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Nextcloud auf Ubuntu Server 18.04 LTS mit nginx, MariaDB, PHP, Let’s Encrypt, Redis und Fail2ban

Nextcloud LogoHinweis: Dieser Artikel zeigt die Einrichtung von Nextcloud auf Ubuntu Server 18.04 LTS. Ein aktualisiertes Tutorial für Ubuntu 20.04 LTS ist hier zu finden: Nextcloud auf Ubuntu Server 20.04 LTS mit nginx, MariaDB, PHP, Let’s Encrypt, Redis und Fail2ban

 

Dieser Artikel beschreibt die Installation und Konfiguration von Nextcloud auf Ubuntu Server 18.04 LTS („Bionic Beaver“) mit nginx, MariaDB, PHP und Let’s Encrypt. Zur Verbesserung der Sicherheit und Performance wird ebenfalls die Einrichtung von Redis, Fail2ban und ufw behandelt.

Wer regelmäßig diesen Blog liest, wird der dies bestimmt bekannt vorkommen: Zu diesem Thema gab es bereits einige Artikel. Die letzte Anleitung (Nextcloud auf Ubuntu Server mit nginx, MariaDB, PHP, Let’s Encrypt, Redis und Fail2ban) war sehr ähnlich aufgebaut, jedoch kam seinerzeit Ubuntu Server 16.04 LTS zum Einsatz. Nach nun gut zwei Jahren ist im April 2018 eine neue LTS-Version von Ubuntu erschienen. Da sich hier bei der Installation und Konfiguration einiges geändert hat, ist es an der Zeit, dem Thema der selbstgehosteten Nextcloud einen neuen Artikel zu gönnen.

Update-Historie (letztes Update: 03.02.2020)
  • 03.02.2020:
    • Cipher Suite DHE-RSA-AES256-GCM-SHA384 entfernt.
  • 25.10.2019:
    • Anpassungen einiger Anweisungen im virtuellen Host von Nextcloud bzgl. PHP (Auslöser: Sicherheitslücke nginx/php-fpm, siehe hier).
  • 03.10.2019:
    • Anpassungen für Nextcloud 17:
      • Header X-Frame-Options
      • Regulärer Ausdruck für Fail2ban angepasst
  • 17.08.2019:
    • acme.sh sollte nicht mit Root-Rechten ausgeführt werden, daher wird für die Ausführung von acme.sh ein spezieller User angelegt.
  • 24.07.2019:
    • Anpassungen für TLSv1.3 (ssl_ciphers und ssl_ecdh_curve).
  • 15.06.2019:
    • ECDHE-RSA-AES256-SHA384 aus den ssl_ciphers entfernt (wird beim Qualys SSL Labs Test als „weak“ eingestuft).
  • 24.05.2019:
    • Erklärung für die Anweisung „resolver“ im Gateway-Host hinzugefügt.
  • 18.05.2019:
    • Hinweis hinzugefügt, dass bei der Generierung der Zertifikate am besten Copy&Paste und „Suchen & Ersetzen“ genutzt wird.
  • 26.04.2019:
    • Artikel komplett für Nextcloud 16 überarbeitet.
    • Manuelles Hinzufügen von Ubuntu-Paketquellen entfernt, da diese bei 18.04.2 standardmäßig enthalten sind.
    • Modifizierung der Datenbank für big int Support entfernt, da dies automatisch im Rahmen des Nextcloud-Setups erfolgt.
    • Der Cronjob für Nextcloud wird nun alle 5 Minuten ausgeführt (siehe Nextcloud Admin-Manual).
    • Eingesetzte Programm-Versionen aktualisiert.
  • 14.04.2019:
    • [arch=amd64] beim den Paketquellen für nginx (/etc/apt/sources.list.d/nginx.list) hinzugefügt.
    • Die Versionsangaben (php7.2-fpm) beim Installieren von PHP entfernt.
  • 12.04.2019:
    • Für den Versand von E-Mails von Fail2ban kommt nun msmtp zum Einsatz.
  • 07.03.2019:
    • Beim Setzen der SSL-Header wird nun der Parameter always mit angegeben, damit der Header unabhängig vom Response-Code geliefert wird.
  • 02.03.2019:
    • Anweisungen für ocm-provider bzw. ocs-provider im Gateway-Host hinzugefügt, da es ansonsten unter Nextcloud 15.0.5 zu Warnungen im Admin-Bereich kommt.
    • vHost für Nextcloud überarbeitet.
  • 27.02.2019:
    • Beschreibung zur Generierung der TLS-Zertifikate komplett auf acme.sh umgestellt, Anleitung für Certbot entfernt.
  • 02.02.2019:
    • Hinweis für acme.sh zum Generieren der TLS-Zertifikate hinzugefügt.
  • 21.01.2019:
    • Setzen von max_input_time = 3600 als PHP-Value im virtuellen Host von Nextcloud.
  • 03.01.2019:
    • Schritte zur Konvertierung der Datenbanktabellen auf big int nach dem Setup hinzugefügt.
  • 24.12.2018:
    • Verbesserung beim Anlegen der Datenbank für Nextcloud: Der UTF-8 Multibyte-Support wird nun gleich beim Anlegen der Datenbank aktiviert, so dass die Datenbank nicht mehr nach dem Nextcloud-Setup modifiziert werden muss.
    • Update der eingesetzten Programm-Versionen.
  • 19.12.2018:
    • Überarbeitung der virtuellen Hosts (Gateway-Host und vHost für Nextcloud): Überflüssige Anweisungen entfernt (proxy_set_header Answeiungen und locations für Well-Known-URLs/acme-challenge im Nextcloud vHost) und Konfiguration auf Nextcloud 15 abgestimmt.
    • Bei bestehenden Installationen bitte nochmals den Gateway-Host und den vHost für Nextcloud mit den bestehenden virtuellen Hosts abgleichen!
  • 15.12.2018:
    • Installation PHP: php-imagick hinzugefügt.
  • 12.12.2018:
    • Anpassungen für Nextcloud 15: Well-Known-URLs und angepasste Links.
  • 11.11.2018:
    • Informationen zu den Default-Werten in der Datei jail.local hinzugefügt.
  • 13.10.2018:
    • „Well-Known-URLs“ für DAV im Gateway-Host hinzugefügt, da es ansonsten ab Nextcloud 14.0.2 zu einer Warnung im Admin-Bereich kommt.
  • 04.10.2018:
    • Konfiguration der Paketquellen unter Ubuntu Server 18.04.1: Vor der Installation der Programme werden die Ubuntu-Repositories Universe, Multiverse und Restricted hinzugefügt.
  • 19.09.2018:
    • Fehler bei „Trusted Domains“ in der config.php von Nextcloud.
  • 07.09.2018:
    • Ergänzungen für Nextcloud 14.
      • Hinweis für Meldung „Die Verwendung des eingebauten PHP-Mailers wird nicht länger unterstützt“ hinzugefügt.
      • Links zum Nextcloud Administration Manual aktualisiert.
    • Im Gateway-Host wird die Referrer-Policy nun auf „no-referrer“ gesetzt.
    • Update der verwendeten Programm-Versionen.
  • 31.05.2018:
    • SSL-Konfiguration im Gateway-Host geändert: unter ssl_trusted_certificate wird nun die Datei chain.pem angegeben.
  • 02.06.2018:
    • Anleitung zum Aktivieren von 4-Byte-Support der Nextcloud-Datenbank hinzugefügt.
  • 07.06.2018:
    • Anleitung für nginx 1.15 überarbeitet (Achtung: veränderte Verzeichnisstruktur).
  • 08.06.2018:
    • Gateway-Host: Anpassung von ssl_ciphers und ssl_ecdh_curve.
    • Der SSL-Test sollte nun A+ (100%) ergeben.
  • 10.06.2018:
    • Warnung für die Aktivierung vom 4-Byte-Support hinzugefügt, da dies auf manchen Systemen zu Problemen führen kann.
  • 13.06.2018:
    • Hinweis für Internet-Anschlüsse mittels DS-Lite hinzugefügt. Um die Schritte dieses Tutorials durchzuführen, wird ein „echter“ IPv4-Anschlus benötigt.
    • Hinweis auf Zertifikat-Erneuerung durch Certbot überarbeitet, da bei der Installation automatisch ein Cronjob eingerichtet wird.

 

Inhalt

Motivation, Voraussetzungen und Konzept des Artikels

Wer meine Artikel regelmäßig liest, wird sicher wissen, dass ich großen Wert darauf lege, Wissen zu vermitteln. Das ist zunächst auch das Ziel dieses Tutorials. Da die Schritte zur Installation der eigenen Cloud im Prinzip einfach von oben nach unten abgearbeitet werden könnten, würde hier auch eine einfache Liste mit Anweisungen/Kommandozeilen-Befehlen reichen. Dennoch ist es meiner Meinung nach wichtig zu wissen, was man hier tut, anstatt einfach nur ein paar Befehle auf der Kommandozeile zu kopieren – besonders bei einer eigenen Cloud, in der u.U. auch sensible Daten gespeichert werden. Daher möchte ich mit dem Artikel Hintergrundwissen vermitteln, so dass der Leser nach Durcharbeiten des Tutorials die Zusammenhänge und Hintergründe versteht und somit auch eigene Lösungen bei evtl. auftretenden Problemen erarbeiten kann.

Ziele

Neben der Wissensvermittlung werden mit dem Artikel folgende konkrete Ziele verfolgt:

  • Installation der eigenen Nextcloud auf Ubuntu Server 18.04 LTS mit nginx, MariaDB und PHP.
  • Erhöhte Sicherheit der Cloud (PHP-Konfiguration, SSL, Nextcloud-Konfiguration laut Nextcloud Administation Manual).
  • Verschlüsselte Verbindung zur eigenen Cloud mittels HTTPS. Dazu kommt ein Zertifikat von Let’s Encrypt zum Einsatz.
  • Nextcloud soll in einem Unterverzeichnis des Webservers laufen und über die URL https://meinedomain.de/nextcloud erreichbar sein. Dadurch wird es möglich, neben der Cloud auch weitere Webanwendungen auf dem gleichen Server zu betreiben, siehe Zweite Web-Anwendung neben ownCloud/Nextcloud einrichten (am Beispiel WordPress).
  • In der Admin-Oberfläche von Nextcloud sollen keine Warnungen angezeigt werden.
  • Das Datenverzeichnis von Nextcloud soll außerhalb des www-Verzeichnisses liegen.
  • Verbesserung der Performance durch Verwendung von Redis für das Transactional File Locking.
  • Absicherung gegen Brute-Force-Attacken mit Fail2ban.
  • Einrichtung der Firewall ufw.

Zeitaufwand und Programm-Versionen

Zeitaufwand: ca. 3 Stunden

Eingesetzte Programm-Versionen:

  • Ubuntu Server 18.04.2 LTS („Bionic Beaver“)
  • Nextcloud 17.0.0
  • nginx 1.17.2
  • MariaDB 10.3.11
  • PHP 7.2.17
  • Redis 4.0.9
  • Fail2ban 0.10.2
  • OpenSSL 1.1.1

Voraussetzungen

Betriebssystem und Hardware

Als Betriebssystem kommt Ubuntu 18.04 LTS („Bionic Beaver“) zum Einsatz. Eine LTS-Version (Long Term Support) bietet sich für ein eigenes Cloud-Projekt an, da durch den verlängerten Support-Zeitraum (in diesem Fall fünf Jahre – bis April 2023) ein solches System über eine lange Zeit betrieben werden kann, ohne dass ein Distributions-Update zwingend erforderlich ist.

Prinzipiell kann aber auch jede andere Linux-Distribution (z.B. Debian) eingesetzt werden, die Schritte sollten überall nahezu identisch sein.

Die Hardware ist auch nicht entscheidend, erforderlich ist hierbei nur ein PC, auf dem Linux läuft. So ist es auch denkbar, das Tutorial auf einem Kleinstrechner wie dem  Raspberry Pi (Affiliate-Link) umzusetzen, da dieser weder viel Strom noch Platz braucht. Wenn etwas mehr Leistung benötigt wird, dann bietet sich auch ein Intel NUC (Affiliate Link) an.

Besonders interessant finde ich den Einsatz einer virtuellen Maschine (VM) für das Hosten der eigenen Cloud. Der Vorteil ist hierbei, dass bei virtuellen Systemen Snapshots angelegt werden können, die den Zustand der VM zu einem gewissen Zeitpunkt speichern. Im Notfall kann man dann die komplette virtuelle Maschine auf einen bestimmten Snapshot zurücksetzen. Darüber hinaus können virtuelle Systeme auch leicht in ein bestehendes Backup-Konzept mit eingebunden werden. Wie Ubuntu Server 18.04 als virtuelle Maschine unter Hyper-V eingerichtet und konfiguriert werden kann, zeigt der Artikel Ubuntu Server 18.04 LTS als Hyper-V Gastsystem installieren und optimal einrichten.

Zugriff per SSH

Nach der Installation wird man einen Server normalerweise „headless“ laufen lassen, d.h. ohne angeschlossenen Monitor, Maus oder weitere Peripheriegeräte. Der Zugriff findet dann in der Regel über SSH statt (z.B. mit dem Programm PuTTY). Mehr Infos zum Zugriff mittels SSH sind ebenfalls im Artikel Ubuntu Server 18.04 LTS als Hyper-V Gastsystem installieren und optimal einrichten zu finden.

DynDNS

Wenn die eigene Cloud nach der Installation auch aus dem Internet erreichbar sein soll, dann ist die Verwendung eines DynDNS-Dienstes ebenfalls eine Voraussetzung. DynDNS sorgt dabei dafür, dass die (öffentliche) IP des Servers immer auf eine DynDNS-Domain gemappt wird. Dies hat zum einen den Vorteil, dass man sich die (öffentliche) IP des Servers (genauer gesagt: des Routers) nicht merken muss. Sinnvoll wäre dies sowieso nicht, da sich nach der bei den meisten Providern üblichen Zwangstrennung nach 24 Stunden die IP-Adresse meistens ändert.
Zum anderen wird eine Domain für die Erzeugung des SSL-Zertifikats benötigt, da Let’s Encrypt keine Zertifikate für IP-Adressen ausstellen kann.

Welcher DynDNS-Dienst zum Einsatz kommst, spielt eigentlich keine Rolle. Ein solcher Dienst ist oftmals bei einem Hosting-Paket eines Webhosters bereits enthalten, so z.B. bei All-Inkl.com (Affiliate Link) im Paket „Privat Plus“.
Als kostenlosen Dienst mit gutem Support kann ich GoIP empfehlen.

Im Rahmen des Artikels verwende ich beispielhaft die Domain meinedomain.de. Diese Domain muss dann natürlich bei euch entsprechend angepasst werden.

Internet-Anschluss

Eine weitere Voraussetzung liegt beim Internet-Anschluss. In der heutigen Zeit nutzen viele Internet-Provider durch die Knappheit von IPv4-Adressen einen Mechanismus, der  Dual-Stack Lite (DS-Lite) genannt wird. Ohne nun genau auf die technischen Details einzugehen, werden im Netzwerk des Benutzers/Kunden IPv4-Adressen verwendet, nach außen (also Richtung Internet) handelt es sich jedoch um einen IPv6-Anschluss.

DS-Lite führt beim Kunden meist zu Problemen, da für portbasierte Protokolle (TCP, UDP), auf die wir im Rahmen des Tutorials angewiesen sind, keine Portfreigaben mehr eingerichtet werden können, da die Pakete an die öffentliche IP-Adresse des Kunden bereits beim Provider ausgefiltert werden.

Daher wird zum Hosten einer eigenen Cloud zwingend ein „echter“ IPv4-Anschluss benötigt. Mit einem DS-Lite-Anschluss ist es nicht möglich, mit der hier gezeigten Vorgehensweise eine eigene Cloud aufzusetzen.

Wer einen DS-Lite-Anschluss hat, kann evtl. eine Zusatz-Option für einen echten IPv4-Anschluss beim Provider dazu buchen. Falls der Provider eine solche Option nicht direkt anbietet, kann es oftmals auch helfen, beim Provider anzurufen und nach einer solchen Option zu fragen, die dann evtl. manuell gebucht werden kann.

Root-Rechte auf dem Server

Für die Installation und oftmals auch die Konfiguration von Programmen sind unter Linux meistens Root-Rechte erforderlich. Damit nicht vor jeden Befehl ein sudo mit angeführt werden muss, ist es empfehlenswert, sich am Anfang der Installation/Konfiguration einmalig Root-Rechter mit dem Befehl sudo -s zu verschaffen. Für die Dauer der Anmeldung arbeitet man dann mit Admin-Rechten auf dem System. Man sollte sich am Ende der Arbeiten allerdings wieder mit dem Befehl exit abmelden – ein dauerhaftes Arbeiten mit Root-Rechten ist nicht empfohlen.

Konzept

Dieser Artikel unterscheidet sich von vielen anderen Tutorials zum Thema Nextcloud. Der folgende Abschnitt beschreibt daher, was die Eckpfeiler dieses Artikels sind und welches Konzept sich dahinter verbirgt.

LEMP-Stack statt LAMP-Stack

Wenn es um das Webhosting geht, dann habt ihr sicher schon einmal von einen LAMP-Stack gehört. Darunter versteht man ganz einfach nur bestimmte Programme, die häufig zum Hosting von Websites verwendet werden: Linux (Betriebssystem), Apache (Webserver), MySQL (Datenbank) und PHP (Skriptsprache). Setzt man die Anfangsbuchstaben dieser Programme zusammen, versteht man, warum diese Konstellation als LAMP-Stack bezeichnet wird.

Ein sog. LEMP-Stack ist nun einfach eine Variante dieses Software-Pakets: Als Grundlage kommt hier auch Linux als Betriebssystem zum Einsatz, allerdings wird nginx als Webserver verwendet. Im Rahmen dieses Artikels habe ich mich auch gegen MySQL und für MariaDB entschieden. PHP kommt aber auch hier zum Einsatz, allein aus dem Grund, dass Nextcloud eine PHP-Anwendung ist. Die Bezeichnung LEMP-Stack ergibt sich wieder aus dem Anfangsbuchstaben der Programme (das „E“ kommt von der Aussprache von nginx: „Engine-X“).

Warum nutze ich hier also „abweichend vom Standard“ eine andere Software-Konfiguration? nginx als Webserver und MariaDB als Datenbanksystem bieten hier einige Vorteile:

  • nginx arbeitet im Allgemeinen ressourcenschonende als Apache. Hintergrund ist die Art und Weise, wie hier Web-Requests abgearbeitet werden: Apache erstellt pro Verbindung mit einem Client neue Threads bzw. Prozesse. Die Erzeugung derselben ist allerdings teuer, da vergleichsweise viel Rechenleistung benötigt wird.
    nginx geht hier etwas anders vor: Der alternative Webserver arbeitet mit einem sog. Thread-Pool, d.h. hier werden bei Start des Programms verschiedene Threads „im Voraus“ erzeugt, die dann Requests der Clients abarbeiten. Wenn die Arbeit eines Threads beendet ist, kann dieser Thread für den nächsten Request wiederverwendet werden. Dies ist besonders auf leistungsschwacher Hardware (wie z.B. einem Raspberry Pi) von Vorteil, da nginx weniger speicherintensiv zu Werke geht.
  • MariaDB ging aus einem Fork von MySQL hervor und ist zu diesem binärkompatibel. Damit ist MariaDB ein sog. Drop-In-Replacement zu MySQL (quasi ein 1:1 Ersatz). Daher müssen bei den darauf aufbauenden Anwendungen keine Änderungen am Quellcode vorgenommen werden. Ebenfalls sind alle Tools und Programme, die für MySQL entwickelt wurde auch automatisch mit MariaDB kompatibel.
    Durch die Binärkompatibilität ergeben sich hier nicht wirklich große Unterschiede zu MySQL. Allerdings steht hinter MariaDB kein großes Unternehmen (wie Oracle bei MySQL), sondern es handelt sich dabei um „echte“ Open-Source-Software. So setzen mittlerweile viele Linux-Distributionen MariaDB als Standard-Datenbanksystem ein. Somit sieht es so aus, als ob MariaDB das zukunftssicherere System wäre, was nicht „unter der Fuchtel“ eines Großkonzerns steht. Aus diesem Grund habe ich im Rahmen des Artikels MariaDB als Datenbanksystem den Vorzug gegeben.

Virtuelle Hosts und Konfigurations-Dateien von nginx

Bevor es hier etwas konkreter wird, ist es sinnvoll, sich etwas mit den Konfigurationsdateien von nginx zu beschäftigen. Der Webserver verwendet – wie schon Apache – sog. virtuelle Hosts (vHosts). Ein virtueller Host ist dabei erst einmal eine reine Textdatei, die die Webserver-Konfiguration für genau eine Website beschreibt. Folgende Dateien/Verzeichnisse sind dabei wichtig:

  • /etc/nginx/nginx.conf: Das ist zunächst einmal die globale Konfiguration des Webservers. Hier werden alle globalen Einstellungen definiert, die für alle Websites gelten sollen.
  • /etc/nginx/conf.d: In diesem Verzeichnis sucht der nginx nach virtuellen Hosts. Ein solcher vHost muss in diesem Verzeichnis liegen und mit der Dateiendung *.conf gespeichert werden. Andere Dateien, die nicht mit .conf enden, werden beim Start des Webservers ignoriert.

Die Einstellungen werden dabei vererbt: Die globalen Einstellungen gelten dabei für alle vHosts, daher müssen diese nicht in jedem virtuellen Host neu definiert werden. Allerdings kann ein vHost auch jederzeit die globalen Einstellungen überschreiben. Diese gelten dann nur im Kontext dieses einzelnen virtuellen Hosts.

Hinweis bei abweichender Verzeichnisstruktur bei nginx

Je nach verwendeter nginx-Version (siehe weiter unten), kann es sein, dass die Verzeichnisstruktur etwas abweicht. Am besten überprüft man direkt nach der Installation, wo der default-vHost zu finden ist. Wenn dieser im oben genannten Verzeichnis gespeichert ist, dann können die Schritte des Tutorials einfach weiter befolgt werden.

Wenn der default-vHost allerdings nicht in /etc/nginx/conf.d zu finden ist, dann liegt dieser meist unter /etc/nginx/sites-enabled. In diesem Fall kommt eine alternative Verzeichnisstruktur bei nginx zum Einsatz. In diesem Fall läuft die Verwaltung der virtuellen Hosts etwas anders ab:

  • /etc/nginx/sites-available: In diesem Verzeichnis sind die virtuellen Hosts enthalten, die nginx beim Start nicht lädt. Wenn man einen neuen vHost anlegt, dann nutzt man meist normalerweise dieses Verzeichnis. Die Dateiendung ist dabei egal und man lässt diese für gewöhnlich weg.
  • /etc/nginx/sites-enabled: Hier sind die vHosts enthalten, die der Webserver beim Starten lädt.
  • Um einen virtuellen Host zu aktivieren, muss sich dieser also im Verzeichnis sites-enabled befinden. Um nun nicht mit zwei unterschiedliche Dateien unter sites-available und sites-enabled hantieren zu müssen, kann einfach eine symbolische Verknüpfung für einen vHost angelegt werden. Wenn beispielsweise ein (deaktivierter) vHost /etc/nginx/sitesavailable/meinedomain.de aktiviert werden soll, dann wird eine solche Verknüpung mit diesem Befehl angelegt:
    ln -s /etc/nginx/sites-available/meinedomain.de /etc/nginx/sites-enabled/

Wenn diese alternative Verzeichnisstruktur bei nginx zum Einsatz kommt, dann ist im weiteren Verlauf des Artikels darauf zu achten, die Dateien der virtuellen Hosts an der richtigen Stelle zu platzieren.

Die Aufteilung in mehrere virtuelle Hosts

Was macht diesen Artikel nun besonders? In den meisten Tutorials zum Thema Nextcloud wird eben nur die eigene Cloud auf dem Server gehostet und ist dann direkt über die Root-Domain (also z.B. https://meinedomain.de) erreichbar. Das ist zunächst einmal kein Problem, wenn ausschließlich Nextcloud auf dem System gehostet werden soll. Aber was, wenn man sich die Möglichkeit offenhalten will, weitere Websites oder Webanwendungen auf dem gleichen Server zu hosten?

Hier gibt es prinzipiell mehrere Möglichkeiten, allerdings sollte man sich im Vorfeld Gedanken machen, wie dies mit virtuellen Hosts umgesetzt werden kann.

  • Ein einzelner virtueller Host:
    Dies ist vermutlich die naheliegendste Lösung. Hierbei werden alle Webanwendungen (bzw. die entsprechenden Webserver-Konfigurationen) in einem einzelnen virtuellen Host definiert. Das macht die Sache allerdings auf fehleranfällig, da ein kleiner Fehler in diesem virtuellen Host den ganzen Webserver und damit auch alle Websites lahmlegen kann. Ebenfalls kann eine Webanwendung nicht „mal eben schnell“ deaktiviert werden, da dazu sämtliche Anweisungen im virtuellen Host gelöscht oder auskommentiert werden müssten.

    Schematische Darstellung: Einzelner vHost für mehrere Webanwendungen

    Schematische Darstellung: Einzelner vHost für mehrere Webanwendungen

  • Ein virtueller Host pro Webanwendung:
    Ein besserer Ansatz zur Trennung der einzelnen Websites ist die Verwendung eines vHosts pro Website. Durch die strikte Trennung ist diese Lösung deutlich flexibler und weniger fehleranfällig.
    Allerdings gibt es hier evtl. ein Problem: Ein virtueller Host wird durch den Server-Namen (die Domain) und einen Port definiert. Um einen Client-Request genau einer Website zuordnen zu können, muss sich daher die Kombination Domain/Port für jede Website unterscheiden. Dieses Ziel kann man zum einen durch den Einsatz unterschiedlicher (Sub-)Domains erreichen. Im Rahmen des Artikels soll eine DynDNS-Domain verwendet werden und hier liegt evtl. das Problem: Viele Router bieten nur die Möglichkeit, eine einzelne DynDNS-Domain zu konfigurieren. Hier könnte man sich beim Einsatz mehrerer Domains mit einem sog. CNAME Resource Record behelfen, bei dem eine (Sub-)Domain einfach auf eine andere Domain (die DynDNS-Domain) gemappt wird.
    Die zweite Möglichkeit, eine Eindeutigkeit von Domain/Port zu erreichen ist natürlich die Verwendung der gleichen (Sub-)Domain bei unterschiedlichen Ports. Allerdings führt dies meistens zu Einschränkungen in der Benutzung der Webanwendungen. Wenn nämlich vom Standard (HTTP: 80, HTTPS: 443) abweichende Ports verwendet werden, müssen diese zum einen in der Firewall (Router) geöffnet werden, was Angreifern eine größere Angriffsfläche bietet. Zum anderen muss dann bei sämtlichen Client-Anwendungen die URL des entsprechenden Dienstes immer mit dem Port angegeben werden. Hier hat man dann meist einen erhöhten Aufwand bei der Einrichtung der Client-Anwendungen. Das macht diese Lösung (zumindest bei der Verwendung unterschiedlicher Ports) etwas unflexibel.

    Schematische Darstellung: Ein vHost pro Webanwendung (Eindeutigkeit durch unterschiedliche Ports)

    Schematische Darstellung: Ein vHost pro Webanwendung (Eindeutigkeit durch unterschiedliche Ports)

  • Gateway-Host + einzelne virtuelle Host pro Webanwendung:
    Die dritte Möglichkeit ist eine Mischung aus den beiden anderen Vorgehensweisen. Hierzu kommt ein sog. Gateway-Host zum Einsatz, der erst einmal alle Client-Request auf den Standard-Ports (80/443) entgegennimmt. Die einzelnen Websites laufen dabei nicht im Web-Root, sondern in Unterverzeichnissen. Der Gateway-Host nutzt nun die Reverse-Proxy-Fähigkeiten von nginx, um die Anfragen auf Grund des Ziels (Verzeichnis) an einen anderen vHost weiter zu leiten. Dazu gibt es dann pro Webanwendung wieder einen virtuellen Host. Diese verwenden immer den gleichen Server-Namen (die lokale IP), aber unterschiedliche Ports. Da die vHosts „hinter“ dem Gateway-Host nur Server-intern arbeiten und nur der Gateway-Host die direkte Schnittstelle zum Internet/den Clients ist, ist die Auswahl der Ports hier nebensächlich. Dadurch müssen hier auch keine weiteren Ports in der Firewall geöffnet werden, da sämtliche Webanwendungen scheinbar die Standard-Ports 80 und 443 verwenden. Welche Webanwendung letzten Endes angesprochen werden soll, wird nur durch das Unterverzeichnis des Web-Roots (und nicht durch die Kombination Domain/Port) festgelegt.

    Schematische Darstellung: Gateway-Host und einzelne vHosts pro Webanwendung

    Schematische Darstellung: Gateway-Host und einzelne vHosts pro Webanwendung

Jede dieser drei Möglichkeiten hat dabei ihre Vor- und Nachteile. Die dritte Vorgehensweise bietet jedoch zum einen Flexibilität und ist technisch auch einfach umzusetzen. Daher ist nun das Ziel und die Besonderheit dieses Artikels, dass Nextcloud in einem Unterverzeichnis des Webservers laufen soll, später also über die URL https://meinedomain.de/nextcloud aufgerufen werden soll.

Weitere Webanwendungen können dann ohne großen Aufwand neben der eigenen Cloud auf dem gleichen Webserver betrieben werden. In einem weiterführenden Artikel habe ich bereits beschrieben, wie neben der Nextcloud auch WordPress auf dem gleichen Server installiert werden kann: Zweite Web-Anwendung neben ownCloud/Nextcloud einrichten (am Beispiel WordPress).

Installation und Konfiguration aller benötigten Programme

Nach diesem eher theoretischen Teil des Artikels soll es nun in die Praxis gehen.

Als Basis für dieses Tutorial dient der Artikel Ubuntu Server 18.04 LTS als Hyper-V Gastsystem installieren und optimal einrichten, Voraussetzung ist also ein fertig installierter Ubuntu Server 18.04 LTS.

Ebenfalls sollte bereits eine statische IP-Adresse für den Server konfiguriert worden sein (die Vorgehensweise dazu ist auch im o.g. Artikel beschrieben). Ich gehe im weiteren Verlauf des Tutorials von der statischen IP 192.168.178.60 für den Server aus.

Betriebssystem-Updates

Zunächst wird das Betriebssystem auf den aktuellen Stand gebracht:

apt-get update && apt-get upgrade -V && apt-get dist-upgrade && apt-get autoremove 
reboot

Programm-Installation

Bevor Nextcloud selbst installiert werden kann, müssen zunächst einmal alle anderen Programme (Webserver, Datenbank und PHP) installiert werden.

Exkurs: Installation aus dem Ubuntu-Paketquellen vs. Installation aus den Hersteller-Paketquellen

Doch vorher noch kurz ein Hinweis zu den Installationen: Meistens sind die verwendeten Programme bereits in den offiziellen Ubuntu-Paketquellen enthalten. Daher spricht erst einmal nichts dagegen, die Programme auch aus diesen Paketquellen zu installieren. Jedoch handelt es sich meistens auf Grund der Stabilität um ältere Programmversionen, die ebenfalls keine größeren (Feature-)Updates mehr bekommen, sondern nur noch kleinere Updates für Fehlerbehebungen. Dadurch kommt ein System schnell mal „in die Jahre“ und man kann beispielsweise keine Funktionen nutzen, die erst in neueren Programmversionen geliefert werden.

Die Alternative dazu ist die Installation der entsprechenden Programme aus den (offiziellen) Repositories der jeweiligen Anbieter. Diese Programmversionen sind meist wesentlich aktueller und werden auch in regelmäßigen Abständen mit (Feature-)Updates versorgt. Meist unterscheiden die Hersteller dabei nochmals zwischen zwei (oder sogar mehr) Entwicklungs-Branches: Oftmals gibt es einen Stable-Branch, der möglichst stabil gehalten wird. Auch hier sind meist keine größeren Updates mehr zu erwarten und neue Features werden erst nach z.T. langer Zeit in diesen Branch mit aufgenommen. Daneben gibt es meist noch einen Mainline-Branch, der zwar auch stabil sein sollte, aber zeitnah mit Updates und neuen Features versorgt wird.

Die Entscheidung, welche Programm-Versionen bzw. Branches zum Einsatz kommen, liegt nun beim Anwender:

  • Wenn Stabilität die wichtigste Eigenschaft der Programme ist, dann sollten die offiziellen Ubuntu-Repositories verwendet werden.
  • Meistens möchte man ein System allerdings über einen längeren Zeitraum betreiben, z.B. bis zum Erscheinen einer neuen Ubuntu LTS-Version. Wenn man hier Wert auf Stabilität legt und trotzdem einigermaßen aktuelle Software einsetzen will, dann sollte man auf den Stable-Branch der Hersteller setzen.
  • Wer dagegen gern auf neue Features setzt und die Programme auf einem möglichst aktuellen Stand halten möchte, der sollte den Mainline-Brach der Software-Hersteller nutzen.

Meine Erfahrung hat gezeigt, dass die Mainline-Branches der Hersteller ausreichend stabil sind. Ebenfalls setze ich gern auf neue Features, die meistens Vorteile in Sachen Performance geben. Zu guter Letzt möchte ich verhindern, dass die Software mit der Zeit „herausaltert“. Daher nutze ich in diesem Tutorial meist die Mainline-Branches aus den offiziellen Paketquellen der Hersteller.

Wer sich hier für andere Programm-Versionen entscheidet, der muss dies beim Eirichten der entsprechenden Repositories im späteren Verlauf beachten und ggf. die Schritte geringfügig anpassen.

Hinweis für Raspberry Pi Benutzer: Oftmals verzichten die Software-Hersteller darauf, in ihren Paketquellen Programm-Versionen für die ARM-Architektur bereit zu stellen. In diesem Fall würde ein Hinzufügen der Hersteller-Repositories zu einem Fehler bei der Programm-Installation führen. In diesem Fall muss man auf die Paketquellen von Raspbian/Debian zurückgreifen und kann keine Hersteller-Repositories einbinden.

nginx

Das erste Programm, was installiert wird, ist der Webserver.

Paketquellen hinzufügen

Optional: Wer nicht die Paketquellen aus dem offiziellen Ubuntu-Repository nutzen möchte, muss zunächst die gewünschten Paketquellen zum System hinzufügen. Ich habe mich hier für die Mainline-Version von nginx entschieden, da diese noch mit (Feature-)Updates versorgt wird und trotzdem für meine Zwecke ausreichend stabil ist (siehe nginx Blogbeitrag). Für andere Ubuntu-Versionen oder gar andere Distributionen sind die Paketquellen ggf. anders anzugeben, siehe nginx: Linux packages.

Zunächst wird der Key der nginx-Repositories auf dem System bekannt gemacht. Dieser Schritt ist notwendig, damit es bei der späteren Installation zu keinen Warnungen kommt:

wget -O - http://nginx.org/keys/nginx_signing.key | apt-key add -

Anschließend werden die Paketquellen selbst hinzugefügt. Die originale Datei für die Paketquellen (/etc/apt/sources.list) wird dabei nicht modifiziert, sondern es wird eine eigene Datei für nginx angelegt:

nano /etc/apt/sources.list.d/nginx.list

Hier fügen wir folgenden Inhalt ein:

# Nginx (Mainline)
deb [arch=amd64] http://nginx.org/packages/mainline/ubuntu/ bionic nginx
deb-src [arch=amd64] http://nginx.org/packages/mainline/ubuntu/ bionic nginx
Installation nginx

Nach der Aktualisierung der Paketquellen kann der Webserver installiert werden:

apt-get update 
apt-get install nginx

Ob der Webserver korrekt läuft, kann man nach einem Neustart des Rechners durch den Aufruf der IP des Severs im Browser testen:

Der Webserver läuft

Der Webserver läuft

MariaDB

Also nächstes wird das Datenbank-System installiert.

Paketquellen hinzufügen

Bei MariaDB gibt es keine Unterscheidung zwischen Stable/Mainline, sondern nur Stable/Development. Allerdings gibt es mehrere Stable-Versionen, die parallel gepflegt werden. In den Ubuntu-Paketquellen ist ein „alter“ Stable-Release von MariaDB enthalten (10.1). Hier habe ich mich für den aktuellen Stable-Release (10.3) entschieden, da diese über einen längeren Zeitraum unterstützt wird (bis Mai 2023). Mehr Informationen zu den Releases von MariaDB gibt es in der MariaDB-Knowledgebase.

Zum einfachen Hinzufügen der MariaDB-Repositories gibt es ein praktisches MariaDB-Repository-Tool.

Wie schon bei nginx muss hier zunächst der Repository-Key bekannt gemacht werden, um später keine Warnungen zu erhalten:

apt-key adv --recv-keys --keyserver hkp://keyserver.ubuntu.com:80 0xF1656F24C74CD1D8

Die Paketquellen werden wieder in eine eigene Datei hinzugefügt:

nano /etc/apt/sources.list.d/MariaDB.list
# MariaDB 10.3 repository list
# http://downloads.mariadb.org/mariadb/repositories/
deb [arch=amd64] http://ftp.hosteurope.de/mirror/mariadb.org/repo/10.3/ubuntu bionic main
deb-src http://ftp.hosteurope.de/mirror/mariadb.org/repo/10.3/ubuntu bionic main
Installation MariaDB

Nun kann das Datenbanksystem installiert werden:

apt-get update 
apt-get install mariadb-server

Im Rahmen der Installation wird gleich nach einem Root-Passwort für MariaDB gefragt. Hier sollte man gleich ein ausreichend starkes Passwort wählen.

MariaDB: Angabe des Root-Passworts während des Setups

MariaDB: Angabe des Root-Passworts während des Setups

Wenn keine Abfrage nach dem Root-Passwort erscheint (z.B., wenn man keine Paketquellen für MariaDB hinzugefügt hat und die Version aus den Ubuntu Paketquellen installiert), dann wird das Passwort einfach später bei der Einrichtung von MariaDB vergeben.

PHP

In den Paketquellen von Ubuntu ist PHP 7.2 bereits enthalten. Hier gehe ich eher konservativ an die Sache heran, da in der Vergangenheit öfters mal Breaking Changes in neueren PHP-Versionen enthalten waren. Daher nehme ich hier die Version aus den Ubuntu-Repositories:

apt-get update 
apt-get install php-fpm php-gd php-mysql php-curl php-xml php-zip php-intl php-mbstring php-bz2 php-json php-apcu php-imagick

Werden später weitere PHP-Pakete benötigt (z.B. zum Einbinden von SMB-Speicher unter Nextcloud), so können diese auch zu einem späteren Zeitpunkt installiert werden. Die hier aufgeführten Pakete sind quasi nur die „Minimal-Ausstattung“.

Let’s Encrypt/acme.sh

Zum Erzeugen des SSL-Zertifikats wird nun noch Let’s Encrypt benötigt. Hier gibt es mittlerweile einige Client-Implementierungen. Hier empfehle ich gerne acme.sh. Dies ist ein reines Bash-Skript, daher entfällt die Installation von Programmen aus dem Paketquellen. Hintergründe und Details sind im Artikel Let’s Encrypt Zertifikate mit acme.sh und nginx enthalten.

Hinweis: acme.sh sollte nicht mit Root-Rechten (also auch nicht mit sudo) ausgeführt werden. Daher legen wir dafür einen speziellen User an.

Dieser wird folgendermaßen angelegt und anschließend der Gruppe www-data hinzugefügt:

adduser letsencrypt 
usermod -a -G www-data letsencrypt

Der User braucht nun die Berechtigungen, um nginx später ohne Passwort neu laden zu können:

visudo

Am Ende wird folgende Zeile hinzugefügt:

letsencrypt ALL=NOPASSWD: /bin/systemctl reload nginx.service

Für die Installation von acme.sh wechseln wird nun den User:

su - letsencrypt

Anschließend kann acme.sh installiert werden:

curl https://get.acme.sh | sh

Am Ende wechseln wir wieder auf den normalen User:

exit

Konfiguration Programme/Server

Die soeben installierten Programme sollten für einen optionalen Betrieb von Nextcloud noch angepasst/optimiert werden.

Konfiguration nginx

Zunächst wird die globale Konfiguration von nginx angepasst:

nano /etc/nginx/nginx.conf

In den meisten Fällen ist hier die Standard-Konfiguration schon recht gut geeignet, dennoch sollten einige Punkte überprüft/angepasst werden:

  • user: Gibt den Benutzer an, unter dem der Webserver läuft. Dies sollte immer www-data sein.
  • worker_processes: Die Anzahl der Threads, die nginx dazu verwendet, Client-Requests abzuarbeiten. Mit der Angabe auto wird pro CPU-Kern ein Thread angelegt, was in den meisten Fällen bereits die optimale Einstellung darstellt.
  • server_tokens: Mit der Angabe off sorgt man dafür, dass nginx keine Versions-Informationen preisgibt (z.B. auf Fehlerseiten). Daher sollte diese Option aus Sicherheitsgründen ausgeschaltet werden. Wenn diese Variable nicht vorhanden ist, muss man diese im HTTP-Block der Datei einfügen: server_tokens off;

Default-Seite deaktivieren

Nun ist es auch an der Zeit, die Default-Seite von nginx zu deaktivieren, da diese nur zur Überprüfung gedacht ist, ob der Webserver ordentlich läuft.

Dazu wird der virtuelle Host („default“) einfach aus dem Verzeichnis /etc/nginx/conf.d umbenannt, so dass dieser nicht mehr geladen wird und der Webserver anschließend neu gestartet:

mv /etc/nginx/conf.d/default.conf /etc/nginx/conf.d/default.conf_disabled 
service nginx restart

Konfiguration MariaDB

Die Datenbank muss nicht spezielle angepasst werden, jedoch ist diese nach der Installation noch nicht auf maximale Sicherheit getrimmt. Dies übernimmt folgender Befehl:

mysql_secure_installation

Wenn während der Installation ein Root-Passwort vergeben wurde, muss dies zunächst einmal eingegeben werden. Falls noch kein Root-Passwort festgelegt ist, sollte man spätestens an dieser Stelle unbedingt eines setzen.

Alle weiteren Fragen des Assistenten sollte man mit Ja (y) beantworten.

Konfiguration PHP

Bei PHP gibt es dann ein paar mehr Optionen die angepasst werden sollten.

In unserem Fall wird PHP über FPM (FastCGI Process Manager) betrieben. Dies ist eine performante Möglichkeit der Kommunikation zwischen PHP und dem Webserver. FPM definiert einen sog. Thread-Pool, der die Anfragen abarbeitet (ähnlich wie schon bei nginx). Die Konfiguration dazu ist in folgender Datei enthalten:

nano /etc/php/7.2/fpm/pool.d/www.conf

Folgende Anpassungen sollte man hier vornehmen:

  • user/group: Der Benutzer, unter dem PHP ausgeführt wird. Dies ist wieder unser Webserver-User, also
    user = www-data 
    group = www-data
  • listen: Die Kommunikation zwischen Webserver und PHP soll über einen Socket ablaufen. Dazu muss hier folgendes angegeben werden:
    listen = /run/php/php7.2-fpm.sock
  • Umgebungs-Variablen: Umgebungs-Variablen werden von PHP standardmäßig nicht veräußert, diese sind aber für den Betrieb von Nextcloud zwingend erforderlich. Dazu suchen wir nach dem Eintrag  Pass environment variables like LD_LIBRARY_PATH. ALL $VARIABLES are taken from the current environment (Shortcut für die Suche in nano: STRG + W). Alle Einträge, die hier mit env beginnen, sind hier auskommentiert. Durch das Entfernen der Semikola am Zeilenanfang werden die Kommentare entfernt und die Weitergabe der Umgebungs-Variablen aktiviert:
    env[HOSTNAME] = $HOSTNAME
    env[PATH] = /usr/local/bin:/usr/bin:/bin
    env[TMP] = /tmp
    env[TMPDIR] = /tmp
    env[TEMP] = /tmp

Neben der Pool-Konfiguration von PHP gibt es noch weitere Stellen, die angepasst werden sollten. Die in der Datei php.ini enthaltenen Anweisungen gelten dabei für alle PHP-Anwendungen. Die meisten Einstellungen können hier auf den Standard-Werten belassen werden. Anpassungen, die nur für eine Webanwendung speziell gelten sollen, werden nachher in den vHost-Dateien von nginx definiert.

Folgende Werte sollten in der php.ini angepasst werden:

nano /etc/php/7.2/fpm/php.ini
  • cgi.fix_pathinfo: Sorgt für eine sichere Interpretation von Pfadangaben:
    cgi.fix_pathinfo = 0
  • open_basedir: Schränkt den Zugriff von PHP auf das Webroot- und das temporäre Verzeichnis ein. Dadurch kann PHP aus Sicherheitsgründen auf sonst keine Dateien des Systems zugreifen oder diese verändern.
    open_basedir = /var/www/:/tmp/
  • memory_limit: Dieser Wert gibt an, wie viel Speicher ein PHP-Skript nutzen darf. Nextcloud benötigt später 512 MB als Memory Limit:
    memory_limit = 512M
  • opcache: Dies sind die Werte zum Konfigurieren des PHP OPcache (erhöht die Performance durch das Ablegen vorkompilierten Bytecodes in den Arbeitsspeicher). Diese Einträge sollten in der php.ini bereits vorhanden sein (allerdings auskommentiert). Eine Suche in der Datei sollte einiges an Tipparbeit sparen. Folgende Werte sind hier anzugeben:
    opcache.enable = 1
    opcache.enable_cli = 1
    opcache.memory_consumption = 128
    opcache.interned_strings_buffer = 8
    opcache.max_accelerated_files = 10000
    opcache.revalidate_freq = 1
    opcache.save_comments = 1

Neben FPM wird PHP allerdings noch auf eine andere Art und Weise verwendet, nämlich direkt über die Kommandozeile (CLI – Command Line Interpreter/Interface). Diese Art des Zugriffs wird für Cronjobs benötigt, die im Rahmen von Nextcloud laufen (sollten). Die Einstellungen für PHP-CLI befinden sich in einer separaten php.ini:

nano /etc/php/7.2/cli/php.ini

Folgende Einstellungen sollten an dieser Stelle angepasst werden:

  • cgi.fix_pathinfo: Wie oben beschrieben:
    cgi.fix_pathinfo = 0
  • open_basedir: Hier muss die Liste der Verzeichnisse etwas erweitert werden, da diese Option beim CLI-Zugriff nicht über den Webserver laufen und daher auch nicht in den vHosts überschrieben werden kann. Somit muss das spätere Nextcloud-Datenverzeichnis in die Liste mit aufgenommen werden, da der Nextcloud-Cronjob hier Zugriff benötigt:
    open_basedir = /var/www/:/tmp/:/var/nextcloud_data

Mit einem Neustart von PHP (FPM) werden die Änderungen übernommen:

service php7.2-fpm restart

Verzeichnisstruktur vorbereiten

Als nächstes werden die für die folgenden Schritte benötigten Verzeichnisse angelegt. Die Besitzrechte sollten dabei beim Webserver-User (www-data) liegen:

mkdir -p /var/www/letsencrypt
mkdir -p /var/www/nextcloud
mkdir -p /var/nextcloud_data
chown -R www-data:www-data /var/www
chown -R www-data:www-data /var/nextcloud_data

Anlegen des Gateway-Hosts

Als erstes wird nun der Gateway-Host in einer Minimal-Ausführung hinzugefügt:

nano /etc/nginx/conf.d/meinedomain.de.conf

Hier reichen zunächst folgende Zeilen:

server {
	listen 80 default_server;
    listen [::]:80 default_server;
	server_name meinedomain.de 192.168.178.60;
 
	root /var/www;
	
	location ^~ /.well-known/acme-challenge {
		proxy_pass http://127.0.0.1:81;
		proxy_redirect off;
	}		
}

Dieser virtuelle Host lauscht somit zunächst nur einmal auf Port 80 (HTTP) und hört auf die DynDNS-URL bzw. die lokale IP des Servers. Der einzige location-Block wird später für die Erzeugung des SSL-Zertifikats benötigt und leitet die Anfrage auf einen anderen virtuellen Host weiter (proxy_pass).

Anlegen des virtuellen Hosts für Let’s Encrypt

Damit auch ein Ziel für die Weiterleitung vorhanden ist, wird nun der vHost für Let’s Encrypt angelegt:

nano /etc/nginx/conf.d/meinedomain.de_letsencrypt.conf

Auch dieser virtuelle Host ist dabei sehr einfach aufgebaut:

server {
	listen 127.0.0.1:81;
	server_name 127.0.0.1;	
	
	location ^~ /.well-known/acme-challenge {
		default_type text/plain;
		root /var/www/letsencrypt;
	}
}

Dieser vHost lauscht auf 127.0.0.1:81. Der Port ist hier entscheidend, dieser muss mit der proxy_pass Direktive aus dem Gateway-Host übereinstimmen. Die Anweisungen listen und server_name sind auf die lokale Loopback-Adresse (127.0.0.1) festgelegt, so dass dieser vHost nur Server-intern (also nur lokal) aufgerufen werden kann. Der Zugriff „von außen“ erfolgt ausschließlich über den Gateway-Host.

Damit die virtuellen Hosts geladen werden, sollte der Webserver noch neu gestartet werden:

service nginx restart

SSL-Zertifikat mit Let’s Encrypt/acme.sh erzeugen

Der Webserver ist nun soweit vorbereitet, dass nun das SSL-Zertifikat generiert werden kann.

Port-Forwarding und DynDNS einrichten

Damit der Server nun auch aus dem Internet erreichbar ist, muss ein sog. Port-Forwarding im Router für die Ports 80 (HTTP) und 443 (HTTPS) für die IP des Servers (192.168.178.60) konfiguriert werden. Das Vorgehen unterscheidet sich dabei von Router zu Router, daher kann hier keine detaillierte Anleitung erfolgen. Hier sollte ein Blick in die Anleitung des Routers die gewünschten Informationen liefern. Oftmals beschreiben die Hersteller das genaue Vorgehen auch auf ihren Internet-Seiten. Beispielsweise findet man die Vorgehensweise für die Einrichtung von Port-Weiterleitungen für eine FritzBox auf den Hilfeseiten vom AVM.

Darüber hinaus muss der Router so konfiguriert werden, dass er sich korrekt an einem DynDNS-Dienst anmeldet, um so per DynDNS-Domain aus dem Internet erreichbar zu sein. Das Vorgehen hierzu hängt wieder vom verwendeten Router-Modell, aber auch vom DynDNS-Dienst ab. Wieder sind hier die Hersteller-Seiten des Routers (z.B. AVM), aber auch die Websites der jeweiligen DynDNS-Dienste (z.B. GoIP) die richtige Anlaufstelle, um diese Informationen zu ermitteln.

Generierung des SSL-Zertifikats

Hinweis: Wie bereits erwähnt, sollte acme.sh nicht mit Root-Rechten ausgeführt werden, daher müssen einige Vorbereitungen getroffen werden.

Zunächst legen wir die entsprechenden Verzeichnisse an und vergeben die erforderlichen Rechte:

mkdir -p /var/www/letsencrypt/.well-known/acme-challenge
chown -R www-data:www-data /var/www/letsencrypt
chmod -R 775 /var/www/letsencrypt
mkdir -p /etc/letsencrypt/meinedomain.de
chown -R www-data:www-data /etc/letsencrypt
chmod -R 775 /etc/letsencrypt

Anschliueßend wechseln wir auf den User, unter dem acme.sh ausgeführt werden soll:

su - letsencrypt

Das Zertifikat selbst wird nun mit einem Befehl generiert.

Tipp: Am besten übernimmt man den Befehl mittels Copy&Paste in einen beliebigen Text-Editor, mit dem man dann die Domain mit „Suchen und Ersetzen“ einfach durch die tatsächlich verwendete Domain einfügt. Auf diese Weise kann man Tippfehler vermeiden.

acme.sh --issue -d meinedomain.de --keylength 4096 -w /var/www/letsencrypt --key-file /etc/letsencrypt/meinedomain.de/key.pem --ca-file /etc/letsencrypt/meinedomain.de/ca.pem --cert-file /etc/letsencrypt/meinedomain.de/cert.pem --fullchain-file /etc/letsencrypt/meinedomain.de/fullchain.pem --reloadcmd "sudo /bin/systemctl reload nginx.service"

Nun sollte nach einigen Augenblicken das Zertifikat ohne Fehlermeldung erfolgreich generiert worden sein.

Die Zertifikat-Dateien findet man anschließend im Verzeichnis /etc/letsencrypt/meinedaomin.de:

  • cert.pem: Das öffentliche Zertifikat in Reinform
  • ca.pem: Öffentliches Zertifikat aus der sog. Keychain
  • fullchain.pem: Entspricht cert.pem + chain.pem
  • key.pem: Privates Zertifikat (diese Datei sollte man daher niemals weitergeben)

Im Anschluss wechseln wir wieder auf den normalen User:

exit

Diffie-Hellman-Parameter

Das soeben erzeugte SSL-Zertifikat ist der wichtigste Schritt, damit später sämtliche Verbindungen zur eigenen Cloud verschlüsselt ablaufen. Die Sicherheit dabei kann aber durch den Einsatz sog. Diffie-Hellman-Parameter weiter erhöht werden. Das Thema ist etwas komplexer, aber einfach ausgedrückt geht es hierbei um einen sicheren Schlüsselaustausch bei Verbindungsaufbau. Die Generierung der Parameter ist recht einfach.

Achtung: Auf schwächerer Hardware kann die Generierung hier einige Stunden dauern. Wer nicht so lange warten möchte, der kann auch einen Schlüssel mit „nur“ 2048 Bit errechnen lassen (die Zahl des zweiten Befehls gibt hierbei die Länge des Schlüssels in Bit an).

mkdir -p /etc/nginx/ssl 
openssl dhparam -out /etc/nginx/ssl/dhparams.pem 4096

Erneuerung der Zertifikate

Zertifikate von Let’s Encrypt sind nur 90 Tage lang gültig und müssen spätestens nach dem Ablauf dieser Zeitspanne erneuert werden.

Beim hier gezeigten vorgehen über acme.sh wird auf dem System ein Cronjob eingerichtet, der die Erneuerung der Zertifikate automatisch vornimmt. Hier muss man sich dann nicht mehr selbst um die Erneuerung der Zertifikate kümmern.

Gateway-Host für Nextcloud/SSL vorbereiten

Da nun ein SSL-Zertifikat vorhanden ist und Nextcloud später einen eigenen virtuellen Host spendiert bekommt, muss der Gateway-Host nun für die Verwendung von SSL und Nextcloud vorbereitet werden.

nano /etc/nginx/conf.d/meinedomain.de.conf

Die hinzuzufügenden Abschnitte sind hier markiert:

upstream php-handler {
    server unix:/run/php/php7.2-fpm.sock;
}

server {
	listen 80 default_server;
	listen [::]:80 default_server;
	server_name meinedomain.de 192.168.178.60;

	root /var/www;
	
	location ^~ /.well-known/acme-challenge {
		proxy_pass http://127.0.0.1:81;
		proxy_redirect off;
	}
	
	location / {
		# Enforce HTTPS
		# Use this if you always want to redirect to the DynDNS address (no local access).
		return 301 https://$server_name$request_uri;
		
		# Use this if you also want to access the server by local IP:
		#return 301 https://$server_addr$request_uri;
    }		
}

server {
	listen 443 ssl http2;
	listen [::]:443 ssl http2;
	server_name meinedomain.de 192.168.178.60;
  
	# Certificates used
	ssl_certificate /etc/letsencrypt/meinedomain.de/fullchain.pem;
	ssl_certificate_key /etc/letsencrypt/meinedomain.de/key.pem;
  
	# Not using TLSv1 will break:
	#	Android <= 4.4.40
	#	IE <= 10
	#	IE mobile <=10
	# Removing TLSv1.1 breaks nothing else!
	# TLSv1.3 is not supported by most clients, but it should be enabled.
	ssl_protocols TLSv1.2 TLSv1.3;
	
	# Cipher suite from https://cipherli.st/
	# Max. security, but lower compatibility 
	ssl_ciphers 'TLS-CHACHA20-POLY1305-SHA256:TLS-AES-256-GCM-SHA384:ECDHE-ECDSA-CHACHA20-POLY1305:ECDHE-RSA-CHACHA20-POLY1305:ECDHE-RSA-AES256-GCM-SHA512:DHE-RSA-AES256-GCM-SHA512:ECDHE-RSA-AES256-GCM-SHA384';

	# Cipher suite from https://wiki.mozilla.org/Security/Server_Side_TLS
	#ssl_ciphers 'ECDHE-ECDSA-AES256-GCM-SHA384:ECDHE-RSA-AES256-GCM-SHA384:ECDHE-ECDSA-CHACHA20-POLY1305:ECDHE-RSA-CHACHA20-POLY1305:ECDHE-ECDSA-AES128-GCM-SHA256:ECDHE-RSA-AES128-GCM-SHA256:ECDHE-ECDSA-AES256-SHA384:ECDHE-RSA-AES256-SHA384:ECDHE-ECDSA-AES128-SHA256:ECDHE-RSA-AES128-SHA256';

	# (Modern) cipher suite from https://mozilla.github.io/server-side-tls/ssl-config-generator/
	#ssl_ciphers 'ECDHE-ECDSA-AES256-GCM-SHA384:ECDHE-RSA-AES256-GCM-SHA384:ECDHE-ECDSA-CHACHA20-POLY1305:ECDHE-RSA-CHACHA20-POLY1305:ECDHE-ECDSA-AES128-GCM-SHA256:ECDHE-RSA-AES128-GCM-SHA256:ECDHE-ECDSA-AES256-SHA384:ECDHE-RSA-AES256-SHA384:ECDHE-ECDSA-AES128-SHA256:ECDHE-RSA-AES128-SHA256';

	# Diffie-Hellman parameter for DHE ciphersuites, recommended 4096 bits
	ssl_dhparam /etc/nginx/ssl/dhparams.pem;
  
	# Use multiple curves.
	ssl_ecdh_curve secp521r1:secp384r1;

	# Server should determine the ciphers, not the client
	ssl_prefer_server_ciphers on;
  
	# OCSP Stapling
	# fetch OCSP records from URL in ssl_certificate and cache them
	ssl_stapling on;
	ssl_stapling_verify on;
	
	# This should be ca.pem
	# See here: https://certbot.eff.org/docs/using.html
	ssl_trusted_certificate /etc/letsencrypt/meinedomain.de/ca.pem;
	
	# This is the local DNS server (e.g. the IP of the Router if it is used as DNS server in the local network)
	resolver 192.168.178.1;
  
	# SSL session handling
	ssl_session_timeout 24h;
	ssl_session_cache shared:SSL:50m;
	ssl_session_tickets off;

	#
	# Add headers to serve security related headers
	#  
	# HSTS (ngx_http_headers_module is required)
	# In order to be recoginzed by SSL test, there must be an index.hmtl in the server's root
	add_header Strict-Transport-Security "max-age=63072000; includeSubdomains; preload;" always;
	add_header X-Content-Type-Options "nosniff" always;
	add_header X-XSS-Protection "1; mode=block" always;
	add_header X-Robots-Tag none always;
	add_header X-Download-Options noopen always;
	add_header X-Permitted-Cross-Domain-Policies none always;
	add_header Referrer-Policy no-referrer always;
        add_header X-Frame-Options "SAMEORIGIN" always;

        # Remove X-Powered-By, which is an information leak
        fastcgi_hide_header X-Powered-By;	
	
	location = / {
        # Disable access to the web root, otherwise nginx will show the default site here.
		deny all;
        }	

	#
	# Nextcloud
	#
	location ^~ /nextcloud/ {
		# Set max. size of a request (important for uploads to Nextcloud)
		client_max_body_size 10G;
		# Besides the timeout values have to be raised in nginx' Nextcloud config, these values have to be raised for the proxy as well
		proxy_connect_timeout 3600;
		proxy_send_timeout 3600;
		proxy_read_timeout 3600;
		send_timeout 3600;
		proxy_buffering off;
		proxy_request_buffering off;
		proxy_max_temp_file_size 10240m;
		proxy_set_header Host $host;
		proxy_set_header X-Real-IP $remote_addr;
		proxy_pass http://127.0.0.1:82;
		proxy_redirect off;
	}

	# These two location blocks are needed, otherwise you'll get warnings in the Nextcloud admin UI later on
	location = /.well-known/carddav {
		return 301 $scheme://$host/nextcloud/remote.php/dav;
	}

	location = /.well-known/caldav {
		return 301 $scheme://$host/nextcloud/remote.php/dav;
	}
	
	# Well-known URL for Webfinger
	# Regardless of this rule, you'll get a warning in the admin UI when the social app is not installed
	location = /.well-known/webfinger {
		return 301 $scheme://$host/nextcloud/public.php?service=webfinger;
	}

	location ~ /(ocm-provider|ocs-provider)/ {
		return 301 $scheme://$host/nextcloud/$1/;
	}
}

Folgende Änderungen wurden nun durchgeführt:

  • Ein Handler für PHP wurde hinzugefügt. Durch die Platzierung im Gateway-Host ist dieser Handler auch für alle anderen vHosts verfügbar (notwendig, falls mehrere PHP-Anwendungen gehostet werden sollen).
  • Die für Let’s Encrypt benötigten Anweisungen (HTTP) wurden nicht verändert.
  • Anweisungen für die Verwendung des SSL-Zertifikats und weitere Anweisungen bzgl. SSL wurden hinzugefügt. Hintergrund ist, dass nur der Gateway-Host das SSL-Handling übernehmen soll. Alle virtuellen Hosts, die „darunter“ liegen, sollten von der Verwendung von SSL nicht mitbekommen. Auf diese Weise sind alle SSL-Einstellungen an einer Stelle zu finden.
  • Am Ende der Datei wurde eine Weiterleitung an den Nextcloud-vHost angelegt. Wie schon beim vHost für Let’s Encrypt läuft die Kommunikation hier rein Server-intern ab (also über die IP 127.0.0.1). Zu beachten, ist hier die Änderung des Ports: Da der virtuelle Host für Let’s Encrypt bereits auf Port 81 lauscht, nutzen wir hier einen abweichenden Port (82). Dieser ist später für den Nextcloud-vHost wichtig.
  • Die Anweisungen für die sog. Well-known-URLs werden empfohlen, da es ansonsten später zu Warnungen im Admin-Bereich von Nextcloud kommen kann. Die ersten beiden sind dabei für CalDAV bzw. CardDAV zuständig. Die letzte Anweisung (webfinger) wird benötigt, wenn die später die Nextcloud App Social (Nextcloud-Integration mit Mastodon und weiteren Social Media Netzwerken) genutzt werden soll.
    Wichtig dabei ist, dass diese Well-Known-URLs über die Root-Domain (meinedomain.de) und nicht nur über das Unterverzeichnis (/nextcloud) erreichbar sind.
  • Die Anweisungen für ocm-provider bzw. ocs-provider sind ebenfalls an dieser Stelle für die Root-Domain aufzuführen, ansonsten würde es auch hier später zu Warungen im Admin-Bereich der Nextcloud geben.

Ich habe in der Datei auch Kommentare hinterlassen, die es ermöglichen sollten, den Gateway-Host an die eigenen Bedürfnisse anzupassen. Daher bitte auch die Kommentare in der Datei beachten.

Ebenfalls muss hier immer die angegebene Domain meinedomain.de an die tatsächlich verwendete Domain angepasst werden.

Virtuellen Host für Nextcloud anlegen

Die Weiterleitung im Gateway-Host ist bereits konfiguriert, nun fehlt noch der eigentliche virtuelle Host für Nextcloud:

nano /etc/nginx/conf.d/meinedomain.de_nextcloud.conf

Diese Datei ist mit folgendem Inhalt zu füllen:

server {
    listen 127.0.0.1:82;
    server_name 127.0.0.1;

    # Path to the root of your installation
    root /var/www/;

    location = /robots.txt {
        allow all;
        log_not_found off;
        access_log off;
    }

    location ^~ /nextcloud {
        # set max upload size
        client_max_body_size 10G;
        fastcgi_buffers 64 4K;

        # Enable gzip but do not remove ETag headers
        gzip on;
        gzip_vary on;
        gzip_comp_level 4;
        gzip_min_length 256;
        gzip_proxied expired no-cache no-store private no_last_modified no_etag auth;
        gzip_types application/atom+xml application/javascript application/json application/ld+json application/manifest+json application/rss+xml application/vnd.geo+json application/vnd.ms-fontobject application/x-font-ttf application/x-web-app-manifest+json application/xhtml+xml application/xml font/opentype image/bmp image/svg+xml image/x-icon text/cache-manifest text/css text/plain text/vcard text/vnd.rim.location.xloc text/vtt text/x-component text/x-cross-domain-policy;

        # Uncomment if your server is build with the ngx_pagespeed module
        # This module is currently not supported.
        #pagespeed off;

        location /nextcloud {
            rewrite ^ /nextcloud/index.php;
        }

        location ~ ^\/nextcloud\/(?:build|tests|config|lib|3rdparty|templates|data)\/ {
            deny all;
        }
        location ~ ^\/nextcloud\/(?:\.|autotest|occ|issue|indie|db_|console) {
            deny all;
        }
    
        location ~ ^\/nextcloud\/(?:index|remote|public|cron|core\/ajax\/update|status|ocs\/v[12]|updater\/.+|oc[ms]-provider\/.+)\.php(?:$|\/) {
            fastcgi_split_path_info ^(.+?\.php)(\/.*|)$;
            set $path_info $fastcgi_path_info;
            try_files $fastcgi_script_name =404;
			include fastcgi_params;
            fastcgi_param SCRIPT_FILENAME $document_root$fastcgi_script_name;
            fastcgi_param PATH_INFO $fastcgi_path_info;
			
			# Important: disable HTTPS, otherwise no log in will be possible!
            #fastcgi_param HTTPS on;

            fastcgi_param modHeadersAvailable true; #Avoid sending the security headers twice
            fastcgi_param front_controller_active true;
            fastcgi_pass php-handler;
            fastcgi_intercept_errors on;

            # Raise timeout values.
            # This is especially important when the Nextcloud setup runs into timeouts (504 gateway errors)
			fastcgi_read_timeout 600;
			fastcgi_send_timeout 600;
			fastcgi_connect_timeout 600;
            fastcgi_request_buffering off;
	    
            # Pass PHP variables directly to PHP.
            # This is usually done in the php.ini. For more flexibility, these variables are configured in the nginx config.
			# All the PHP parameters have to be set in one fastcgi_param. When using more 'fastcgi_param PHP_VALUE' directives, the last one will override all the others.
			fastcgi_param PHP_VALUE "open_basedir=/var/www:/tmp/:/var/nextcloud_data:/dev/urandom:/proc/meminfo
				upload_max_filesize = 10G
				post_max_size = 10G
				max_execution_time = 3600
				max_input_time = 3600
				output_buffering = off";
            
            # Make sure that the real IP of the remote host is passed to PHP.
            fastcgi_param REMOTE_ADDR $http_x_real_ip;
        }

        location ~ ^\/nextcloud\/(?:updater|ocs-provider|ocm-provider)(?:$|\/) {
            try_files $uri/ =404;
            index index.php;
        }

        # Adding the cache control header for js and css files
		# Make sure it is BELOW the PHP block
		location ~ ^\/nextcloud\/.+[^\/]\.(?:css|js|woff2?|svg|gif)$ {
			try_files $uri /nextcloud/index.php$request_uri;
			proxy_set_header Cache-Control "public, max-age=15778463";
			# Add headers to serve security related headers
			# Use 'proxy_set_header' (not 'add_header') as the headers have to be passed through a proxy.
			proxy_set_header Strict-Transport-Security "max-age=63072000; includeSubdomains; preload;";
			proxy_set_header X-Content-Type-Options nosniff;
			proxy_set_header X-XSS-Protection "1; mode=block";
			proxy_set_header X-Robots-Tag none;
			proxy_set_header X-Download-Options noopen;
			proxy_set_header X-Permitted-Cross-Domain-Policies none;
			proxy_set_header Referrer-Policy no-referrer;
			
			# Optional: Don't log access to assets
			access_log off;
		}

		location ~ ^\/nextcloud\/.+[^\/]\.(?:png|html|ttf|ico|jpg|jpeg)$ {
			try_files $uri /nextcloud/index.php$request_uri;
			# Optional: Don't log access to other assets
			access_log off;
		}
    }
}

Die Konfiguration ist an die vorgeschlagene nginx-Konfiguration im Nextcloud Administation Manual angelehnt. Zu beachten ist hier folgendes:

  • Es wird nur ein server für HTTP (nicht HTTPS) definiert, da die HTTPS-Kommunikation nur vom Gateway-Host übernommen wird. Die Weiterleitung eines Requests an den Nextcloud-vHost findet nur Server-intern statt, daher reicht hier HTTP aus.
  • Gelauscht wird hier dazu auf der lokalen IP 127.0.0.1, daher ist es nicht möglich, eine Verbindung zum Nextcloud-vHost aufzubauen, ohne vorher den Gateway-Host passiert zu haben.
  • Der Port ist diesmal 82, da Port 81 bereits vom virtuellen Host für Let’s Encrypt belegt wird. Dieser Port muss mit dem Port der Weiterleitung (proxy_pass) für Nextcloud im Gateway-Host übereinstimmen.
  • Da die Header-Anweisungen bereits im Gateway-Host konfiguriert wurden, müssen diese nicht im vHost für Nextcloud angegeben werden.
  • Der vHost für Nextcloud soll mit ein paar speziellen Einstellungen für PHP arbeiten. Daher werden per fastcgi_param PHP_VALUE die Einstellungen aus der php.ini (FPM) überschrieben. Dabei darf nur eine fastcgi_param PHP_VALUE Anweisung existieren, da sich diese ansonsten gegenseitig überschreiben. Wenn mehrere Parameter an PHP übergeben werden sollen (wie hier der Fall), müssen diese einfach durch einen Zeilenumbruch getrennt werden. Besonders wichtig ist hier die Direktive open_basedir, da PHP ansonsten keinen Zugriff auf das Datenverzeichnis von Nextcloud hat.
    Falls später z.B. eine externe Festplatte als externer Speicher eingebunden werden soll, muss auch das Verzeichnis dieses Laufwerks in die open_basedir Anweisung mit aufgenommen werden.
  • Auch hier bitte wieder auf die Kommentare in der Datei achten. Hier sind auch wieder Hinweise zu finden, um den virtuellen Host an die eigenen Bedürfnisse anzupassen.

Nach dem Anlegen des vHosts muss der Webserver noch neu gestartet werden:

service nginx restart

Installation Nextcloud

Nun ist der Server soweit fertig eingerichtet, dass nun die Installation von Nextcloud angegangen werden kann.

Download

Einen Link zur aktuellsten Version von Nextcloud erhält man auf der Download-Seite von Nextcloud. Mit einem Klick auf Details and Download options bekommt man einen Link auf ein .tar.bz2 Archiv präsentiert. Dessen Link kopiert man sich am besten in die Zwischenablage.

Download-Link für die aktuellste Nextcloud-Version ermitteln

Download-Link für die aktuellste Nextcloud-Version ermitteln

Zurück auf der Linux Maschine kann die aktuellste Version der Cloud-Software nun heruntergeladen werden (hier mit Version 17.0.0):

wget https://download.nextcloud.com/server/releases/nextcloud-17.0.0.tar.bz2

Nach ein paar Sekunden sollte der Download abgeschlossen sein und Nextcloud kann nun in das entsprechende Verzeichnis entpackt werden, was zuvor schon vorbereitet wurde. Anschließend löschen wir das Archiv wieder, da dies nicht mehr benötigt wird:

tar -xjf nextcloud-17.0.0.tar.bz2 -C /var/www 
rm nextcloud-17.0.0.tar.bz2

Nun sollten nochmals die Dateiberechtigungen gesetzt werden:

chown -R www-data:www-data /var/www/nextcloud 
chown -R www-data:www-data /var/nextcloud_data

Datenbank für Nextcloud anlegen

Bevor nun das Setup von Nextcloud aufgerufen werden kann, ist es notwendig, dass eine Datenbank für die Cloud angelegt wurde. Dies geschieht am einfachsten mit der MySQL-Kommandozeile, die mit Root-Rechten aufgerufen wird:

mysql -u root -p

Nach der Eingabe des Root-Passworts wird nun zunächst die Datenbank selbst erstellt. Im Zuge dessen wird auch gleich ein spezieller Nutzer für Nextcloud eingerichtet, der die entsprechenden Zugriffsrechte auf diese eine Datenbank hat. Die Angabe localhost sorgt dafür, dass der Zugriff auf die Datenbank nur auf dem lokalen System erfolgen kann. Ein Remote-Zugriff über das Netzwerk (auf diese Datenbank) ist damit aus Sicherheitsgründen nicht möglich. Die Befehle auf der MySQL-Kommandozeile müssen mit einem Semikolon abgeschlossen werden:

CREATE USER nextcloud_db_user@localhost IDENTIFIED BY 'MeInPasSw0rT';
CREATE DATABASE nextcloud_db CHARACTER SET utf8mb4 COLLATE utf8mb4_general_ci;
GRANT ALL PRIVILEGES on nextcloud_db.* to nextcloud_db_user@localhost;
FLUSH privileges;
exit;

Nextcloud-Setup

Nun kann auch schon das Setup der Cloud-Software über die URL https://meinedomain.de/nextcloud aufgerufen werden.

Das Setup prüft daraufhin erst einmal, ob alle Voraussetzungen erfüllt sind, oder ob es noch Probleme gibt, wie z.B. fehlende Abhängigkeiten oder Schreibrechte in bestimmten Verzeichnissen. Falls Fehler gefunden werden sollten diese zunächst behoben werden, bevor das Setup nochmals aufgerufen werden kann.

Beim Setup der Cloud werden nun drei Dinge angegeben:

  • Benutzer/Passwort (Administrator): Im Rahmen des Setups wird nun ein erster Benutzer angelegt, der automatisch Admin-Rechte für die Cloud besitzt. Der Benutzername ist dabei frei wählbar, allerdings sollte man (wie eigentlich immer) auf ein starkes Passwort achten, da die Cloud ja nachher öffentlich aus dem Internet erreichbar sein wird.
  • Datenverzeichnis: Ebenso wird hier nun der Pfad des Datenverzeichnisses angegeben. Standardmäßig will das Setup diesen Datenpfad innerhalb des www-Verzeichnisses erstellen. Allerdings wird aus Gründen der Sicherheit empfohlen, dass das Datenverzeichnis außerhalb des Verzeichnisses /var/www liegen sollte (siehe Nextcloud Administration Manual). Daher sollte man hier genau darauf achten, dass hier das richtige Verzeichnis angegeben wird, welches wir vorher im Rahmen des Tutorials bereits erstellt hatten (/var/nextcloud_data).
  • Datenbank-Verbindung: Hier sind die Zugangsdaten für die soeben angelegte Datenbank zu hinterlegen.

Mit einem Klick auf Installation abschließen wird das Setup alle Einstellungen übernehmen.

Nextcloud-Setup

Nextcloud-Setup

Hinweis: Auf langsamen Rechner dauert das Setup evtl. etwas länger. Hier kann es dann vereinzelnd vorkommen, dass der Webserver irgendwann einen Timeout meldet (504 Gateway Timeout). Hier hat nginx dann die Verbindung zu Client (Browser) unterbrochen, noch bevor das Setup abgeschlossen werden konnte. In diesem Fall sollte man dem System ein paar Minuten geben und anschließend nochmals die Nextcloud-URL aufrufen. Wenn es zu keinen weiteren Problemen gekommen ist, sollte das Setup „im Hintergrund“ weitergelaufen und nach ein paar Minuten abgeschlossen worden sein. Hier wäre es dann auch eine Überlegung wert, in den virtuellen Hosts (Gateway-Host und Nextcloud-vHost) die Timeout-Werte etwas zu erhöhen.

Warnungen im Admin-Bereich

Nach erfolgreicher Installation sollte man gleich einen Blick in den Admin-Bereich der Cloud werden (oben rechts auf das Symbol für den Benutzer Klicken und dann Einstellungen wählen). Weil der erste angelegte Benutzer Admin-Rechte hat, findet man nun auf der linken Seite unter Übersicht eine Zusammenfassung über die Cloud.

Hier sollte direkt nach der Installation der Cloud nur eine Warnung angezeigt werden: Diese bezieht sich darauf, dass kein PHP-Memory-Cache konfiguriert ist.

Nextcloud: Warnung im Admin-Bereich

Nextcloud: Warnung im Admin-Bereich

Diese spezielle Warnung ist hierbei nicht als Fehler zu verstehen, sondern lediglich als Hinweis, dass die Performance der Cloud durch den Einsatz eines PHP-Memorycaches optimiert werden könnte. Dies führen wir im nächsten Abschnitt durch: Anpassen der Nextcloud-Konfiguration.

Wenn mehr Warnungen im Admin-Bereich angezeigt werden: An dieser Stelle sollte wirklich nur diese eine Warnung zu sehen sein. Wenn hier noch mehr Warnungen zu sehen sein sollten, dann bitte nochmals alle Schritte dieses Tutorials überprüfen, ob nicht ein kleines Detail ausgelassen wurde (besonders die PHP-Konfiguration).
Im Nextcloud Administration Manual findet man auch eine Übersicht über die Warnungen, die hier im Admin-Bereich angezeigt werden könnten und entsprechende Lösungsansätze.

Anpassen der Nextcloud-Konfiguration

Nextcloud speichert seine Konfiguration in der Datei /var/www/nextcloud/config/config.php. Genau hier sollten wir wegen des PHP-Memorycaches und auch wegen ein paar weiteren Einstellungen ansetzen:

nano /var/www/nextcloud/config/config.php

Folgende Änderung werden hier durchgeführt:

  • PHP-Memorycache: Um die Warnung im Admin-Bereich zu entfernen und gleichzeitig die Performance der Cloud zu erhöhen, wird der Memory-Cache hinzugefügt (am Ende der Datei, aber vor der letzten geschweiften Klammer):
    'memcache.local' => '\OC\Memcache\APCu',
  • HTTPS als Standard definierten: Da Nextcloud hinter durch einen (HTTPS-)Proxy läuft (der Gateway-Host), kann es bei der automatischen Ermittlung von URLs zu Fehlern kommen, da hin und wieder ein http:// vorangestellt wird. Um strikt die Verbindung nur über https:// zu forcieren, sollte hier folgende Variable gesetzt werden:
    'overwriteprotocol' => 'https',
  •  Trusted Domains: Wenn man später auch über die lokale (LAN-)IP auf Nextcloud zugreifen möchte, dann kann man hier auch gleich die lokale IP als sog. Trusted Domain hinzufügen:
    'trusted_domains' => array ( 0 => 'meinedomain.de', 1 => '192.168.178.60', ),
  •  Timezone für Log-Einträge: Die richtige Zeitzone (z.B. für die Timestamps der Log-Einträge) wird durch diese Variable konfiguriert:
    'logtimezone' => 'Europe/Berlin',

Nach dem Speichern der config.php und erneutem Aufruf der Cloud sollten nun die Warnungen in der Admin-Oberfläche verschwunden sein („Alle Prüfungen bestanden“).

Eine Übersicht über alle Parameter der config.php von Nextcloud findet man im Nextcloud Administration Manual.

Cronjob für Nextcloud einrichten

Nextcloud ist darauf angewiesen, dass regelmäßig bestimmte Hintergrund-Aufgaben (z.B. Aufräumen der Datenbank) ausgeführt werden. Nach der Installation wird dies per AJAX realisiert: Immer wenn  ein User angemeldet ist und im Browser die Cloud nutzt, wird beim Laden einer Seite geprüft, ob Hintergrund-Aufgaben anstehen und werden ggf. ausgeführt. Diese Methode hat jedoch zwei Nachteile: Es wird zunächst immer ein angemeldeter Benutzer benötigt, denn nur durch diesen werden die Hintergrund-Aufgaben angestoßen (beim Laden einer Seite). Wenn die Cloud nun lange ohne Benutzeranmeldung läuft, dann werden u.U. auch lange keine Hintergrund-Jobs erledigt. Zum anderen ist die Lösung über AJAX weniger performant.

Es wird daher empfohlen, die Hintergrund-Aufgaben per Cron ausführen zu lassen. Hier prüft ein Hintergrund-Dienst in regelmäßigen Abständen, ob Hintergrund-Jobs fällig sind. Besonders auf schwächerer Hardware ist diese Methode deutlich effizienter.

Um Cron zur Erledigung der Hintergrund-Aufgaben nutzen zu können, muss zunächst ein neuer Cronjob für den Webserver-Benutzer angelegt werden:

crontab -u www-data -e

Das System fragt nun nach, mit welchem Editor die Datei bearbeitet werden soll. Hier wählt man einfachheitshalber am besten nano (1). Danach wird der Datei am Ende folgender Inhalt hinzugefügt:

*/5 * * * * php -f /var/www/nextcloud/cron.php > /dev/null 2>&1

Dies sorgt nun dafür, dass dieser Cronjob alle 5 Minuten automatisch ausgeführt wird. Theoretisch könnte hier auch eine andere Zeitspanne genutzt werden, allerdings ist die allgemeine Empfehlung 5 Minuten (siehe Nextcloud Admin-Manual).

In der Admin-Oberfläche muss nun nur noch eingestellt werden, dass zukünftig Cron zur Erledigung von Hintergrund-Jobs verwendet werden soll. Die Einstellung dazu findet man wieder in der Admin-Überfläche unter Grundeinstellungen.

Da hier auch gleich angegeben wird, wann das letzte Mal Hintergrund-Aufgaben ausgeführt wurde, kann man auf diese Weise auch erkennen, ob der Cronjob wie erwartet läuft: Immer nach 15 Minuten sollte bei Letzte Aufgabe ausgeführt folgendes stehen: Gerade eben.

Nextcloud: Ausführung von Hintergrund-Aufgaben per Cron

Nextcloud: Ausführung von Hintergrund-Aufgaben per Cron

4-Byte-Support aktivieren

Wichtig: Die folgenden Schritte sind nicht notwendig, wenn die Datenbank bereits mit UTF-8-Support angelegt wurde. Wenn ihr die Datenbank also bereits mit folgendem Befehl erzeugt habt, dann kann dieser Absatz übersprungen werden:

CREATE DATABASE IF NOT EXISTS nextcloud_db CHARACTER SET utf8mb4 COLLATE utf8mb4_general_ci;

Falls die Datenbank ohne UTF-8-Support angelegt wurde, dann sollten die Schritte in diesem Abschnitt befolgt werden. Der Befehl zum Anlegen der Datenbank ohne UTF-8-Support sah dann so aus:

CREATE DATABASE IF NOT EXISTS nextcloud_db;

Achtung: Die folgenden Schritte stellen mehr oder weniger eine Operation am offenen Herzen der Datenbank dar. Daher sollten diese Anweisungen nur dann ausgeführt werden, wenn

  • MariaDB in einer Version >= 10.3 installiert ist.
  • Der 4-Byte-Support wirklich benötigt wird.

Bei einer MariaDB-Version 10.1 oder 10.2 kann der 4-Byte-Support ebenfalls aktiviert werden, allerdings sind hier zusätzliche Schritte erfolderlich. In diesem Fall bitte nach dieser Anleitung vorgehen. Diese Anleitung ist dabei eher als experimentell anzusehen, daher sollte man hier genau wissen, was man hier tut. In jedem Fall sollte vorher ein Backup (zumindest von der Datenbank) angefertigt werden, falls im weiteren Verlauf etwas schief gehen sollte.

Nach der Installation von Nextcloud unterstützen die angelegten Tabellen noch keinen UTF8-Zeichensatz. Dadurch ergeben sich ein paar Einschränkungen: Beispielsweise können bei den Datei- und Ordnernamen keine Emojis angegeben werden (wer es denn braucht…). Versucht doch einfach mal einen Ordner mit dem Dateinamen „Test😋“ anzulegen. Hier wird eine Fehlermeldung erscheinen, dass der Ordner nicht angelegt werden kann.

Den 4-Byte-Support kann man jedoich einfach nachrüsten. Im Nextcloud Administration Manual gibt es eine Anleitung dazu, die jedoch mit MariaDB 10.3 nicht mehr funktioniert. Dies liegt darin begründet, dass die entsprechenden Variablen nicht mehr gesetzt werden können, da diese veraltet sind und bei MariaDB 10.3 entfernt wurden.

Wenn bei euch keine Dateien mit Emojis angelegt werden können, dann kann der 4-Byte-Support allerdings leicht nachgerüstet wreden: Dazu geht man einfach über die MySQL-Kommandozeile:

mysql -u root -p

Nach der Eingabe des Root-Passworts wählt man die korrekte Datenbank aus:

use nextcloud_db;

Hier wird zunächst einmal der verwendete Zeichensatz kontrolliert:

show variables like "character_set_database";

Hier sollte nach einer frischen Nextcloud-Installation latin1 ausgegeben werden.

Folgender Befehl sorgt dafür, dass der Zeichensatz geändert wird:

ALTER DATABASE nextcloud_db CHARACTER SET utf8mb4 COLLATE utf8mb4_general_ci;

Danach sollte nach nochmaliger Eingabe von

show variables like "character_set_database";

utf8mb4 ausgegeben werden. Mit exit; kann man die MySQL-Kommandozeile wieder verlassen.

Zum Schluss muss die Veränderung in den Nextcloud-Tabellen übernommen werden:

cd /var/www/nextcloud

Folgender Befehl setzt die entsprechende Variable in der Config-Datei:

sudo -u www-data php occ config:system:set mysql.utf8mb4 --type boolean --value="true"

Der letzte Befehl fürht ein Update auf die entsprechenden Tabellen durch:

sudo -u www-data php occ maintenance:repair

Anschließend kann man in Nextcloud auch Dateien mit erweiterten Zeichen (Emojis, etc.) anlegen.

Weitere Konfiguration Nextcloud

Die grundsätzliche Konfiguration von Nextcloud ist damit abgeschlossen. Am besten geht man nun noch durch sämtliche Einstellungen im Admin-Bereich der Cloud und passt die Optionen den eigenen Wünschen entsprechend an.

Es gibt nun viele Möglichkeiten, die eigene Cloud um Funktionen zu erweitern. Folgende Punkte sind auf jeden Fall einen Blick wert:

Generell ist bei der erweiterten Konfiguration von Nextcloud ein Blick ins Nextcloud Administration Manual empfehlenswert.

Optimierungen der Server-Umgebung für Nextcloud

Auch wenn die eigene Cloud nun direkt genutzt werden könnte, gibt es ein paar Möglichkeiten zur Optimierung von Nextcloud bzw. der verwendeten Server-Umgebung.

Die Umsetzung dieser Maßnahmen ist optional und hängt vom späteren Einsatzzweck der Cloud und den eigenen Bedürfnissen ab.

Fail2ban

Ab Version 11 ist bei Nextcloud ein Brute-Force-Schutz enthalten. Dieser sorgt dafür, dass nach einer bestimmten Anzahl an erfolglosen Login-Versuchen alle weiteren Logins aus dem betroffenen Subnetz gedrosselt werden. Dies führt bei Brute-Force-Attacken zu verzögerten Login-Versuchen (max. 30 Sekunden). Auch wenn dies den „Bad Guys“ das Leben etwas schwerer macht, wird dabei keine IP gebannt, so dass eine Brute-Force-Attacke lediglich verzögert wird. Daher ist hier alternativ oder zusätzlich der Einsatz von Fail2ban sinnvoll. Dieses Programm bietet im Vergleich zum eingebauten Brute-Force-Schutz folgende Vorteile:

  • Mittels Fail2ban können IPs automatisch gebannt werden. Nach einem solchen Ban kann die betroffene IP nicht mehr auf die Nextcloud-Instanz zugreifen, es wird lediglich eine Fehlermeldung des Browsers angezeigt.
  • Fail2ban arbeitet IP-basiert: Es wird nur die entsprechende IP blockiert, von der aus zu viele fehlgeschlagene Login-Versuche unternommen wurden. Andere Nutzer als dem gleichen Netzwerk (Subnet) werden dabei nicht gebannt.
  • Mit Fail2ban kann nicht nur die Nextcloud-Installation, sondern auch weitere Anwendungen auf dem Server abgesichert werden (z.B. Webserver und SSH).

Konfigurations-Dateien von Fail2ban

Bevor es um die Einrichtung von Fail2ban geht, ein Hinweis zu den Konfigurations-Dateien dieses Programms: Hier gibt es zwei Arten von Konfigurations-Dateien: *.conf und *.local. Die conf-Dateien kommen bei der Installation von Fail2ban mit. Wenn Änderungen an der Konfiguration vorgenommen werden sollen, dann sollte man die conf-Dateien nie direkt bearbeiten, da diese bei einem Update von Fail2ban jederzeit überschrieben werden können. Dafür kann man hier eine Datei mit dem gleichen Namen, aber mit der Dateiendung .local anlegen. Die local-Dateien werden dabei „on top“ auf die conf-Dateien geladen und überschreiben so die Standard-Einstellungen. Wenn nun bei einem Update von Fail2ban die conf-Dateien geändert werden, sind die individuellen Anpassungen in den local-Dateien davon nicht betroffen. Dadurch ist es nicht möglich, dass durch ein Update von Fail2ban unbeabsichtigt die Konfiguration geändert wird.

Konfiguration/Deaktivieren Nextcloud Brute-Force-Schutz

Wenn Fail2ban zum Einsatz kommt, ist der Brute-Force-Schutz von Nextcloud nicht mehr so wichtig. Dieser kann daher komplett deaktiviert werden.Dies wird wieder in der Konfigurations-Datei von Nextcloud vorgenommen:

nano /var/www/nextcloud/config/config.php

Deaktiviert wird die Funktion durch das Hinzufügen folgender Zeile:

'auth.bruteforce.protection.enabled' => false,

An dieser Stelle sollte auf jeden Fall noch einmal überprüft werden, ob für das Logging in Nextcloud die richtige Zeitzone angegeben wurde, da dies später für die Funktion von Fail2ban wichtig ist:

'logtimezone' => 'Europe/Berlin',

Optional: Wenn man den integrierten Brute-Force-Schutz in Nextcloud nicht komplett deaktivieren möchte, kann auch die App Brute-force settings aus dem Nextcloud App-Store installieren (oben auf den Benutzernamen und dann auf Apps klicken – die gesuchte App befindet sich in der Kategorie Sicherheit). Mit Hilfe dieser App kann man in den Admin-Einstellungen unter Sicherheit das eigene lokale Netzwerk in eine Whitelist mit aufnehmen. In unserem Beispiel wäre dies das Netzwerk 192.168.178.0/24. Für alle anderen Netzwerke (und v.a. auch Internet-IPs) würde der Brute-Force-Schutz dann noch greifen.

Whitelisting des LANs mittels der App "Brute-force settings"

Whitelisting des LANs mittels der App „Brute-force settings“

Einrichtung Fail2ban

Anschließend kann Fail2ban installiert werden:

apt-get update 
apt-get install fail2ban

Nun wird ein spezieller Filter für Nextcloud angelegt (Dateiendung beachten, s.o.):

nano /etc/fail2ban/filter.d/nextcloud.local

Diese Datei wird mit folgendem Inhalt gefüllt. Dieser reguläre Ausdruck beschreibt die Logeinträge, nach den Fail2ban später in der Nextcloud-Logdatei sucht, um fehlgeschlagene Login-Versuche zu erkennen:

[Definition]
failregex=^{"reqId":".*","remoteAddr":".*","app":"core","message":"Login failed: '.*' \(Remote IP: '<HOST>'\)","level":2,"time":".*"}$
            ^{"reqId":".*","level":2,"time":".*","remoteAddr":".*","user":".*","app":".*","method":".*","url":".*","message":"Login failed: '.*' \(Remote IP: '<HOST>'\)".*}$
            ^{"reqId":".*","level":2,"time":".*","remoteAddr":".*","user":".*","app":".*","method":".*","url":".*","message":"Login failed: .* \(Remote IP: <HOST>\).*}$

Damit dieser Filter beim Start von Fai2ban auch geladen wird, muss dieser dem System noch bekannt gemacht werden:

nano /etc/fail2ban/jail.local

Der Inhalt der Datei:

[DEFAULT]
maxretry=3
bantime=1800

[nextcloud]
enabled=true
port=80,443
protocol=tcp
filter=nextcloud
logpath=/var/nextcloud_data/nextcloud.log

[nginx-http-auth]
enabled = true

Der Teil unter [DEFAULT] gilt dabei für alle Regel-Sets (Jails). Hier werden die Standard-Einstellungen für Bans hinterlegt:

  • maxretry: Anzahl der Fehlversuche, bevor Fail2ban eine IP sperrt.
  • bantime: Zeitraum in Sekunden, für den eine IP gesperrt werden soll. Wird hier ein negativer Wert angegeben (-1), handelt es sich um eine permanente Sperre. Ansonsten wird eine IP nach dem Ablauf dieser Zeitspanne wieder automatisch entsperrt.

Unter [nextcloud] wird dann neues Jail für Nextcloud angelegt. Folgende Einstellungen werden hier angegeben und gelten nur für Nextcloud:

  • enabled: Aktivierung dieser Regel. Falls das Jail später (temporär) deaktiviert werden soll, kann dies einfach durch diese Option erfolgen.
  • port: Möglicher Port, hier nur 80 (HTTP) und 443 (HTTPS).
  • protocol: Das verwendete Protokoll.
  • filter: Name des Filters aus gleichnamiger Datei unter /etc/fail2ban/filter.d. Den Filter für Nextcloud haben wir ja bereits vorher angelegt.
  • logpath: Log-Datei, die Fail2ban für dieses Jail beobachten soll. Auf diese Datei wird der oben definierte Filter angewendet.
  • Hier könnten auch noch Werte für maxretry und bantime hinterlegt werden, die dann sie Standard-Werte überschreiben und nur für das Nextcloud-Jail gelten.

Die Anweisung unter [nginx-http-auth] aktiviert daneben noch die Überwachung der Logs des Webservers. Dieses Jail ist bereits in den Standard-Jails (/etc/fail2ban/jail.conf) definiert und wird an dieser Stelle lediglich scharf geschaltet. Dies sorgt für eine Überwachung bei anderen Webanwendungen, bei den eine HTTP-Basic-Authentifizierung zum Einsatz kommt. Die Ban-Optionen (maxretry und bantime) werden hier nicht angegeben, daher gelten die Standard-Werte, die in der Sektion [DEFAULT] angegeben wurden.

Nach einem Neustart von Fail2ban ist das Programm einsatzbereit

service fail2ban restar

E-Mail-Versand durch Fail2ban

Das Programm arbeitet nun zunächst im Hintergrund: Wird eine IP gebannt, bekommt der Administrator davon nur etwas mit, wenn er den Status von Fail2ban überprüft (dazu später mehr) oder einen Blick in die Logs wirft.

Sinnvoll ist daher eine Konfiguration, bei der Fail2ban automatisch eine E-Mail an den Admin sendet, wenn eine IP gebannt wurde. Das geht allerdings nicht out-of-the-box, das Linux-System muss zunächst auf den Versand von Mails vorbereitet werden. msmtp ist dabei die einfachste Möglichkeit, um unter Linux einfach und schnell E-Mails versenden zu können. Die Installation und Einrichtung des Programms wurde bereits im Artikel Linux: Einfach E-Mails senden mit msmtp ausführlich erklärt.

Wenn msmtp erfolgreich konfiguriert wurde, funktioniert das Senden von E-Mails über Fail2ban erstaunlich einfach, da der Mail-Versand bereits vom Programm vorgesehen ist. Dazu reicht eine kleine Anpassung an der Datei /etc/fail2ban/jail.local. Am Anfang der Datei (in der Default-Sektion) werden einfach noch folgende Zeilen hinzugefügt (hier markiert):

[DEFAULT]
maxretry=3
bantime=1800

# Destination email address used solely for the interpolations in
# jail.{conf,local,d/*} configuration files.
destemail = meineemail@provider.de

# Sender email address used solely for some actions
sender = absenderadresse@provider.de

# E-mail action. Since 0.8.1 Fail2Ban uses sendmail MTA for the
# mailing. Change mta configuration parameter to mail if you want to
# revert to conventional 'mail'.
mta = mail
action = %(action_mwl)s
  • destemail ist dabei die Mail-Adresse, an die Benachrichtigungen geschickt werden sollen.
  • sender ist die Adresse, von der die E-Mail gesendet werden soll (Absender).
  • Wichtig ist insbesondere die Zeile action = %(action_mwl)s: Hierdurch werden E-Mails standardmäßig versendet.

Nun bekommt man bei allen Aktionen, die Fail2ban vornimmt, automatisch eine E-Mail geschickt. Unschön dabei: Auch wenn ein „Jail“ gestoppt oder geladen wurde, wird eine E-Mail versendet. Startet einfach mal Fail2ban neu (service fail2ban restart) und wundert euch über die „Mail-Flut“. Eigentlich interessiert uns hier ja nur, wenn Fail2ban tatsächlich eine IP gebannt hat. Damit nur noch bei diesem Ereignis eine E-Mail zu erhalten, müssen noch ein paar Anpassungen vorgenommen werden. Die betroffenen conf-Dateien im Verzeichnis /etc/fail2ban/action.d werden dabei durch entsprechende local-Dateien ergänzt:

  • mail-buffered.local
  • mail.local
  • mail-whois-lines.local
  • mail-whois.local
  • sendmail-buffered.local
  • sendmail-common.local

Die o.g. Dateien werde dazu einfach neu angelegt und mit folgendem Inhalt gefüllt:

[Definition]

# Option:  actionstart
# Notes.:  command executed once at the start of Fail2Ban.
# Values:  CMD
#
actionstart =

# Option:  actionstop
# Notes.:  command executed once at the end of Fail2Ban
# Values:  CMD
#
actionstop =

Dazu am besten eine entsprechende Datei anlegen (mail-buffered.local) und diese dann einfach kopieren:

cp /etc/fail2ban/action.d/mail-buffered.local /etc/fail2ban/action.d/mail.local
cp /etc/fail2ban/action.d/mail-buffered.local /etc/fail2ban/action.d/mail-whois-lines.local
cp /etc/fail2ban/action.d/mail-buffered.local /etc/fail2ban/action.d/mail-whois.local
cp /etc/fail2ban/action.d/mail-buffered.local /etc/fail2ban/action.d/sendmail-buffered.local
cp /etc/fail2ban/action.d/mail-buffered.local /etc/fail2ban/action.d/sendmail-common.local

Nach einem Neustart von Fail2ban werden nur noch E-Mails versendet, wenn eine IP tatsächlich gebannt wurde.

Fail2ban Status und Sperren entfernen (Test der Funktionalität)

Nun kann es ja mal vorkommen, dass man sich mittels Fail2ban aus der eigenen Cloud aussperrt, weil man z.B. das Passwort zu oft falsch eingegeben hat. Dies ist zugleich ein guter Test, ob das System auch wie erwartet funktioniert. Daher gebt doch einfach drei Mal ein falsches Passwort in eurer Nextcloud-Anmeldung an. Bei der vierten Anmeldung seht ihr nun Fail2ban in Aktion: Die Website kann gar nicht mehr geladen werden (Timeout) und ihr solltet eine E-Mail erhalten haben, wenn ihr den Mail-Versand konfiguriert habt.

Um nun zu kontrollieren, welche IPs aktuell für Nextcloud gebannt sind, reicht folgender Befehl:

fail2ban-client status nextcloud

Hier sollte nun eure IP zu finden sein, mit der soeben erfolglose Anmeldeversuch unternommen wurde.

Mit diesem Befehl wird diese IP wieder entsperrt:

fail2ban-client set nextcloud unbanip 48.128.36.83

Anschließend kann man wieder wie gewohnt auf Nextcloud zugreifen.

Redis

Nextcloud nutzt das sog. Transactional File Locking, um Sperren bei parallelem Zugriff auf Dateien zu realisieren. Einfach gesagt werden Dateien „gelockt“, wenn diese gerade in Verwendung sind. Dadurch kann es zu keinen Datenverlusten kommen, wenn eine Datei z.B. durch zwei Benutzer zeitgleich geöffnet bzw. gespeichert wird.

In der Standard-Konfiguration nutzt Nextcloud für das Verwalten der Sperren die Datenbank. Hier gibt es jedoch mit Redis eine In-Memory-Datenbank, die für genau solche Aufgaben optimiert ist und daher in bestimmten Szenarien eine verbesserte Performance erzielen kann.

Auch wenn hier Optimierungs-Potential besteht, wird Redis nur in großen Cloud-Instanzen eine spürbare Verbesserung der Performance bringen. Bei kleinen Nextcloud-Installationen mit 3-5 Nutzern wird man hier kaum einen Effekt bemerken können.

Installation und Konfiguration Redis

Redis kann mit folgenden Befehlen installiert werden. Das PHP-Paket wird zusätzlich benötigt, um per PHP Zugriff auf Redis zu erhalten:

apt-get update 
apt-get install redis-server php-redis

Nach der Installation wird die In-Memory-Datenbank noch konfiguriert:

nano /etc/redis/redis.conf

Wie schon bei PHP ist es bei Redis empfehlenswert, die Kommunikation über einen Socket laufen zu lassen. Dazu sind folgende Einstellungen vorzunehmen. Die Einstellungen sind etwas in der Datei verteilt und z. T. nur auskommentiert. Am besten einfach in der Datei suchen (STRG+W) und die Einstellungen anpassen.

port 0 
unixsocket /var/run/redis/redis-server.sock 
unixsocketperm 770

Hiermit werden folgende Optionen gesetzt:

  • port: Redis „lauscht“ standardmäßig auf dem Port 6379. Da wir allerdings einen Socket zur Kommunikation bevorzugen, soll Redis auf gar keinem Port lauschen.
  • unixsocket: Hiermit wird der eigentliche Socket definiert.
  • unixsocketperm: Berechtigungen für diesen Socket.

Als nächstes muss nun der Webserver-User in die Gruppe der Redis-Benutzer aufgenommen werden, damit dieser Redis auch nutzen kann:

usermod -a -G redis www-data

Am Ende wird Redis neu gestartet, damit die Änderungen angewendet werden:

service redis-server restart

Aktivierung von Redis in Nextcloud

Damit Nextcloud nun auch die In-Memory-Datenbank nutzt, muss dieses noch in der Konfigurations-Datei eingestellt werden:

nano /var/www/nextcloud/config/config.php

Folgende Zeilen werden hier eingefügt:

'filelocking.enabled' => 'true',
  'memcache.locking' => '\OC\Memcache\Redis',
  'redis' => array(
     'host' => '/var/run/redis/redis-server.sock',
     'port' => 0,
     'timeout' => 0.0,
      ),

Anschließend nutzt Nextcloud Redis für das Transactional File Locking.

ufw

ufw (uncomplicated firewall) ist eine Software-Firewall, die auf einer Ubuntu-Installation standardmäßig bereits vorinstalliert ist. Normalerweise übernimmt der Router die Aufgaben einer Firewall, daher ist die Einrichtung von ufw optional. In bestimmten Szenarien kann hiermit jedoch die Sicherheit noch etwas erhöht werden.

Falls ufw noch nicht installiert sein sollte, kann man dies mit folgenden Befehlen erledigen:

apt-get update 
apt-get install ufw

Die Firewall wird nun so eingerichtet, dass sämtlicher eingehender Traffic blockiert wird, jedoch mit zwei Ausnahmen:

  • SSH (Port 22): Hier soll der Zugriff nur aus dem Heimnetzwerk erlaubt sein.
  • HTTP/HTTPS (Ports 80/443): Da der Zugriff aus dem Web erforderlich ist, muss hier auch eine Ausnahme hinzugefügt werden.

Mit folgenden Befehlen werden diese Regeln umgesetzt:

ufw default deny 
ufw allow proto tcp from 192.168.178.0/24 to any port 22 
ufw allow 80 
ufw allow 443 
ufw enable

Der Status der Firewall kann jederzeit mit folgendem Kommando überprüft werden:

ufw status

Hinweis: Wenn auf dem Server weitere Anwendungen installiert werden, nutzen diese u.U. andere Ports, die mit dieser Konfiguration natürlich nicht erreichbar sind. Oftmals liegt es dann eben an dieser Firewall, wenn scheinbar alles korrekt eingerichtet und konfiguriert wurde, die Anwendung aber nicht richtig laufen will. In diesem Fall sollten die Firewall-Regeln entsprechend erweitert oder die Firewall temporär deaktiviert werden (ufw disable).

Überprüfung der Sicherheit

Die Sicherheit der eigenen Cloud war ja von Anfang an ein wichtiges Ziel dieses Artikels. Nach der Einrichtung von Nextcloud gibt es einige Tools, mit Hilfe derer geprüft werden kann, ob dieses Ziel auch erreicht wurde.

Qualys SSL Labs

Der erste Check gilt zunächst einmal der HTTPS-Verschlüsselung. Hier spielt das verwendete Let’s Encrypt Zertifikat, als auch die SSL-Einstellungen des Webservers eine wichtige Rolle.

Für diesen Test eignet sich der SSL Server Test von Qualys SSL Labs. Wenn alles richtig konfiguriert wurde, sollte man hier die beste Bewertung (A+) erzielen können. Wenn die SSL-Konfiguration des Gateway-Hosts wie oben beschrieben übernommen wurde, sollte man in jeder einzelnen Kategorie 100% angezeigt bekommen.

Ergebnis des SSL-Test

Ergebnis des SSL-Test

Falls hier eine niedrigere Bewertung angezeigt werden sollte, liegt dies vermutlich an der SSL-Konfiguration des Webservers. In diesem Fall sollten im Gateway-Host nochmals alle Einstellungen kontrolliert werden.

Nextcloud Security Scan

Ein weiterer Test ist der Nextcloud Security Scan. Dieses Tool prüft die öffentlich verfügbaren Informationen der Cloud und kann eventuelle Schwachstellen aufzeigen. Mit der hier gezeigten Konfiguration sollte ein A-Rating angezeigt werden.

Nextcloud Security Scan

Nextcloud Security Scan

Hier wird lediglich kein A+ Rating erzielt, da unter Hardenings der Eintrag __Host-Prefix bemängelt wird. Dies liegt darin begründet, dass Nextcloud über ein Unterverzeichnis aufgerufen wird und nicht im Root-Verzeichnis der Domain läuft (siehe GitHub-Issue). Dieser Punkt stellt aber kein Sicherheits-Risiko dar und kann daher ignoriert werden.

Troubleshooting

Manchmal kann es passieren, dass die Nextcloud-Installation nicht auf Anhieb erfolgreich verläuft. Daher an dieser Stelle noch ein paar Tipps für die Fehlersuche:

  • Alle Schritte korrekt ausgeführt?
    Die Installation einer eigenen Cloud ist alles andere als trivial und erfordert ziemlich viele Schritte. Die Praxis zeigt, dass man hin und wieder einen Schritt einfach übersieht. In diesem Fall kann die kleinste Abweichung dazu führen, dass „das große Ganze“ nicht mehr funktioniert. Als erster Schritt der Fehlersuche sollten daher noch einmal alle Punkte einzeln überprüft werden.
  • Log-Dateien kontrollieren
    Oftmals hilft auch ein Blick in die entsprechenden Log-Dateien:

    • nginx (/var/log/nginx/error.log): Hier findet man alle Warnungen und Fehler, die der Webserver aufgezeichnet hat. Dies ist die erste Anlaufstelle, wenn Nextcloud gar nicht aufgerufen werden kann bzw. Links nicht richtig funktionieren.
    • Nextcloud (/var/nextcloud_data/nextcloud.log): Hier sind Fehler/Warnungen von Nextcloud selbst enthalten. Die gleichen Einträge findet man in der Admin-Oberfläche der Cloud. Hier lohnt ein Blick, wenn Nextcloud prinzipiell erreichbar ist (der Webserver also vermutlich korrekt eingerichtet wurde), es aber bei der Benutzung von Nextcloud zu Problemen kommt.
  • Developer-Console im Browser
    Gerade wenn Links nicht korrekt funktionieren und man überprüfen möchte, ob beispielsweise eine Weiterleitung ins Leere führt, dann kann die Developer-Console im Browser (meist zu öffnen mit F12) wertvolle Hinweise liefern, da hier aufgezeigt wird, was auf Grund von Client-Request passiert. Die Bedienung der Console läuft in jedem Browser etwas anders ab, daher hilft ein Blick in die entsprechende Dokumentation:

Falls ihr also Probleme bei der Einrichtung von Nextcloud haben solltet, bitte erst einmal diese Punkte überprüfen. Oftmals findet man dann relativ schnell die Ursache der Probleme. Wenn alles nicht hilft, dann könnt ihr hier natürlich einen Kommentar hinterlassen, vielleicht kann euch hier schnell weitergeholfen werden.

Falls sich bestimmte Probleme häufen sollte, werde ich den Artikel ggf. anpassen und/oder erweitern.

Nextcloud: Ein sicherer Ort für all deine Daten

Dieser Slogan von Nextcloud fasst es relativ gut zusammen: Die Einrichtung der eigenen Cloud ist sicherlich etwas aufwändig und erfordert mehr Kenntnisse, als die Benutzung irgendeiner Cloud eines bestimmten Anbieters. Aber wenn die eigene Nextcloud erst einmal läuft, dann ist man Herr über seine eigenen Daten und ist nicht mehr von Anbietern wie Google, Microsoft oder Apple anhängig.

Man sollte sich nun aber auch im Klaren darüber sein, dass man nun auch für die eigenen Daten verantwortlich ist. Die eigene Cloud erfordert einen gewissen administrativen Aufwand, beispielsweise muss man selbst dafür sorgen, dass das Betriebssystem, die installierten Programme und v.a. Nextcloud auf einem aktuellen Stand gehalten werden. Der Aufwand sollte sich hier allerdings in Grenzen halten.

Ich hoffe, dass dieser Artikel hilfreich war und ich einigen unter euch etwas Zeit (und Nerven) bei der Einrichtung der eigenen Cloud ersparen konnte. Für konstruktive Kritik und Verbesserungsvorschläge bin ich immer offen, daher hinterlasst mir doch gern einen Kommentar.

In diesem Sinne: Viel Spaß mit eurer eigenen Nextcloud!

Weiterführende Artikel

Links

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Kommentare: 1.340

  • Danny sagt:

    hallo Jan,

    ich verzweifle etwas :)

    ich gehe genau nach Anleitung vor, aber sobald ich die Domain.conf anpasse

    nano /etc/nginx/conf.d/meinedomain.de.conf

    bekomme ich einen Fehler beim nginx Restart

    Job for nginx.service failed because the control process exited with error code.
    See „systemctl status nginx.service“ and „journalctl -xe“ for details.

    nach längerem probieren hab ich rausgefunden das ich den ersten Teil „upstream php handler“ und den Location Teil importieren kann.

    dann funktioniert der Restart.

    Aber sobald ich den 3. Teil Server 443 eintrage (und anpasse) bekomme ich nach dem Abspeichern immer den Fehler und der Resart des Webserver kann nicht durchgeführt werden.

    Ich hab das ganze jetzt mehrmals kontrolliert. alles passt.

    Hast du eine Idee?
    Gruß
    -Danny-

    • Jan sagt:

      Hi Danny,

      in diesem Fall liefert dir „niginx -t“ die genaue Stelle und einen Hinweis darauf, was ihn stört.

      Gruß,
      Jan

      • Danny sagt:

        Hallo Jan,

        danke für den Tipp.

        Das Ergebnis sagt

        nginx: [emerg] SSL_CTX_load_verify_locations(„/etc/letsencrypt/cloud.xxxx.de.de/ca.pem“) failed (SSL: error:02001002:system library:fopen:No such file or directory:fopen(‚/etc/letsencrypt/cloud.xxxx.de.de/ca.pem‘,’r‘) error:2006D080:BIO routines:BIO_new_file:no such file error:0B084002:x509 certificate routines:X509_load_cert_crl_file:system lib)

        in etc/letsencrypt/cloud.xxxx.de/ liegen alle Zertifikate
        der User www-data hat auch Zugriff.

        die Befehle
        mkdir -p /etc/letsencrypt/cloud.xxxx.de
        chown -R www-data:www-data /etc/letsencrypt
        chmod -R 775 /etc/letsencrypt
        habe ich nun schon mehrfach mit sudo Rechten ausgeführt.

        Gruß
        -Danny-

        • Hendrik sagt:

          Es sieht so aus, als wenn du in der Nginx Config im Pfad zweimal .de.de geschrieben hast.

          /etc/letsencrypt/cloud.xxxx.de.de/ca.pem

          versus

          /etc/letsencrypt/cloud.xxxx.de/ca.pem

  • Christian sagt:

    Moin Jan,
    meine Nextcloud 16.0.7 zeigt unter Sicherheits- & Einrichtungswarnungen:
    Bei einigen Spalten in der Datenbank fehlt eine Konvertierung in big int. Aufgrund der Tatsache, dass das Ändern von Spaltentypen bei großen Tabellen einige Zeit dauern kann, wurden sie nicht automatisch geändert. Durch Ausführen von „occ db:convert-filecache-bigint“ können diese ausstehenden Änderungen manuell übernommen werden. Diese Operation muss ausgeführt werden, während die Instanz offline ist.
    mounts.storage_id
    mounts.root_id
    mounts.mount_id

    Ist das eine neue Meldung?
    Ich habe in deinem Guide nichts dazu gefunden?

    Gruß
    Christian

    • Jan sagt:

      Hi Christian,

      ja, solche Meldungen kommen oftmals nach einem Update der Nextcloud. Einfach den gezeigten OCC-Befehl ausführen, damit sollte es keine Probleme geben.

      Gruß,
      Jan

  • Stefan sagt:

    Hallo zusammen,
    erstmal vielen vielen Dank für das Tutorial hier, habe damit aktuell meinen Raspberry Pi 3B+ bestückt, läuft einwandfrei!
    Im Moment experimentiere ich mit einem OpenMediaVault-Server, der diese Aufgabe demnächst mit übernehmen soll, dabei bin ich auf tutorials gestoßen, die das versuchen per Docker zu realisieren, was aber irgendwie nicht so richtig geklappt hat…
    Hast du zu der Kombi, die du hier erklärt hast, schonmal was mit Docker gemacht? Habe leider selbst kaum Plan davon, bin mir nicht mal sicher, ob das bei meinem kleinen System mit vielleicht später mal 3-4 Nutzern so viel Sinn macht…

    Vielen Dank nochmal und viele Grüße,
    Stefan

    • Jan sagt:

      Hi Stefan,

      nein, mit Docker und Nextcloud habe ich bisher noch keine Erfahrungen gesammelt, da ich das lieber „direkt“ betreibe. Aber hier sollten so ziemlich alle Infos zu finden sein.

      Gruß,
      Jan

  • Sebastian sagt:

    Hi Jan,

    ich habe dank Deines Tutorial erfolgreich seit 1,5 Jahren eine 16.04LTS VM mit Nextcloud, CODE und Elasticsearch laufen. Die VM läuft auf einem unRAID Server und ich plane auch nicht Nextcloud in einen Docker Container zu migrieren.
    Allerdings möchte ich zur Nutzung anderer Dienste auf derselben Domain den Reverse Proxy als eigenen Docker auf dem Server laufen lassen, da das die Verwaltung einfacher macht.
    Reicht es die Konfigurationen zum Gateway Host und den vHosts auszukommentieren, um den Reverse Proxy auf der VM zu deaktivieren und die entsprechenden Domain Einträge auf dem neuen Proxy zu übernehmen, oder muss ich noch mehr beachten?

    Gruß, Sebastian

  • Christian sagt:

    Hallo Jan,

    vielen Dank für das tolle Tutorial.

    Wenn ich die Cloud nicht über das virtuelle Verzeichnis ./nextcloud erreichen möchte, sondern nur über meinedomain.de, wie muss die Konfiguration angepasst werden?

    Mein Anfängerversuch in der meinedomain.de.conf unter „location = /“ das „deny all“ durch ein „rewrite ^ /nextcloud;“ zu ersetzen hat nur eine Weiterleitung erzeugt, die aber nicht gewünscht ist.

    Vielen Dank im Voraus.

    Gruß
    Chris

  • Rainer-Maria Fritsch sagt:

    Hallo Jan,
    wenn ich das richtig verstanden habe, lässt fail2ban nur einen ssh-Zugriff aus dem Heimnetzwerk zu. Wie kann ich erreichen, dass ich auf meinen Server auch von außerhalb über ssh-name@meindedomain.de nur per ssh-key-Verfahren Zugang bekommen könnte?
    Vielen herzlichen Dank!

    Herzliche Grüße
    Rainer-Maria

  • Frank sagt:

    Hallo Jan,

    schon ein Upgrade von 19.04 LTS auf 20.04 LTS mit Nextcloud ausprobiert.
    Funktioniert super gut:

    a) Anleitung für Upgrade (https://linuxconfig.org/how-to-upgrade-ubuntu-to-20-04-lts-focal-fossa) verwenden.
    b) Nach Neustart vorsichtshalber PHP neu installieren (apt-get install php-fpm php-gd php-mysql php-curl php-xml php-zip php-intl php-mbstring php-bz2 php-json php-apcu php-imagick), weil beim Upgrade möglicherweise nicht alle notwendigen Pakete (z.B. fpm) installiert werden.
    c) PHP nach deiner Anleitung neu konfigurieren. Achtung: 20.04 LTS verwendet PHP 7.4. Dementsprechend muss 7.4 konfiguriert werden.
    d) Bei „/etc/nginx/conf.d/meinedomain.de.conf“ muss in Zeile 2 PHP „7.2“ mit „7.4“ ersetzt werden
    e) nginx und php neu starten

    ….und schon läuft alles wieder wie gewohnt.

    Gruß,
    Frank

    • Jan sagt:

      Hi Frank,

      danke für die Hinweise.
      Ich arbeite übrigens gerade an einem neuen Artikel der dann auf Ubuntu Server 20.04 abzielt – da kommen dann auch viele Verbesserungen und Optimierungen mit rein.

      Gruß,
      Jan

    • Stefan sagt:

      Vielen Dank für die Hilfe,
      hatte gerade mit meinen doch sehr beschränkten Kenntnissen über die detaillierte Funktionsweise erfolglos versucht zu schauen, was da beim Upgrade auf 20.04 kaputt gegangen ist, aber hiermit war alles schnell wieder in Gang gebracht. Sonst hätte ich wahrscheinlich gleich alles runtergeschmissen und versucht, die Anleitung mit nem frisch installieten 20.04 durchzugehen, nur um festzustellen, dass es wohl immer noch nicht geklappt hätte ;)
      Also, Danke nochmal!

  • Frank sagt:

    Hallo Jan,

    Gerne….geben und nehmen…;-))
    Bin auf deinen neuen Artikel gespannt. Hoffentlich muss ich dann nicht so viel ändern und es funktioniert am Schluss.

    Noch eine andere Sache. Ich habe zwei Server laufen. Auf dem Hauptserver läuft das https Zertifikat gemäß deiner Anleitung (meine-domain1.de) und auf dem Zweitserver ein selbstgeneriertes https Zertifikat (meine-domain2.de). Leider hat das selbstgenerierte Zertifikat den Nachteil automatisch abzulaufen. Wie kann ich das Zertifikat verlängern bzw. automatisch verlängern und dann wieder einbinden, sodass ich keine Warnung in meinem Browser bekomme?

    Gruß,
    Frank

    • Jan sagt:

      Hallo Frank,

      da frage ich mich, wie die Browser beim selbst generierten Zertifikat nicht meckern. Normalerweise gibt es immer eine Warnung, es sei denn, das Zertifikat wurde auf Client-Seite „installiert“.
      Um dieses zu erneuern, einfach neu erstellen – am besten gleich mit einer längeren Laufzeit. Warum kann/soll hier kein Let’s Encrypt Zertifikat zum Einsatz kommen?

      Gruß,
      Jan

      • Frank sagt:

        Hallo Jan,

        der Browser hatte solange nicht gemeckert, bis das Zertifikat abglaufen war. Leider lässt sich ein neues, selbst generiertes Zertifikat nicht einbinden. Muss ich hierzu eventuell etwas bestimmtes beachten?

        Das Let’s Encrypt Zertifikat hatte nicht funktioniert, da beide Rechner von aussen nur über die einzige IP-Adresse (Router) erreichbar sind. Dabei läuft NC 1 über meine-domain1.de (Server 1, Let’s Encrypt Zertifikat) und NC 2 über meine-domain2.de (Server 2, selbst generiertes Zertifikat). Wir hatte darüber mal am 10. November 2019 (Blog Seite 13) gemeinsam eine Lösung gefunden.
        Gibt es eventuell hierzu doch eine Lösung für Let’s Encrypt Zertifikate auf beiden Servern?

        Gruss,
        Frank

        • Jan sagt:

          Hi Frank,

          also ich habe das mittlerweile so gelöst, dass nur das „Frontend“ (also der Rechner, für den die Portfreigaben erstellt wurden) die Zertifikate verwaltet. Für alles „was dahinter liegt“ nutze ich einen Proxy-Pass vom Frontend auf den jeweiligen Rechner. Für die LAN-interne Kommunikation kommen dann selbst signierte Zertifikate zum Einsatz.
          Eine andere Lösung wäre, dass das Frontend Zertifikate für das „Backend“ erstellt und diese dann per NFS-Share freigibt. So kann sich das Backend dann die Zertifikat einbinden.

          Gruß,
          Jan

          • Frank sagt:

            Hi Jan,

            die Proxy-Pass Lösung funktioniert bei mir ganz gut – bis auf den Fakt, dass ein neu produziertes selbstsigniertes Zertifkat nicht einbinden lassen will.

            NFS-Share – bedeutet dies, auf dem Frontend über Letsencrypt für das Backend für meine-domain2.de ein Zertifikat auszustellen und dies dann über das NFS-Share auf den Backend einzubinden?

            Gruß,
            Frank

          • Jan sagt:

            Hi Frank,

            wieso lassen sich die selbst signierten Zertifikate nicht einbinden? Diese sind ja nur auf dem „Backend“ installiert und dem „Frontend“ ist es egal, dass dies selbst signierte Zertifikate sind.

            Und das mit dem NFS-Share hast du ganz richtig erfasst. Ist zwar ein wenig „von hinten durch die Brust ins Auge“, aber funktioniert, wenn sonst keine anderen Möglichkeiten bleiben.

            Gruß,
            Jan

          • Frank sagt:

            Hallo Jan,

            vielleicht gehen ich bei dem selbst signierten Zertifikat falsch vor (altes löschen, neues generieren und an dem Ort des alten ablegen). Wie würdest du das alte selbst signierte Zertifkat ersetzen?

            „von hinten durch die Brust ins Auge“ – das möchte ich eigentlich vermeiden, weil Server 1 eher für die Verbindung nach aussen sein soll (inkl. Anbindung an die App) und Server 2 vorwiegend für Internes mit der öffentlichen Anbindung sein soll. Alternative könnte auch https://www.digicert.com/kb/ssl-support/apache-multiple-ssl-certificates-using-sni.htm sein.

            Gruß,
            Frank

          • Jan sagt:

            Hi Frank,

            genau so würde ich auch vorgehen. Damit die neuen Zertifikate vom Webserver gezogen werden, sollte dieser aber nach der Erneuerung nochmal neu gestartet (oder geladen werden): service nginx reload

            Gruß,
            Jan

          • Frank sagt:

            Hi Jan,

            Grundsätzlich funktioniert es ja, allerdings stellen sich die Browser blöd an: „Dem Zertifikat wird nicht vertraut, weil es vom Aussteller selbst signiert wurde.“
            Mozille z.B. schreibt selbst dazu:
            „Selbst signierten Zertifikaten, die von keinem vertrauenswürdigen Aussteller stammen, wird standardmäßig nicht vertraut. Vom Aussteller selbst signierte Zertifikate können Ihre Daten zwar abhörsicher machen, sagen aber nichts über die Identität der Gegenseite aus. Dies trifft oft auf Intranetseiten zu, die nicht öffentlich zugänglich sind – in diesem Fall können Sie die Warnung umgehen.“

            Ist einfach ein blöder Zwischenschritt, um an die Cloud zu kommen.
            Vielleicht probiere ich doch mal die Version „von hinten durch die Brust ins Auge“ aus.

            Gruß
            Frank

          • Jan sagt:

            Hi Frank,

            das selbst signierte Zertifikat darf nie „mit dem Browser in Kontakt kommen“. D.h. eine Verbindung muss folgendermaßen zustande kommen: Browser -> Webserver (Frontend, mit LE Zertifikat) -> Proxy Pass zu „Backend“ (mit selbst signiertem Zertifikat). Der Browser darf nur das „richtige“ LE Zertifikat des Frontends sehen, dann bekommst du auch keine Warnung.

            Gruß,
            Jan

          • Frank sagt:

            Hi Jan,

            Genau da scheint im Moment noch das Problem zu sein.
            Offensichtlich habe ich meine Konfiguration noch nicht im Griff.
            Am einfachsten wäre die Sache, wenn ich mir zwei LE Zertifikate auf dem Frontend anlegen könnte, eins für den Frontend und eins für das Backend. Den Rest erledigt der Proxy. Hast du per Zufall eine kurze Anleitung dafür zur Hand oder einen Link dazu?

            Gruss
            Frank

          • Jan sagt:

            Hi Frank,

            eine Anleitung selbst nicht, aber ich habe das ja schon einmal grob skizziert: Beide LE Zertifikate liegen auf dem Frontend. Ebenfalls behandelt nginx hier alle einkommenden Requests. Auf dem Backend ist ein vHost für HTTPS eingerichtet, der aber ein selbst signiertes Zertifikat nutzt. Der Proxy Pass vom Frontend zum Backend geht dann auch an die HTTPS-Adresse des Backends. Auf diese Weise sieht ein Client nur das Frontend mit den gültigen LE Zertifikat.

            Gruß,
            Jan

          • Frank sagt:

            Hi Jan,

            autsch….hatte einen kleinen Denkfehler in meiner Konfig….jetzt klappt es auch mit dem LE Zertifikat fürs Backend. Hatte den falschen IP-Eintrag nach “ /.well-known/acme-challenge“. Manchmal sitzt man eben auf dem Schlauch, wenn die Fehlermeldung/Logs nicht die richtigen Hinweise liefern.

            Vielen Dank für deine Unterstützung. Freue mich auf deine neue Anleitung für 20.04.

            Gruß,
            Frank

          • Jan sagt:

            Hi Frank,

            OK, super, dass es nun funktioniert. Danke für die Rückmeldung!

            Gruß,
            Jan

  • Bernd sagt:

    Hi Jan,

    kann man schon sagen wann der Artikel erscheint?

    Gruß Bernd

    • Jan sagt:

      Hi Bernd,

      ich arbeite dran, kann aber noch eine Weile dauern, da v.a. die Repositories für nginx/MariaDB noch keine Versionen der Programme für 20.04 bereit stellen.

      Gruß,
      Jan

  • Alex sagt:

    Hallo Jan!
    Ich danke dir sehr für deine Artikel, die haben mir wirklich sehr, sehr, sehr geholfen!

    Mein Anwendungsfall ist etwas anders, ich habe einen Server mit mehreren Domains, da musste ich deinen Gatewayansatz etwas für mich abändern, aber das mit dem Gatewayhost ist wirklich eine sehr gute Idee!

    Wenn du magst, kann ich mein Setup näher beschreiben, dann könntest du das hier auch veröffentlichen.

    Ich möchte aber noch meine Config zu Mattermost mitteilen, da habe ich länger dran gesessen.

    Der Server, der auf 443 lauscht und an den internen Server weiterleitet (bei mir Port 86)

    server {
    listen 443 ssl http2;
    listen [::]:443 ssl http2;
    server_name mattermost.meine-domain.de;

    # Certificates used
    ssl_certificate /etc/letsencrypt/mattermost.meine-domain.de/fullchain.pem;
    ssl_certificate_key /etc/letsencrypt/mattermost.meine-domain.de/key.pem;

    # Not using TLSv1 will break:
    # Android <= 4.4.40
    # IE <= 10
    # IE mobile <=10
    # Removing TLSv1.1 breaks nothing else!
    # TLSv1.3 is not supported by most clients, but it should be enabled.
    ssl_protocols TLSv1.2 TLSv1.3;

    # Cipher suite from https://cipherli.st/
    # Max. security, but lower compatibility
    #ssl_ciphers 'TLS-CHACHA20-POLY1305-SHA256:TLS-AES-256-GCM-SHA384:ECDHE-ECDSA-CHACHA20-POLY1305:ECDHE-RSA-CHACHA20-POLY1305:ECDHE-RSA-AES256-GCM-SHA512:DHE-RSA-AES256-GCM-SHA512:ECDHE-RSA-AES256-GCM-SHA384';

    # Cipher suite from https://wiki.mozilla.org/Security/Server_Side_TLS
    #ssl_ciphers 'ECDHE-ECDSA-AES256-GCM-SHA384:ECDHE-RSA-AES256-GCM-SHA384:ECDHE-ECDSA-CHACHA20-POLY1305:ECDHE-RSA-CHACHA20-POLY1305:ECDHE-ECDSA-AES128-GCM-SHA256:ECDHE-RSA-AES128-GCM-SHA256:ECDHE-ECDSA-AES256-SHA384:ECDHE-RSA-AES256-SHA384:ECDHE-ECDSA-AES128-SHA256:ECDHE-RSA-AES128-SHA256';

    # (Modern) cipher suite from https://mozilla.github.io/server-side-tls/ssl-config-generator/
    #ssl_ciphers '256:ECDHE-ECDSA-AES256-SHA384:ECDHE-RSA-AES256-SHA384:ECDHE-ECDSA-AES128-SHA256:ECDHE-RSA-AES128-SHA256';

    # Diffie-Hellman parameter for DHE ciphersuites, recommended 4096 bits
    ssl_dhparam /etc/nginx/ssl/dhparams.pem;

    # Use multiple curves.
    ssl_ecdh_curve secp521r1:secp384r1;

    # Server should determine the ciphers, not the client
    ssl_prefer_server_ciphers on;

    # OCSP Stapling
    # fetch OCSP records from URL in ssl_certificate and cache them
    ssl_stapling on;
    ssl_stapling_verify on;

    # This should be ca.pem
    # See here: https://certbot.eff.org/docs/using.html
    ssl_trusted_certificate /etc/letsencrypt/mattermost.meine-domain.de/ca.pem;

    # This is the local DNS server (e.g. the IP of the Router if it is used as DNS server in the local network)
    resolver 213.133.100.100;
    # bei mir ist das der resolver von hetzner

    # SSL session handling
    ssl_session_timeout 24h;
    ssl_session_cache shared:SSL:50m;
    ssl_session_tickets off;

    #
    # Add headers to serve security related headers
    #
    # HSTS (ngx_http_headers_module is required)
    # In order to be recoginzed by SSL test, there must be an index.hmtl in the server's root
    add_header Strict-Transport-Security "max-age=63072000; includeSubdomains; preload;" always;
    add_header X-Content-Type-Options "nosniff" always;
    add_header X-XSS-Protection "1; mode=block" always;
    add_header X-Robots-Tag none always;
    add_header X-Download-Options noopen always;
    add_header X-Permitted-Cross-Domain-Policies none always;
    add_header Referrer-Policy no-referrer always;
    add_header X-Frame-Options "SAMEORIGIN" always;

    # Remove X-Powered-By, which is an information leak
    fastcgi_hide_header X-Powered-By;

    location ^~ / {
    proxy_set_header Upgrade $http_upgrade;
    proxy_set_header Connection "upgrade";
    # test
    proxy_set_header Host $host;
    proxy_set_header X-Forwarded-Host $host;
    proxy_set_header X-Real-IP $remote_addr;
    proxy_set_header X-Forwarded-For $remote_addr;
    proxy_set_header X-Forwarded-Proto $scheme;
    proxy_pass http://127.0.0.1:86;
    proxy_redirect off;
    }

    der server der dem port 86 lauscht und und die requests an mattermost weiter reicht

    proxy_cache_path /var/cache/nginx levels=1:2 keys_zone=mattermost_cache:10m max_size=3g inactive=120m use_temp_path=off;

    server {
    listen 127.0.0.1:86;
    server_name 127.0.0.1 mattermost.meine-domain.de;

    location ~ /api/v[0-9]+/(users/)?websocket$ {
    proxy_set_header Upgrade $http_upgrade;
    proxy_set_header Connection "upgrade";
    client_max_body_size 50M;
    proxy_set_header Host $host;
    proxy_set_header X-Real-IP $remote_addr;
    proxy_set_header X-Forwarded-For $remote_addr;
    proxy_set_header X-Forwarded-Proto $scheme;
    proxy_set_header X-Frame-Options SAMEORIGIN;
    proxy_buffers 256 16k;
    proxy_buffer_size 16k;
    client_body_timeout 60;
    send_timeout 300;
    lingering_timeout 5;
    proxy_connect_timeout 90;
    proxy_send_timeout 300;
    proxy_read_timeout 90s;
    proxy_pass http://mattermost-backend;
    }

    location / {
    client_max_body_size 50M;
    proxy_set_header Connection "";
    proxy_set_header Host $http_host;
    proxy_set_header X-Real-IP $remote_addr;
    proxy_set_header X-Forwarded-For $proxy_add_x_forwarded_for;
    proxy_set_header X-Forwarded-Proto $scheme;
    proxy_set_header X-Frame-Options SAMEORIGIN;
    proxy_buffers 256 16k;
    proxy_buffer_size 16k;
    proxy_read_timeout 600s;
    proxy_cache mattermost_cache;
    proxy_cache_revalidate on;
    proxy_cache_min_uses 2;
    proxy_cache_use_stale timeout;
    proxy_cache_lock on;
    proxy_http_version 1.1;
    proxy_pass http://mattermost-backend;
    }
    }

    aus dem gatewayhost:

    upstream mattermost-backend {
    server 127.0.0.1:8065;
    keepalive 32;
    }

    in meinem gatewayhost werden 3 domains "abgefangen" und alle requests an eine config pro domain durchgereicht. also mein "sub-gatewayhost" entspricht deinem gatewahosty, ich musste darüber noch fallentscheidungen nach domain fällen.

    Gruß

    Alex

    • Jan sagt:

      Hallo Alex,

      danke für die Konfiguration für Mattermost. Sicherlich für den einen oder anderen ganz interessant.

      Du nutzt dann quasi eine Mischung aus Gateway-Host (mit Unterverzeichnissen) und (perDomain) getrennte vHosts. Interessanter Ansatz, auch wenn das dann vermutlich noch komplizierter zu warten ist, oder?

      Gruß,
      Jan

      • Alex sagt:

        Hallo Jan,

        ja, ich befürchte schon. Zugegebenermaßen bin ich noch Anfänger in Sachen nginx, komme eigentlich aus der Entwicklerecke, nicht aus der Adminecke.
        Tatsächlich hab ich mit deinen Anleitungen am meisten anfangen können, die ich so im Netz gefunden habe, die anderen Dokus waren meist „wenn auf deinem Server nur wordpress laufen soll, copy paste das hier in dein /etc/nginx/conf.d rein und es klappt schon irgendwie“, den Ansatz mit dem Gatewayhost habe ich anderswo nicht finden können und der schien für das, was ich vorhatte gut. Wird Zeit, dass ich das Blog mal unterstütze, hab sicherlich schon ein paar Stunden in deinen Anleitungen rumgeschmökert!

        Gäbe es denn ein klügeres Vorgehen? Wie gesagt, Anwendungsfall ist: Ein Server mit einer IP, mehrere Domains und da drauf laufen mittlerweile mehrere Services, die unter verschiedenen domains erreichbar sein sollen.

        z.B. sowas wie gitea.domain1.de, moodle.domain1.de, cloud.domain2.de und wordpress.domain3.de

        Das wird wohl tatsächlich schnell unübersichtlich, aber wenn man sein /etc/nginx/conf.d mit git versioniert, sieht man ja, was man so gemacht hat 🙃

        Liebe Grüße

        Alex

        • Jan sagt:

          Hi Alex,

          mittlerweile bevorzuge ich die strikte Trennung der Dienste durch verschiedene (Sub-)Domains. Dann spart man sich den komplizierten Gateway-Host und die Konfiguration wird allgemein einfacher, weil man dann pro Domain einen vHost hat und keinen proxy_pass mehr an „interne vHosts“.
          Auf jeden Fall werden meine zukünftigen Tutorials auf diesem „eine-Domain-pro-Anwendung-Konzept“ basieren.

          Gruß,
          Jan

  • Jean-Noel BASS sagt:

    Hallo Jan,

    Vielen Dank für Ihres so gutes und klares Tutorial ! Ich benûtze Ubuntu seit 2014, meistens für Rechnung und Programmierung („operational research“), aber ich hatte gar keine Kenntnisse in Web- und Netz-admin. Alles wird so Schritt zu Schritt bescriebien, mit den Tipps und Tricks, dass es jetzt schön klappt !!

    Hoffentlich finde ich Ihres nächstes Tutorial für Ubuntu 20.04 in ein paar Monate ! Zur Zeit werde ich Bilder und File-Synchro mit Nextcloud einrichten. Ich brauche nur zu wissen, wie mit smtp GNOME-keyring Passwörter zu benutzen für fail2ban.

    Mit herzlichen grüssen aus Frankreich (meine Frau hat 3 Jahren im Schwarzwald als Französischlehrerin gearbeitet !),
    Jean-Noel BASS

    • Jan sagt:

      Hallo Jean-Noel,

      der Artikel über Nextcloud auf Ubuntu 20.04 wird schon sehr bald online gehen denk ich.
      Aber was meist du mit smtp/Gnome-Keyrng und fail2ban? Kannst du das noch etwas genauer erläutern?

      Gruß,
      Jan

  • Ralf sagt:

    Sehr geehrte Damen und Herren,
    vielen Dank für diese wirklich ausführliche Anleitung zu Einrichtung des Nextcloud Servers. Funktioniert auf Anhieb. Kann mich via Web auf den Nextcloud-Server einloggen und auch über WebDav, CalDav und CardDav funktioniert und kann über WebDav auf die Dateien zugreifen.
    Was allerdings nicht klappt ist über den Mac OS, oder iOS Client anmelden. Hier erscheint dann die Meldung vom Server: Bad Request.
    Beim Wechseln auf den Browser zur Autorisierung passiert dann nichts mehr.
    Woran kann das liegen. Im Internet habe ich leider keine hilfreichen Informationen gefunden.
    Des Weiteren wurden folgende Warnungen von Nextcloud ausgegeben:

    In der Datenbank fehlen einige Indizes. Auf Grund der Tatsache, dass das Hinzufügen von Indizes in großen Tabellen einige Zeit in Anspruch nehmen kann, wurden diese nicht automatisch erzeugt. Durch das Ausführen von „occ db:add-missing-indices“ können die fehlenden Indizes manuell hinzugefügt werden, während die Instanz weiter läuft. Nachdem die Indizes hinzugefügt wurden, sind Anfragen auf die Tabellen normalerweise schneller.
    Fehlender Index „calendarobject_calid_index“ in der Tabelle „oc_calendarobjects_props“.
    Fehlender Index „schedulobj_principuri_index“ in der Tabelle „oc_schedulingobjects“.

    Bei einigen Spalten in der Datenbank fehlt eine Konvertierung in big int. Aufgrund der Tatsache, dass das Ändern von Spaltentypen bei großen Tabellen einige Zeit dauern kann, wurden sie nicht automatisch geändert. Durch Ausführen von „occ db:convert-filecache-bigint“ können diese ausstehenden Änderungen manuell übernommen werden. Diese Operation muss ausgeführt werden, während die Instanz offline ist. Weitere Einzelheiten finden Sie auf der zugehörigen Dokumentationsseite.
    mounts.storage_id
    mounts.root_id
    mounts.mount_id

    Wie sind die vorgenannten Änderungen durchzuführen?
    Und was muss ich tun das die Client-Anmeldung funktioniert?
    Verwendetes System: Ubuntu 18.04.04, php 7.4,03, Nextcloud 18.0.4, nginx, MariaDB.
    Für eine Antwort wäre ich Ihnen sehr dankbar.

    Mit freundlichen Grüßen
    Ralf

    • Jan sagt:

      Hi Ralf,

      du hast deinen Kommentar unter den „alten“ Artikel zu Nextcloud/Ubuntu verfasst.
      Hier findest du die aktuelle Version, dort ist auch beschrieben, wie du mit ein paar OCC-Befehlen die Warnungen in der Admin-UI weg bekommst.

      Zum Thema Anmeldung mittels MacOS/iOS kann ich leider nicht viel sagen. Ein „Bad Request“ sagt aber immer aus, dass es ein Problem auf der Seite des Webservers gegeben hat. Daher bitte mal in das error.log von nginx schauen, hier sollte eine detailliertere Fehlermeldung zu finden sein.

      Gruß,
      Jan

      • Ralf sagt:

        Hallo Jan,
        vielen Dank für den Hinweis. Ich habe mich total vertan in der Version und nun für die Version 18.04 die Arbeitsschritte vollzogen und es funktioniert wie es soll.
        Super Sache.
        Nochmal vielen Dank.
        Hut ab für Deine Anleitung.

        Gruß Ralf.

  • Steve sagt:

    Hi Jan, hat alles wunderbar funktioniert, vielen vielen Dank! Nur ist mein Zertifikat aus irgend einem Grund doch abgelaufen.

    Ich hab nun versucht, das Zertifikat mit dem Benutzer „letsencrypt“ nochmals zu erzeugen und bekomme folgende Fehlermeldung:

    acme.sh –issue -d meinedomain.de –keylength 4096 -w /var/www/letsencrypt –key-file /etc/letsencrypt/meinedomain.de/key.pem –ca-file /etc/letsencrypt/meinedomain.de/ca.pem –cert-file /etc/letsencrypt/meinedomain.de/cert.pem –fullchain-file /etc/letsencrypt/meinedomain.de/fullchain.pem –reloadcmd „sudo /bin/systemctl reload nginx.service“
    [Sa 6. Jun 14:36:47 CEST 2020] Single domain=’meinedomain.de‘
    [Sa 6. Jun 14:36:47 CEST 2020] Getting domain auth token for each domain
    [Sa 6. Jun 14:36:50 CEST 2020] Getting webroot for domain=’meinedomain.de‘
    [Sa 6. Jun 14:36:50 CEST 2020] Verifying: meinedomain.de
    [Sa 6. Jun 14:36:53 CEST 2020] meinedomain.de:Verify error:Fetching http://meinedomain.de/.well-known/acme-challenge/duP6FVk4lvffgRV3V9XxozRrwwKuG87BrGOTUsq-3YA: Error getting validation data
    [Sa 6. Jun 14:36:53 CEST 2020] Please add ‚–debug‘ or ‚–log‘ to check more details.
    [Sa 6. Jun 14:36:53 CEST 2020] See: https://github.com/acmesh-official/acme.sh/wiki/How-to-debug-acme.sh

    Kannst du mir hier weiterhelfen?
    LG Steve

    • Jan sagt:

      Hi Steve,

      da stimmt wohl etwas nicht an der Webserver-Konfiguration. Bitte mal diesen Absatz aus dem neuen Nextcloud-Tutorial befolgen. Damit sollte es dann wieder klappen.

      Gruß,
      Jan

      • Steve sagt:

        Hi Jan, danke für die schnelle Rückmeldung! Muss dich leider nochmal nerven…

        Den Test aus dem neuen Tutorial habe ich durchgeführt, und wie erwartet, kann ich die Test Seite nicht aufrufen. Folgendes sagt das Error-Protokoll (/var/log/nginx/error.log):

        2020/06/14 11:55:02 [error] 1056#1056: OCSP response not successful (6: unauthorized) while requesting certificate status, responder: ocsp.int-x3.letsencrypt.org, peer: 2.21.76.105:80, certificate: „/etc/letsencrypt/ncmueller.ddns.net/fullchain.pem“

        Wenn ich den Befehl zum Erzeugen des Zertifikats erneut mit „–debug“ ausführe, werden folgende Fehler protokolliert:

        [So 14. Jun 12:05:43 CEST 2020] _currentRoot=’/var/www/letsencrypt‘
        [So 14. Jun 12:05:43 CEST 2020] wellknown_path=’/var/www/letsencrypt/.well-known/acme-challenge‘
        [So 14. Jun 12:05:43 CEST 2020] writing token:rNwOokbhqlRP0dTTvWHRTwzlRZ4dbrjmRqmBKNWnu4I to /var/www/letsencrypt/.well-known/acme-challenge/rNwOokbhqlRP0dTTvWHRTwzlRZ4dbrjmRqmBKNWnu4I
        [So 14. Jun 12:05:43 CEST 2020] Changing owner/group of .well-known to www-data:www-data
        [So 14. Jun 12:05:43 CEST 2020] chown: der Eigentümer von ‚/var/www/letsencrypt/.well-known/acme-challenge/rNwOokbhqlRP0dTTvWHRTwzlRZ4dbrjmRqmBKNWnu4I‘ wird geändert: Vorgang nicht zulässig
        chown: der Eigentümer von ‚/var/www/letsencrypt/.well-known/acme-challenge/test.txt‘ wird geändert: Vorgang nicht zulässig
        chown: der Eigentümer von ‚/var/www/letsencrypt/.well-known/acme-challenge‘ wird geändert: Vorgang nicht zulässig
        chown: der Eigentümer von ‚/var/www/letsencrypt/.well-known‘ wird geändert: Vorgang nicht zulässig

        Liegt dort der Hund begraben?

        VG Steve

        • Jan sagt:

          Hi Steve,

          der Fehler aus dem nginx-Log kannst du erst einmal ignorieren.
          Die anderen Fehler sehen so aus, als ob die Berechtigungen des Verzeichnisses nicht richtig gesetzt wurden. Der User letsencrypt muss Mitglied der Gruppe www-data sein und alle beteiligten Verzeichnisse brauchen mindestens die Berechtigung 775. Danach sollte es dann klappen.

          Gruß,
          Jan

      • Steve sagt:

        Hi Jan, Problem hat sich erledigt. Es war auf dem Router u.a. keine Portweiterleitung auf http (80) eingerichtet.

        Zertifikat lies sich nun ohne Probleme erneuern und ist aktiv.

        Vielen vielen Dank, dein Tipp mit der Test.txt Datei im „well-known“-Verzeichnis hat mich letztendlich zur Lösung geführt.

        VG Steve

  • Philipp sagt:

    Hallo Jan,

    vielen Dank für das Tutorial und die tollen Erklärungen zu den Hintergründen. Es fühlt sich doch viel besser an wenn man weiß was im Hintergrund los ist, als einfach irgendwo ein snap o.ä. zu ziehen.

    Eine Sache hat mir jedoch einiges Kopfzerbrechen gemacht:
    Ich wollte das nextcloud_data directory auf eine andere Platte auslagern, habe aber bei der Installation von Nextcloud keinen Schreibzugriff auf Diese bekommen…
    Dies lag daran, dass ich zwar in den php und php-fpm inis die Pfade richtig gesetzt hatte, die ‚open_basedir‘ Variable aber in der meinedomain.de_nextcloud.conf nochmal überschrieben wird.

    Vielen Dank nochmal und viele Grüße.

    • Jan sagt:

      Hi Philip,

      ja, wenn man das mit open_basedir vergisst, dann funktioniert das nicht und bereitet einiges an Kopfzerbrechen. Aber du konntest den „Fehler“ ja finden.
      Genau das ist auch der Grund, warum ich im neuen Tutorial zu Nextcloud die komplette Konfiguration von open_basedir weggelassen habe. In der heutigen Zeit ist dies denke ich kein wirklich notwendiges Sicherheits-Feature mehr.

      Gruß,
      Jan

  • Martin sagt:

    Hallo!

    Ich habe im März 2020 Dank Ihrer hervorragenden Anleitung Nextcloud etc. eingerichtet und auch ein Let’s Ecnrypt Zertifikat installiert. Es lief alles wunderbar.

    Nun kam die Meldung, dass das Zertifikat ablgelaufen ist (ist ja auch logisch nach drei Monaten). Ich dachte allerdings, dass ein Cronjob die Zertifikate rechtzeitig erneuert. Offensichtlich ist dies nicht der Fall.

    Also habe ich mich mit dem User letsencrypt eingeloggt und gemäß einer Google-Suche den Befehl acme.sh –renewall eingegeben.

    Es kommt dann folgende Meldung:

    :Verify error:Fetching https://meinedomain.de:443/.well-known/acme-challenge/zkLrYIt0mSeOH6YEwTA8mg4UUD0wzMqT_PXACuh2FxI: Timeout during connect (likely firewall problem)

    Meine Domain ist allerdings sowohl mit http://meinedomain.de als auch mit https://meinedomain.de erreichbar.

    Es wird nur angezeigt, dass die Seit unsicher ist. Wenn man dann weitermacht, kommt der Nextcloud-Login. Insofern kann es doch kein Firewall-Problem sein, weil der Aufruf der Domain mit http & https zum Nextcloud-Login führt.

    In der Firewall (OpnSense) werden übrigens die Ports 80 & 443 auf denselben Server weitergeleitet, auf dem Nextcloud läuft.

    Was läuft hier falsch?

    Danke für Ihre Hilfe!

    • Jan sagt:

      Hi Martin,

      man sieht hier, dass er die Verifikation über HTTPS vornehmen will. Das muss allerdings per HTTP (also Port 80) passieren. Ich vermute hier mal einen Fehler in der Webserver-Konfiguration, so dass er sämtlichen Traffic auf HTTPS weiterleitet. Für die Verifikation („.well-known/acme-challenge“) darf er dies nicht machen, sonder muss den Request über HTTP behandeln.

      Gruß,
      Jan

  • Markus Lappe sagt:

    Guten Morgen kann mir vielleicht jemand sagen wie ich diese Installation auf PHP Version 7.4 Update möchte da jetzt nicht Kaputt machen nur nach dem Update auf 19 möchte er ja am besten die 7.4 haben

    Gruß

    Markus

    • Jan sagt:

      Hi Markus,

      das hängt davon ab, auf welcher Distribution und Version du bist. Denn ich empfehle nur die PHP-Pakete in den Ubuntu-Paketquellen und keine PHP-Installation via PPA.

      Gruß,
      Jan

      • Markus Lappe sagt:

        Hab im Prinzip alles nach deiner Anleitung erstellt bin zur Zeit auf v7.2.24 Ubuntu 18.04.6 PPA Anleitungen habe ich 2 Probiert bei beiden hat der Test immer gesagt das es noch auf 7.2 läuft, ob wohl php -v sagt es läuft 7.4.
        Irgendwie finde ich auch nur Anleitungen mit PPA Quellen?

        Gruß

        Markus

        • Jan sagt:

          Hi Markus,

          bei produktiven Systemen rate ich immer von der Verwendung von PPAs ab.
          Warum möchtest du denn ein Update auf PHP 7.4 vornehmen? Gibt es dafür einen speziellen Grund, denn Vorteile bzgl. Performance sind hier eher nicht zu erwarten.

          Gruß,
          Jan

          • Markus Lappe sagt:

            So jetzt bin ich auch mal wieder da nach langer Zeit, eigentlich nur weil ich die Meldung haben das, ab Version 20 keine Unterstützung mehr gegeben ist ist also zur Zeit kein Problem. Dachte das lässt sich einfach umstellen.

            Gruß

            Markus

          • Jan sagt:

            Hi Markus,

            auf welcher Distribution/Version bist du unterwegs? Hier evtl. mal ein Update durchführen. PPAs würde ich nur im äußersten Notfall einsetzen.

            Gruß,
            Jan

  • Bastian sagt:

    Moin,
    ich bekomme seid dem Update auf Nextcloud 18.0.7 wieder die Meldung:

    Der „X-Frame-Options“-HTTP-Header ist nicht so konfiguriert, dass er „SAMEORIGIN“ entspricht.

    Habe auch schon sämliche Tipps befolgt.

    Ein Update auf die Version 19.0.1 wurd mir noch nicht angeboten.

  • Rainer-Maria Fritsch sagt:

    Hall Jan,
    ich habe vor einiger Zeit in der jail.local bantime=-1 eingetragen. Nun sehe ich gerade, dass keine E-Mails über gebannte IP mehr gesendet werden. Ich habe die Installation von fail2ban noch einmal nachvollzogen, kann aber keinen Fehler finden.

    Ich habe meine Nextcloud-Installation über einen Tor-Browser aufgerufen und viele falsche Zugangsdaten eingegeben.

    Der Status von fail2ban im Terminal ergibt:
    Status for the jail: nextcloud
    |- Filter
    | |- Currently failed: 0
    | |- Total failed: 0
    | `- File list: /var/nextcloud_data/nextcloud.log
    `- Actions
    |- Currently banned: 0
    |- Total banned: 0
    `- Banned IP list:

    Die Log-Datei bleibt entsprechend leer. Irgendeine Idee, wo ich weiter den Fehler suchen könnte?
    Vielen herzlichen Dank!
    Herzliche Grüße
    Rainer

  • Florian Demme sagt:

    Hallo,

    ich habe das gleiche Problem wie Markus.

    – 18-04 LTS Update auf Nextcloud 19

    Jetzt soll ich auf ein php >7.2 updaten.

    Wie geht man vor? (Konfig wie von dir beschrieben )

    Gruß
    Florian

    • Jan sagt:

      Hi Florian,

      der empfohlene Weg ist, ein Update auf 20.04 vorzunehmen, da kommt PHP 7.4 mit.
      Wenn das nicht gewünscht ist, dann kann man eine neuere PHP-Version auch über ein PPA installieren. Damit holt man sich aber Fremdkomponenten auf das System, daher würde ich immer den Schritt über das LTS-Update gehen.

      Gruß,
      Jan

  • Markus Müller sagt:

    Hallo Jan,
    wird es eine Anleitung von Dir geben, die oben stehende Konfig auf Ubuntu 20.04 hochzuziehen.
    Ich habe heute das Update versucht, jedoch kommt immer wieder der Fehler „502 Bad Gateway“ beim Versuch Nextcloud aufzurufen.
    Bei der Fehlersuche fiel auf, dass der Teil „Konfiguration PHP“ Deiner Anleitung neu gemacht werden muss in PHP 7.4.
    Ich werde mich jetzt weiter auf die Fehlersuche begeben. Würde mich über eine Anleitung freuen. Ansonsten heißt es neu installieren.
    Vielen Dank.
    Gruß
    Markus

    • Markus Müller sagt:

      Nachtrag:
      Ich erhalte im nginx-error.log folgenden Fehler:
      2020/09/11 19:03:29 [crit] 726#726: *115 connect() to unix:/run/php/php7.2-fpm.sock failed (2: No such file or directory) while connecting to upstream, client: 127.0.0.1, server: 127.0.0.1, request: „GET /nextcloud/ HTTP/1.0“, upstream: „fastcgi://unix:/run/php/php7.2-fpm.sock:“, host: „meine.domain“

      Wo könnte ich mit der Fehlerbehebung ansetzen?

      • Jan sagt:

        Hi Markus,

        ein Update des alten 18.04er Tutorials wird es wohl nicht geben, die Konfiguration aus dem neuen Tutorial ist sehr viel einfacher und „logischer“.

        Dein Problem ist vermutlich der PHP-Upstream: Unter 20.04 hast du PHP 7.4, hier muss dann die Definition des Upstreams aktualisiert werden (mit der Versions-Nummer).

        Gruß,
        Jan

        • Markus Müller sagt:

          Hallo Jan,

          danke für Deine schnelle Antwort.

          Den Fehler konnte ich gestern Nacht noch beheben. In der Datei: /etc/nginx/conf.d/meine.domäne.conf musste in Zeile 2 dies geändert werden: server unix:/run/php/php7.4-fpm.sock;
          Hier stand der Eintrag noch auf php7.2

          Ich werde aber dann parallel Deine Anleitung mit 20.04 testen.

          Gruß
          Markus

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