lauscht auf 127.0.0.1:81. Der Port ist hier entscheidend, dieser muss mit der proxy_pass Direktive aus dem Gateway-Host übereinstimmen. Die Anweisungen listen und server_name sind auf die lokale Loopback-Adresse (127.0.0.1) festgelegt, so dass dieser vHost nur Server-intern (also nur lokal) aufgerufen werden kann. Der Zugriff „von außen“ erfolgt ausschließlich über den Gateway-Host.

Damit die virtuellen Hosts geladen werden, sollte der Webserver noch neu gestartet werden:

SSL-Zertifikat mit Let’s Encrypt/Certbot erzeugen

Der Webserver ist nun soweit vorbereitet, dass nun das SSL-Zertifikat generiert werden kann.

Port-Forwarding und DynDNS einrichten

Damit der Server nun auch aus dem Internet erreichbar ist, muss ein sog. Port-Forwarding im Router für die Ports 80 (HTTP) und 443 (HTTPS) für die IP des Servers (192.168.178.60) konfiguriert werden. Das Vorgehen unterscheidet sich dabei von Router zu Router, daher kann hier keine detaillierte Anleitung erfolgen. Hier sollte ein Blick in die Anleitung des Routers die gewünschten Informationen liefern. Oftmals beschreiben die Hersteller das genaue Vorgehen auch auf ihren Internet-Seiten. Beispielsweise findet man die Vorgehensweise für die Einrichtung von Port-Weiterleitungen für eine FritzBox auf den Hilfeseiten vom AVM.

Darüber hinaus muss der Router so konfiguriert werden, dass er sich korrekt an einem DynDNS-Dienst anmeldet, um so per DynDNS-Domain aus dem Internet erreichbar zu sein. Das Vorgehen hierzu hängt wieder vom verwendeten Router-Modell, aber auch vom DynDNS-Dienst ab. Wieder sind hier die Hersteller-Seiten des Routers (z.B. AVM), aber auch die Websites der jeweiligen DynDNS-Dienste (z.B. GoIP) die richtige Anlaufstelle, um diese Informationen zu ermitteln.

Generierung des SSL-Zertifikats

Nachdem alle Voraussetzungen erfüllt sind, kann das Zertifikat erzeigt werden:

Die Generierung ist hierbei interaktiv: Zunächst wird nach einem E-Mail-Adresse gefragt. Diese wird dazu verwendet, bei bald ablaufenden Zertifikaten (Let’s Encrypt-Zertifikate haben nur eine Gültigkeitsdauer von 90 Tagen) eine Hinweis-Mail zu schicken. Anschließend müssen noch die Nutzungsbedingungen des Dienstes abgenickt werden. Ob man die eigene Mail-Adresse dann an EFF (Electronic Frontier Foundation) weitergeben möchte, muss jeder für sich entscheiden.

Nun sollte nach einigen Augenblicken das Zertifikat erfolgreich generiert worden sein:

Das SSL-Zertifikat wurde erfolgreich erzeugt

Das SSL-Zertifikat wurde erfolgreich erzeugt

Die Zertifikat-Dateien findet man anschließend im Verzeichnis /etc/letsencrypt/live/meinedaomin.de:

  • cert.pem: Das öffentliche Zertifikat in Reinform
  • chain.pem: Öffentliches Zertifikat aus der sog. Keychain
  • fullchain.pem: Entspricht cert.pem + chain.pem
  • privkey.pem: Privates Zertifikat (diese Datei sollte man daher niemals weitergeben)

Diffie-Hellman-Parameter

Das soeben erzeugte SSL-Zertifikat ist der wichtigste Schritt, damit später sämtliche Verbindungen zur eigenen Cloud verschlüsselt ablaufen. Die Sicherheit dabei kann aber durch den Einsatz sog. Diffie-Hellman-Parameter weiter erhöht werden. Das Thema ist etwas komplexer, aber einfach ausgedrückt geht es hierbei um einen sicheren Schlüsselaustausch bei Verbindungsaufbau. Die Generierung der Parameter ist recht einfach.

Achtung: Auf schwächerer Hardware kann die Generierung hier einige Stunden dauern. Wer nicht so lange warten möchte, der kann auch einen Schlüssel mit „nur“ 2048 Bit errechnen lassen (die Zahl des zweiten Befehls gibt hierbei die Länge des Schlüssels in Bit an).

Zugriffsberechtigungen für Zertifikat-Dateien setzen

Die Zertifikat-Dateien sind natürlich schützenswert, daher sollten die Dateiberechtigungen angepasst werden, so dass nur noch der Besitzer der Dateien Lese- bzw. Schreibrechte hat:

Erneuerung der Zertifikate

Wie bereits erwähnt, sind die Zertifikate von Let’s Encrypt nur 90 Tage lang gültig und müssen spätestens nach dem Ablauf dieser Zeitspanne erneuert werden.

Bei der hier gezeigten Installation von Certbot wird auf den meisten Systemen ein Cronjob eingerichtet, der die Erneuerung der Zertifikate automatisch vornimmt. Hier muss man sich dann nicht mehr selbst um die Erneuerung der Zertifikate kümmern.

Ob dieser Cronjob erfolgreich eingerichtet wurde und regelmäßig ausgeführt wird, kann man einfach im dazugehörigen Logfile sehen:

Nach einer gewissen Laufzeit sollten hier Einträge wie dieser hier zu finden sein:

In diesem Fall werden die Zertifikate automatisch und ohne Zutun des Benutzers bei Bedarf neu generiert.

Falls dieser Cronjob nicht angelegt wurde, können die Zertifikate auch manuell mit folgenden Befehlen erneuert werden (spätestens nach 90 Tagen):

Alle weiteren Schritte (Diffie-Hellman-Parameter erzeugen, Verzeichnisrechte anpassen) sind dann nicht mehr notwendig, da lediglich die eigentlichen Zertifikat-Dateien ausgetauscht werden.

Gateway-Host für Nextcloud/SSL vorbereiten

Da nun ein SSL-Zertifikat vorhanden ist und Nextcloud später einen eigenen virtuellen Host spendiert bekommt, muss der Gateway-Host nun für die Verwendung von SSL und Nextcloud vorbereitet werden.

Die hinzuzufügenden Abschnitte sind hier markiert:

Folgende Änderungen wurden nun durchgeführt:

  • Ein Handler für PHP wurde hinzugefügt. Durch die Platzierung im Gateway-Host ist dieser Handler auch für alle anderen vHosts verfügbar (notwendig, falls mehrere PHP-Anwendungen gehostet werden sollen).
  • Die für Let’s Encrypt benötigten Anweisungen (HTTP) wurden nicht verändert.
  • Anweisungen für die Verwendung des SSL-Zertifikats und weitere Anweisungen bzgl. SSL wurden hinzugefügt. Hintergrund ist, dass nur der Gateway-Host das SSL-Handling übernehmen soll. Alle virtuellen Hosts, die „darunter“ liegen, sollten von der Verwendung von SSL nicht mitbekommen. Auf diese Weise sind alle SSL-Einstellungen an einer Stelle zu finden.
  • Am Ende der Datei wurde eine Weiterleitung an den Nextcloud-vHost angelegt. Wie schon beim vHost für Let’s Encrypt läuft die Kommunikation hier rein Server-intern ab (also über die IP 127.0.0.1). Zu beachten, ist hier die Änderung des Ports: Da der virtuelle Host für Let’s Encrypt bereits auf Port 81 lauscht, nutzen wir hier einen abweichenden Port (82). Dieser ist später für den Nextcloud-vHost wichtig.
  • Die Anweisungen für die sog. Well-known-URLs werden empfohlen, da es ansonsten später zu Warnungen im Admin-Bereich von Nextcloud kommen kann. Die ersten beiden sind dabei für CalDAV bzw. CardDAV zuständig. Die letzte Anweisung (webfinger) wird benötigt, wenn die später die Nextcloud App Social (Nextcloud-Integration mit Mastodon und weiteren Social Media Netzwerken) genutzt werden soll.
    Wichtig dabei ist, dass diese Well-Known-URLs über die Root-Domain (meinedomain.de) und nicht nur über das Unterverzeichnis (/nextcloud) erreichbar sind.

Ich habe in der Datei auch Kommentare hinterlassen, die es ermöglichen sollten, den Gateway-Host an die eigenen Bedürfnisse anzupassen. Daher bitte auch die Kommentare in der Datei beachten.

Ebenfalls muss hier immer die angegebene Domain meinedomain.de an die tatsächlich verwendete Domain angepasst werden.

Virtuellen Host für Nextcloud anlegen

Die Weiterleitung im Gateway-Host ist bereits konfiguriert, nun fehlt noch der eigentliche virtuelle Host für Nextcloud:

Diese Datei ist mit folgendem Inhalt zu füllen:

Die Konfiguration ist an die vorgeschlagene nginx-Konfiguration im Nextcloud Administation Manual angelehnt. Zu beachten ist hier folgendes:

  • Es wird nur ein server für HTTP (nicht HTTPS) definiert, da die HTTPS-Kommunikation nur vom Gateway-Host übernommen wird. Die Weiterleitung eines Requests an den Nextcloud-vHost findet nur Server-intern statt, daher reicht hier HTTP aus.
  • Gelauscht wird hier dazu auf der lokalen IP 127.0.0.1, daher ist es nicht möglich, eine Verbindung zum Nextcloud-vHost aufzubauen, ohne vorher den Gateway-Host passiert zu haben.
  • Der Port ist diesmal 82, da Port 81 bereits vom virtuellen Host für Let’s Encrypt belegt wird. Dieser Port muss mit dem Port der Weiterleitung (proxy_pass) für Nextcloud im Gateway-Host übereinstimmen.
  • Die proxy_set_header Anweisungen dienen der erhöhten Sicherheit. Ohne diese Einträge werden später Warnungen im Admin-Bereich von Nextcloud angezeigt. In vielen Tutorials werden diese Header per add_header angegeben. In unserem Fall funktioniert dies nicht, da die Zugriffe über einen Proxy (Gateway-Host) ablaufen. Daher werden die Header mittels proxy_set_header angegeben.
  • Der vHost für Nextcloud soll mit ein paar speziellen Einstellungen für PHP arbeiten. Daher werden per fastcgi_param PHP_VALUE die Einstellungen aus der php.ini (FPM) überschrieben. Dabei darf nur eine fastcgi_param PHP_VALUE Anweisung existieren, da sich diese ansonsten gegenseitig überschreiben. Wenn mehrere Parameter an PHP übergeben werden sollen (wie hier der Fall), müssen diese einfach durch einen Zeilenumbruch getrennt werden. Besonders wichtig ist hier die Direktive open_basedir, da PHP ansonsten keinen Zugriff auf das Datenverzeichnis von Nextcloud hat.
    Falls später z.B. eine externe Festplatte als externer Speicher eingebunden werden soll, muss auch das Verzeichnis dieses Laufwerks in die open_basedir Anweisung mit aufgenommen werden.
  • Auch hier bitte wieder auf die Kommentare in der Datei achten. Hier sind auch wieder Hinweise zu finden, um den virtuellen Host an die eigenen Bedürfnisse anzupassen.

Nach dem Anlegen des vHosts muss der Webserver noch neu gestartet werden:

Installation Nextcloud

Nun ist der Server soweit fertig eingerichtet, dass nun die Installation von Nextcloud angegangen werden kann.

Download

Einen Link zur aktuellsten Version von Nextcloud erhält man auf der Download-Seite von Nextcloud. Mit einem Klick auf Details and Download options bekommt man einen Link auf ein .tar.bz2 Archiv präsentiert. Dessen Link kopiert man sich am besten in die Zwischenablage.

Download-Link für die aktuellste Nextcloud-Version ermitteln

Download-Link für die aktuellste Nextcloud-Version ermitteln

Zurück auf der Linux Maschine kann die aktuellste Version der Cloud-Software nun heruntergeladen werden (hier mit Version 15.0.0):

Nach ein paar Sekunden sollte der Download abgeschlossen sein und Nextcloud kann nun in das entsprechende Verzeichnis entpackt werden, was zuvor schon vorbereitet wurde. Anschließend löschen wir das Archiv wieder, da dies nicht mehr benötigt wird:

Nun sollten nochmals die Dateiberechtigungen gesetzt werden:

Datenbank für Nextcloud anlegen

Bevor nun das Setup von Nextcloud aufgerufen werden kann, ist es notwendig, dass eine Datenbank für die Cloud angelegt wurde. Dies geschieht am einfachsten mit der MySQL-Kommandozeile, die mit Root-Rechten aufgerufen wird:

Nach der Eingabe des Root-Passworts wird nun zunächst die Datenbank selbst erstellt. Im Zuge dessen wird auch gleich ein spezieller Nutzer für Nextcloud eingerichtet, der die entsprechenden Zugriffsrechte auf diese eine Datenbank hat. Die Angabe localhost sorgt dafür, dass der Zugriff auf die Datenbank nur auf dem lokalen System erfolgen kann. Ein Remote-Zugriff über das Netzwerk (auf diese Datenbank) ist damit aus Sicherheitsgründen nicht möglich. Die Befehle auf der MySQL-Kommandozeile müssen mit einem Semikolon abgeschlossen werden:

Nextcloud-Setup

Nun kann auch schon das Setup der Cloud-Software über die URL https://meinedomain.de/nextcloud aufgerufen werden.

Das Setup prüft daraufhin erst einmal, ob alle Voraussetzungen erfüllt sind, oder ob es noch Probleme gibt, wie z.B. fehlende Abhängigkeiten oder Schreibrechte in bestimmten Verzeichnissen. Falls Fehler gefunden werden sollten diese zunächst behoben werden, bevor das Setup nochmals aufgerufen werden kann.

Beim Setup der Cloud werden nun drei Dinge angegeben:

  • Benutzer/Passwort (Administrator): Im Rahmen des Setups wird nun ein erster Benutzer angelegt, der automatisch Admin-Rechte für die Cloud besitzt. Der Benutzername ist dabei frei wählbar, allerdings sollte man (wie eigentlich immer) auf ein starkes Passwort achten, da die Cloud ja nachher öffentlich aus dem Internet erreichbar sein wird.
  • Datenverzeichnis: Ebenso wird hier nun der Pfad des Datenverzeichnisses angegeben. Standardmäßig will das Setup diesen Datenpfad innerhalb des www-Verzeichnisses erstellen. Allerdings wird aus Gründen der Sicherheit empfohlen, dass das Datenverzeichnis außerhalb des Verzeichnisses /var/www liegen sollte (siehe Nextcloud Administration Manual). Daher sollte man hier genau darauf achten, dass hier das richtige Verzeichnis angegeben wird, welches wir vorher im Rahmen des Tutorials bereits erstellt hatten (/var/nextcloud_data).
  • Datenbank-Verbindung: Hier sind die Zugangsdaten für die soeben angelegte Datenbank zu hinterlegen.

Mit einem Klick auf Installation abschließen wird das Setup alle Einstellungen übernehmen.

Nextcloud-Setup

Nextcloud-Setup

Hinweis: Auf langsamen Rechner dauert das Setup evtl. etwas länger. Hier kann es dann vereinzelnd vorkommen, dass der Webserver irgendwann einen Timeout meldet (504 Gateway Timeout). Hier hat nginx dann die Verbindung zu Client (Browser) unterbrochen, noch bevor das Setup abgeschlossen werden konnte. In diesem Fall sollte man dem System ein paar Minuten geben und anschließend nochmals die Nextcloud-URL aufrufen. Wenn es zu keinen weiteren Problemen gekommen ist, sollte das Setup „im Hintergrund“ weitergelaufen und nach ein paar Minuten abgeschlossen worden sein. Hier wäre es dann auch eine Überlegung wert, in den virtuellen Hosts (Gateway-Host und Nextcloud-vHost) die Timeout-Werte etwas zu erhöhen.

Warnungen im Admin-Bereich

Nach erfolgreicher Installation sollte man gleich einen Blick in den Admin-Bereich der Cloud werden (oben rechts auf das Symbol für den Benutzer Klicken und dann Einstellungen wählen). Weil der erste angelegte Benutzer Admin-Rechte hat, findet man nun auf der linken Seite unter Übersicht eine Zusammenfassung über die Cloud. Hier werden nun direkt nach dem Setup meistens zwei Warnungen angezeigt: Die erste Meldung bezieht sich darauf, dass kein PHP-Memory-Cache konfiguriert ist.

Nextcloud: Warnung im Admin-Bereich

Nextcloud: Warnung im Admin-Bereich

Diese spezielle Warnung ist hierbei nicht als Fehler zu verstehen, sondern lediglich als Hinweis, dass die Performance der Cloud durch den Einsatz eines PHP-Memorycaches optimiert werden könnte. Dies führen wir im nächsten Abschnitt durch: Anpassen der Nextcloud-Konfiguration.

Die zweite Warnung ist zugegebenermaßen etwas verwirrend:

Die Verwendung des eingebauten PHP-Mailers wird nicht länger unterstützt. Bitte aktualisiere die E-Mail-Server-Einstellungen ↗.

Im hier gezeigten Setup verwenden wir gar keinen PHP-Mailer. Die Meldung sagt daher eigentlich nur aus, dass keine Mail-Einstellungen in den Admin-Settings hinterlegt sind. Um diese Meldung zu entfernen müssen daher einfach unter Grundeinstellungen die E-Mail-Einstellungen konfiguriert werden. Danach sollte unter Übersicht auch diese Meldung verschwunden sein.

Wenn mehr Warnungen im Admin-Bereich angezeigt werden: An dieser Stelle sollte wirklich nur diese eine Warnung zu sehen sein. Wenn hier noch mehr Warnungen zu sehen sein sollten, dann bitte nochmals alle Schritte dieses Tutorials überprüfen, ob nicht ein kleines Detail ausgelassen wurde (besonders die PHP-Konfiguration).
Im Nextcloud Administration Manual findet man auch eine Übersicht über die Warnungen, die hier im Admin-Bereich angezeigt werden könnten und entsprechende Lösungsansätze.

Anpassen der Nextcloud-Konfiguration

Nextcloud speichert seine Konfiguration in der Datei /var/www/nextcloud/config/config.php. Genau hier sollten wir wegen des PHP-Memorycaches und auch wegen ein paar weiteren Einstellungen ansetzen:

Folgende Änderung werden hier durchgeführt:

  • PHP-Memorycache: Um die Warnung im Admin-Bereich zu entfernen und gleichzeitig die Performance der Cloud zu erhöhen, wird der Memory-Cache hinzugefügt (am Ende der Datei, aber vor der letzten geschweiften Klammer):
     
  • HTTPS als Standard definierten: Da Nextcloud hinter durch einen (HTTPS-)Proxy läuft (der Gateway-Host), kann es bei der automatischen Ermittlung von URLs zu Fehlern kommen, da hin und wieder ein http:// vorangestellt wird. Um strikt die Verbindung nur über https:// zu forcieren, sollte hier folgende Variable gesetzt werden:
     
  •  Trusted Domains: Wenn man später auch über die lokale (LAN-)IP auf Nextcloud zugreifen möchte, dann kann man hier auch gleich die lokale IP als sog. Trusted Domain hinzufügen:
     
  •  Timezone für Log-Einträge: Die richtige Zeitzone (z.B. für die Timestamps der Log-Einträge) wird durch diese Variable konfiguriert:

Nach dem Speichern der config.php und erneutem Aufruf der Cloud sollten nun die Warnungen in der Admin-Oberfläche verschwunden sein („Alle Prüfungen bestanden“).

Eine Übersicht über alle Parameter der config.php von Nextcloud findet man im Nextcloud Administration Manual.

Cronjob für Nextcloud einrichten

Nextcloud ist darauf angewiesen, dass regelmäßig bestimmte Hintergrund-Aufgaben (z.B. Aufräumen der Datenbank) ausgeführt werden. Nach der Installation wird dies per AJAX realisiert: Immer wenn  ein User angemeldet ist und im Browser die Cloud nutzt, wird beim Laden einer Seite geprüft, ob Hintergrund-Aufgaben anstehen und werden ggf. ausgeführt. Diese Methode hat jedoch zwei Nachteile: Es wird zunächst immer ein angemeldeter Benutzer benötigt, denn nur durch diesen werden die Hintergrund-Aufgaben angestoßen (beim Laden einer Seite). Wenn die Cloud nun lange ohne Benutzeranmeldung läuft, dann werden u.U. auch lange keine Hintergrund-Jobs erledigt. Zum anderen ist die Lösung über AJAX weniger performant.

Es wird daher empfohlen, die Hintergrund-Aufgaben per Cron ausführen zu lassen. Hier prüft ein Hintergrund-Dienst in regelmäßigen Abständen, ob Hintergrund-Jobs fällig sind. Besonders auf schwächerer Hardware ist diese Methode deutlich effizienter.

Um Cron zur Erledigung der Hintergrund-Aufgaben nutzen zu können, muss zunächst ein neuer Cronjob für den Webserver-Benutzer angelegt werden:

Das System fragt nun nach, mit welchem Editor die Datei bearbeitet werden soll. Hier wählt man einfachheitshalber am besten nano (1). Danach wird der Datei am Ende folgender Inhalt hinzugefügt:

Dies sorgt nun dafür, dass dieser Cronjob alle 15 Minuten automatisch ausgeführt wird. Theoretisch könnte hier auch eine andere Zeitspanne genutzt werden, allerdings ist die allgemeine Empfehlung 15 Minuten.

In der Admin-Oberfläche muss nun nur noch eingestellt werden, dass zukünftig Cron zur Erledigung von Hintergrund-Jobs verwendet werden soll. Die Einstellung dazu findet man wieder in der Admin-Überfläche unter Grundeinstellungen.

Da hier auch gleich angegeben wird, wann das letzte Mal Hintergrund-Aufgaben ausgeführt wurde, kann man auf diese Weise auch erkennen, ob der Cronjob wie erwartet läuft: Immer nach 15 Minuten sollte bei Letzte Aufgabe ausgeführt folgendes stehen: Gerade eben.

Nextcloud: Ausführung von Hintergrund-Aufgaben per Cron

Nextcloud: Ausführung von Hintergrund-Aufgaben per Cron

4-Byte-Support aktivieren

Achtung: Die folgenden Schritte stellen mehr oder weniger eine Operation am offenen Herzen der Datenbank dar. Daher sollten diese Anweisungen nur dann ausgeführt werden, wenn

  • MariaDB in einer Version >= 10.3 installiert ist.
  • Der 4-Byte-Support wirklich benötigt wird.

Bei einer MariaDB-Version 10.1 oder 10.2 kann der 4-Byte-Support ebenfalls aktiviert werden, allerdings sind hier zusätzliche Schritte erfolderlich. In diesem Fall bitte nach dieser Anleitung vorgehen. Diese Anleitung ist dabei eher als experimentell anzusehen, daher sollte man hier genau wissen, was man hier tut. In jedem Fall sollte vorher ein Backup (zumindest von der Datenbank) angefertigt werden, falls im weiteren Verlauf etwas schief gehen sollte.

Nach der Installation von Nextcloud unterstützen die angelegten Tabellen noch keinen UTF8-Zeichensatz. Dadurch ergeben sich ein paar Einschränkungen: Beispielsweise können bei den Datei- und Ordnernamen keine Emojis angegeben werden (wer es denn braucht…). Versucht doch einfach mal einen Ordner mit dem Dateinamen „Test😋“ anzulegen. Hier wird eine Fehlermeldung erscheinen, dass der Ordner nicht angelegt werden kann.

Den 4-Byte-Support kann man jedoich einfach nachrüsten. Im Nextcloud Administration Manual gibt es eine Anleitung dazu, die jedoch mit MariaDB 10.3 nicht mehr funktioniert. Dies liegt darin begründet, dass die entsprechenden Variablen nicht mehr gesetzt werden können, da diese veraltet sind und bei MariaDB 10.3 entfernt wurden.

Wenn bei euch keine Dateien mit Emojis angelegt werden können, dann kann der 4-Byte-Support allerdings leicht nachgerüstet wreden: Dazu geht man einfach über die MySQL-Kommandozeile:

Nach der Eingabe des Root-Passworts wählt man die korrekte Datenbank aus:

Hier wird zunächst einmal der verwendete Zeichensatz kontrolliert:

Hier sollte nach einer frischen Nextcloud-Installation latin1 ausgegeben werden.

Folgender Befehl sorgt dafür, dass der Zeichensatz geändert wird:

Danach sollte nach nochmaliger Eingabe von

utf8mb4 ausgegeben werden. Mit exit; kann man die MySQL-Kommandozeile wieder verlassen.

Zum Schluss muss die Veränderung in den Nextcloud-Tabellen übernommen werden:

Folgender Befehl setzt die entsprechende Variable in der Config-Datei:

Der letzte Befehl fürht ein Update auf die entsprechenden Tabellen durch:

Anschließend kann man in Nextcloud auch Dateien mit erweiterten Zeichen (Emojis, etc.) anlegen.

Weitere Konfiguration Nextcloud

Die grundsätzliche Konfiguration von Nextcloud ist damit abgeschlossen. Am besten geht man nun noch durch sämtliche Einstellungen im Admin-Bereich der Cloud und passt die Optionen den eigenen Wünschen entsprechend an.

Es gibt nun viele Möglichkeiten, die eigene Cloud um Funktionen zu erweitern. Folgende Punkte sind auf jeden Fall einen Blick wert:

Generell ist bei der erweiterten Konfiguration von Nextcloud ein Blick ins Nextcloud Administration Manual empfehlenswert.

Optimierungen der Server-Umgebung für Nextcloud

Auch wenn die eigene Cloud nun direkt genutzt werden könnte, gibt es ein paar Möglichkeiten zur Optimierung von Nextcloud bzw. der verwendeten Server-Umgebung.

Die Umsetzung dieser Maßnahmen ist optional und hängt vom späteren Einsatzzweck der Cloud und den eigenen Bedürfnissen ab.

Fail2ban

Ab Version 11 ist bei Nextcloud ein Brute-Force-Schutz enthalten. Dieser sorgt dafür, dass nach einer bestimmten Anzahl an erfolglosen Login-Versuchen alle weiteren Logins aus dem betroffenen Subnetz gedrosselt werden. Dies führt bei Brute-Force-Attacken zu verzögerten Login-Versuchen (max. 30 Sekunden). Auch wenn dies den „Bad Guys“ das Leben etwas schwerer macht, wird dabei keine IP gebannt, so dass eine Brute-Force-Attacke lediglich verzögert wird. Daher ist hier alternativ oder zusätzlich der Einsatz von Fail2ban sinnvoll. Dieses Programm bietet im Vergleich zum eingebauten Brute-Force-Schutz folgende Vorteile:

  • Mittels Fail2ban können IPs automatisch gebannt werden. Nach einem solchen Ban kann die betroffene IP nicht mehr auf die Nextcloud-Instanz zugreifen, es wird lediglich eine Fehlermeldung des Browsers angezeigt.
  • Fail2ban arbeitet IP-basiert: Es wird nur die entsprechende IP blockiert, von der aus zu viele fehlgeschlagene Login-Versuche unternommen wurden. Andere Nutzer als dem gleichen Netzwerk (Subnet) werden dabei nicht gebannt.
  • Mit Fail2ban kann nicht nur die Nextcloud-Installation, sondern auch weitere Anwendungen auf dem Server abgesichert werden (z.B. Webserver und SSH).

Konfigurations-Dateien von Fail2ban

Bevor es um die Einrichtung von Fail2ban geht, ein Hinweis zu den Konfigurations-Dateien dieses Programms: Hier gibt es zwei Arten von Konfigurations-Dateien: *.conf und *.local. Die conf-Dateien kommen bei der Installation von Fail2ban mit. Wenn Änderungen an der Konfiguration vorgenommen werden sollen, dann sollte man die conf-Dateien nie direkt bearbeiten, da diese bei einem Update von Fail2ban jederzeit überschrieben werden können. Dafür kann man hier eine Datei mit dem gleichen Namen, aber mit der Dateiendung .local anlegen. Die local-Dateien werden dabei „on top“ auf die conf-Dateien geladen und überschreiben so die Standard-Einstellungen. Wenn nun bei einem Update von Fail2ban die conf-Dateien geändert werden, sind die individuellen Anpassungen in den local-Dateien davon nicht betroffen. Dadurch ist es nicht möglich, dass durch ein Update von Fail2ban unbeabsichtigt die Konfiguration geändert wird.

Konfiguration/Deaktivieren Nextcloud Brute-Force-Schutz

Wenn Fail2ban zum Einsatz kommt, ist der Brute-Force-Schutz von Nextcloud nicht mehr so wichtig. Dieser kann daher komplett deaktiviert werden.Dies wird wieder in der Konfigurations-Datei von Nextcloud vorgenommen:

Deaktiviert wird die Funktion durch das Hinzufügen folgender Zeile:

An dieser Stelle sollte auf jeden Fall noch einmal überprüft werden, ob für das Logging in Nextcloud die richtige Zeitzone angegeben wurde, da dies später für die Funktion von Fail2ban wichtig ist:

Optional: Wenn man den integrierten Brute-Force-Schutz in Nextcloud nicht komplett deaktivieren möchte, kann auch die App Brute-force settings aus dem Nextcloud App-Store installieren (oben auf den Benutzernamen und dann auf Apps klicken – die gesuchte App befindet sich in der Kategorie Sicherheit). Mit Hilfe dieser App kann man in den Admin-Einstellungen unter Sicherheit das eigene lokale Netzwerk in eine Whitelist mit aufnehmen. In unserem Beispiel wäre dies das Netzwerk 192.168.178.0/24. Für alle anderen Netzwerke (und v.a. auch Internet-IPs) würde der Brute-Force-Schutz dann noch greifen.

Whitelisting des LANs mittels der App "Brute-force settings"

Whitelisting des LANs mittels der App „Brute-force settings“

Einrichtung Fail2ban

Anschließend kann Fail2ban installiert werden:

Nun wird ein spezieller Filter für Nextcloud angelegt (Dateiendung beachten, s.o.):

Diese Datei wird mit folgendem Inhalt gefüllt. Dieser reguläre Ausdruck beschreibt die Logeinträge, nach den Fail2ban später in der Nextcloud-Logdatei sucht, um fehlgeschlagene Login-Versuche zu erkennen.:

Damit dieser Filter beim Start von Fai2ban auch geladen wird, muss dieser dem System noch bekannt gemacht werden:

Der Inhalt der Datei:

Der Teil unter [DEFAULT] gilt dabei für alle Regel-Sets (Jails). Hier werden die Standard-Einstellungen für Bans hinterlegt:

  • maxretry: Anzahl der Fehlversuche, bevor Fail2ban eine IP sperrt.
  • bantime: Zeitraum in Sekunden, für den eine IP gesperrt werden soll. Wird hier ein negativer Wert angegeben (-1), handelt es sich um eine permanente Sperre. Ansonsten wird eine IP nach dem Ablauf dieser Zeitspanne wieder automatisch entsperrt.

Unter [nextcloud] wird dann neues Jail für Nextcloud angelegt. Folgende Einstellungen werden hier angegeben und gelten nur für Nextcloud:

  • enabled: Aktivierung dieser Regel. Falls das Jail später (temporär) deaktiviert werden soll, kann dies einfach durch diese Option erfolgen.
  • port: Möglicher Port, hier nur 80 (HTTP) und 443 (HTTPS).
  • protocol: Das verwendete Protokoll.
  • filter: Name des Filters aus gleichnamiger Datei unter /etc/fail2ban/filter.d. Den Filter für Nextcloud haben wir ja bereits vorher angelegt.
  • logpath: Log-Datei, die Fail2ban für dieses Jail beobachten soll. Auf diese Datei wird der oben definierte Filter angewendet.
  • Hier könnten auch noch Werte für maxretry und bantime hinterlegt werden, die dann sie Standard-Werte überschreiben und nur für das Nextcloud-Jail gelten.

Die Anweisung unter [nginx-http-auth] aktiviert daneben noch die Überwachung der Logs des Webservers. Dieses Jail ist bereits in den Standard-Jails (/etc/fail2ban/jail.conf) definiert und wird an dieser Stelle lediglich scharf geschaltet. Dies sorgt für eine Überwachung bei anderen Webanwendungen, bei den eine HTTP-Basic-Authentifizierung zum Einsatz kommt. Die Ban-Optionen (maxretry und bantime) werden hier nicht angegeben, daher gelten die Standard-Werte, die in der Sektion [DEFAULT] angegeben wurden.

Nach einem Neustart von Fail2ban ist das Programm einsatzbereit:

E-Mail-Versand durch Fail2ban

Das Programm arbeitet nun zunächst im Hintergrund: Wird eine IP gebannt, bekommt der Administrator davon nur etwas mit, wenn er den Status von Fail2ban überprüft (dazu später mehr) oder einen Blick in die Logs wirft.

Sinnvoll ist daher eine Konfiguration, bei der Fail2ban automatisch eine E-Mail an den Admin sendet, wenn eine IP gebannt wurde. Das geht allerdings nicht out-of-the-box, das Linux-System muss zunächst auf den Versand von Mails vorbereitet werden. sSMTP ist dabei die einfachste Möglichkeit, um unter Linux einfach und schnell E-Mails versenden zu können. Die Installation und Einrichtung des Programms wurde bereits im Artikel Linux: Einfach E-Mails senden mit sSMTP ausführlich erklärt.

Wenn sSMTP erfolgreich konfiguriert wurde, funktioniert das Senden von E-Mails über Fail2ban erstaunlich einfach, da der Mail-Versand bereits vom Programm vorgesehen ist. Dazu reicht eine kleine Anpassung an der Datei /etc/fail2ban/jail.local. Am Anfang der Datei (in der Default-Sektion) werden einfach noch folgende Zeilen hinzugefügt (hier markiert):

  • destemail ist dabei die Mail-Adresse, an die Benachrichtigungen geschickt werden sollen.
  • sender ist die Adresse, von der die E-Mail gesendet werden soll (Absender).
  • Wichtig ist insbesondere die Zeile action = %(action_mwl)s: Hierdurch werden E-Mails standardmäßig versendet.

Nun bekommt man bei allen Aktionen, die Fail2ban vornimmt, automatisch eine E-Mail geschickt. Unschön dabei: Auch wenn ein „Jail“ gestoppt oder geladen wurde, wird eine E-Mail versendet. Startet einfach mal Fail2ban neu (service fail2ban restart) und wundert euch über die „Mail-Flut“. Eigentlich interessiert uns hier ja nur, wenn Fail2ban tatsächlich eine IP gebannt hat. Damit nur noch bei diesem Ereignis eine E-Mail zu erhalten, müssen noch ein paar Anpassungen vorgenommen werden. Die betroffenen conf-Dateien im Verzeichnis /etc/fail2ban/action.d werden dabei durch entsprechende local-Dateien ergänzt:

  • mail-buffered.local
  • mail.local
  • mail-whois-lines.local
  • mail-whois.local
  • sendmail-buffered.local
  • sendmail-common.local

Die o.g. Dateien werde dazu einfach neu angelegt und mit folgendem Inhalt gefüllt:

Dazu am besten eine entsprechende Datei anlegen (mail-buffered.local) und diese dann einfach kopieren:

Nach einem Neustart von Fail2ban werden nur noch E-Mails versendet, wenn eine IP tatsächlich gebannt wurde.

Fail2ban Status und Sperren entfernen (Test der Funktionalität)

Nun kann es ja mal vorkommen, dass man sich mittels Fail2ban aus der eigenen Cloud aussperrt, weil man z.B. das Passwort zu oft falsch eingegeben hat. Dies ist zugleich ein guter Test, ob das System auch wie erwartet funktioniert. Daher gebt doch einfach drei Mal ein falsches Passwort in eurer Nextcloud-Anmeldung an. Bei der vierten Anmeldung seht ihr nun Fail2ban in Aktion: Die Website kann gar nicht mehr geladen werden (Timeout) und ihr solltet eine E-Mail erhalten haben, wenn ihr den Mail-Versand konfiguriert habt.

Um nun zu kontrollieren, welche IPs aktuell für Nextcloud gebannt sind, reicht folgender Befehl:

Hier sollte nun eure IP zu finden sein, mit der soeben erfolglose Anmeldeversuch unternommen wurde.

Mit diesem Befehl wird diese IP wieder entsperrt:

Anschließend kann man wieder wie gewohnt auf Nextcloud zugreifen.

Redis

Nextcloud nutzt das sog. Transactional File Locking, um Sperren bei parallelem Zugriff auf Dateien zu realisieren. Einfach gesagt werden Dateien „gelockt“, wenn diese gerade in Verwendung sind. Dadurch kann es zu keinen Datenverlusten kommen, wenn eine Datei z.B. durch zwei Benutzer zeitgleich geöffnet bzw. gespeichert wird.

In der Standard-Konfiguration nutzt Nextcloud für das Verwalten der Sperren die Datenbank. Hier gibt es jedoch mit Redis eine In-Memory-Datenbank, die für genau solche Aufgaben optimiert ist und daher in bestimmten Szenarien eine verbesserte Performance erzielen kann.

Auch wenn hier Optimierungs-Potential besteht, wird Redis nur in großen Cloud-Instanzen eine spürbare Verbesserung der Performance bringen. Bei kleinen Nextcloud-Installationen mit 3-5 Nutzern wird man hier kaum einen Effekt bemerken können.

Installation und Konfiguration Redis

Redis kann mit folgenden Befehlen installiert werden. Das PHP-Paket wird zusätzlich benötigt, um per PHP Zugriff auf Redis zu erhalten:

Nach der Installation wird die In-Memory-Datenbank noch konfiguriert:

Wie schon bei PHP ist es bei Redis empfehlenswert, die Kommunikation über einen Socket laufen zu lassen. Dazu sind folgende Einstellungen vorzunehmen. Die Einstellungen sind etwas in der Datei verteilt und z. T. nur auskommentiert. Am besten einfach in der Datei suchen (STRG+W) und die Einstellungen anpassen.

Hiermit werden folgende Optionen gesetzt:

  • port: Redis „lauscht“ standardmäßig auf dem Port 6379. Da wir allerdings einen Socket zur Kommunikation bevorzugen, soll Redis auf gar keinem Port lauschen.
  • unixsocket: Hiermit wird der eigentliche Socket definiert.
  • unixsocketperm: Berechtigungen für diesen Socket.

Als nächstes muss nun der Webserver-User in die Gruppe der Redis-Benutzer aufgenommen werden, damit dieser Redis auch nutzen kann:

Am Ende wird Redis neu gestartet, damit die Änderungen angewendet werden:

Aktivierung von Redis in Nextcloud

Damit Nextcloud nun auch die In-Memory-Datenbank nutzt, muss dieses noch in der Konfigurations-Datei eingestellt werden:

Folgende Zeilen werden hier eingefügt:

Anschließend nutzt Nextcloud Redis für das Transactional File Locking.

ufw

ufw (uncomplicated firewall) ist eine Software-Firewall, die auf einer Ubuntu-Installation standardmäßig bereits vorinstalliert ist. Normalerweise übernimmt der Router die Aufgaben einer Firewall, daher ist die Einrichtung von ufw optional. In bestimmten Szenarien kann hiermit jedoch die Sicherheit noch etwas erhöht werden.

Falls ufw noch nicht installiert sein sollte, kann man dies mit folgenden Befehlen erledigen:

Die Firewall wird nun so eingerichtet, dass sämtlicher eingehender Traffic blockiert wird, jedoch mit zwei Ausnahmen:

  • SSH (Port 22): Hier soll der Zugriff nur aus dem Heimnetzwerk erlaubt sein.
  • HTTP/HTTPS (Ports 80/443): Da der Zugriff aus dem Web erforderlich ist, muss hier auch eine Ausnahme hinzugefügt werden.

Mit folgenden Befehlen werden diese Regeln umgesetzt:

Der Status der Firewall kann jederzeit mit folgendem Kommando überprüft werden:

Hinweis: Wenn auf dem Server weitere Anwendungen installiert werden, nutzen diese u.U. andere Ports, die mit dieser Konfiguration natürlich nicht erreichbar sind. Oftmals liegt es dann eben an dieser Firewall, wenn scheinbar alles korrekt eingerichtet und konfiguriert wurde, die Anwendung aber nicht richtig laufen will. In diesem Fall sollten die Firewall-Regeln entsprechend erweitert oder die Firewall temporär deaktiviert werden (ufw disable).

Überprüfung der Sicherheit

Die Sicherheit der eigenen Cloud war ja von Anfang an ein wichtiges Ziel dieses Artikels. Nach der Einrichtung von Nextcloud gibt es einige Tools, mit Hilfe derer geprüft werden kann, ob dieses Ziel auch erreicht wurde.

Qualys SSL Labs

Der erste Check gilt zunächst einmal der HTTPS-Verschlüsselung. Hier spielt das verwendete Let’s Encrypt Zertifikat, als auch die SSL-Einstellungen des Webservers eine wichtige Rolle.

Für diesen Test eignet sich der SSL Server Test von Qualys SSL Labs. Wenn alles richtig konfiguriert wurde, sollte man hier die beste Bewertung (A+) erzielen können. Wenn die SSL-Konfiguration des Gateway-Hosts wie oben beschrieben übernommen wurde, sollte man in jeder einzelnen Kategorie 100% angezeigt bekommen.

Ergebnis des SSL-Test

Ergebnis des SSL-Test

Falls hier eine niedrigere Bewertung angezeigt werden sollte, liegt dies vermutlich an der SSL-Konfiguration des Webservers. In diesem Fall sollten im Gateway-Host nochmals alle Einstellungen kontrolliert werden.

Nextcloud Security Scan

Ein weiterer Test ist der Nextcloud Security Scan. Dieses Tool prüft die öffentlich verfügbaren Informationen der Cloud und kann eventuelle Schwachstellen aufzeigen. Mit der hier gezeigten Konfiguration sollte ein A-Rating angezeigt werden.

Nextcloud Security Scan

Nextcloud Security Scan

Hier wird lediglich kein A+ Rating erzielt, da unter Hardenings der Eintrag __Host-Prefix bemängelt wird. Dies liegt darin begründet, dass Nextcloud über ein Unterverzeichnis aufgerufen wird und nicht im Root-Verzeichnis der Domain läuft (siehe GitHub-Issue). Dieser Punkt stellt aber kein Sicherheits-Risiko dar und kann daher ignoriert werden.

Troubleshooting

Manchmal kann es passieren, dass die Nextcloud-Installation nicht auf Anhieb erfolgreich verläuft. Daher an dieser Stelle noch ein paar Tipps für die Fehlersuche:

  • Alle Schritte korrekt ausgeführt?
    Die Installation einer eigenen Cloud ist alles andere als trivial und erfordert ziemlich viele Schritte. Die Praxis zeigt, dass man hin und wieder einen Schritt einfach übersieht. In diesem Fall kann die kleinste Abweichung dazu führen, dass „das große Ganze“ nicht mehr funktioniert. Als erster Schritt der Fehlersuche sollten daher noch einmal alle Punkte einzeln überprüft werden.
  • Log-Dateien kontrollieren
    Oftmals hilft auch ein Blick in die entsprechenden Log-Dateien:

    • nginx (/var/log/nginx/error.log): Hier findet man alle Warnungen und Fehler, die der Webserver aufgezeichnet hat. Dies ist die erste Anlaufstelle, wenn Nextcloud gar nicht aufgerufen werden kann bzw. Links nicht richtig funktionieren.
    • Nextcloud (/var/nextcloud_data/nextcloud.log): Hier sind Fehler/Warnungen von Nextcloud selbst enthalten. Die gleichen Einträge findet man in der Admin-Oberfläche der Cloud. Hier lohnt ein Blick, wenn Nextcloud prinzipiell erreichbar ist (der Webserver also vermutlich korrekt eingerichtet wurde), es aber bei der Benutzung von Nextcloud zu Problemen kommt.
  • Developer-Console im Browser
    Gerade wenn Links nicht korrekt funktionieren und man überprüfen möchte, ob beispielsweise eine Weiterleitung ins Leere führt, dann kann die Developer-Console im Browser (meist zu öffnen mit F12) wertvolle Hinweise liefern, da hier aufgezeigt wird, was auf Grund von Client-Request passiert. Die Bedienung der Console läuft in jedem Browser etwas anders ab, daher hilft ein Blick in die entsprechende Dokumentation:

Falls ihr also Probleme bei der Einrichtung von Nextcloud haben solltet, bitte erst einmal diese Punkte überprüfen. Oftmals findet man dann relativ schnell die Ursache der Probleme. Wenn alles nicht hilft, dann könnt ihr hier natürlich einen Kommentar hinterlassen, vielleicht kann euch hier schnell weitergeholfen werden.

Falls sich bestimmte Probleme häufen sollte, werde ich den Artikel ggf. anpassen und/oder erweitern.

Nextcloud: Ein sicherer Ort für all deine Daten

Dieser Slogan von Nextcloud fasst es relativ gut zusammen: Die Einrichtung der eigenen Cloud ist sicherlich etwas aufwändig und erfordert mehr Kenntnisse, als die Benutzung irgendeiner Cloud eines bestimmten Anbieters. Aber wenn die eigene Nextcloud erst einmal läuft, dann ist man Herr über seine eigenen Daten und ist nicht mehr von Anbietern wie Google, Microsoft oder Apple anhängig.

Man sollte sich nun aber auch im Klaren darüber sein, dass man nun auch für die eigenen Daten verantwortlich ist. Die eigene Cloud erfordert einen gewissen administrativen Aufwand, beispielsweise muss man selbst dafür sorgen, dass das Betriebssystem, die installierten Programme und v.a. Nextcloud auf einem aktuellen Stand gehalten werden. Der Aufwand sollte sich hier allerdings in Grenzen halten.

Ich hoffe, dass dieser Artikel hilfreich war und ich einigen unter euch etwas Zeit (und Nerven) bei der Einrichtung der eigenen Cloud ersparen konnte. Für konstruktive Kritik und Verbesserungsvorschläge bin ich immer offen, daher hinterlasst mir doch gern einen Kommentar.

In diesem Sinne: Viel Spaß mit eurer eigenen Nextcloud!

Weiterführende Artikel

Links

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Kommentare: 433

  • Marcus Wendler sagt:

    Vielen herzlichen Dank für ein geniales Tutorial und Deine Hilfe – nun läuft alles!

  • Moritz sagt:

    Hallo,

    vielen Dank für dein Tutorial! Hat alles geklappt wie es soll.
    Ich habe die Frage hier in den Komentaren schon mal gestellt aber leider finde ich sie nicht mehr deshalb noch mal:

    Wie schaffe ich es das bei meiner Webseite als Adresse nicht mehr meinedomain.de/worpress sonder meinedomain.de/webseite angezeigt wird und eben auch aufgerufen werden kann?

    Schon mal vielen Dank!

  • Hendrik sagt:

    Hi Jan,

    wie würde man die Configs anpassen müssen, wenn erreicht werden soll, dass zB WordPress ohne /wordpress/ sondern direkt auf der meinedomain.de starten soll und gleichzeitig noch NC unter meinedomain.de/nextcloud/ erreichbar bleibt?

    Eine Weiterleitung des / mit return 301 $scheme://$host/wordpress/; würde zur Not auch gehen und funktioniert auch.

    Falls es nur kleine Anpassungen in den Configs sind, um es auch ohne Unterordner laufen zu lassen, würde ich mich über eine Antwort freuen.

    Gruß
    Hendrik

    • Jan sagt:

      Hi Hendrik,

      hier müsstest du vermutlich den Gateway-Host, als auch den vHost für WordPress anpassen.
      Im Gateway-Host musst du die location „/“ an den proxy_pass weitergeben. Hier müsste dann folgende Zeile
      location ^~ /wordpress/ {
      durch diese hier ersetzt werden:
      location ^~ / {
      Bin mir nicht sicher, ob hier noch das „^~“ gebraucht wird.
      Ebenfalls muss im Gateway-Host folgender location-Block entfernt werden: location = / {

      Im vHost für WordPress müssen dann alle Pfade angepasst werden, so dass „/wordpress“ nicht mehr Teil des Pfades ist.

      So sollte es eigentlich funktionieren, dass WP über die Domain direkt angesprochen werden kann.

      Gruß,
      Jan

      • Hendrik sagt:

        Moin Jan!

        Danke, es hat geklappt.
        Ich musste in der vHost Config für WordPress den Parameter noch von /var/www/ auf /var/www/wordpress/ ändern.

        Zusätzlich habe ich noch in der wp-config.php WP_HOME & WP_SITEURL angepasst.

        • Jan sagt:

          Hi Hendrik,

          stimmt, die beiden Variablen hatte ich ja noch ganz vergessen.
          Danke für die Rückmeldung.

          Gruß,
          Jan

          • Moritz sagt:

            Hi,

            an welcher Stelle müsste ich denn den „return 301“ einbauen damit die Weiterleitung auf /Nextcloud funktioniert wenn die normale Domain eingeben wird?

          • Jan sagt:

            Hi Moritz,

            diese Weiterleitung müsstest du im location Block für die location / im Gateway-Host für HTTPS-Verbindungen angeben (wo bei dir nun vermutlich noch deny all steht):
            location = / {
            # If you want to be able to access the cloud using the webroot only, use the following command instead:
            rewrite ^ /nextcloud;
            }

            Gruß,
            Jan

          • Moritz sagt:

            Vielen Dank für deine schnelle Antwort habe es gefunden! :)

            Ich bin gerade noch dabei die Weiterleitung von http://www.meiendomain zu meinedomain.de hinzubekommen

            Bis jetzt leider ohne Erfolg…

            Bin nach dieser Anleitung gegangen aber es funktioniert nicht
            https://www.youtube.com/watch?v=6QYJUvrb7m8

          • Jan sagt:

            Hallo Moritz,

            http://www.meinedomain.de ist ja „nur“ eine Subdomain von meinedomain.de. D.h. du musst hierfür eigentlich nur einen weiteren vHost anlegen:
            server {
            listen 80;
            listen 443 ssl http2;
            server_name www.meinedomain.de;

            ssl_certificate pfad/zum/cert;
            ssl_certificate_key pfad/zum/key;

            return 301 $scheme://meinedomain.de$request_uri;
            }

            Dieser sorgt dann dafür, dass sämtliche Requests (HTTP und HTTPS) von http://www.meinedomain.de auf meinedomain.de weitergeleitet werden.
            Ggf. müssen noch weitere Einstellungen für SSL hinterlegt werden. Nach dem Anlegen des vHosts den Webserver neu starten.

            Gruß,
            Jan

  • Daniel Schmid sagt:

    Hallo Jan,

    Besten Dank für Deine Ausführliche Anleitung. Dank dieser habe ich meine eigene Nextcloud seit einigen Monaten erfolgreich am laufen. Auch das Update auf NC 14 sowie regelmässige Backups klappen problemlos.

    Zwischendurch zeigte sich beim Herunterfahren der VM (auf meinem QNAP NAS) aber leider ein kleines Problem, welchem ich nun endlich auf die Schliche gekommen bin:
    Teilweise blieb der Shutdown Prozess beim Beenden der MariaDB einfach hängen und auch manuelles stoppen der MariaDB funktionierte nicht immer.

    Nun habe ich im Status der MariaDB gesehen, dass die MariaDB beim aufstarten zuerst eine Stunde der aktuellen Zeit voraus ist und erst nach ca. 30 Sekunden auf die aktuelle Zeit umstellt.

    Sobald ich die MariaDB stoppe oder die VM herunterfahre bevor die Startzeit der DB erreicht ist, bleibt diese „hängen“ bis die Startzeit erreicht ist.
    Wenn ich dasselbe > 1 Stunde nach einschalten mache, funktioniert alles tadellos.

    Der Abruf unter Linux mit timedatectl zeigt mir die korrekte lokale Uhrzeit und die korrekte UTC Uhrzeit an.

    Kennst Du zufällig einen Workaround, damit die MariaDB von anfang an mit korrekter Uhrzeit startet?

    Gruess
    Daniel

    • Daniel Schmid sagt:

      Hallo Jan,

      habe das Problem gerade selber gelöst.
      Aber hier noch die Lösung, falls jemand anders darüber stolpert…

      In der Datei mariadb.service (unter /lib/systemd/system) habe ich den Punkt Environment=“TZ=UTC“
      aktiviert. Obwohl wir nicht in dieser Zeitzone sind, stimmt nun die Zeit beim aufstarten von MariaDB.

      Möglicherweise hast Du eher eine Erklärung dafür.

      Besten Dank nochmals und Gruss
      Daniel

      • Jan sagt:

        Hallo Daniel,

        ok, das Problem scheint damit ja gelöst zu sein.
        Ich kann mir aber keinen Reim darauf machen, wodurch das Problem eigentlich verursacht wurde. Zu den Zeitzonen bei MariaDB gibt es zwar hier einige Infos, die wären aber in deinem Fall auch wenig hilfreich gewesen. Ähnliche Probleme konnte ich bisher auch noch nicht beobachten.

        Gruß,
        Jan

  • Bruno Herrmann sagt:

    Vielen Dank für dieses geniale Tutorial :-)

    Eine Problem habe ich bezüglich dem zusätzlichen installieren von phpmyadmin.
    Ich versuchte phpmyadmin zu installieren (das gelang auch) aber das zusammenspiel mit nginx funktioniert nicht.

    Ich habe phpmyadmin ohne apache2 und lighttpd installiert und bei „Configure database for phpmyadmin with dbconfig-commen“ YES gemacht. Password gesetzt und fertig.

    Schlussendlich möchte ich mehrere Websites betreiben.
    Folgendes habe ich versucht:
    https://www.linuxbabe.com/linux-server/install-phpmyadmin-nginx-ubuntu-16-04

    Bitte um Hilfe…. keine Ahnung was ich da falsch mache…

    • Jan sagt:

      Hi Bruno,

      da ja bereits eine Datenbank existiert, musst du bei der Frage „Configure database for phpmyadmin with dbconfig-common“ Nein wählen. Du erhält gleich mal Post mit ein paar weiteren Hinweisen. ;-)

      Gruß,
      Jan

  • Kai sagt:

    Ersteinaml vielen Dank für das umfangreiche Tutorial mit den ganzen Erklärungen.
    Leider habe ich ein Problem mit dem Abschluss des Nextcloud Setups.
    „Fehler! Das Datenverzeichnis /media/nextcloud kann nicht erstellt oder es kann darin nicht geschrieben werden.“ Ich arbeite mit einer Stroage Box welche ich auf /media/nextcloud gemounted habe. Daher habe ich auch /var/nextcloud_data immer mit /media/nextcloud ersetzt. Unter /etc/fstab habe ich die uid und gid von nginx eingetragen.
    Da das das erste Mal ist, dass ich überhaupt mit Linux arbeite verzeiht mir Bitte meine Unwissenheit aber was genau mache ich falsch?
    Gruß
    Kai

    • Jan sagt:

      Hi Kai,

      welches Dateisystem hat denn die Storage Box? Wenn hier z.B. mit NTFS gearbeitet wird, dann können die Rechte nicht „von Linux-Seite“ aus verwaltet werden.
      Ansonsten: Du hast sicher auch die open_basedir Einstellungen in den php-ini Dateien dementsprechend geändert, oder?

      Gruß,
      Jan

  • Frank sagt:

    Hi Jan,

    seit dem Update auf 14.0 bekomme ich folgende Meldung im Admin Menü von Nextcloud

    * Ihr Webserver ist nicht richtig konfiguriert um „/.well-known/caldav“ aufzulösen. Weitere Informationen hierzu finden Sie in der Dokumentation.

    * Ihr Webserver ist nicht richtig konfiguriert um „/.well-known/carddav“ aufzulösen. Weitere Informationen hierzu finden Sie in der Dokumentation.

    Eigentlich denke ich dass deine folgende Konfiguration von oben der Dokumentation entspricht die Nextcloud dazu bietet:

    location = /.well-known/carddav {
    return 301 $scheme://$host/nextcloud/remote.php/dav;
    }

    location = /.well-known/caldav {
    return 301 $scheme://$host/nextcloud/remote.php/dav;

    Kommt die Fehlermeldung evtl. nur da wir virtuelle Hosts verwenden oder ist das mit dem Update was kaputt gegangen. Eigentlich habe ich keine Probleme bemerkt bei der Kalendersynchronisation.

    • Jan sagt:

      Hallo Frank,

      diese beiden Anweisungen für die Well-Known-URLs müssen im Gateway-Host aufgenommen werden. Nextcloud meckert hier nämlich, wenn auf der „Root-URL“ (also z.B. meinedomain.de) diese Well-Known-URLs nicht erreichbar sind. Spezielle location-Blöcke im vHost zu Nextcloud reichen hier nicht aus.

      Allerdings sind dies wirklich nur Warnungen: Wenn du die Well-Known-URLs nicht verwendest, sondern immer „Deep-Links“ auf die DAV-Sachen nutzt, dann kann diese Warnung getrost ignoriert werden.

      Gruß,
      Jan

  • Michael sagt:

    Moin Jan,

    mit der aktuellen Version vom Nextcloud-Clienten erhalten ich bei nginx folgene Fehlermeldung:

    [error] 18323#18323: *24955 upstream prematurely closed connection while sending to client, client: XXX, server: XXX, request: „GET /nextcloud/ocs/v2.php/core/navigation/apps?absolute=true&format=json HTTP/1.1“, upstream: „http://127.0.0.1:82/nextcloud/ocs/v2.php/core/navigation/apps?absolute=true&format=json“, host: „XXX“

    Hast Du ne Idee?

    Herzliche Grüße
    Michael

    • Jan sagt:

      Hi Michael,

      also ich habe mit den neuen Desktop-Client (2.5.0) mal angesehen und ich bekomme hier nicht mal eine Verbindung zu meiner Cloud hin. Ich denke, dass der neue Client noch nicht sonderlich stabil ist und man daher noch etwas warten sollte, bis man das Update macht.

      Gruß,
      Jan

      • Michael sagt:

        Hallo Jan,

        bin wieder auf 2.3.3 (build 84) zurück. Schon komisch.

        Hier auch mal mein Filter (nginx-http-auth) für fail2ban. Vielleicht hilft es hier ja weiter. Hab die Syntax noch ein wenig angepasst.

        ^ \[error\] \d+#\d+: \*\d+ user „\S+“:? (password mismatch|was not found in „.*“), client: , server: \S*, request: „\S+ \S+ HTTP/\d+\.\d+“, host: „\S+“(, referrer: „\S+“)?\s*$

        ^ \[error\] \d+#\d+: \*\d+ access forbidden by rule, client: ,

        ^ \[error\] \d+#\d+: \*\d+ open\(\) \“.*\“ failed \(2: No such file or directory\), client: ,

        ^ \[error\] \d+#\d+: \*\d+ \“.*\“ \(is not found\) \(2: No such file or directory\), client: ,

        Herzliche Grüße
        Michael

        • Jan sagt:

          Hi Michael,

          wenn Version 2.3.3 funktioniert, dann würde ich erst einmal dabei bleiben.
          Ich denke auch nicht, dass dies etwas mit fail2ban zu tun hat.
          Einfach abwarten, bis der neue Client ausreichend stabil ist.

          Gruß,
          Jan

  • Manuel sagt:

    Hallo Jan,
    erst einmal vielen Dank für das Tutorial – leider bekomme ich beim aufrufen meiner URL „403 Forbidden“ der Zugriff auf das Verzeichnis /VAR/WWW wird nicht zugelassen. Ich bin leider auch nicht so bewandert in Ubuntu. Vielleicht kannst Du helfen, wäre sehr nett.
    LG Manuel

    • Jan sagt:

      Hi Manuel,

      greifst du direkt mit der Domain (ohne Unterverzeichnis) auf die Cloud zu?
      Dann wird dir diese Anweisung einen Strich durch die Rechnung machen:
      location = / {
      # Disable access to the web root, otherwise nginx will show the default site here.
      deny all;
      }

      Du musst hier über meinedomain.de/nextcloud auf die Cloud zugreifen.

      Ansonsten schau doch mal ins error.log von nginx, mit welchem Request er einen HTTP 403 Fehler bekommt.

      Gruß,
      Jan

  • Hans sagt:

    Vielen Dank für die Super Anleitung.
    Ich habe mit der Federation Funktion ein Problem Log Ausgabe:

    Error federation remote server (http://meinedomain/nextcloud) didn’t send a valid token (got „XXXXXXX“ but expected „YYYYYYYY“) while getting shared secret

    Weil die Fehlermeldung in der URL nur http und nicht https stehen hat könnte an dem Gateway Konfiguration liegen?

    • Jan sagt:

      Hi Hans,

      habe mal eben Federation Shares mit mehreren Cloud-Inszanzen ausprobiert, bei mir tritt dieser Fehler nicht auf.
      Eigentlich sollte das mit HTTP/HTTPS auch kein Problem sein, da sämtliche Anfragen über HTTP automatisch auf HTTPS umgeleitet werden. Fehlt bei dir hier evtl. im server-Block für HTTP folgende Anweisung:
      location / {
      # Enforce HTTPS
      # Use this if you always want to redirect to the DynDNS address (no local access).
      return 301 https://$server_name$request_uri;

      # Use this if you also want to access the server by local IP:
      #return 301 https://$server_addr$request_uri;
      }

      Gruß,
      Jan

  • Tobias sagt:

    Hallo,

    erst einmal – super verständliche Anleitung! Großes Lob!

    Ich habe meinen V-Server von Strato genau wie nach dieser Anleitung eingestellt. Funktioniert auch alles super.
    Nur wenn ich in Window die Nextcloud über WebDAV als Netzlaufwerk verbinde, dauern die Uploads extrem lange. An der Verbindung kann es eigentlich nicht liegen: Upload von 21 Mbits/s und laut Strato eine 100 MBit Anbindung. Lade ich mehrere Dateien hoch, laden diese durchschnittlich mit 20 – 90 KB/s hoch. Woran kann das liegen? Gibt es eine Lösung dafür?

    Der Download und das abrufen der Dateien funktionieren einwandfrei und schnell.

    Viele Grüße
    Tobias

    • Jan sagt:

      Hi Tobias,

      ich habe auch schon festgestellt, dass das Einbinden eines WebDAV-Laufwerks in Windows nicht gerade stabil/schnell ist.
      Abhilfe schafft wohl nur das Ausweichen auf ein externes Tool (wie z.B. MountainDuck).

      Gruß,
      Jan

      • Thomas sagt:

        Hallo,
        gibt es noch andere Optionen, um unter Windows / Linux ein Laufwerk einzubinden, das auf einen Nextcloud-Ordner verweist?

        Hintergrund der Frage ist, dass ich für jeden Benutzer die Daten, die typischerweise im Home-Verzeichnis liegen, zentral auf einem Server ablegen will bei gleichzeitigem Zugriff von überall.
        Im LAN würde man typischerweise eine SAMBA Freigabe einrichten.

        • Jan sagt:

          Hi Thomas,

          also unter Linux sollte das eigentlich kein Problem sein. Entweder über die Oberfläche, oder per davfs2. Das ganze ist hier recht gut beschrieben.
          Unter Windows ist mir als Bordmittel nur das Einbinden als Netzlaufwerk bekannt. Ich habe aber hier einen Hinweis gefunden, was man machen kann, wenn WebDAV-Verbindungen langsam/instabil sind. Vielleicht hilft das ja bei dir schon.

          Ansonsten hilft hier wohl nur der Einsatz des Sync-Clients. Dann liegen die „Live-Daten“ zwar nicht in der Cloud, werden allerdings stets dorthin synchronisiert.

          Gruß,
          Jan

          • Thomas sagt:

            Hallo Jan,
            unter Windows habe ich keine Probleme mit der Einrichtung und Nutzung des WebDAV. Deshalb gehe ich davon aus, dass dies dann auch unter Linux funktionieren wird.

            Ich bin nur etwas unentschlossen ob ich ein Netzwerkverzeichnis oder Sync-Client nutzen soll. Der Sync-Client hätte den Nachteil, dass ich für dieselben Dateien Speicherplatz auf den jeweiligen Clients belege. Vielleicht konfiguriere ich einen Hybrid aus Netzwerkverzeichnis und Sync-Client.

            Gruß
            Thomas

          • Jan sagt:

            Hi Thomas,

            wenn es per Netzwerkverzeichnis unter Windows und Linux stabil funktioniert (vorher mal testen, bevor es produktiv eingesetzt wird), dann kannst du dir due Sache mit dem Sync-Client eigentlich sparen.

            Gruß,
            Jan

  • Tom sagt:

    Das ist wirklich eine super Anleitung !
    Vielen Dank dafür.

    Ich habe meine Nextcloud vom Synology-NAS auf eigenen Home-Server umgezogen und habe u.a. diese Anleitung verwendet. Dabei habe ich Nextcloud im root-Ordner installiert da ich eine eigene (Sub-)Domain (die auf die DynDNS verweist) habe.
    Am Ende hat alles auf Anhieb und ohne Probleme funktioniert !

    Eine Frage habe ich noch zum Certbot :
    Wird Certbot nach der Erneuerung der Zertifikate nginx-Konf. nachladen oder sogar den Server neu starten ?

    Ich denke nicht, von daher habe ich in dem Cerbot-Script unter
    /etc/cron.d/certbot noch folgendes dran gehängt :
    –renew-hook „service nginx reload“

    Ich habe zwar kein PayPal, lasse dir aber über einen Bekannten mit PayPal-Account eine kleine Spende zukommen.

    • Jan sagt:

      Hi Tom,

      also meine Systeme laufen schon sehr lange und ich musste die nginx Konfiguration bei Erneuerung der Zertifikate eigentlich nie nachladen. Der automatisch eingerichtete Cronjob für certbot scheint sich hier um alles zu kümmern. Ein renew-hook wird hier denke ich aber auch nicht schaden.

      An dieser Stelle bedanke ich mich schon mal im Voraus für die Spende!

      Gruß,
      Jan

  • Rafael sagt:

    Hallo,

    ich habe die nextcloud installiert, soweit funktioniert auch alles. Leider kann ich keine Dateien herunterladen, hier wird folgendes angezeigt.

    Internal server error

    Technische Details
    Entfernte Adresse: IP Adresse, vermutlich die des PCs der zugreifen will
    Anfragekennung: hhM8FPQklk3DUNDfoyH

    Außerdem kann ich nur von anderen Netzen auf die Nextcloud zugreifen, nicht aus dem Netz, an dem die Cloud hängt.

    Vielen Dank für die Hilfe!

  • Patrick g. sagt:

    Hey,
    Super Artikel auch wenn ich noch nicht ganz durch bin. Ich hätte aber ein paar Fragen, und zwar habe ich es so gemacht wie bei dir, da ist mir aufgefallen, dass wenn man die default.conf ändert zu default.conf_disabled in dem ordner /etc/nginx/conf.d/ und den webserver neustartet die default Seite trotzdem angezigt wird. Nun habe ich sie gelöscht und mir wird dann 403 forbidden angezeigt mit einen strich darunter und da steht nginx. Wie bekomme ich Nginx von den Fehlerseiten komplett entfernt? Habe schon gegooglet und so wie ich es verstanden habe geht das mit eigenen Fehlerseiten. Aber ich weiß nicht wo man die anlegt und wie man die aktiviert. Würde mich freuen hier hilfe zu bekommen.

    Gruß

    Patrick

    • Jan sagt:

      Hallo Patrick,

      mit dem Umbenennen der default.conf sollte die Default-Seite eigentlich nicht mehr angezeigt werden. Existieren bei dir evtl. die Verzeichnisse /etc/nginx/sites-available und /etc/nginx/sites-enabled?
      Wie dem auch sei, warum soll keine nginx Fehlerseite angezeigt werden? Die einzige Information, die damit preisgegeben wird, ist, dass du nginx als Webserver verwendest.
      Wie du eigene Standard-Fehler-Seiten verwenden kannst, ist übrigens hier recht gut beschrieben.

      Gruß,
      Jan

      • Patrick g. sagt:

        Die beiden Ordner waren garnicht angelegt worden sites-available und sites-enabled im verzeichnis /etc/nginx/ . Soll man die manuel anlegen?
        Es hatte mich nur sehr gewundert, dass es trotzdem der Fall, dass die deafult angezeigt wurde. Ich hatte es ja gelöst indem ich die Datei einfach gelöscht hatte.
        Vielen Dank für den Link ich werde mal schauen. Bei der Suche nach eigenen Fehlerseiten, bin ich darauf Aufmerksam geworden, dass man auch gewisse tools die ein ganzes System nach schwachstellen durchforsten wie z.B. nmap man auch blockieren kann. Vielleicht wäre das eine Sinnvolle ergänzung zu deinem Toturial im Punkt Sicherheit. Ich setzte den Link einfach mal drunter.
        Leider weiß ich nicht genau wie man das einbindet.

        https://www.unixteacher.org/blog/linux/blocking-access-by-user-agent-in-nginx/

        • Jan sagt:

          Hi Patrick,

          nein, wenn diese Ordner nicht da sind, sollte man diese auch nicht manuell anlegen. Ich hatte nur die Vermutung, dass bei deiner Installation irgendwie das alte „Apache-Schema“ mit sites-available/sites-enabled aktiviert wurde. Das scheint aber nicht der Fall zu sein.

          Klar, um erste Anhaltspunkte auf Schwachstellen zu bekommen, nutzt man häufig nmap. Man muss dann eben nur wissen, was man mit den Infos anfangen soll, die das Tool ausspuckt. Solange nur der Webserver auf dem System läuft, sollte es reichen, immer schön Updates einzuspielen (was man ja eh immer machen sollte). Dass nginx als Webserver verwendet wird, findest du aber auch anders raus, da wird kein Hacker eine 403 oder 404 Fehlerseite aufrufen.

          Gruß,
          Jan

  • Louis sagt:

    Vielen Dank für die Anleitung. Ich möchte demnächst ein Ubuntu Server mit NextCloud aufsetzen und habe dazu noch zwei Fragen:

    1. Ich würde gerne den Ubuntu Server und die NC Installation auf eine SSD legen. Die Userdaten (großen Datenmengen) würde ich gerne auf eine HDD legen. Kann ich das bereits bei der Installation von NC berücksichtigen?

    2. Ist die Anleitung mit NC 15 auch so durchführbar?

    Vielen Dank :)

    • Jan sagt:

      Hi Louis,

      wenn das Datenverzeichnis auf einer anderen/externen Festplatte liegen soll, dann muss dies bereits bei der Installation von Nextcloud berücksichtigt werden, da man ein Datenverzeichnis nachträglich (offiziell) nicht mehr verschieben kann. Also direkt beim Nextcloud-Setup das Datenverzeichnis auf die HDD legen.

      Die Anleitung ist natürlich auch für NC 15 gültig. Ich habe aber soeben nochmal ein paar Anpassungen vorgenommen, so dass das Tutorial nun speziell für NC 15 ist.

      Gruß,
      Jan

      • Louis sagt:

        Vielen Dank für die schnelle Antwort.

        Dank deiner Anleitung hat alles super funktioniert.

        Jetzt steht noch eine Warnmeldung im Menü:

        Bei einigen Spalten in der Datenbank fehlt eine Konvertierung in big int. Aufgrund der Tatsache, dass das Ändern von Spaltentypen bei großen Tabellen einige Zeit dauern kann, wurden sie nicht automatisch geändert. Durch Ausführen von „occ db: convert-filecache-bigint“ können diese ausstehenden Änderungen manuell übernommen werden. Diese Operation muss ausgeführt werden, während die Instanz offline ist. Weitere Einzelheiten findest Du auf der zugehörigen Dokumentationsseite.
        filecache.mtime
        filecache.storage_mtime
        Bitte überprüfen Sie noch einmal die Installationsanleitungen ↗ und kontrollieren Sie das Protokoll auf mögliche Fehler oder Warnungen.

        Überprüfen Sie die Sicherheit Ihrer Nextcloud mit unserem Sicherheits-Scan

        Leider konnte ich die Fehlermeldung bis jetzt nicht beheben.
        Man soll die Datenbank ja umformatieren.
        Ich habe dazu folgenden Befehl gefunden:
        sudo -u www-data php occ db:convert-filecache-bigint

        Funktioniert leider nicht. Wie gehe ich da am besten vor?

        Viele Dank :)

        • Jan sagt:

          Hi Louis,

          also die Meldung mit bigInt sagt mir erst einmal nichts, aber ich habe hier eine Anleitung gefunden.
          Bevor du den Befehl ausführst, solltest du die Cloud in den Maintenance mode versetzen und den Webserver stoppen:
          sudo -u www-data php occ maintenance:mode --on
          service nginx stop

          Wenn das auch noch nicht geht: Was bringt der Befehl sudo -u www-data php occ db:convert-filecache-bigint für eine Fehlermeldung?

          Gruß,
          Jan

          • Kai sagt:

            Hi Jan,
            ich habe gerade eine neue Installation nach deiner Anleitung durchgeführt. Nach dem Ausführen des letzten Befehls
            sudo -u www-data php occ db:convert-filecache-bigint
            ist auch die letzte Meldung verschwunden.
            Viele Grüße
            Kai

          • Louis sagt:

            Es erschien die Meldung: „Could not open input file: occ“.
            Musste davor die Rechte von occ noch anpassen mit: sudo chmod 744 /var/www/nextcloud/

            Dann hat
            service nginx stop
            sudo -u www-data php occ maintenance:mode –on
            sudo -u www-data php occ db:convert-filecache-bigint
            auch funktioniert.
            Super!
            Danke!

  • Björn sagt:

    Moin Jan,

    vielen herzlichen Dank für deine Mühe, diese überaus lesenswerte und detaillierte Anleitung zu veröffentlichen. Ich habe sämtliche deiner Schritte bis zum erstmaligen Start der Nextcloud abgearbeitet, nachdem ich unseren Heimserver von 14.04.2 auf 18.04.1 komplett neu aufgesetzt habe. Ich bin im nachhinein mehrmals alle deine Schritte zur Kontrolle durchgegangen und kann keine Fehler erkennen. Vermutlich sehe ich nur den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr.

    Über die Fritzbox ist eine meinedomain.myfritz.net eingerichtet und die Ports 80 / 443 sind für den Server geöffnet. Diese Weiterleitungen funktionierten auf dem alten Server mit 14.04.2 und Owncloud klaglos.

    Die einzigen Unterschiede in meiner Verzeichnisstruktur für Nextcloud zu deiner ist:
    mkdir -p /media/user/cloud/nextcloud_data
    chown -R www-data:www-data /media/user/cloud/nextcloud_data

    Das Datenverzeichnis soll also auf einer separaten internen Festplatte liegen, die auch korrekt und ansprechbar über den Ordner /media ins System eingebunden ist.

    Dies alles als vorab Information.
    Aber nun hoffe ich auf dein geschultes Auge.

    Leider startet das Nextcloud Setup einfach nicht, wenn ich in Firefox die Adresse https://meinedomain.myfritz.net/nextcloud aufrufe. Es erscheint die Fehlermeldung:
    „Internal Server Error
    The server encountered an internal error and was unable to complete your request.
    Please contact the server administrator if this error reappears multiple times, please include the technical details below in your report.
    More details can be found in the webserver log.“

    Hier hatte ich die Vermutung, dass es an einer falschen Rechtevergabe liegen könnte, aber die sind gemäß deiner Anleitung korrekt.

    Der Inhalt des /var/log/ngninx/error.log hat folgendes dokumentiert:

    „Stack trace:
    #0 /var/www/nextcloud/lib/private/Log.php(329): OC\Log\File->write(‚PHP‘, ‚Uncaught Error:…‘, 3)
    #1 /var/www/nextcloud/lib/private/Log.php(218): OC\Log->writeLog(‚PHP‘, ‚Uncaught Error:…‘, 3)
    #2 /var/www/nextcloud/lib/private/Log.php(130): OC\Log->log(3, ‚Uncaught Error:…‘, Array)
    #3 /var/www/nextcloud/lib/private/Log/ErrorHandler.php(68): OC\Log->critical(‚Uncaught Error:…‘, Array)
    #4 [internal function]: OC\Log\ErrorHandler::onShutdown()
    #5 {main}
    thrown in /var/www/nextcloud/lib/private/Log/File.php on line 132“ while reading upstream, client: 127.0.0.1, server: 127.0.0.1, request: „GET /nextcloud/ HTTP/1.0“, upstream: „fastcgi://unix:/run/php/php7.2-fpm.sock:“, host: „meinedomain.myfritz.net“
    2018/12/13 19:17:39 [error] 2317#2317: send() failed (111: Connection refused) while resolving, resolver: 192.168.1.102:53
    2018/12/13 19:17:39 [error] 2317#2317: send() failed (111: Connection refused) while resolving, resolver: 192.168.1.102:53
    2018/12/13 19:17:39 [error] 2317#2317: *2510 FastCGI sent in stderr: „PHP message: PHP Fatal error: Uncaught Error: Call to undefined function OC\Log\json_encode() in /var/www/nextcloud/lib/private/Log/File.php:132
    Stack trace:
    #0 /var/www/nextcloud/lib/private/Log.php(329): OC\Log\File->write(‚PHP‘, ‚Error: Call to …‘, 3)
    #1 /var/www/nextcloud/lib/private/Log.php(218): OC\Log->writeLog(‚PHP‘, ‚Error: Call to …‘, 3)
    #2 /var/www/nextcloud/lib/private/Log.php(130): OC\Log->log(3, ‚Error: Call to …‘, Array)
    #3 /var/www/nextcloud/lib/private/Log/ErrorHandler.php(81): OC\Log->critical(‚Error: Call to …‘, Array)
    #4 [internal function]: OC\Log\ErrorHandler::onException(Object(Error))
    #5 {main}
    thrown in /var/www/nextcloud/lib/private/Log/File.php on line 132
    PHP message: PHP Fatal error: Uncaught Error: Call to undefined function OC\Log\json_encode() in /var/www/nextcloud/lib/private/Log/File.php:132
    Stack trace:
    #0 /var/www/nextcloud/lib/private/Log.php(329): OC\Log\File->write(‚PHP‘, ‚Uncaught Error:…‘, 3)
    #1 /var/www/nextcloud/lib/private/Log.php(218): OC\Log->writeLog(‚PHP‘, ‚Uncaught Error:…‘, 3)
    #2 /var/www/nextcloud/lib/private/Log.php(130): OC\Log->log(3, ‚Uncaught Error:…‘, Array)
    #3 /var/www/nextcloud/lib/private/Log/ErrorHandler.php(68): OC\Log->critical(‚Uncaught Error:…‘, Array)
    #4 [internal function]: OC\Log\ErrorHandler::onShutdown()
    #5 {main}
    thrown in /var/www/nextcloud/lib/private/Log/File.php on line 132“ while reading upstream, client: 127.0.0.1, server: 127.0.0.1, request: „GET /nextcloud/ HTTP/1.0“, upstream: „fastcgi://unix:/run/php/php7.2-fpm.sock:“, host: „meinedomain.myfritz.net“
    2018/12/13 19:17:44 [error] 2317#2317: send() failed (111: Connection refused) while resolving, resolver: 192.168.1.102:53
    2018/12/13 19:17:49 [error] 2317#2317: send() failed (111: Connection refused) while resolving, resolver: 192.168.1.102:53
    2018/12/13 19:17:54 [error] 2317#2317: send() failed (111: Connection refused) while resolving, resolver: 192.168.1.102:53
    2018/12/13 19:17:59 [error] 2317#2317: send() failed (111: Connection refused) while resolving, resolver: 192.168.1.102:53
    2018/12/13 19:18:04 [error] 2317#2317: send() failed (111: Connection refused) while resolving, resolver: 192.168.1.102:53
    2018/12/13 19:18:09 [error] 2317#2317: ocsp.int-x3.letsencrypt.org could not be resolved (110: Operation timed out) while requesting certificate status, responder: ocsp.int-x3.letsencrypt.org, certificate: „/etc/letsencrypt/live/meinedomain.myfritz.net/fullchain.pem“ “

    Hast du eine Idee warum das Nextcloud Setup nicht starten möchte?

    Herzliche Grüße,
    Björn

    • Jan sagt:

      Hi Björn,

      das einzige Auffällige ist hier in meinen Augen dieser Fehler:
      PHP message: PHP Fatal error: Uncaught Error: Call to undefined function OC\Log\json_encode()
      Ich vermute mal ein fehlendes Paket für PHP (und zwar php7.2-json). Hast du auch wirklich alle benötigetn Pakete installiert wie hier beschrieben?
      Evtl. hilft es auch, das Paket nochmal neu zu installieren: apt-get install --reinstall php7.2-json
      Danach am besten den kokmpletten Rechner nochmal neu starten.

      Gruß,
      Jan

      • Björn sagt:

        Hi Jan,

        vielen Dank für deine Hilfestellung.

        Ja, das Paket war gemäß deiner Anleitung installiert. Nach einem reinstall und reboot ändert sich aber nichts an der Tatsache, dass das Nextcloud Setup leider nicht startet. Es bleibt bei der oben genannten Fehlermeldung im Browser.

        Außer die Zeitangaben im /var/log/nginx/error.log hat sich inhaltlich nichts verändert.

        Hast du noch eine andere Idee?

        Herzliche Grüße,
        Björn

        • Jan sagt:

          Hi Björn,

          was gibt der befehl php -m aus? Wird hier das Json-Modul angezeigt?
          Wenn php-json richtig installiert ist, dann bin ich da ehrlich gesagt etwas überfragt. Einen solchen Fehler konnte ich bisher noch nicht beobachten.

          Da es sich dann eher um einen technischen Fehler handelt, der nun mit der Installation/dem Hosting nicht zu tun hat, würde ich an deiner Stelle mal einen Issue bei GitHub auf machen. Ich denke, dass dir da am schnellsten geholfen werden kann.

          Gruß,
          Jan

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