DecaTec

Home-Server | Linux | Nextcloud | Raspberry Pi | Programmierung | Fotografie

Nextcloud auf Ubuntu Server 18.04 LTS mit nginx, MariaDB, PHP, Let’s Encrypt, Redis und Fail2ban

Nextcloud LogoHinweis: Dieser Artikel zeigt die Einrichtung von Nextcloud auf Ubuntu Server 18.04 LTS. Ein aktualisiertes Tutorial für Ubuntu 20.04 LTS ist hier zu finden: Nextcloud auf Ubuntu Server 20.04 LTS mit nginx, MariaDB, PHP, Let’s Encrypt, Redis und Fail2ban

 

Dieser Artikel beschreibt die Installation und Konfiguration von Nextcloud auf Ubuntu Server 18.04 LTS („Bionic Beaver“) mit nginx, MariaDB, PHP und Let’s Encrypt. Zur Verbesserung der Sicherheit und Performance wird ebenfalls die Einrichtung von Redis, Fail2ban und ufw behandelt.

Wer regelmäßig diesen Blog liest, wird der dies bestimmt bekannt vorkommen: Zu diesem Thema gab es bereits einige Artikel. Die letzte Anleitung (Nextcloud auf Ubuntu Server mit nginx, MariaDB, PHP, Let’s Encrypt, Redis und Fail2ban) war sehr ähnlich aufgebaut, jedoch kam seinerzeit Ubuntu Server 16.04 LTS zum Einsatz. Nach nun gut zwei Jahren ist im April 2018 eine neue LTS-Version von Ubuntu erschienen. Da sich hier bei der Installation und Konfiguration einiges geändert hat, ist es an der Zeit, dem Thema der selbstgehosteten Nextcloud einen neuen Artikel zu gönnen.

Update-Historie (letztes Update: 03.02.2020)
  • 03.02.2020:
    • Cipher Suite DHE-RSA-AES256-GCM-SHA384 entfernt.
  • 25.10.2019:
    • Anpassungen einiger Anweisungen im virtuellen Host von Nextcloud bzgl. PHP (Auslöser: Sicherheitslücke nginx/php-fpm, siehe hier).
  • 03.10.2019:
    • Anpassungen für Nextcloud 17:
      • Header X-Frame-Options
      • Regulärer Ausdruck für Fail2ban angepasst
  • 17.08.2019:
    • acme.sh sollte nicht mit Root-Rechten ausgeführt werden, daher wird für die Ausführung von acme.sh ein spezieller User angelegt.
  • 24.07.2019:
    • Anpassungen für TLSv1.3 (ssl_ciphers und ssl_ecdh_curve).
  • 15.06.2019:
    • ECDHE-RSA-AES256-SHA384 aus den ssl_ciphers entfernt (wird beim Qualys SSL Labs Test als „weak“ eingestuft).
  • 24.05.2019:
    • Erklärung für die Anweisung „resolver“ im Gateway-Host hinzugefügt.
  • 18.05.2019:
    • Hinweis hinzugefügt, dass bei der Generierung der Zertifikate am besten Copy&Paste und „Suchen & Ersetzen“ genutzt wird.
  • 26.04.2019:
    • Artikel komplett für Nextcloud 16 überarbeitet.
    • Manuelles Hinzufügen von Ubuntu-Paketquellen entfernt, da diese bei 18.04.2 standardmäßig enthalten sind.
    • Modifizierung der Datenbank für big int Support entfernt, da dies automatisch im Rahmen des Nextcloud-Setups erfolgt.
    • Der Cronjob für Nextcloud wird nun alle 5 Minuten ausgeführt (siehe Nextcloud Admin-Manual).
    • Eingesetzte Programm-Versionen aktualisiert.
  • 14.04.2019:
    • [arch=amd64] beim den Paketquellen für nginx (/etc/apt/sources.list.d/nginx.list) hinzugefügt.
    • Die Versionsangaben (php7.2-fpm) beim Installieren von PHP entfernt.
  • 12.04.2019:
    • Für den Versand von E-Mails von Fail2ban kommt nun msmtp zum Einsatz.
  • 07.03.2019:
    • Beim Setzen der SSL-Header wird nun der Parameter always mit angegeben, damit der Header unabhängig vom Response-Code geliefert wird.
  • 02.03.2019:
    • Anweisungen für ocm-provider bzw. ocs-provider im Gateway-Host hinzugefügt, da es ansonsten unter Nextcloud 15.0.5 zu Warnungen im Admin-Bereich kommt.
    • vHost für Nextcloud überarbeitet.
  • 27.02.2019:
    • Beschreibung zur Generierung der TLS-Zertifikate komplett auf acme.sh umgestellt, Anleitung für Certbot entfernt.
  • 02.02.2019:
    • Hinweis für acme.sh zum Generieren der TLS-Zertifikate hinzugefügt.
  • 21.01.2019:
    • Setzen von max_input_time = 3600 als PHP-Value im virtuellen Host von Nextcloud.
  • 03.01.2019:
    • Schritte zur Konvertierung der Datenbanktabellen auf big int nach dem Setup hinzugefügt.
  • 24.12.2018:
    • Verbesserung beim Anlegen der Datenbank für Nextcloud: Der UTF-8 Multibyte-Support wird nun gleich beim Anlegen der Datenbank aktiviert, so dass die Datenbank nicht mehr nach dem Nextcloud-Setup modifiziert werden muss.
    • Update der eingesetzten Programm-Versionen.
  • 19.12.2018:
    • Überarbeitung der virtuellen Hosts (Gateway-Host und vHost für Nextcloud): Überflüssige Anweisungen entfernt (proxy_set_header Answeiungen und locations für Well-Known-URLs/acme-challenge im Nextcloud vHost) und Konfiguration auf Nextcloud 15 abgestimmt.
    • Bei bestehenden Installationen bitte nochmals den Gateway-Host und den vHost für Nextcloud mit den bestehenden virtuellen Hosts abgleichen!
  • 15.12.2018:
    • Installation PHP: php-imagick hinzugefügt.
  • 12.12.2018:
    • Anpassungen für Nextcloud 15: Well-Known-URLs und angepasste Links.
  • 11.11.2018:
    • Informationen zu den Default-Werten in der Datei jail.local hinzugefügt.
  • 13.10.2018:
    • „Well-Known-URLs“ für DAV im Gateway-Host hinzugefügt, da es ansonsten ab Nextcloud 14.0.2 zu einer Warnung im Admin-Bereich kommt.
  • 04.10.2018:
    • Konfiguration der Paketquellen unter Ubuntu Server 18.04.1: Vor der Installation der Programme werden die Ubuntu-Repositories Universe, Multiverse und Restricted hinzugefügt.
  • 19.09.2018:
    • Fehler bei „Trusted Domains“ in der config.php von Nextcloud.
  • 07.09.2018:
    • Ergänzungen für Nextcloud 14.
      • Hinweis für Meldung „Die Verwendung des eingebauten PHP-Mailers wird nicht länger unterstützt“ hinzugefügt.
      • Links zum Nextcloud Administration Manual aktualisiert.
    • Im Gateway-Host wird die Referrer-Policy nun auf „no-referrer“ gesetzt.
    • Update der verwendeten Programm-Versionen.
  • 31.05.2018:
    • SSL-Konfiguration im Gateway-Host geändert: unter ssl_trusted_certificate wird nun die Datei chain.pem angegeben.
  • 02.06.2018:
    • Anleitung zum Aktivieren von 4-Byte-Support der Nextcloud-Datenbank hinzugefügt.
  • 07.06.2018:
    • Anleitung für nginx 1.15 überarbeitet (Achtung: veränderte Verzeichnisstruktur).
  • 08.06.2018:
    • Gateway-Host: Anpassung von ssl_ciphers und ssl_ecdh_curve.
    • Der SSL-Test sollte nun A+ (100%) ergeben.
  • 10.06.2018:
    • Warnung für die Aktivierung vom 4-Byte-Support hinzugefügt, da dies auf manchen Systemen zu Problemen führen kann.
  • 13.06.2018:
    • Hinweis für Internet-Anschlüsse mittels DS-Lite hinzugefügt. Um die Schritte dieses Tutorials durchzuführen, wird ein „echter“ IPv4-Anschlus benötigt.
    • Hinweis auf Zertifikat-Erneuerung durch Certbot überarbeitet, da bei der Installation automatisch ein Cronjob eingerichtet wird.

 

Inhalt

Motivation, Voraussetzungen und Konzept des Artikels

Wer meine Artikel regelmäßig liest, wird sicher wissen, dass ich großen Wert darauf lege, Wissen zu vermitteln. Das ist zunächst auch das Ziel dieses Tutorials. Da die Schritte zur Installation der eigenen Cloud im Prinzip einfach von oben nach unten abgearbeitet werden könnten, würde hier auch eine einfache Liste mit Anweisungen/Kommandozeilen-Befehlen reichen. Dennoch ist es meiner Meinung nach wichtig zu wissen, was man hier tut, anstatt einfach nur ein paar Befehle auf der Kommandozeile zu kopieren – besonders bei einer eigenen Cloud, in der u.U. auch sensible Daten gespeichert werden. Daher möchte ich mit dem Artikel Hintergrundwissen vermitteln, so dass der Leser nach Durcharbeiten des Tutorials die Zusammenhänge und Hintergründe versteht und somit auch eigene Lösungen bei evtl. auftretenden Problemen erarbeiten kann.

Ziele

Neben der Wissensvermittlung werden mit dem Artikel folgende konkrete Ziele verfolgt:

  • Installation der eigenen Nextcloud auf Ubuntu Server 18.04 LTS mit nginx, MariaDB und PHP.
  • Erhöhte Sicherheit der Cloud (PHP-Konfiguration, SSL, Nextcloud-Konfiguration laut Nextcloud Administation Manual).
  • Verschlüsselte Verbindung zur eigenen Cloud mittels HTTPS. Dazu kommt ein Zertifikat von Let’s Encrypt zum Einsatz.
  • Nextcloud soll in einem Unterverzeichnis des Webservers laufen und über die URL https://meinedomain.de/nextcloud erreichbar sein. Dadurch wird es möglich, neben der Cloud auch weitere Webanwendungen auf dem gleichen Server zu betreiben, siehe Zweite Web-Anwendung neben ownCloud/Nextcloud einrichten (am Beispiel WordPress).
  • In der Admin-Oberfläche von Nextcloud sollen keine Warnungen angezeigt werden.
  • Das Datenverzeichnis von Nextcloud soll außerhalb des www-Verzeichnisses liegen.
  • Verbesserung der Performance durch Verwendung von Redis für das Transactional File Locking.
  • Absicherung gegen Brute-Force-Attacken mit Fail2ban.
  • Einrichtung der Firewall ufw.

Zeitaufwand und Programm-Versionen

Zeitaufwand: ca. 3 Stunden

Eingesetzte Programm-Versionen:

  • Ubuntu Server 18.04.2 LTS („Bionic Beaver“)
  • Nextcloud 17.0.0
  • nginx 1.17.2
  • MariaDB 10.3.11
  • PHP 7.2.17
  • Redis 4.0.9
  • Fail2ban 0.10.2
  • OpenSSL 1.1.1

Voraussetzungen

Betriebssystem und Hardware

Als Betriebssystem kommt Ubuntu 18.04 LTS („Bionic Beaver“) zum Einsatz. Eine LTS-Version (Long Term Support) bietet sich für ein eigenes Cloud-Projekt an, da durch den verlängerten Support-Zeitraum (in diesem Fall fünf Jahre – bis April 2023) ein solches System über eine lange Zeit betrieben werden kann, ohne dass ein Distributions-Update zwingend erforderlich ist.

Prinzipiell kann aber auch jede andere Linux-Distribution (z.B. Debian) eingesetzt werden, die Schritte sollten überall nahezu identisch sein.

Die Hardware ist auch nicht entscheidend, erforderlich ist hierbei nur ein PC, auf dem Linux läuft. So ist es auch denkbar, das Tutorial auf einem Kleinstrechner wie dem  Raspberry Pi (Affiliate-Link) umzusetzen, da dieser weder viel Strom noch Platz braucht. Wenn etwas mehr Leistung benötigt wird, dann bietet sich auch ein Intel NUC (Affiliate Link) an.

Besonders interessant finde ich den Einsatz einer virtuellen Maschine (VM) für das Hosten der eigenen Cloud. Der Vorteil ist hierbei, dass bei virtuellen Systemen Snapshots angelegt werden können, die den Zustand der VM zu einem gewissen Zeitpunkt speichern. Im Notfall kann man dann die komplette virtuelle Maschine auf einen bestimmten Snapshot zurücksetzen. Darüber hinaus können virtuelle Systeme auch leicht in ein bestehendes Backup-Konzept mit eingebunden werden. Wie Ubuntu Server 18.04 als virtuelle Maschine unter Hyper-V eingerichtet und konfiguriert werden kann, zeigt der Artikel Ubuntu Server 18.04 LTS als Hyper-V Gastsystem installieren und optimal einrichten.

Zugriff per SSH

Nach der Installation wird man einen Server normalerweise „headless“ laufen lassen, d.h. ohne angeschlossenen Monitor, Maus oder weitere Peripheriegeräte. Der Zugriff findet dann in der Regel über SSH statt (z.B. mit dem Programm PuTTY). Mehr Infos zum Zugriff mittels SSH sind ebenfalls im Artikel Ubuntu Server 18.04 LTS als Hyper-V Gastsystem installieren und optimal einrichten zu finden.

DynDNS

Wenn die eigene Cloud nach der Installation auch aus dem Internet erreichbar sein soll, dann ist die Verwendung eines DynDNS-Dienstes ebenfalls eine Voraussetzung. DynDNS sorgt dabei dafür, dass die (öffentliche) IP des Servers immer auf eine DynDNS-Domain gemappt wird. Dies hat zum einen den Vorteil, dass man sich die (öffentliche) IP des Servers (genauer gesagt: des Routers) nicht merken muss. Sinnvoll wäre dies sowieso nicht, da sich nach der bei den meisten Providern üblichen Zwangstrennung nach 24 Stunden die IP-Adresse meistens ändert.
Zum anderen wird eine Domain für die Erzeugung des SSL-Zertifikats benötigt, da Let’s Encrypt keine Zertifikate für IP-Adressen ausstellen kann.

Welcher DynDNS-Dienst zum Einsatz kommst, spielt eigentlich keine Rolle. Ein solcher Dienst ist oftmals bei einem Hosting-Paket eines Webhosters bereits enthalten, so z.B. bei All-Inkl.com (Affiliate Link) im Paket „Privat Plus“.
Als kostenlosen Dienst mit gutem Support kann ich GoIP empfehlen.

Im Rahmen des Artikels verwende ich beispielhaft die Domain meinedomain.de. Diese Domain muss dann natürlich bei euch entsprechend angepasst werden.

Internet-Anschluss

Eine weitere Voraussetzung liegt beim Internet-Anschluss. In der heutigen Zeit nutzen viele Internet-Provider durch die Knappheit von IPv4-Adressen einen Mechanismus, der  Dual-Stack Lite (DS-Lite) genannt wird. Ohne nun genau auf die technischen Details einzugehen, werden im Netzwerk des Benutzers/Kunden IPv4-Adressen verwendet, nach außen (also Richtung Internet) handelt es sich jedoch um einen IPv6-Anschluss.

DS-Lite führt beim Kunden meist zu Problemen, da für portbasierte Protokolle (TCP, UDP), auf die wir im Rahmen des Tutorials angewiesen sind, keine Portfreigaben mehr eingerichtet werden können, da die Pakete an die öffentliche IP-Adresse des Kunden bereits beim Provider ausgefiltert werden.

Daher wird zum Hosten einer eigenen Cloud zwingend ein „echter“ IPv4-Anschluss benötigt. Mit einem DS-Lite-Anschluss ist es nicht möglich, mit der hier gezeigten Vorgehensweise eine eigene Cloud aufzusetzen.

Wer einen DS-Lite-Anschluss hat, kann evtl. eine Zusatz-Option für einen echten IPv4-Anschluss beim Provider dazu buchen. Falls der Provider eine solche Option nicht direkt anbietet, kann es oftmals auch helfen, beim Provider anzurufen und nach einer solchen Option zu fragen, die dann evtl. manuell gebucht werden kann.

Root-Rechte auf dem Server

Für die Installation und oftmals auch die Konfiguration von Programmen sind unter Linux meistens Root-Rechte erforderlich. Damit nicht vor jeden Befehl ein sudo mit angeführt werden muss, ist es empfehlenswert, sich am Anfang der Installation/Konfiguration einmalig Root-Rechter mit dem Befehl sudo -s zu verschaffen. Für die Dauer der Anmeldung arbeitet man dann mit Admin-Rechten auf dem System. Man sollte sich am Ende der Arbeiten allerdings wieder mit dem Befehl exit abmelden – ein dauerhaftes Arbeiten mit Root-Rechten ist nicht empfohlen.

Konzept

Dieser Artikel unterscheidet sich von vielen anderen Tutorials zum Thema Nextcloud. Der folgende Abschnitt beschreibt daher, was die Eckpfeiler dieses Artikels sind und welches Konzept sich dahinter verbirgt.

LEMP-Stack statt LAMP-Stack

Wenn es um das Webhosting geht, dann habt ihr sicher schon einmal von einen LAMP-Stack gehört. Darunter versteht man ganz einfach nur bestimmte Programme, die häufig zum Hosting von Websites verwendet werden: Linux (Betriebssystem), Apache (Webserver), MySQL (Datenbank) und PHP (Skriptsprache). Setzt man die Anfangsbuchstaben dieser Programme zusammen, versteht man, warum diese Konstellation als LAMP-Stack bezeichnet wird.

Ein sog. LEMP-Stack ist nun einfach eine Variante dieses Software-Pakets: Als Grundlage kommt hier auch Linux als Betriebssystem zum Einsatz, allerdings wird nginx als Webserver verwendet. Im Rahmen dieses Artikels habe ich mich auch gegen MySQL und für MariaDB entschieden. PHP kommt aber auch hier zum Einsatz, allein aus dem Grund, dass Nextcloud eine PHP-Anwendung ist. Die Bezeichnung LEMP-Stack ergibt sich wieder aus dem Anfangsbuchstaben der Programme (das „E“ kommt von der Aussprache von nginx: „Engine-X“).

Warum nutze ich hier also „abweichend vom Standard“ eine andere Software-Konfiguration? nginx als Webserver und MariaDB als Datenbanksystem bieten hier einige Vorteile:

  • nginx arbeitet im Allgemeinen ressourcenschonende als Apache. Hintergrund ist die Art und Weise, wie hier Web-Requests abgearbeitet werden: Apache erstellt pro Verbindung mit einem Client neue Threads bzw. Prozesse. Die Erzeugung derselben ist allerdings teuer, da vergleichsweise viel Rechenleistung benötigt wird.
    nginx geht hier etwas anders vor: Der alternative Webserver arbeitet mit einem sog. Thread-Pool, d.h. hier werden bei Start des Programms verschiedene Threads „im Voraus“ erzeugt, die dann Requests der Clients abarbeiten. Wenn die Arbeit eines Threads beendet ist, kann dieser Thread für den nächsten Request wiederverwendet werden. Dies ist besonders auf leistungsschwacher Hardware (wie z.B. einem Raspberry Pi) von Vorteil, da nginx weniger speicherintensiv zu Werke geht.
  • MariaDB ging aus einem Fork von MySQL hervor und ist zu diesem binärkompatibel. Damit ist MariaDB ein sog. Drop-In-Replacement zu MySQL (quasi ein 1:1 Ersatz). Daher müssen bei den darauf aufbauenden Anwendungen keine Änderungen am Quellcode vorgenommen werden. Ebenfalls sind alle Tools und Programme, die für MySQL entwickelt wurde auch automatisch mit MariaDB kompatibel.
    Durch die Binärkompatibilität ergeben sich hier nicht wirklich große Unterschiede zu MySQL. Allerdings steht hinter MariaDB kein großes Unternehmen (wie Oracle bei MySQL), sondern es handelt sich dabei um „echte“ Open-Source-Software. So setzen mittlerweile viele Linux-Distributionen MariaDB als Standard-Datenbanksystem ein. Somit sieht es so aus, als ob MariaDB das zukunftssicherere System wäre, was nicht „unter der Fuchtel“ eines Großkonzerns steht. Aus diesem Grund habe ich im Rahmen des Artikels MariaDB als Datenbanksystem den Vorzug gegeben.

Virtuelle Hosts und Konfigurations-Dateien von nginx

Bevor es hier etwas konkreter wird, ist es sinnvoll, sich etwas mit den Konfigurationsdateien von nginx zu beschäftigen. Der Webserver verwendet – wie schon Apache – sog. virtuelle Hosts (vHosts). Ein virtueller Host ist dabei erst einmal eine reine Textdatei, die die Webserver-Konfiguration für genau eine Website beschreibt. Folgende Dateien/Verzeichnisse sind dabei wichtig:

  • /etc/nginx/nginx.conf: Das ist zunächst einmal die globale Konfiguration des Webservers. Hier werden alle globalen Einstellungen definiert, die für alle Websites gelten sollen.
  • /etc/nginx/conf.d: In diesem Verzeichnis sucht der nginx nach virtuellen Hosts. Ein solcher vHost muss in diesem Verzeichnis liegen und mit der Dateiendung *.conf gespeichert werden. Andere Dateien, die nicht mit .conf enden, werden beim Start des Webservers ignoriert.

Die Einstellungen werden dabei vererbt: Die globalen Einstellungen gelten dabei für alle vHosts, daher müssen diese nicht in jedem virtuellen Host neu definiert werden. Allerdings kann ein vHost auch jederzeit die globalen Einstellungen überschreiben. Diese gelten dann nur im Kontext dieses einzelnen virtuellen Hosts.

Hinweis bei abweichender Verzeichnisstruktur bei nginx

Je nach verwendeter nginx-Version (siehe weiter unten), kann es sein, dass die Verzeichnisstruktur etwas abweicht. Am besten überprüft man direkt nach der Installation, wo der default-vHost zu finden ist. Wenn dieser im oben genannten Verzeichnis gespeichert ist, dann können die Schritte des Tutorials einfach weiter befolgt werden.

Wenn der default-vHost allerdings nicht in /etc/nginx/conf.d zu finden ist, dann liegt dieser meist unter /etc/nginx/sites-enabled. In diesem Fall kommt eine alternative Verzeichnisstruktur bei nginx zum Einsatz. In diesem Fall läuft die Verwaltung der virtuellen Hosts etwas anders ab:

  • /etc/nginx/sites-available: In diesem Verzeichnis sind die virtuellen Hosts enthalten, die nginx beim Start nicht lädt. Wenn man einen neuen vHost anlegt, dann nutzt man meist normalerweise dieses Verzeichnis. Die Dateiendung ist dabei egal und man lässt diese für gewöhnlich weg.
  • /etc/nginx/sites-enabled: Hier sind die vHosts enthalten, die der Webserver beim Starten lädt.
  • Um einen virtuellen Host zu aktivieren, muss sich dieser also im Verzeichnis sites-enabled befinden. Um nun nicht mit zwei unterschiedliche Dateien unter sites-available und sites-enabled hantieren zu müssen, kann einfach eine symbolische Verknüpfung für einen vHost angelegt werden. Wenn beispielsweise ein (deaktivierter) vHost /etc/nginx/sitesavailable/meinedomain.de aktiviert werden soll, dann wird eine solche Verknüpung mit diesem Befehl angelegt:
    ln -s /etc/nginx/sites-available/meinedomain.de /etc/nginx/sites-enabled/

Wenn diese alternative Verzeichnisstruktur bei nginx zum Einsatz kommt, dann ist im weiteren Verlauf des Artikels darauf zu achten, die Dateien der virtuellen Hosts an der richtigen Stelle zu platzieren.

Die Aufteilung in mehrere virtuelle Hosts

Was macht diesen Artikel nun besonders? In den meisten Tutorials zum Thema Nextcloud wird eben nur die eigene Cloud auf dem Server gehostet und ist dann direkt über die Root-Domain (also z.B. https://meinedomain.de) erreichbar. Das ist zunächst einmal kein Problem, wenn ausschließlich Nextcloud auf dem System gehostet werden soll. Aber was, wenn man sich die Möglichkeit offenhalten will, weitere Websites oder Webanwendungen auf dem gleichen Server zu hosten?

Hier gibt es prinzipiell mehrere Möglichkeiten, allerdings sollte man sich im Vorfeld Gedanken machen, wie dies mit virtuellen Hosts umgesetzt werden kann.

  • Ein einzelner virtueller Host:
    Dies ist vermutlich die naheliegendste Lösung. Hierbei werden alle Webanwendungen (bzw. die entsprechenden Webserver-Konfigurationen) in einem einzelnen virtuellen Host definiert. Das macht die Sache allerdings auf fehleranfällig, da ein kleiner Fehler in diesem virtuellen Host den ganzen Webserver und damit auch alle Websites lahmlegen kann. Ebenfalls kann eine Webanwendung nicht „mal eben schnell“ deaktiviert werden, da dazu sämtliche Anweisungen im virtuellen Host gelöscht oder auskommentiert werden müssten.

    Schematische Darstellung: Einzelner vHost für mehrere Webanwendungen

    Schematische Darstellung: Einzelner vHost für mehrere Webanwendungen

  • Ein virtueller Host pro Webanwendung:
    Ein besserer Ansatz zur Trennung der einzelnen Websites ist die Verwendung eines vHosts pro Website. Durch die strikte Trennung ist diese Lösung deutlich flexibler und weniger fehleranfällig.
    Allerdings gibt es hier evtl. ein Problem: Ein virtueller Host wird durch den Server-Namen (die Domain) und einen Port definiert. Um einen Client-Request genau einer Website zuordnen zu können, muss sich daher die Kombination Domain/Port für jede Website unterscheiden. Dieses Ziel kann man zum einen durch den Einsatz unterschiedlicher (Sub-)Domains erreichen. Im Rahmen des Artikels soll eine DynDNS-Domain verwendet werden und hier liegt evtl. das Problem: Viele Router bieten nur die Möglichkeit, eine einzelne DynDNS-Domain zu konfigurieren. Hier könnte man sich beim Einsatz mehrerer Domains mit einem sog. CNAME Resource Record behelfen, bei dem eine (Sub-)Domain einfach auf eine andere Domain (die DynDNS-Domain) gemappt wird.
    Die zweite Möglichkeit, eine Eindeutigkeit von Domain/Port zu erreichen ist natürlich die Verwendung der gleichen (Sub-)Domain bei unterschiedlichen Ports. Allerdings führt dies meistens zu Einschränkungen in der Benutzung der Webanwendungen. Wenn nämlich vom Standard (HTTP: 80, HTTPS: 443) abweichende Ports verwendet werden, müssen diese zum einen in der Firewall (Router) geöffnet werden, was Angreifern eine größere Angriffsfläche bietet. Zum anderen muss dann bei sämtlichen Client-Anwendungen die URL des entsprechenden Dienstes immer mit dem Port angegeben werden. Hier hat man dann meist einen erhöhten Aufwand bei der Einrichtung der Client-Anwendungen. Das macht diese Lösung (zumindest bei der Verwendung unterschiedlicher Ports) etwas unflexibel.

    Schematische Darstellung: Ein vHost pro Webanwendung (Eindeutigkeit durch unterschiedliche Ports)

    Schematische Darstellung: Ein vHost pro Webanwendung (Eindeutigkeit durch unterschiedliche Ports)

  • Gateway-Host + einzelne virtuelle Host pro Webanwendung:
    Die dritte Möglichkeit ist eine Mischung aus den beiden anderen Vorgehensweisen. Hierzu kommt ein sog. Gateway-Host zum Einsatz, der erst einmal alle Client-Request auf den Standard-Ports (80/443) entgegennimmt. Die einzelnen Websites laufen dabei nicht im Web-Root, sondern in Unterverzeichnissen. Der Gateway-Host nutzt nun die Reverse-Proxy-Fähigkeiten von nginx, um die Anfragen auf Grund des Ziels (Verzeichnis) an einen anderen vHost weiter zu leiten. Dazu gibt es dann pro Webanwendung wieder einen virtuellen Host. Diese verwenden immer den gleichen Server-Namen (die lokale IP), aber unterschiedliche Ports. Da die vHosts „hinter“ dem Gateway-Host nur Server-intern arbeiten und nur der Gateway-Host die direkte Schnittstelle zum Internet/den Clients ist, ist die Auswahl der Ports hier nebensächlich. Dadurch müssen hier auch keine weiteren Ports in der Firewall geöffnet werden, da sämtliche Webanwendungen scheinbar die Standard-Ports 80 und 443 verwenden. Welche Webanwendung letzten Endes angesprochen werden soll, wird nur durch das Unterverzeichnis des Web-Roots (und nicht durch die Kombination Domain/Port) festgelegt.

    Schematische Darstellung: Gateway-Host und einzelne vHosts pro Webanwendung

    Schematische Darstellung: Gateway-Host und einzelne vHosts pro Webanwendung

Jede dieser drei Möglichkeiten hat dabei ihre Vor- und Nachteile. Die dritte Vorgehensweise bietet jedoch zum einen Flexibilität und ist technisch auch einfach umzusetzen. Daher ist nun das Ziel und die Besonderheit dieses Artikels, dass Nextcloud in einem Unterverzeichnis des Webservers laufen soll, später also über die URL https://meinedomain.de/nextcloud aufgerufen werden soll.

Weitere Webanwendungen können dann ohne großen Aufwand neben der eigenen Cloud auf dem gleichen Webserver betrieben werden. In einem weiterführenden Artikel habe ich bereits beschrieben, wie neben der Nextcloud auch WordPress auf dem gleichen Server installiert werden kann: Zweite Web-Anwendung neben ownCloud/Nextcloud einrichten (am Beispiel WordPress).

Installation und Konfiguration aller benötigten Programme

Nach diesem eher theoretischen Teil des Artikels soll es nun in die Praxis gehen.

Als Basis für dieses Tutorial dient der Artikel Ubuntu Server 18.04 LTS als Hyper-V Gastsystem installieren und optimal einrichten, Voraussetzung ist also ein fertig installierter Ubuntu Server 18.04 LTS.

Ebenfalls sollte bereits eine statische IP-Adresse für den Server konfiguriert worden sein (die Vorgehensweise dazu ist auch im o.g. Artikel beschrieben). Ich gehe im weiteren Verlauf des Tutorials von der statischen IP 192.168.178.60 für den Server aus.

Betriebssystem-Updates

Zunächst wird das Betriebssystem auf den aktuellen Stand gebracht:

apt-get update && apt-get upgrade -V && apt-get dist-upgrade && apt-get autoremove 
reboot

Programm-Installation

Bevor Nextcloud selbst installiert werden kann, müssen zunächst einmal alle anderen Programme (Webserver, Datenbank und PHP) installiert werden.

Exkurs: Installation aus dem Ubuntu-Paketquellen vs. Installation aus den Hersteller-Paketquellen

Doch vorher noch kurz ein Hinweis zu den Installationen: Meistens sind die verwendeten Programme bereits in den offiziellen Ubuntu-Paketquellen enthalten. Daher spricht erst einmal nichts dagegen, die Programme auch aus diesen Paketquellen zu installieren. Jedoch handelt es sich meistens auf Grund der Stabilität um ältere Programmversionen, die ebenfalls keine größeren (Feature-)Updates mehr bekommen, sondern nur noch kleinere Updates für Fehlerbehebungen. Dadurch kommt ein System schnell mal „in die Jahre“ und man kann beispielsweise keine Funktionen nutzen, die erst in neueren Programmversionen geliefert werden.

Die Alternative dazu ist die Installation der entsprechenden Programme aus den (offiziellen) Repositories der jeweiligen Anbieter. Diese Programmversionen sind meist wesentlich aktueller und werden auch in regelmäßigen Abständen mit (Feature-)Updates versorgt. Meist unterscheiden die Hersteller dabei nochmals zwischen zwei (oder sogar mehr) Entwicklungs-Branches: Oftmals gibt es einen Stable-Branch, der möglichst stabil gehalten wird. Auch hier sind meist keine größeren Updates mehr zu erwarten und neue Features werden erst nach z.T. langer Zeit in diesen Branch mit aufgenommen. Daneben gibt es meist noch einen Mainline-Branch, der zwar auch stabil sein sollte, aber zeitnah mit Updates und neuen Features versorgt wird.

Die Entscheidung, welche Programm-Versionen bzw. Branches zum Einsatz kommen, liegt nun beim Anwender:

  • Wenn Stabilität die wichtigste Eigenschaft der Programme ist, dann sollten die offiziellen Ubuntu-Repositories verwendet werden.
  • Meistens möchte man ein System allerdings über einen längeren Zeitraum betreiben, z.B. bis zum Erscheinen einer neuen Ubuntu LTS-Version. Wenn man hier Wert auf Stabilität legt und trotzdem einigermaßen aktuelle Software einsetzen will, dann sollte man auf den Stable-Branch der Hersteller setzen.
  • Wer dagegen gern auf neue Features setzt und die Programme auf einem möglichst aktuellen Stand halten möchte, der sollte den Mainline-Brach der Software-Hersteller nutzen.

Meine Erfahrung hat gezeigt, dass die Mainline-Branches der Hersteller ausreichend stabil sind. Ebenfalls setze ich gern auf neue Features, die meistens Vorteile in Sachen Performance geben. Zu guter Letzt möchte ich verhindern, dass die Software mit der Zeit „herausaltert“. Daher nutze ich in diesem Tutorial meist die Mainline-Branches aus den offiziellen Paketquellen der Hersteller.

Wer sich hier für andere Programm-Versionen entscheidet, der muss dies beim Eirichten der entsprechenden Repositories im späteren Verlauf beachten und ggf. die Schritte geringfügig anpassen.

Hinweis für Raspberry Pi Benutzer: Oftmals verzichten die Software-Hersteller darauf, in ihren Paketquellen Programm-Versionen für die ARM-Architektur bereit zu stellen. In diesem Fall würde ein Hinzufügen der Hersteller-Repositories zu einem Fehler bei der Programm-Installation führen. In diesem Fall muss man auf die Paketquellen von Raspbian/Debian zurückgreifen und kann keine Hersteller-Repositories einbinden.

nginx

Das erste Programm, was installiert wird, ist der Webserver.

Paketquellen hinzufügen

Optional: Wer nicht die Paketquellen aus dem offiziellen Ubuntu-Repository nutzen möchte, muss zunächst die gewünschten Paketquellen zum System hinzufügen. Ich habe mich hier für die Mainline-Version von nginx entschieden, da diese noch mit (Feature-)Updates versorgt wird und trotzdem für meine Zwecke ausreichend stabil ist (siehe nginx Blogbeitrag). Für andere Ubuntu-Versionen oder gar andere Distributionen sind die Paketquellen ggf. anders anzugeben, siehe nginx: Linux packages.

Zunächst wird der Key der nginx-Repositories auf dem System bekannt gemacht. Dieser Schritt ist notwendig, damit es bei der späteren Installation zu keinen Warnungen kommt:

wget -O - http://nginx.org/keys/nginx_signing.key | apt-key add -

Anschließend werden die Paketquellen selbst hinzugefügt. Die originale Datei für die Paketquellen (/etc/apt/sources.list) wird dabei nicht modifiziert, sondern es wird eine eigene Datei für nginx angelegt:

nano /etc/apt/sources.list.d/nginx.list

Hier fügen wir folgenden Inhalt ein:

# Nginx (Mainline)
deb [arch=amd64] http://nginx.org/packages/mainline/ubuntu/ bionic nginx
deb-src [arch=amd64] http://nginx.org/packages/mainline/ubuntu/ bionic nginx
Installation nginx

Nach der Aktualisierung der Paketquellen kann der Webserver installiert werden:

apt-get update 
apt-get install nginx

Ob der Webserver korrekt läuft, kann man nach einem Neustart des Rechners durch den Aufruf der IP des Severs im Browser testen:

Der Webserver läuft

Der Webserver läuft

MariaDB

Also nächstes wird das Datenbank-System installiert.

Paketquellen hinzufügen

Bei MariaDB gibt es keine Unterscheidung zwischen Stable/Mainline, sondern nur Stable/Development. Allerdings gibt es mehrere Stable-Versionen, die parallel gepflegt werden. In den Ubuntu-Paketquellen ist ein „alter“ Stable-Release von MariaDB enthalten (10.1). Hier habe ich mich für den aktuellen Stable-Release (10.3) entschieden, da diese über einen längeren Zeitraum unterstützt wird (bis Mai 2023). Mehr Informationen zu den Releases von MariaDB gibt es in der MariaDB-Knowledgebase.

Zum einfachen Hinzufügen der MariaDB-Repositories gibt es ein praktisches MariaDB-Repository-Tool.

Wie schon bei nginx muss hier zunächst der Repository-Key bekannt gemacht werden, um später keine Warnungen zu erhalten:

apt-key adv --recv-keys --keyserver hkp://keyserver.ubuntu.com:80 0xF1656F24C74CD1D8

Die Paketquellen werden wieder in eine eigene Datei hinzugefügt:

nano /etc/apt/sources.list.d/MariaDB.list
# MariaDB 10.3 repository list
# http://downloads.mariadb.org/mariadb/repositories/
deb [arch=amd64] http://ftp.hosteurope.de/mirror/mariadb.org/repo/10.3/ubuntu bionic main
deb-src http://ftp.hosteurope.de/mirror/mariadb.org/repo/10.3/ubuntu bionic main
Installation MariaDB

Nun kann das Datenbanksystem installiert werden:

apt-get update 
apt-get install mariadb-server

Im Rahmen der Installation wird gleich nach einem Root-Passwort für MariaDB gefragt. Hier sollte man gleich ein ausreichend starkes Passwort wählen.

MariaDB: Angabe des Root-Passworts während des Setups

MariaDB: Angabe des Root-Passworts während des Setups

Wenn keine Abfrage nach dem Root-Passwort erscheint (z.B., wenn man keine Paketquellen für MariaDB hinzugefügt hat und die Version aus den Ubuntu Paketquellen installiert), dann wird das Passwort einfach später bei der Einrichtung von MariaDB vergeben.

PHP

In den Paketquellen von Ubuntu ist PHP 7.2 bereits enthalten. Hier gehe ich eher konservativ an die Sache heran, da in der Vergangenheit öfters mal Breaking Changes in neueren PHP-Versionen enthalten waren. Daher nehme ich hier die Version aus den Ubuntu-Repositories:

apt-get update 
apt-get install php-fpm php-gd php-mysql php-curl php-xml php-zip php-intl php-mbstring php-bz2 php-json php-apcu php-imagick

Werden später weitere PHP-Pakete benötigt (z.B. zum Einbinden von SMB-Speicher unter Nextcloud), so können diese auch zu einem späteren Zeitpunkt installiert werden. Die hier aufgeführten Pakete sind quasi nur die „Minimal-Ausstattung“.

Let’s Encrypt/acme.sh

Zum Erzeugen des SSL-Zertifikats wird nun noch Let’s Encrypt benötigt. Hier gibt es mittlerweile einige Client-Implementierungen. Hier empfehle ich gerne acme.sh. Dies ist ein reines Bash-Skript, daher entfällt die Installation von Programmen aus dem Paketquellen. Hintergründe und Details sind im Artikel Let’s Encrypt Zertifikate mit acme.sh und nginx enthalten.

Hinweis: acme.sh sollte nicht mit Root-Rechten (also auch nicht mit sudo) ausgeführt werden. Daher legen wir dafür einen speziellen User an.

Dieser wird folgendermaßen angelegt und anschließend der Gruppe www-data hinzugefügt:

adduser letsencrypt 
usermod -a -G www-data letsencrypt

Der User braucht nun die Berechtigungen, um nginx später ohne Passwort neu laden zu können:

visudo

Am Ende wird folgende Zeile hinzugefügt:

letsencrypt ALL=NOPASSWD: /bin/systemctl reload nginx.service

Für die Installation von acme.sh wechseln wird nun den User:

su - letsencrypt

Anschließend kann acme.sh installiert werden:

curl https://get.acme.sh | sh

Am Ende wechseln wir wieder auf den normalen User:

exit

Konfiguration Programme/Server

Die soeben installierten Programme sollten für einen optionalen Betrieb von Nextcloud noch angepasst/optimiert werden.

Konfiguration nginx

Zunächst wird die globale Konfiguration von nginx angepasst:

nano /etc/nginx/nginx.conf

In den meisten Fällen ist hier die Standard-Konfiguration schon recht gut geeignet, dennoch sollten einige Punkte überprüft/angepasst werden:

  • user: Gibt den Benutzer an, unter dem der Webserver läuft. Dies sollte immer www-data sein.
  • worker_processes: Die Anzahl der Threads, die nginx dazu verwendet, Client-Requests abzuarbeiten. Mit der Angabe auto wird pro CPU-Kern ein Thread angelegt, was in den meisten Fällen bereits die optimale Einstellung darstellt.
  • server_tokens: Mit der Angabe off sorgt man dafür, dass nginx keine Versions-Informationen preisgibt (z.B. auf Fehlerseiten). Daher sollte diese Option aus Sicherheitsgründen ausgeschaltet werden. Wenn diese Variable nicht vorhanden ist, muss man diese im HTTP-Block der Datei einfügen: server_tokens off;

Default-Seite deaktivieren

Nun ist es auch an der Zeit, die Default-Seite von nginx zu deaktivieren, da diese nur zur Überprüfung gedacht ist, ob der Webserver ordentlich läuft.

Dazu wird der virtuelle Host („default“) einfach aus dem Verzeichnis /etc/nginx/conf.d umbenannt, so dass dieser nicht mehr geladen wird und der Webserver anschließend neu gestartet:

mv /etc/nginx/conf.d/default.conf /etc/nginx/conf.d/default.conf_disabled 
service nginx restart

Konfiguration MariaDB

Die Datenbank muss nicht spezielle angepasst werden, jedoch ist diese nach der Installation noch nicht auf maximale Sicherheit getrimmt. Dies übernimmt folgender Befehl:

mysql_secure_installation

Wenn während der Installation ein Root-Passwort vergeben wurde, muss dies zunächst einmal eingegeben werden. Falls noch kein Root-Passwort festgelegt ist, sollte man spätestens an dieser Stelle unbedingt eines setzen.

Alle weiteren Fragen des Assistenten sollte man mit Ja (y) beantworten.

Konfiguration PHP

Bei PHP gibt es dann ein paar mehr Optionen die angepasst werden sollten.

In unserem Fall wird PHP über FPM (FastCGI Process Manager) betrieben. Dies ist eine performante Möglichkeit der Kommunikation zwischen PHP und dem Webserver. FPM definiert einen sog. Thread-Pool, der die Anfragen abarbeitet (ähnlich wie schon bei nginx). Die Konfiguration dazu ist in folgender Datei enthalten:

nano /etc/php/7.2/fpm/pool.d/www.conf

Folgende Anpassungen sollte man hier vornehmen:

  • user/group: Der Benutzer, unter dem PHP ausgeführt wird. Dies ist wieder unser Webserver-User, also
    user = www-data 
    group = www-data
  • listen: Die Kommunikation zwischen Webserver und PHP soll über einen Socket ablaufen. Dazu muss hier folgendes angegeben werden:
    listen = /run/php/php7.2-fpm.sock
  • Umgebungs-Variablen: Umgebungs-Variablen werden von PHP standardmäßig nicht veräußert, diese sind aber für den Betrieb von Nextcloud zwingend erforderlich. Dazu suchen wir nach dem Eintrag  Pass environment variables like LD_LIBRARY_PATH. ALL $VARIABLES are taken from the current environment (Shortcut für die Suche in nano: STRG + W). Alle Einträge, die hier mit env beginnen, sind hier auskommentiert. Durch das Entfernen der Semikola am Zeilenanfang werden die Kommentare entfernt und die Weitergabe der Umgebungs-Variablen aktiviert:
    env[HOSTNAME] = $HOSTNAME
    env[PATH] = /usr/local/bin:/usr/bin:/bin
    env[TMP] = /tmp
    env[TMPDIR] = /tmp
    env[TEMP] = /tmp

Neben der Pool-Konfiguration von PHP gibt es noch weitere Stellen, die angepasst werden sollten. Die in der Datei php.ini enthaltenen Anweisungen gelten dabei für alle PHP-Anwendungen. Die meisten Einstellungen können hier auf den Standard-Werten belassen werden. Anpassungen, die nur für eine Webanwendung speziell gelten sollen, werden nachher in den vHost-Dateien von nginx definiert.

Folgende Werte sollten in der php.ini angepasst werden:

nano /etc/php/7.2/fpm/php.ini
  • cgi.fix_pathinfo: Sorgt für eine sichere Interpretation von Pfadangaben:
    cgi.fix_pathinfo = 0
  • open_basedir: Schränkt den Zugriff von PHP auf das Webroot- und das temporäre Verzeichnis ein. Dadurch kann PHP aus Sicherheitsgründen auf sonst keine Dateien des Systems zugreifen oder diese verändern.
    open_basedir = /var/www/:/tmp/
  • memory_limit: Dieser Wert gibt an, wie viel Speicher ein PHP-Skript nutzen darf. Nextcloud benötigt später 512 MB als Memory Limit:
    memory_limit = 512M
  • opcache: Dies sind die Werte zum Konfigurieren des PHP OPcache (erhöht die Performance durch das Ablegen vorkompilierten Bytecodes in den Arbeitsspeicher). Diese Einträge sollten in der php.ini bereits vorhanden sein (allerdings auskommentiert). Eine Suche in der Datei sollte einiges an Tipparbeit sparen. Folgende Werte sind hier anzugeben:
    opcache.enable = 1
    opcache.enable_cli = 1
    opcache.memory_consumption = 128
    opcache.interned_strings_buffer = 8
    opcache.max_accelerated_files = 10000
    opcache.revalidate_freq = 1
    opcache.save_comments = 1

Neben FPM wird PHP allerdings noch auf eine andere Art und Weise verwendet, nämlich direkt über die Kommandozeile (CLI – Command Line Interpreter/Interface). Diese Art des Zugriffs wird für Cronjobs benötigt, die im Rahmen von Nextcloud laufen (sollten). Die Einstellungen für PHP-CLI befinden sich in einer separaten php.ini:

nano /etc/php/7.2/cli/php.ini

Folgende Einstellungen sollten an dieser Stelle angepasst werden:

  • cgi.fix_pathinfo: Wie oben beschrieben:
    cgi.fix_pathinfo = 0
  • open_basedir: Hier muss die Liste der Verzeichnisse etwas erweitert werden, da diese Option beim CLI-Zugriff nicht über den Webserver laufen und daher auch nicht in den vHosts überschrieben werden kann. Somit muss das spätere Nextcloud-Datenverzeichnis in die Liste mit aufgenommen werden, da der Nextcloud-Cronjob hier Zugriff benötigt:
    open_basedir = /var/www/:/tmp/:/var/nextcloud_data

Mit einem Neustart von PHP (FPM) werden die Änderungen übernommen:

service php7.2-fpm restart

Verzeichnisstruktur vorbereiten

Als nächstes werden die für die folgenden Schritte benötigten Verzeichnisse angelegt. Die Besitzrechte sollten dabei beim Webserver-User (www-data) liegen:

mkdir -p /var/www/letsencrypt
mkdir -p /var/www/nextcloud
mkdir -p /var/nextcloud_data
chown -R www-data:www-data /var/www
chown -R www-data:www-data /var/nextcloud_data

Anlegen des Gateway-Hosts

Als erstes wird nun der Gateway-Host in einer Minimal-Ausführung hinzugefügt:

nano /etc/nginx/conf.d/meinedomain.de.conf

Hier reichen zunächst folgende Zeilen:

server {
	listen 80 default_server;
    listen [::]:80 default_server;
	server_name meinedomain.de 192.168.178.60;
 
	root /var/www;
	
	location ^~ /.well-known/acme-challenge {
		proxy_pass http://127.0.0.1:81;
		proxy_redirect off;
	}		
}

Dieser virtuelle Host lauscht somit zunächst nur einmal auf Port 80 (HTTP) und hört auf die DynDNS-URL bzw. die lokale IP des Servers. Der einzige location-Block wird später für die Erzeugung des SSL-Zertifikats benötigt und leitet die Anfrage auf einen anderen virtuellen Host weiter (proxy_pass).

Anlegen des virtuellen Hosts für Let’s Encrypt

Damit auch ein Ziel für die Weiterleitung vorhanden ist, wird nun der vHost für Let’s Encrypt angelegt:

nano /etc/nginx/conf.d/meinedomain.de_letsencrypt.conf

Auch dieser virtuelle Host ist dabei sehr einfach aufgebaut:

server {
	listen 127.0.0.1:81;
	server_name 127.0.0.1;	
	
	location ^~ /.well-known/acme-challenge {
		default_type text/plain;
		root /var/www/letsencrypt;
	}
}

Dieser vHost lauscht auf 127.0.0.1:81. Der Port ist hier entscheidend, dieser muss mit der proxy_pass Direktive aus dem Gateway-Host übereinstimmen. Die Anweisungen listen und server_name sind auf die lokale Loopback-Adresse (127.0.0.1) festgelegt, so dass dieser vHost nur Server-intern (also nur lokal) aufgerufen werden kann. Der Zugriff „von außen“ erfolgt ausschließlich über den Gateway-Host.

Damit die virtuellen Hosts geladen werden, sollte der Webserver noch neu gestartet werden:

service nginx restart

SSL-Zertifikat mit Let’s Encrypt/acme.sh erzeugen

Der Webserver ist nun soweit vorbereitet, dass nun das SSL-Zertifikat generiert werden kann.

Port-Forwarding und DynDNS einrichten

Damit der Server nun auch aus dem Internet erreichbar ist, muss ein sog. Port-Forwarding im Router für die Ports 80 (HTTP) und 443 (HTTPS) für die IP des Servers (192.168.178.60) konfiguriert werden. Das Vorgehen unterscheidet sich dabei von Router zu Router, daher kann hier keine detaillierte Anleitung erfolgen. Hier sollte ein Blick in die Anleitung des Routers die gewünschten Informationen liefern. Oftmals beschreiben die Hersteller das genaue Vorgehen auch auf ihren Internet-Seiten. Beispielsweise findet man die Vorgehensweise für die Einrichtung von Port-Weiterleitungen für eine FritzBox auf den Hilfeseiten vom AVM.

Darüber hinaus muss der Router so konfiguriert werden, dass er sich korrekt an einem DynDNS-Dienst anmeldet, um so per DynDNS-Domain aus dem Internet erreichbar zu sein. Das Vorgehen hierzu hängt wieder vom verwendeten Router-Modell, aber auch vom DynDNS-Dienst ab. Wieder sind hier die Hersteller-Seiten des Routers (z.B. AVM), aber auch die Websites der jeweiligen DynDNS-Dienste (z.B. GoIP) die richtige Anlaufstelle, um diese Informationen zu ermitteln.

Generierung des SSL-Zertifikats

Hinweis: Wie bereits erwähnt, sollte acme.sh nicht mit Root-Rechten ausgeführt werden, daher müssen einige Vorbereitungen getroffen werden.

Zunächst legen wir die entsprechenden Verzeichnisse an und vergeben die erforderlichen Rechte:

mkdir -p /var/www/letsencrypt/.well-known/acme-challenge
chown -R www-data:www-data /var/www/letsencrypt
chmod -R 775 /var/www/letsencrypt
mkdir -p /etc/letsencrypt/meinedomain.de
chown -R www-data:www-data /etc/letsencrypt
chmod -R 775 /etc/letsencrypt

Anschliueßend wechseln wir auf den User, unter dem acme.sh ausgeführt werden soll:

su - letsencrypt

Das Zertifikat selbst wird nun mit einem Befehl generiert.

Tipp: Am besten übernimmt man den Befehl mittels Copy&Paste in einen beliebigen Text-Editor, mit dem man dann die Domain mit „Suchen und Ersetzen“ einfach durch die tatsächlich verwendete Domain einfügt. Auf diese Weise kann man Tippfehler vermeiden.

acme.sh --issue -d meinedomain.de --keylength 4096 -w /var/www/letsencrypt --key-file /etc/letsencrypt/meinedomain.de/key.pem --ca-file /etc/letsencrypt/meinedomain.de/ca.pem --cert-file /etc/letsencrypt/meinedomain.de/cert.pem --fullchain-file /etc/letsencrypt/meinedomain.de/fullchain.pem --reloadcmd "sudo /bin/systemctl reload nginx.service"

Nun sollte nach einigen Augenblicken das Zertifikat ohne Fehlermeldung erfolgreich generiert worden sein.

Die Zertifikat-Dateien findet man anschließend im Verzeichnis /etc/letsencrypt/meinedaomin.de:

  • cert.pem: Das öffentliche Zertifikat in Reinform
  • ca.pem: Öffentliches Zertifikat aus der sog. Keychain
  • fullchain.pem: Entspricht cert.pem + chain.pem
  • key.pem: Privates Zertifikat (diese Datei sollte man daher niemals weitergeben)

Im Anschluss wechseln wir wieder auf den normalen User:

exit

Diffie-Hellman-Parameter

Das soeben erzeugte SSL-Zertifikat ist der wichtigste Schritt, damit später sämtliche Verbindungen zur eigenen Cloud verschlüsselt ablaufen. Die Sicherheit dabei kann aber durch den Einsatz sog. Diffie-Hellman-Parameter weiter erhöht werden. Das Thema ist etwas komplexer, aber einfach ausgedrückt geht es hierbei um einen sicheren Schlüsselaustausch bei Verbindungsaufbau. Die Generierung der Parameter ist recht einfach.

Achtung: Auf schwächerer Hardware kann die Generierung hier einige Stunden dauern. Wer nicht so lange warten möchte, der kann auch einen Schlüssel mit „nur“ 2048 Bit errechnen lassen (die Zahl des zweiten Befehls gibt hierbei die Länge des Schlüssels in Bit an).

mkdir -p /etc/nginx/ssl 
openssl dhparam -out /etc/nginx/ssl/dhparams.pem 4096

Erneuerung der Zertifikate

Zertifikate von Let’s Encrypt sind nur 90 Tage lang gültig und müssen spätestens nach dem Ablauf dieser Zeitspanne erneuert werden.

Beim hier gezeigten vorgehen über acme.sh wird auf dem System ein Cronjob eingerichtet, der die Erneuerung der Zertifikate automatisch vornimmt. Hier muss man sich dann nicht mehr selbst um die Erneuerung der Zertifikate kümmern.

Gateway-Host für Nextcloud/SSL vorbereiten

Da nun ein SSL-Zertifikat vorhanden ist und Nextcloud später einen eigenen virtuellen Host spendiert bekommt, muss der Gateway-Host nun für die Verwendung von SSL und Nextcloud vorbereitet werden.

nano /etc/nginx/conf.d/meinedomain.de.conf

Die hinzuzufügenden Abschnitte sind hier markiert:

upstream php-handler {
    server unix:/run/php/php7.2-fpm.sock;
}

server {
	listen 80 default_server;
	listen [::]:80 default_server;
	server_name meinedomain.de 192.168.178.60;

	root /var/www;
	
	location ^~ /.well-known/acme-challenge {
		proxy_pass http://127.0.0.1:81;
		proxy_redirect off;
	}
	
	location / {
		# Enforce HTTPS
		# Use this if you always want to redirect to the DynDNS address (no local access).
		return 301 https://$server_name$request_uri;
		
		# Use this if you also want to access the server by local IP:
		#return 301 https://$server_addr$request_uri;
    }		
}

server {
	listen 443 ssl http2;
	listen [::]:443 ssl http2;
	server_name meinedomain.de 192.168.178.60;
  
	# Certificates used
	ssl_certificate /etc/letsencrypt/meinedomain.de/fullchain.pem;
	ssl_certificate_key /etc/letsencrypt/meinedomain.de/key.pem;
  
	# Not using TLSv1 will break:
	#	Android <= 4.4.40
	#	IE <= 10
	#	IE mobile <=10
	# Removing TLSv1.1 breaks nothing else!
	# TLSv1.3 is not supported by most clients, but it should be enabled.
	ssl_protocols TLSv1.2 TLSv1.3;
	
	# Cipher suite from https://cipherli.st/
	# Max. security, but lower compatibility 
	ssl_ciphers 'TLS-CHACHA20-POLY1305-SHA256:TLS-AES-256-GCM-SHA384:ECDHE-ECDSA-CHACHA20-POLY1305:ECDHE-RSA-CHACHA20-POLY1305:ECDHE-RSA-AES256-GCM-SHA512:DHE-RSA-AES256-GCM-SHA512:ECDHE-RSA-AES256-GCM-SHA384';

	# Cipher suite from https://wiki.mozilla.org/Security/Server_Side_TLS
	#ssl_ciphers 'ECDHE-ECDSA-AES256-GCM-SHA384:ECDHE-RSA-AES256-GCM-SHA384:ECDHE-ECDSA-CHACHA20-POLY1305:ECDHE-RSA-CHACHA20-POLY1305:ECDHE-ECDSA-AES128-GCM-SHA256:ECDHE-RSA-AES128-GCM-SHA256:ECDHE-ECDSA-AES256-SHA384:ECDHE-RSA-AES256-SHA384:ECDHE-ECDSA-AES128-SHA256:ECDHE-RSA-AES128-SHA256';

	# (Modern) cipher suite from https://mozilla.github.io/server-side-tls/ssl-config-generator/
	#ssl_ciphers 'ECDHE-ECDSA-AES256-GCM-SHA384:ECDHE-RSA-AES256-GCM-SHA384:ECDHE-ECDSA-CHACHA20-POLY1305:ECDHE-RSA-CHACHA20-POLY1305:ECDHE-ECDSA-AES128-GCM-SHA256:ECDHE-RSA-AES128-GCM-SHA256:ECDHE-ECDSA-AES256-SHA384:ECDHE-RSA-AES256-SHA384:ECDHE-ECDSA-AES128-SHA256:ECDHE-RSA-AES128-SHA256';

	# Diffie-Hellman parameter for DHE ciphersuites, recommended 4096 bits
	ssl_dhparam /etc/nginx/ssl/dhparams.pem;
  
	# Use multiple curves.
	ssl_ecdh_curve secp521r1:secp384r1;

	# Server should determine the ciphers, not the client
	ssl_prefer_server_ciphers on;
  
	# OCSP Stapling
	# fetch OCSP records from URL in ssl_certificate and cache them
	ssl_stapling on;
	ssl_stapling_verify on;
	
	# This should be ca.pem
	# See here: https://certbot.eff.org/docs/using.html
	ssl_trusted_certificate /etc/letsencrypt/meinedomain.de/ca.pem;
	
	# This is the local DNS server (e.g. the IP of the Router if it is used as DNS server in the local network)
	resolver 192.168.178.1;
  
	# SSL session handling
	ssl_session_timeout 24h;
	ssl_session_cache shared:SSL:50m;
	ssl_session_tickets off;

	#
	# Add headers to serve security related headers
	#  
	# HSTS (ngx_http_headers_module is required)
	# In order to be recoginzed by SSL test, there must be an index.hmtl in the server's root
	add_header Strict-Transport-Security "max-age=63072000; includeSubdomains; preload;" always;
	add_header X-Content-Type-Options "nosniff" always;
	add_header X-XSS-Protection "1; mode=block" always;
	add_header X-Robots-Tag none always;
	add_header X-Download-Options noopen always;
	add_header X-Permitted-Cross-Domain-Policies none always;
	add_header Referrer-Policy no-referrer always;
        add_header X-Frame-Options "SAMEORIGIN" always;

        # Remove X-Powered-By, which is an information leak
        fastcgi_hide_header X-Powered-By;	
	
	location = / {
        # Disable access to the web root, otherwise nginx will show the default site here.
		deny all;
        }	

	#
	# Nextcloud
	#
	location ^~ /nextcloud/ {
		# Set max. size of a request (important for uploads to Nextcloud)
		client_max_body_size 10G;
		# Besides the timeout values have to be raised in nginx' Nextcloud config, these values have to be raised for the proxy as well
		proxy_connect_timeout 3600;
		proxy_send_timeout 3600;
		proxy_read_timeout 3600;
		send_timeout 3600;
		proxy_buffering off;
		proxy_request_buffering off;
		proxy_max_temp_file_size 10240m;
		proxy_set_header Host $host;
		proxy_set_header X-Real-IP $remote_addr;
		proxy_pass http://127.0.0.1:82;
		proxy_redirect off;
	}

	# These two location blocks are needed, otherwise you'll get warnings in the Nextcloud admin UI later on
	location = /.well-known/carddav {
		return 301 $scheme://$host/nextcloud/remote.php/dav;
	}

	location = /.well-known/caldav {
		return 301 $scheme://$host/nextcloud/remote.php/dav;
	}
	
	# Well-known URL for Webfinger
	# Regardless of this rule, you'll get a warning in the admin UI when the social app is not installed
	location = /.well-known/webfinger {
		return 301 $scheme://$host/nextcloud/public.php?service=webfinger;
	}

	location ~ /(ocm-provider|ocs-provider)/ {
		return 301 $scheme://$host/nextcloud/$1/;
	}
}

Folgende Änderungen wurden nun durchgeführt:

  • Ein Handler für PHP wurde hinzugefügt. Durch die Platzierung im Gateway-Host ist dieser Handler auch für alle anderen vHosts verfügbar (notwendig, falls mehrere PHP-Anwendungen gehostet werden sollen).
  • Die für Let’s Encrypt benötigten Anweisungen (HTTP) wurden nicht verändert.
  • Anweisungen für die Verwendung des SSL-Zertifikats und weitere Anweisungen bzgl. SSL wurden hinzugefügt. Hintergrund ist, dass nur der Gateway-Host das SSL-Handling übernehmen soll. Alle virtuellen Hosts, die „darunter“ liegen, sollten von der Verwendung von SSL nicht mitbekommen. Auf diese Weise sind alle SSL-Einstellungen an einer Stelle zu finden.
  • Am Ende der Datei wurde eine Weiterleitung an den Nextcloud-vHost angelegt. Wie schon beim vHost für Let’s Encrypt läuft die Kommunikation hier rein Server-intern ab (also über die IP 127.0.0.1). Zu beachten, ist hier die Änderung des Ports: Da der virtuelle Host für Let’s Encrypt bereits auf Port 81 lauscht, nutzen wir hier einen abweichenden Port (82). Dieser ist später für den Nextcloud-vHost wichtig.
  • Die Anweisungen für die sog. Well-known-URLs werden empfohlen, da es ansonsten später zu Warnungen im Admin-Bereich von Nextcloud kommen kann. Die ersten beiden sind dabei für CalDAV bzw. CardDAV zuständig. Die letzte Anweisung (webfinger) wird benötigt, wenn die später die Nextcloud App Social (Nextcloud-Integration mit Mastodon und weiteren Social Media Netzwerken) genutzt werden soll.
    Wichtig dabei ist, dass diese Well-Known-URLs über die Root-Domain (meinedomain.de) und nicht nur über das Unterverzeichnis (/nextcloud) erreichbar sind.
  • Die Anweisungen für ocm-provider bzw. ocs-provider sind ebenfalls an dieser Stelle für die Root-Domain aufzuführen, ansonsten würde es auch hier später zu Warungen im Admin-Bereich der Nextcloud geben.

Ich habe in der Datei auch Kommentare hinterlassen, die es ermöglichen sollten, den Gateway-Host an die eigenen Bedürfnisse anzupassen. Daher bitte auch die Kommentare in der Datei beachten.

Ebenfalls muss hier immer die angegebene Domain meinedomain.de an die tatsächlich verwendete Domain angepasst werden.

Virtuellen Host für Nextcloud anlegen

Die Weiterleitung im Gateway-Host ist bereits konfiguriert, nun fehlt noch der eigentliche virtuelle Host für Nextcloud:

nano /etc/nginx/conf.d/meinedomain.de_nextcloud.conf

Diese Datei ist mit folgendem Inhalt zu füllen:

server {
    listen 127.0.0.1:82;
    server_name 127.0.0.1;

    # Path to the root of your installation
    root /var/www/;

    location = /robots.txt {
        allow all;
        log_not_found off;
        access_log off;
    }

    location ^~ /nextcloud {
        # set max upload size
        client_max_body_size 10G;
        fastcgi_buffers 64 4K;

        # Enable gzip but do not remove ETag headers
        gzip on;
        gzip_vary on;
        gzip_comp_level 4;
        gzip_min_length 256;
        gzip_proxied expired no-cache no-store private no_last_modified no_etag auth;
        gzip_types application/atom+xml application/javascript application/json application/ld+json application/manifest+json application/rss+xml application/vnd.geo+json application/vnd.ms-fontobject application/x-font-ttf application/x-web-app-manifest+json application/xhtml+xml application/xml font/opentype image/bmp image/svg+xml image/x-icon text/cache-manifest text/css text/plain text/vcard text/vnd.rim.location.xloc text/vtt text/x-component text/x-cross-domain-policy;

        # Uncomment if your server is build with the ngx_pagespeed module
        # This module is currently not supported.
        #pagespeed off;

        location /nextcloud {
            rewrite ^ /nextcloud/index.php;
        }

        location ~ ^\/nextcloud\/(?:build|tests|config|lib|3rdparty|templates|data)\/ {
            deny all;
        }
        location ~ ^\/nextcloud\/(?:\.|autotest|occ|issue|indie|db_|console) {
            deny all;
        }
    
        location ~ ^\/nextcloud\/(?:index|remote|public|cron|core\/ajax\/update|status|ocs\/v[12]|updater\/.+|oc[ms]-provider\/.+)\.php(?:$|\/) {
            fastcgi_split_path_info ^(.+?\.php)(\/.*|)$;
            set $path_info $fastcgi_path_info;
            try_files $fastcgi_script_name =404;
			include fastcgi_params;
            fastcgi_param SCRIPT_FILENAME $document_root$fastcgi_script_name;
            fastcgi_param PATH_INFO $fastcgi_path_info;
			
			# Important: disable HTTPS, otherwise no log in will be possible!
            #fastcgi_param HTTPS on;

            fastcgi_param modHeadersAvailable true; #Avoid sending the security headers twice
            fastcgi_param front_controller_active true;
            fastcgi_pass php-handler;
            fastcgi_intercept_errors on;

            # Raise timeout values.
            # This is especially important when the Nextcloud setup runs into timeouts (504 gateway errors)
			fastcgi_read_timeout 600;
			fastcgi_send_timeout 600;
			fastcgi_connect_timeout 600;
            fastcgi_request_buffering off;
	    
            # Pass PHP variables directly to PHP.
            # This is usually done in the php.ini. For more flexibility, these variables are configured in the nginx config.
			# All the PHP parameters have to be set in one fastcgi_param. When using more 'fastcgi_param PHP_VALUE' directives, the last one will override all the others.
			fastcgi_param PHP_VALUE "open_basedir=/var/www:/tmp/:/var/nextcloud_data:/dev/urandom:/proc/meminfo
				upload_max_filesize = 10G
				post_max_size = 10G
				max_execution_time = 3600
				max_input_time = 3600
				output_buffering = off";
            
            # Make sure that the real IP of the remote host is passed to PHP.
            fastcgi_param REMOTE_ADDR $http_x_real_ip;
        }

        location ~ ^\/nextcloud\/(?:updater|ocs-provider|ocm-provider)(?:$|\/) {
            try_files $uri/ =404;
            index index.php;
        }

        # Adding the cache control header for js and css files
		# Make sure it is BELOW the PHP block
		location ~ ^\/nextcloud\/.+[^\/]\.(?:css|js|woff2?|svg|gif)$ {
			try_files $uri /nextcloud/index.php$request_uri;
			proxy_set_header Cache-Control "public, max-age=15778463";
			# Add headers to serve security related headers
			# Use 'proxy_set_header' (not 'add_header') as the headers have to be passed through a proxy.
			proxy_set_header Strict-Transport-Security "max-age=63072000; includeSubdomains; preload;";
			proxy_set_header X-Content-Type-Options nosniff;
			proxy_set_header X-XSS-Protection "1; mode=block";
			proxy_set_header X-Robots-Tag none;
			proxy_set_header X-Download-Options noopen;
			proxy_set_header X-Permitted-Cross-Domain-Policies none;
			proxy_set_header Referrer-Policy no-referrer;
			
			# Optional: Don't log access to assets
			access_log off;
		}

		location ~ ^\/nextcloud\/.+[^\/]\.(?:png|html|ttf|ico|jpg|jpeg)$ {
			try_files $uri /nextcloud/index.php$request_uri;
			# Optional: Don't log access to other assets
			access_log off;
		}
    }
}

Die Konfiguration ist an die vorgeschlagene nginx-Konfiguration im Nextcloud Administation Manual angelehnt. Zu beachten ist hier folgendes:

  • Es wird nur ein server für HTTP (nicht HTTPS) definiert, da die HTTPS-Kommunikation nur vom Gateway-Host übernommen wird. Die Weiterleitung eines Requests an den Nextcloud-vHost findet nur Server-intern statt, daher reicht hier HTTP aus.
  • Gelauscht wird hier dazu auf der lokalen IP 127.0.0.1, daher ist es nicht möglich, eine Verbindung zum Nextcloud-vHost aufzubauen, ohne vorher den Gateway-Host passiert zu haben.
  • Der Port ist diesmal 82, da Port 81 bereits vom virtuellen Host für Let’s Encrypt belegt wird. Dieser Port muss mit dem Port der Weiterleitung (proxy_pass) für Nextcloud im Gateway-Host übereinstimmen.
  • Da die Header-Anweisungen bereits im Gateway-Host konfiguriert wurden, müssen diese nicht im vHost für Nextcloud angegeben werden.
  • Der vHost für Nextcloud soll mit ein paar speziellen Einstellungen für PHP arbeiten. Daher werden per fastcgi_param PHP_VALUE die Einstellungen aus der php.ini (FPM) überschrieben. Dabei darf nur eine fastcgi_param PHP_VALUE Anweisung existieren, da sich diese ansonsten gegenseitig überschreiben. Wenn mehrere Parameter an PHP übergeben werden sollen (wie hier der Fall), müssen diese einfach durch einen Zeilenumbruch getrennt werden. Besonders wichtig ist hier die Direktive open_basedir, da PHP ansonsten keinen Zugriff auf das Datenverzeichnis von Nextcloud hat.
    Falls später z.B. eine externe Festplatte als externer Speicher eingebunden werden soll, muss auch das Verzeichnis dieses Laufwerks in die open_basedir Anweisung mit aufgenommen werden.
  • Auch hier bitte wieder auf die Kommentare in der Datei achten. Hier sind auch wieder Hinweise zu finden, um den virtuellen Host an die eigenen Bedürfnisse anzupassen.

Nach dem Anlegen des vHosts muss der Webserver noch neu gestartet werden:

service nginx restart

Installation Nextcloud

Nun ist der Server soweit fertig eingerichtet, dass nun die Installation von Nextcloud angegangen werden kann.

Download

Einen Link zur aktuellsten Version von Nextcloud erhält man auf der Download-Seite von Nextcloud. Mit einem Klick auf Details and Download options bekommt man einen Link auf ein .tar.bz2 Archiv präsentiert. Dessen Link kopiert man sich am besten in die Zwischenablage.

Download-Link für die aktuellste Nextcloud-Version ermitteln

Download-Link für die aktuellste Nextcloud-Version ermitteln

Zurück auf der Linux Maschine kann die aktuellste Version der Cloud-Software nun heruntergeladen werden (hier mit Version 17.0.0):

wget https://download.nextcloud.com/server/releases/nextcloud-17.0.0.tar.bz2

Nach ein paar Sekunden sollte der Download abgeschlossen sein und Nextcloud kann nun in das entsprechende Verzeichnis entpackt werden, was zuvor schon vorbereitet wurde. Anschließend löschen wir das Archiv wieder, da dies nicht mehr benötigt wird:

tar -xjf nextcloud-17.0.0.tar.bz2 -C /var/www 
rm nextcloud-17.0.0.tar.bz2

Nun sollten nochmals die Dateiberechtigungen gesetzt werden:

chown -R www-data:www-data /var/www/nextcloud 
chown -R www-data:www-data /var/nextcloud_data

Datenbank für Nextcloud anlegen

Bevor nun das Setup von Nextcloud aufgerufen werden kann, ist es notwendig, dass eine Datenbank für die Cloud angelegt wurde. Dies geschieht am einfachsten mit der MySQL-Kommandozeile, die mit Root-Rechten aufgerufen wird:

mysql -u root -p

Nach der Eingabe des Root-Passworts wird nun zunächst die Datenbank selbst erstellt. Im Zuge dessen wird auch gleich ein spezieller Nutzer für Nextcloud eingerichtet, der die entsprechenden Zugriffsrechte auf diese eine Datenbank hat. Die Angabe localhost sorgt dafür, dass der Zugriff auf die Datenbank nur auf dem lokalen System erfolgen kann. Ein Remote-Zugriff über das Netzwerk (auf diese Datenbank) ist damit aus Sicherheitsgründen nicht möglich. Die Befehle auf der MySQL-Kommandozeile müssen mit einem Semikolon abgeschlossen werden:

CREATE USER nextcloud_db_user@localhost IDENTIFIED BY 'MeInPasSw0rT';
CREATE DATABASE nextcloud_db CHARACTER SET utf8mb4 COLLATE utf8mb4_general_ci;
GRANT ALL PRIVILEGES on nextcloud_db.* to nextcloud_db_user@localhost;
FLUSH privileges;
exit;

Nextcloud-Setup

Nun kann auch schon das Setup der Cloud-Software über die URL https://meinedomain.de/nextcloud aufgerufen werden.

Das Setup prüft daraufhin erst einmal, ob alle Voraussetzungen erfüllt sind, oder ob es noch Probleme gibt, wie z.B. fehlende Abhängigkeiten oder Schreibrechte in bestimmten Verzeichnissen. Falls Fehler gefunden werden sollten diese zunächst behoben werden, bevor das Setup nochmals aufgerufen werden kann.

Beim Setup der Cloud werden nun drei Dinge angegeben:

  • Benutzer/Passwort (Administrator): Im Rahmen des Setups wird nun ein erster Benutzer angelegt, der automatisch Admin-Rechte für die Cloud besitzt. Der Benutzername ist dabei frei wählbar, allerdings sollte man (wie eigentlich immer) auf ein starkes Passwort achten, da die Cloud ja nachher öffentlich aus dem Internet erreichbar sein wird.
  • Datenverzeichnis: Ebenso wird hier nun der Pfad des Datenverzeichnisses angegeben. Standardmäßig will das Setup diesen Datenpfad innerhalb des www-Verzeichnisses erstellen. Allerdings wird aus Gründen der Sicherheit empfohlen, dass das Datenverzeichnis außerhalb des Verzeichnisses /var/www liegen sollte (siehe Nextcloud Administration Manual). Daher sollte man hier genau darauf achten, dass hier das richtige Verzeichnis angegeben wird, welches wir vorher im Rahmen des Tutorials bereits erstellt hatten (/var/nextcloud_data).
  • Datenbank-Verbindung: Hier sind die Zugangsdaten für die soeben angelegte Datenbank zu hinterlegen.

Mit einem Klick auf Installation abschließen wird das Setup alle Einstellungen übernehmen.

Nextcloud-Setup

Nextcloud-Setup

Hinweis: Auf langsamen Rechner dauert das Setup evtl. etwas länger. Hier kann es dann vereinzelnd vorkommen, dass der Webserver irgendwann einen Timeout meldet (504 Gateway Timeout). Hier hat nginx dann die Verbindung zu Client (Browser) unterbrochen, noch bevor das Setup abgeschlossen werden konnte. In diesem Fall sollte man dem System ein paar Minuten geben und anschließend nochmals die Nextcloud-URL aufrufen. Wenn es zu keinen weiteren Problemen gekommen ist, sollte das Setup „im Hintergrund“ weitergelaufen und nach ein paar Minuten abgeschlossen worden sein. Hier wäre es dann auch eine Überlegung wert, in den virtuellen Hosts (Gateway-Host und Nextcloud-vHost) die Timeout-Werte etwas zu erhöhen.

Warnungen im Admin-Bereich

Nach erfolgreicher Installation sollte man gleich einen Blick in den Admin-Bereich der Cloud werden (oben rechts auf das Symbol für den Benutzer Klicken und dann Einstellungen wählen). Weil der erste angelegte Benutzer Admin-Rechte hat, findet man nun auf der linken Seite unter Übersicht eine Zusammenfassung über die Cloud.

Hier sollte direkt nach der Installation der Cloud nur eine Warnung angezeigt werden: Diese bezieht sich darauf, dass kein PHP-Memory-Cache konfiguriert ist.

Nextcloud: Warnung im Admin-Bereich

Nextcloud: Warnung im Admin-Bereich

Diese spezielle Warnung ist hierbei nicht als Fehler zu verstehen, sondern lediglich als Hinweis, dass die Performance der Cloud durch den Einsatz eines PHP-Memorycaches optimiert werden könnte. Dies führen wir im nächsten Abschnitt durch: Anpassen der Nextcloud-Konfiguration.

Wenn mehr Warnungen im Admin-Bereich angezeigt werden: An dieser Stelle sollte wirklich nur diese eine Warnung zu sehen sein. Wenn hier noch mehr Warnungen zu sehen sein sollten, dann bitte nochmals alle Schritte dieses Tutorials überprüfen, ob nicht ein kleines Detail ausgelassen wurde (besonders die PHP-Konfiguration).
Im Nextcloud Administration Manual findet man auch eine Übersicht über die Warnungen, die hier im Admin-Bereich angezeigt werden könnten und entsprechende Lösungsansätze.

Anpassen der Nextcloud-Konfiguration

Nextcloud speichert seine Konfiguration in der Datei /var/www/nextcloud/config/config.php. Genau hier sollten wir wegen des PHP-Memorycaches und auch wegen ein paar weiteren Einstellungen ansetzen:

nano /var/www/nextcloud/config/config.php

Folgende Änderung werden hier durchgeführt:

  • PHP-Memorycache: Um die Warnung im Admin-Bereich zu entfernen und gleichzeitig die Performance der Cloud zu erhöhen, wird der Memory-Cache hinzugefügt (am Ende der Datei, aber vor der letzten geschweiften Klammer):
    'memcache.local' => '\OC\Memcache\APCu',
  • HTTPS als Standard definierten: Da Nextcloud hinter durch einen (HTTPS-)Proxy läuft (der Gateway-Host), kann es bei der automatischen Ermittlung von URLs zu Fehlern kommen, da hin und wieder ein http:// vorangestellt wird. Um strikt die Verbindung nur über https:// zu forcieren, sollte hier folgende Variable gesetzt werden:
    'overwriteprotocol' => 'https',
  •  Trusted Domains: Wenn man später auch über die lokale (LAN-)IP auf Nextcloud zugreifen möchte, dann kann man hier auch gleich die lokale IP als sog. Trusted Domain hinzufügen:
    'trusted_domains' => array ( 0 => 'meinedomain.de', 1 => '192.168.178.60', ),
  •  Timezone für Log-Einträge: Die richtige Zeitzone (z.B. für die Timestamps der Log-Einträge) wird durch diese Variable konfiguriert:
    'logtimezone' => 'Europe/Berlin',

Nach dem Speichern der config.php und erneutem Aufruf der Cloud sollten nun die Warnungen in der Admin-Oberfläche verschwunden sein („Alle Prüfungen bestanden“).

Eine Übersicht über alle Parameter der config.php von Nextcloud findet man im Nextcloud Administration Manual.

Cronjob für Nextcloud einrichten

Nextcloud ist darauf angewiesen, dass regelmäßig bestimmte Hintergrund-Aufgaben (z.B. Aufräumen der Datenbank) ausgeführt werden. Nach der Installation wird dies per AJAX realisiert: Immer wenn  ein User angemeldet ist und im Browser die Cloud nutzt, wird beim Laden einer Seite geprüft, ob Hintergrund-Aufgaben anstehen und werden ggf. ausgeführt. Diese Methode hat jedoch zwei Nachteile: Es wird zunächst immer ein angemeldeter Benutzer benötigt, denn nur durch diesen werden die Hintergrund-Aufgaben angestoßen (beim Laden einer Seite). Wenn die Cloud nun lange ohne Benutzeranmeldung läuft, dann werden u.U. auch lange keine Hintergrund-Jobs erledigt. Zum anderen ist die Lösung über AJAX weniger performant.

Es wird daher empfohlen, die Hintergrund-Aufgaben per Cron ausführen zu lassen. Hier prüft ein Hintergrund-Dienst in regelmäßigen Abständen, ob Hintergrund-Jobs fällig sind. Besonders auf schwächerer Hardware ist diese Methode deutlich effizienter.

Um Cron zur Erledigung der Hintergrund-Aufgaben nutzen zu können, muss zunächst ein neuer Cronjob für den Webserver-Benutzer angelegt werden:

crontab -u www-data -e

Das System fragt nun nach, mit welchem Editor die Datei bearbeitet werden soll. Hier wählt man einfachheitshalber am besten nano (1). Danach wird der Datei am Ende folgender Inhalt hinzugefügt:

*/5 * * * * php -f /var/www/nextcloud/cron.php > /dev/null 2>&1

Dies sorgt nun dafür, dass dieser Cronjob alle 5 Minuten automatisch ausgeführt wird. Theoretisch könnte hier auch eine andere Zeitspanne genutzt werden, allerdings ist die allgemeine Empfehlung 5 Minuten (siehe Nextcloud Admin-Manual).

In der Admin-Oberfläche muss nun nur noch eingestellt werden, dass zukünftig Cron zur Erledigung von Hintergrund-Jobs verwendet werden soll. Die Einstellung dazu findet man wieder in der Admin-Überfläche unter Grundeinstellungen.

Da hier auch gleich angegeben wird, wann das letzte Mal Hintergrund-Aufgaben ausgeführt wurde, kann man auf diese Weise auch erkennen, ob der Cronjob wie erwartet läuft: Immer nach 15 Minuten sollte bei Letzte Aufgabe ausgeführt folgendes stehen: Gerade eben.

Nextcloud: Ausführung von Hintergrund-Aufgaben per Cron

Nextcloud: Ausführung von Hintergrund-Aufgaben per Cron

4-Byte-Support aktivieren

Wichtig: Die folgenden Schritte sind nicht notwendig, wenn die Datenbank bereits mit UTF-8-Support angelegt wurde. Wenn ihr die Datenbank also bereits mit folgendem Befehl erzeugt habt, dann kann dieser Absatz übersprungen werden:

CREATE DATABASE IF NOT EXISTS nextcloud_db CHARACTER SET utf8mb4 COLLATE utf8mb4_general_ci;

Falls die Datenbank ohne UTF-8-Support angelegt wurde, dann sollten die Schritte in diesem Abschnitt befolgt werden. Der Befehl zum Anlegen der Datenbank ohne UTF-8-Support sah dann so aus:

CREATE DATABASE IF NOT EXISTS nextcloud_db;

Achtung: Die folgenden Schritte stellen mehr oder weniger eine Operation am offenen Herzen der Datenbank dar. Daher sollten diese Anweisungen nur dann ausgeführt werden, wenn

  • MariaDB in einer Version >= 10.3 installiert ist.
  • Der 4-Byte-Support wirklich benötigt wird.

Bei einer MariaDB-Version 10.1 oder 10.2 kann der 4-Byte-Support ebenfalls aktiviert werden, allerdings sind hier zusätzliche Schritte erfolderlich. In diesem Fall bitte nach dieser Anleitung vorgehen. Diese Anleitung ist dabei eher als experimentell anzusehen, daher sollte man hier genau wissen, was man hier tut. In jedem Fall sollte vorher ein Backup (zumindest von der Datenbank) angefertigt werden, falls im weiteren Verlauf etwas schief gehen sollte.

Nach der Installation von Nextcloud unterstützen die angelegten Tabellen noch keinen UTF8-Zeichensatz. Dadurch ergeben sich ein paar Einschränkungen: Beispielsweise können bei den Datei- und Ordnernamen keine Emojis angegeben werden (wer es denn braucht…). Versucht doch einfach mal einen Ordner mit dem Dateinamen „Test😋“ anzulegen. Hier wird eine Fehlermeldung erscheinen, dass der Ordner nicht angelegt werden kann.

Den 4-Byte-Support kann man jedoich einfach nachrüsten. Im Nextcloud Administration Manual gibt es eine Anleitung dazu, die jedoch mit MariaDB 10.3 nicht mehr funktioniert. Dies liegt darin begründet, dass die entsprechenden Variablen nicht mehr gesetzt werden können, da diese veraltet sind und bei MariaDB 10.3 entfernt wurden.

Wenn bei euch keine Dateien mit Emojis angelegt werden können, dann kann der 4-Byte-Support allerdings leicht nachgerüstet wreden: Dazu geht man einfach über die MySQL-Kommandozeile:

mysql -u root -p

Nach der Eingabe des Root-Passworts wählt man die korrekte Datenbank aus:

use nextcloud_db;

Hier wird zunächst einmal der verwendete Zeichensatz kontrolliert:

show variables like "character_set_database";

Hier sollte nach einer frischen Nextcloud-Installation latin1 ausgegeben werden.

Folgender Befehl sorgt dafür, dass der Zeichensatz geändert wird:

ALTER DATABASE nextcloud_db CHARACTER SET utf8mb4 COLLATE utf8mb4_general_ci;

Danach sollte nach nochmaliger Eingabe von

show variables like "character_set_database";

utf8mb4 ausgegeben werden. Mit exit; kann man die MySQL-Kommandozeile wieder verlassen.

Zum Schluss muss die Veränderung in den Nextcloud-Tabellen übernommen werden:

cd /var/www/nextcloud

Folgender Befehl setzt die entsprechende Variable in der Config-Datei:

sudo -u www-data php occ config:system:set mysql.utf8mb4 --type boolean --value="true"

Der letzte Befehl fürht ein Update auf die entsprechenden Tabellen durch:

sudo -u www-data php occ maintenance:repair

Anschließend kann man in Nextcloud auch Dateien mit erweiterten Zeichen (Emojis, etc.) anlegen.

Weitere Konfiguration Nextcloud

Die grundsätzliche Konfiguration von Nextcloud ist damit abgeschlossen. Am besten geht man nun noch durch sämtliche Einstellungen im Admin-Bereich der Cloud und passt die Optionen den eigenen Wünschen entsprechend an.

Es gibt nun viele Möglichkeiten, die eigene Cloud um Funktionen zu erweitern. Folgende Punkte sind auf jeden Fall einen Blick wert:

Generell ist bei der erweiterten Konfiguration von Nextcloud ein Blick ins Nextcloud Administration Manual empfehlenswert.

Optimierungen der Server-Umgebung für Nextcloud

Auch wenn die eigene Cloud nun direkt genutzt werden könnte, gibt es ein paar Möglichkeiten zur Optimierung von Nextcloud bzw. der verwendeten Server-Umgebung.

Die Umsetzung dieser Maßnahmen ist optional und hängt vom späteren Einsatzzweck der Cloud und den eigenen Bedürfnissen ab.

Fail2ban

Ab Version 11 ist bei Nextcloud ein Brute-Force-Schutz enthalten. Dieser sorgt dafür, dass nach einer bestimmten Anzahl an erfolglosen Login-Versuchen alle weiteren Logins aus dem betroffenen Subnetz gedrosselt werden. Dies führt bei Brute-Force-Attacken zu verzögerten Login-Versuchen (max. 30 Sekunden). Auch wenn dies den „Bad Guys“ das Leben etwas schwerer macht, wird dabei keine IP gebannt, so dass eine Brute-Force-Attacke lediglich verzögert wird. Daher ist hier alternativ oder zusätzlich der Einsatz von Fail2ban sinnvoll. Dieses Programm bietet im Vergleich zum eingebauten Brute-Force-Schutz folgende Vorteile:

  • Mittels Fail2ban können IPs automatisch gebannt werden. Nach einem solchen Ban kann die betroffene IP nicht mehr auf die Nextcloud-Instanz zugreifen, es wird lediglich eine Fehlermeldung des Browsers angezeigt.
  • Fail2ban arbeitet IP-basiert: Es wird nur die entsprechende IP blockiert, von der aus zu viele fehlgeschlagene Login-Versuche unternommen wurden. Andere Nutzer als dem gleichen Netzwerk (Subnet) werden dabei nicht gebannt.
  • Mit Fail2ban kann nicht nur die Nextcloud-Installation, sondern auch weitere Anwendungen auf dem Server abgesichert werden (z.B. Webserver und SSH).

Konfigurations-Dateien von Fail2ban

Bevor es um die Einrichtung von Fail2ban geht, ein Hinweis zu den Konfigurations-Dateien dieses Programms: Hier gibt es zwei Arten von Konfigurations-Dateien: *.conf und *.local. Die conf-Dateien kommen bei der Installation von Fail2ban mit. Wenn Änderungen an der Konfiguration vorgenommen werden sollen, dann sollte man die conf-Dateien nie direkt bearbeiten, da diese bei einem Update von Fail2ban jederzeit überschrieben werden können. Dafür kann man hier eine Datei mit dem gleichen Namen, aber mit der Dateiendung .local anlegen. Die local-Dateien werden dabei „on top“ auf die conf-Dateien geladen und überschreiben so die Standard-Einstellungen. Wenn nun bei einem Update von Fail2ban die conf-Dateien geändert werden, sind die individuellen Anpassungen in den local-Dateien davon nicht betroffen. Dadurch ist es nicht möglich, dass durch ein Update von Fail2ban unbeabsichtigt die Konfiguration geändert wird.

Konfiguration/Deaktivieren Nextcloud Brute-Force-Schutz

Wenn Fail2ban zum Einsatz kommt, ist der Brute-Force-Schutz von Nextcloud nicht mehr so wichtig. Dieser kann daher komplett deaktiviert werden.Dies wird wieder in der Konfigurations-Datei von Nextcloud vorgenommen:

nano /var/www/nextcloud/config/config.php

Deaktiviert wird die Funktion durch das Hinzufügen folgender Zeile:

'auth.bruteforce.protection.enabled' => false,

An dieser Stelle sollte auf jeden Fall noch einmal überprüft werden, ob für das Logging in Nextcloud die richtige Zeitzone angegeben wurde, da dies später für die Funktion von Fail2ban wichtig ist:

'logtimezone' => 'Europe/Berlin',

Optional: Wenn man den integrierten Brute-Force-Schutz in Nextcloud nicht komplett deaktivieren möchte, kann auch die App Brute-force settings aus dem Nextcloud App-Store installieren (oben auf den Benutzernamen und dann auf Apps klicken – die gesuchte App befindet sich in der Kategorie Sicherheit). Mit Hilfe dieser App kann man in den Admin-Einstellungen unter Sicherheit das eigene lokale Netzwerk in eine Whitelist mit aufnehmen. In unserem Beispiel wäre dies das Netzwerk 192.168.178.0/24. Für alle anderen Netzwerke (und v.a. auch Internet-IPs) würde der Brute-Force-Schutz dann noch greifen.

Whitelisting des LANs mittels der App "Brute-force settings"

Whitelisting des LANs mittels der App „Brute-force settings“

Einrichtung Fail2ban

Anschließend kann Fail2ban installiert werden:

apt-get update 
apt-get install fail2ban

Nun wird ein spezieller Filter für Nextcloud angelegt (Dateiendung beachten, s.o.):

nano /etc/fail2ban/filter.d/nextcloud.local

Diese Datei wird mit folgendem Inhalt gefüllt. Dieser reguläre Ausdruck beschreibt die Logeinträge, nach den Fail2ban später in der Nextcloud-Logdatei sucht, um fehlgeschlagene Login-Versuche zu erkennen:

[Definition]
failregex=^{"reqId":".*","remoteAddr":".*","app":"core","message":"Login failed: '.*' \(Remote IP: '<HOST>'\)","level":2,"time":".*"}$
            ^{"reqId":".*","level":2,"time":".*","remoteAddr":".*","user":".*","app":".*","method":".*","url":".*","message":"Login failed: '.*' \(Remote IP: '<HOST>'\)".*}$
            ^{"reqId":".*","level":2,"time":".*","remoteAddr":".*","user":".*","app":".*","method":".*","url":".*","message":"Login failed: .* \(Remote IP: <HOST>\).*}$

Damit dieser Filter beim Start von Fai2ban auch geladen wird, muss dieser dem System noch bekannt gemacht werden:

nano /etc/fail2ban/jail.local

Der Inhalt der Datei:

[DEFAULT]
maxretry=3
bantime=1800

[nextcloud]
enabled=true
port=80,443
protocol=tcp
filter=nextcloud
logpath=/var/nextcloud_data/nextcloud.log

[nginx-http-auth]
enabled = true

Der Teil unter [DEFAULT] gilt dabei für alle Regel-Sets (Jails). Hier werden die Standard-Einstellungen für Bans hinterlegt:

  • maxretry: Anzahl der Fehlversuche, bevor Fail2ban eine IP sperrt.
  • bantime: Zeitraum in Sekunden, für den eine IP gesperrt werden soll. Wird hier ein negativer Wert angegeben (-1), handelt es sich um eine permanente Sperre. Ansonsten wird eine IP nach dem Ablauf dieser Zeitspanne wieder automatisch entsperrt.

Unter [nextcloud] wird dann neues Jail für Nextcloud angelegt. Folgende Einstellungen werden hier angegeben und gelten nur für Nextcloud:

  • enabled: Aktivierung dieser Regel. Falls das Jail später (temporär) deaktiviert werden soll, kann dies einfach durch diese Option erfolgen.
  • port: Möglicher Port, hier nur 80 (HTTP) und 443 (HTTPS).
  • protocol: Das verwendete Protokoll.
  • filter: Name des Filters aus gleichnamiger Datei unter /etc/fail2ban/filter.d. Den Filter für Nextcloud haben wir ja bereits vorher angelegt.
  • logpath: Log-Datei, die Fail2ban für dieses Jail beobachten soll. Auf diese Datei wird der oben definierte Filter angewendet.
  • Hier könnten auch noch Werte für maxretry und bantime hinterlegt werden, die dann sie Standard-Werte überschreiben und nur für das Nextcloud-Jail gelten.

Die Anweisung unter [nginx-http-auth] aktiviert daneben noch die Überwachung der Logs des Webservers. Dieses Jail ist bereits in den Standard-Jails (/etc/fail2ban/jail.conf) definiert und wird an dieser Stelle lediglich scharf geschaltet. Dies sorgt für eine Überwachung bei anderen Webanwendungen, bei den eine HTTP-Basic-Authentifizierung zum Einsatz kommt. Die Ban-Optionen (maxretry und bantime) werden hier nicht angegeben, daher gelten die Standard-Werte, die in der Sektion [DEFAULT] angegeben wurden.

Nach einem Neustart von Fail2ban ist das Programm einsatzbereit

service fail2ban restar

E-Mail-Versand durch Fail2ban

Das Programm arbeitet nun zunächst im Hintergrund: Wird eine IP gebannt, bekommt der Administrator davon nur etwas mit, wenn er den Status von Fail2ban überprüft (dazu später mehr) oder einen Blick in die Logs wirft.

Sinnvoll ist daher eine Konfiguration, bei der Fail2ban automatisch eine E-Mail an den Admin sendet, wenn eine IP gebannt wurde. Das geht allerdings nicht out-of-the-box, das Linux-System muss zunächst auf den Versand von Mails vorbereitet werden. msmtp ist dabei die einfachste Möglichkeit, um unter Linux einfach und schnell E-Mails versenden zu können. Die Installation und Einrichtung des Programms wurde bereits im Artikel Linux: Einfach E-Mails senden mit msmtp ausführlich erklärt.

Wenn msmtp erfolgreich konfiguriert wurde, funktioniert das Senden von E-Mails über Fail2ban erstaunlich einfach, da der Mail-Versand bereits vom Programm vorgesehen ist. Dazu reicht eine kleine Anpassung an der Datei /etc/fail2ban/jail.local. Am Anfang der Datei (in der Default-Sektion) werden einfach noch folgende Zeilen hinzugefügt (hier markiert):

[DEFAULT]
maxretry=3
bantime=1800

# Destination email address used solely for the interpolations in
# jail.{conf,local,d/*} configuration files.
destemail = meineemail@provider.de

# Sender email address used solely for some actions
sender = absenderadresse@provider.de

# E-mail action. Since 0.8.1 Fail2Ban uses sendmail MTA for the
# mailing. Change mta configuration parameter to mail if you want to
# revert to conventional 'mail'.
mta = mail
action = %(action_mwl)s
  • destemail ist dabei die Mail-Adresse, an die Benachrichtigungen geschickt werden sollen.
  • sender ist die Adresse, von der die E-Mail gesendet werden soll (Absender).
  • Wichtig ist insbesondere die Zeile action = %(action_mwl)s: Hierdurch werden E-Mails standardmäßig versendet.

Nun bekommt man bei allen Aktionen, die Fail2ban vornimmt, automatisch eine E-Mail geschickt. Unschön dabei: Auch wenn ein „Jail“ gestoppt oder geladen wurde, wird eine E-Mail versendet. Startet einfach mal Fail2ban neu (service fail2ban restart) und wundert euch über die „Mail-Flut“. Eigentlich interessiert uns hier ja nur, wenn Fail2ban tatsächlich eine IP gebannt hat. Damit nur noch bei diesem Ereignis eine E-Mail zu erhalten, müssen noch ein paar Anpassungen vorgenommen werden. Die betroffenen conf-Dateien im Verzeichnis /etc/fail2ban/action.d werden dabei durch entsprechende local-Dateien ergänzt:

  • mail-buffered.local
  • mail.local
  • mail-whois-lines.local
  • mail-whois.local
  • sendmail-buffered.local
  • sendmail-common.local

Die o.g. Dateien werde dazu einfach neu angelegt und mit folgendem Inhalt gefüllt:

[Definition]

# Option:  actionstart
# Notes.:  command executed once at the start of Fail2Ban.
# Values:  CMD
#
actionstart =

# Option:  actionstop
# Notes.:  command executed once at the end of Fail2Ban
# Values:  CMD
#
actionstop =

Dazu am besten eine entsprechende Datei anlegen (mail-buffered.local) und diese dann einfach kopieren:

cp /etc/fail2ban/action.d/mail-buffered.local /etc/fail2ban/action.d/mail.local
cp /etc/fail2ban/action.d/mail-buffered.local /etc/fail2ban/action.d/mail-whois-lines.local
cp /etc/fail2ban/action.d/mail-buffered.local /etc/fail2ban/action.d/mail-whois.local
cp /etc/fail2ban/action.d/mail-buffered.local /etc/fail2ban/action.d/sendmail-buffered.local
cp /etc/fail2ban/action.d/mail-buffered.local /etc/fail2ban/action.d/sendmail-common.local

Nach einem Neustart von Fail2ban werden nur noch E-Mails versendet, wenn eine IP tatsächlich gebannt wurde.

Fail2ban Status und Sperren entfernen (Test der Funktionalität)

Nun kann es ja mal vorkommen, dass man sich mittels Fail2ban aus der eigenen Cloud aussperrt, weil man z.B. das Passwort zu oft falsch eingegeben hat. Dies ist zugleich ein guter Test, ob das System auch wie erwartet funktioniert. Daher gebt doch einfach drei Mal ein falsches Passwort in eurer Nextcloud-Anmeldung an. Bei der vierten Anmeldung seht ihr nun Fail2ban in Aktion: Die Website kann gar nicht mehr geladen werden (Timeout) und ihr solltet eine E-Mail erhalten haben, wenn ihr den Mail-Versand konfiguriert habt.

Um nun zu kontrollieren, welche IPs aktuell für Nextcloud gebannt sind, reicht folgender Befehl:

fail2ban-client status nextcloud

Hier sollte nun eure IP zu finden sein, mit der soeben erfolglose Anmeldeversuch unternommen wurde.

Mit diesem Befehl wird diese IP wieder entsperrt:

fail2ban-client set nextcloud unbanip 48.128.36.83

Anschließend kann man wieder wie gewohnt auf Nextcloud zugreifen.

Redis

Nextcloud nutzt das sog. Transactional File Locking, um Sperren bei parallelem Zugriff auf Dateien zu realisieren. Einfach gesagt werden Dateien „gelockt“, wenn diese gerade in Verwendung sind. Dadurch kann es zu keinen Datenverlusten kommen, wenn eine Datei z.B. durch zwei Benutzer zeitgleich geöffnet bzw. gespeichert wird.

In der Standard-Konfiguration nutzt Nextcloud für das Verwalten der Sperren die Datenbank. Hier gibt es jedoch mit Redis eine In-Memory-Datenbank, die für genau solche Aufgaben optimiert ist und daher in bestimmten Szenarien eine verbesserte Performance erzielen kann.

Auch wenn hier Optimierungs-Potential besteht, wird Redis nur in großen Cloud-Instanzen eine spürbare Verbesserung der Performance bringen. Bei kleinen Nextcloud-Installationen mit 3-5 Nutzern wird man hier kaum einen Effekt bemerken können.

Installation und Konfiguration Redis

Redis kann mit folgenden Befehlen installiert werden. Das PHP-Paket wird zusätzlich benötigt, um per PHP Zugriff auf Redis zu erhalten:

apt-get update 
apt-get install redis-server php-redis

Nach der Installation wird die In-Memory-Datenbank noch konfiguriert:

nano /etc/redis/redis.conf

Wie schon bei PHP ist es bei Redis empfehlenswert, die Kommunikation über einen Socket laufen zu lassen. Dazu sind folgende Einstellungen vorzunehmen. Die Einstellungen sind etwas in der Datei verteilt und z. T. nur auskommentiert. Am besten einfach in der Datei suchen (STRG+W) und die Einstellungen anpassen.

port 0 
unixsocket /var/run/redis/redis-server.sock 
unixsocketperm 770

Hiermit werden folgende Optionen gesetzt:

  • port: Redis „lauscht“ standardmäßig auf dem Port 6379. Da wir allerdings einen Socket zur Kommunikation bevorzugen, soll Redis auf gar keinem Port lauschen.
  • unixsocket: Hiermit wird der eigentliche Socket definiert.
  • unixsocketperm: Berechtigungen für diesen Socket.

Als nächstes muss nun der Webserver-User in die Gruppe der Redis-Benutzer aufgenommen werden, damit dieser Redis auch nutzen kann:

usermod -a -G redis www-data

Am Ende wird Redis neu gestartet, damit die Änderungen angewendet werden:

service redis-server restart

Aktivierung von Redis in Nextcloud

Damit Nextcloud nun auch die In-Memory-Datenbank nutzt, muss dieses noch in der Konfigurations-Datei eingestellt werden:

nano /var/www/nextcloud/config/config.php

Folgende Zeilen werden hier eingefügt:

'filelocking.enabled' => 'true',
  'memcache.locking' => '\OC\Memcache\Redis',
  'redis' => array(
     'host' => '/var/run/redis/redis-server.sock',
     'port' => 0,
     'timeout' => 0.0,
      ),

Anschließend nutzt Nextcloud Redis für das Transactional File Locking.

ufw

ufw (uncomplicated firewall) ist eine Software-Firewall, die auf einer Ubuntu-Installation standardmäßig bereits vorinstalliert ist. Normalerweise übernimmt der Router die Aufgaben einer Firewall, daher ist die Einrichtung von ufw optional. In bestimmten Szenarien kann hiermit jedoch die Sicherheit noch etwas erhöht werden.

Falls ufw noch nicht installiert sein sollte, kann man dies mit folgenden Befehlen erledigen:

apt-get update 
apt-get install ufw

Die Firewall wird nun so eingerichtet, dass sämtlicher eingehender Traffic blockiert wird, jedoch mit zwei Ausnahmen:

  • SSH (Port 22): Hier soll der Zugriff nur aus dem Heimnetzwerk erlaubt sein.
  • HTTP/HTTPS (Ports 80/443): Da der Zugriff aus dem Web erforderlich ist, muss hier auch eine Ausnahme hinzugefügt werden.

Mit folgenden Befehlen werden diese Regeln umgesetzt:

ufw default deny 
ufw allow proto tcp from 192.168.178.0/24 to any port 22 
ufw allow 80 
ufw allow 443 
ufw enable

Der Status der Firewall kann jederzeit mit folgendem Kommando überprüft werden:

ufw status

Hinweis: Wenn auf dem Server weitere Anwendungen installiert werden, nutzen diese u.U. andere Ports, die mit dieser Konfiguration natürlich nicht erreichbar sind. Oftmals liegt es dann eben an dieser Firewall, wenn scheinbar alles korrekt eingerichtet und konfiguriert wurde, die Anwendung aber nicht richtig laufen will. In diesem Fall sollten die Firewall-Regeln entsprechend erweitert oder die Firewall temporär deaktiviert werden (ufw disable).

Überprüfung der Sicherheit

Die Sicherheit der eigenen Cloud war ja von Anfang an ein wichtiges Ziel dieses Artikels. Nach der Einrichtung von Nextcloud gibt es einige Tools, mit Hilfe derer geprüft werden kann, ob dieses Ziel auch erreicht wurde.

Qualys SSL Labs

Der erste Check gilt zunächst einmal der HTTPS-Verschlüsselung. Hier spielt das verwendete Let’s Encrypt Zertifikat, als auch die SSL-Einstellungen des Webservers eine wichtige Rolle.

Für diesen Test eignet sich der SSL Server Test von Qualys SSL Labs. Wenn alles richtig konfiguriert wurde, sollte man hier die beste Bewertung (A+) erzielen können. Wenn die SSL-Konfiguration des Gateway-Hosts wie oben beschrieben übernommen wurde, sollte man in jeder einzelnen Kategorie 100% angezeigt bekommen.

Ergebnis des SSL-Test

Ergebnis des SSL-Test

Falls hier eine niedrigere Bewertung angezeigt werden sollte, liegt dies vermutlich an der SSL-Konfiguration des Webservers. In diesem Fall sollten im Gateway-Host nochmals alle Einstellungen kontrolliert werden.

Nextcloud Security Scan

Ein weiterer Test ist der Nextcloud Security Scan. Dieses Tool prüft die öffentlich verfügbaren Informationen der Cloud und kann eventuelle Schwachstellen aufzeigen. Mit der hier gezeigten Konfiguration sollte ein A-Rating angezeigt werden.

Nextcloud Security Scan

Nextcloud Security Scan

Hier wird lediglich kein A+ Rating erzielt, da unter Hardenings der Eintrag __Host-Prefix bemängelt wird. Dies liegt darin begründet, dass Nextcloud über ein Unterverzeichnis aufgerufen wird und nicht im Root-Verzeichnis der Domain läuft (siehe GitHub-Issue). Dieser Punkt stellt aber kein Sicherheits-Risiko dar und kann daher ignoriert werden.

Troubleshooting

Manchmal kann es passieren, dass die Nextcloud-Installation nicht auf Anhieb erfolgreich verläuft. Daher an dieser Stelle noch ein paar Tipps für die Fehlersuche:

  • Alle Schritte korrekt ausgeführt?
    Die Installation einer eigenen Cloud ist alles andere als trivial und erfordert ziemlich viele Schritte. Die Praxis zeigt, dass man hin und wieder einen Schritt einfach übersieht. In diesem Fall kann die kleinste Abweichung dazu führen, dass „das große Ganze“ nicht mehr funktioniert. Als erster Schritt der Fehlersuche sollten daher noch einmal alle Punkte einzeln überprüft werden.
  • Log-Dateien kontrollieren
    Oftmals hilft auch ein Blick in die entsprechenden Log-Dateien:

    • nginx (/var/log/nginx/error.log): Hier findet man alle Warnungen und Fehler, die der Webserver aufgezeichnet hat. Dies ist die erste Anlaufstelle, wenn Nextcloud gar nicht aufgerufen werden kann bzw. Links nicht richtig funktionieren.
    • Nextcloud (/var/nextcloud_data/nextcloud.log): Hier sind Fehler/Warnungen von Nextcloud selbst enthalten. Die gleichen Einträge findet man in der Admin-Oberfläche der Cloud. Hier lohnt ein Blick, wenn Nextcloud prinzipiell erreichbar ist (der Webserver also vermutlich korrekt eingerichtet wurde), es aber bei der Benutzung von Nextcloud zu Problemen kommt.
  • Developer-Console im Browser
    Gerade wenn Links nicht korrekt funktionieren und man überprüfen möchte, ob beispielsweise eine Weiterleitung ins Leere führt, dann kann die Developer-Console im Browser (meist zu öffnen mit F12) wertvolle Hinweise liefern, da hier aufgezeigt wird, was auf Grund von Client-Request passiert. Die Bedienung der Console läuft in jedem Browser etwas anders ab, daher hilft ein Blick in die entsprechende Dokumentation:

Falls ihr also Probleme bei der Einrichtung von Nextcloud haben solltet, bitte erst einmal diese Punkte überprüfen. Oftmals findet man dann relativ schnell die Ursache der Probleme. Wenn alles nicht hilft, dann könnt ihr hier natürlich einen Kommentar hinterlassen, vielleicht kann euch hier schnell weitergeholfen werden.

Falls sich bestimmte Probleme häufen sollte, werde ich den Artikel ggf. anpassen und/oder erweitern.

Nextcloud: Ein sicherer Ort für all deine Daten

Dieser Slogan von Nextcloud fasst es relativ gut zusammen: Die Einrichtung der eigenen Cloud ist sicherlich etwas aufwändig und erfordert mehr Kenntnisse, als die Benutzung irgendeiner Cloud eines bestimmten Anbieters. Aber wenn die eigene Nextcloud erst einmal läuft, dann ist man Herr über seine eigenen Daten und ist nicht mehr von Anbietern wie Google, Microsoft oder Apple anhängig.

Man sollte sich nun aber auch im Klaren darüber sein, dass man nun auch für die eigenen Daten verantwortlich ist. Die eigene Cloud erfordert einen gewissen administrativen Aufwand, beispielsweise muss man selbst dafür sorgen, dass das Betriebssystem, die installierten Programme und v.a. Nextcloud auf einem aktuellen Stand gehalten werden. Der Aufwand sollte sich hier allerdings in Grenzen halten.

Ich hoffe, dass dieser Artikel hilfreich war und ich einigen unter euch etwas Zeit (und Nerven) bei der Einrichtung der eigenen Cloud ersparen konnte. Für konstruktive Kritik und Verbesserungsvorschläge bin ich immer offen, daher hinterlasst mir doch gern einen Kommentar.

In diesem Sinne: Viel Spaß mit eurer eigenen Nextcloud!

Weiterführende Artikel

Links

, , , , , , , , , , , , , , ,

Kommentare: 1.384

  • Uwe sagt:

    Hallo,

    zuerst möchte ich mich recht herzlich für die hervorragenden Tutorials bedanken, mit denen es mir gelungen ist Nextcloud und WordPress in einer virtuellen Hyper-V-Maschine unter Windows einzurichten.
    Mein Problem: Gerne würde ich meinen Subsonic Musikserver, der unter Windows läuft und über „meinedomain.de:1443“ erreichbar ist, im nginx einbinden, so dass das dort genutzte Zertifikat greift und dieser z.B. über „meinedomain.de/musik“ ansprechbar ist. Eigentlich müsste ich dazu ja „nur irgendwie“ eine Weiterleitung im nginx einrichten.
    Das ist mir leider bei meinen Versuchen nicht gelungen. Und da ich leider ein ziemlicher Linux- und nginx-Neuling bin, bin ich kurz vorm verzweifeln. Es wäre fantastisch, wenn ich hier dazu Hilfe bekommen könnte.

    • Jan sagt:

      Hi Uwe,

      Subsonic sagt mir leider nichts, aber schau mal hier.
      Dieses Fragment müsste dann eigentlich im Gateway-Host an der richtigen Stelle sein. Nur den Port und die IP musst du hier vermutlich noch anpassen.

      Vielleicht hilft dir das ja schon mal weiter.

      Gruß,
      Jan

  • Achim sagt:

    Hallo,

    ich bin etwas verzweifelt.
    Habe letsencrypt von certbot auf acme umgestellt.
    Wurde auch die letzten mal automatisch erneuert.
    Allerdings bekomme ich jetzt die Meldung, dass es nicht funktioniert hat:

    [Sa 29. Feb 00:29:11 CET 2020] meinedomain.de:Verify error:Fetching http://meinedomain.de/.well-known/acme-challenge/ahhMZMrCmO_wtmAOfHV1ahyulcKD7dwCH0_V6lj_I9w: Error getting validation data
    [Sa 29. Feb 00:29:11 CET 2020] Please check log file for more details: /root/.acme.sh/acme.sh.log
    [Sa 29. Feb 00:29:11 CET 2020] Error renew meinedomain.de.

    Wenn ich acme.sh –issue -d etc. ausführe erhalte ich folgende Meldungen:
    /home/letsencrypt/.acme.sh/acme.sh: line 237: sudo /bin/systemctl reload nginx.service: No such file or directory

    meinedomain.de:Verify error:Fetching http://meinedomain.de/.well-known/acme-challenge/s4ZMB-ypwouQK2YUxH-8cmN5EtSpsodepoiZSY84eB0: Error getting validation data

    Wenn ich http://meinedomain.de/.well-known/acme-challenge/s4ZMB-ypwouQK2YUxH-8cmN5EtSpsodepoiZSY84eB0
    aufrufe erhalte ich eine 404 Page.

    Habe auch mal eine Testdatei angelegt. Darauf kann ich auch nicht zugreifen.
    Sehr merkwürdig

    Hast du eine Idee woran es liegen könnte?
    Würde mich sehr freuen.

    • Jan sagt:

      Hi Achim,

      Habe auch mal eine Testdatei angelegt. Darauf kann ich auch nicht zugreifen.

      Das ist schon einmal der richtige Ansatz. Was hier nicht funktioniert (vermutlich will er auf ein Verzeichnis zugreifen, welches nicht existiert), kannst du eigentlich nur über die Webserver-Logs herausfinden (also das error.log von nginx). Hier gilt es dann heraus zu finden, in welchem Verzeichnis er die Datei sucht und die Webserver-Konfiguration (vHost) dementsprechend anzupassen.

      Gruß,
      Jan

  • Achim sagt:

    Zwei Einträge fallen dort auf:
    2020/03/01 15:06:55 [error] 20083#20083: *2672 open() „/etc/nginx/html/.well-known/acme-challenge/ahhMZMrCmO_wtmAOfHV1ahyulcKD7dwCH0_V6lj_I9x:“ failed (2: No such file or directory), client: 82.207.193.205, server: marwinhugger.de, requ…

    und

    2020/03/01 06:25:30 [emerg] 17891#17891: cannot load certificate „/etc/letsencrypt/meinedomain.de/fullchain.pem“: BIO_new_file() failed (SSL: error:02001002:system library:fopen:No such file or directory:fopen(‚/etc/letsencrypt/meinedoain.de

    komisch ist aber, dass am 29.02. /etc/nginx/html gesucht wurde.

    2020/02/29 12:45:26 [error] 8633#8633: *153 open() „/etc/nginx/html/.well–known/acme–challenge“ failed (2: No such file or directory),

    Hast du eine Idee wie ich den Fehler beheben kann?

    • Jan sagt:

      Hi Achim,

      ja, er sucht einfach im falschen Verzeichnis nach den Validierungs-Dateien.
      Daran ist meist ein falsches Verzeichnis in der „root“-Anweisung im vHost (von Let’s Encrypt) Schuld. Da würde ich nun zuerst nachsehen.

      Gruß,
      Jan

  • Denny sagt:

    Grüße,

    vielen Dank für deine Bemühungen. Hat alles super wie oben beschrieben funktioniert.

    Ich habe gerade gelesen, dass es bei Let´s encrypt zu einem Fehler bei den SSL Zertifikaten gegeben hat.
    https://www.golem.de/news/tls-let-s-encrypt-muss-drei-millionen-zertifikate-zurueckziehen-2003-146999.html

    Muss ich hier was beachten, die Zertifikate ggf. erneuern, wenn ja wie oder kann ich hier beruhigt sein?

  • poddie sagt:

    Hi, ich habe die Anleitung peinlich genau befolgt und sogar mit einer neuen VM noch mal ganz von vorn angefangen, es kam aber immer wieder im Browser 502 Bad Gateway und diese Meldung im Log von nginx:

    [crit] 1151#1151: *13 connect() to unix:/run/php/php7.2-fpm.sock failed (13: Permission denied) while connecting to upstream, client: 127.0.0.1, server: 127.0.0.1, request: „GET /nextcloud/ HTTP/1.0“, upstream: „fastcgi://unix:/run/php/php7.2-fpm.sock:“, host: „cloud.meinedomain.de“

    unter

    /run/php

    waren die Rechte

    srw-rw—- 1 www-data www-data php7.2-fpm.sock

    Ich habe nextcloud jetzt testweise mit

    chmod 777

    zum Laufen gebracht, aber sicher oder gut ist das kaum. Was wären denn die richtigen Reche? Muss das der User nginx sein?

    Großartige Anleitung!

  • p0ddie sagt:

    Ich bin’s noch mal :-)

    auth.bruteforce.protection.enabled‘ => true

    Funktioniert bei mir mit Nextcloud 18.0.1 nicht, sobald ich das in der Config drin habe, lädt die Webseite nur noch mit einem Fehler.

  • Lorenzo sagt:

    Hallo Jan,

    ist ein Update bezüglich der änderung von LetsEncrypt und der Verwendung von ACMEv2 geplant?

    Sprich: Ein kleines How to um die alte Certbot Version zu akutalisieren damit auch ACMEv2 verwendet wird?

    • Jan sagt:

      Hi Lorenzo,

      ich nutze mittlerweile den certbot schon nicht mehr, sondern bin auf acme.sh umgestiegen. Ich denke dass es kein Update bzgl. certbot geben wird. Alle kommenden Artikel werden auf acme.sh basieren.

      Gruß,
      Jan

      • Lorenzo sagt:

        Hast du zum wechsel ggf. einen Tipp?

        Grüße

        Lorenzo

          • Lorenzo sagt:

            Hallo Jan und alle anderen,

            nun hänge ich doch, mal wieder, etwas.

            Aktuell bin ich bei folgendem Schritt, das einfügen der Erreichbarkeit im Verzeichnis /.well-known/acme-challenge

            Dabei geht es ja „eigentlich“ nur darum folgenden Teil:“
            server {
            listen 80 default_server;
            listen [::]:80 default_server;
            server_name *meineDomain* 192.168.1.200;
            root /var/www;
            location ^~ /.well-known/acme-challenge {
            default_type text/plain;
            root /var/www/letsencrypt;
            }
            }

            Einzufügen… Wenn ich alles richtig verstehe, dann in meine .conf datei unter /etc/nginx/conf.d/“meineURL“.conf , NICHT in die „meineURL“_letsencrytp.conf? Richtig?

          • Jan sagt:

            Hallo Lorenzo,

            das gehört eigentlich in den vHost der Domain (also z.B. meinedomain.de.conf). In diesem location-Bock können die Anweisungen für Let’s Encrypt auch direkt erfolgen, ein proxy_pass auf einen separaten vHost ist nicht zwingend notwendig.

            Gruß,
            Jan

  • Bastian sagt:

    Moin , ich habe mir meine Cloud komplett neu eingerichtet, dementsprechend auch fail2ban.

    Leider versendet fail2ban keine mails wenn die IP blockiert wird.
    sonst gibt es bei jeder Kleinigkeit eine mail. (Also der Mailversand klappt)
    Hat sich da was bei der Abfrage des Log’s geändert??

  • Georg sagt:

    Danke für die tolle Anleitung!
    Ich hätte noch eine andere Frage. Ich würde meinen Server gerne auch als normalen Tower PC verwenden und auch auf meine Daten zugreifen. Eine Installation des Nextcloud Clients macht wenig Sinn, da dadurch die Daten alle verdoppelt werden. Ich möchte deshalb gerne über Webdav auf den Server zugreifen. Wenn ich nach der Anleitung https://blog.sleeplessbeastie.eu/2017/09/04/how-to-mount-webdav-share/ vorgehe, dann kann ich auch über Webdav auf die Nextcloud Instanz zugreifen. Ich möchte allerdings vermeiden, über die Adresse meinen FQDN „https://example.com/nextcloud/remote.php/webdav/ “ auf Nextcloud zuzugreifen, um den Umweg über den Router zur Außenwelt zu vermeiden. Deshalb möchte ich über „localhost/nextcloud/remote.php/webdav/“ oder „127.0.0.1:82/nextcloud/remote.php/webdav“ auf den Server zugreifen. Dabei bekomme ich jedoch immer die Meldung „You only should accept this certificate, if you can verify the fingerprint! The server might be faked or there might be a man-in-the-middle-attack.“. Wie kann ich diese Abfrage umgehen? Kann ich am Nextcloud Virtual Host etwas ändern?

    Vielen Dank!

    Grüße
    Georg

    • Jan sagt:

      Hallo Georg,

      das ist normal, wenn du über die IP des Servers gehst, da das Zertifikat ja nur auf die Domain (und nicht die IP) ausgestellt ist.
      Ein Sicherheitsrisiko ist es deshalb nicht.

      Um das aber sauber hinzubekommen, füge doch einfach in der /etc/hosts einen Eintrag für deine Cloud-Domain hinzu, welche auf deine lokale LAN-IP verweist. Dann sparst du dir auch den „Umweg“ über das Internet.

      Gruß,
      Jan

  • Dirk sagt:

    Hallo Jan,
    ich versuche mich an deiner Anleitung, komme aber bei der acme.sh Geschichte nicht weiter. Ich habe statt meinedomain.de homecloud.de in das Script eingetragen und bekomme dieses Ergebnis:
    letsencrypt@cloud2020:/home/cloud$ acme.sh –issue -d homecloud.de –keylength 4096 -w /var/www/letsencrypt –key-file /etc/letsencrypt/homecloud.de/key.pem –ca-file /etc/letsencrypt/homecloud.de/ca.pem –cert-file /etc/letsencrypt/homecloud.de/cert.pem –fullchain-file /etc/letsencrypt/homecloud.de/fullchain.pem –reloadcmd „sudo /bin/systemctl reload nginx.service“ –log
    [Do 19. Mär 14:39:24 CET 2020] Single domain=’homecloud.de‘
    [Do 19. Mär 14:39:24 CET 2020] Getting domain auth token for each domain
    [Do 19. Mär 14:39:28 CET 2020] Getting webroot for domain=’homecloud.de‘
    [Do 19. Mär 14:39:28 CET 2020] Verifying: homecloud.de
    [Do 19. Mär 14:39:32 CET 2020] homecloud.de:Verify error:Fetching http://homecloud.de/.well-known/acme-challenge/EFuCfyGTDGbPe6h7k7zg6Eo6qUyQFRgiWN2HXFG4sbY: Error getting validation data
    [Do 19. Mär 14:39:32 CET 2020] Please check log file for more details: /home/letsencrypt/.acme.sh/acme.sh.log

    Weißt du was diesen Fehler erzeugt? Brauche ich einen anderen Namen ohne .de? Gruß Dirk

    • Jan sagt:

      Hallo Dirk,

      hier scheint etwas mit der Webserver-Konfiguration nicht zu stimmen, da er die Domain nicht richtig validieren kann.
      Bevor du hier weitere Versuche unternimmst das Zertifikat zu generieren (hier gibt es ein Rate Limit, d.h. nach zu vielen Versuchen wird die Domain für einige Zeit gesperrt), gehe lieber anders vor:
      Leg mal im entsprechenden Verzeichnis (/var/www/letsencrypt/.well-known/acme-challenge/) einfach eine Text-Datei an (z.B. test.txt – Inhalt beliebig). Dann rufst du mal http://domain.de/.well-known/acme-challenge/test.txt im Browser auf (HTTP, nicht HTTPS). Hier sollte die Datei dann angezeigt werden. Falls nicht, dann schau mal das error.log von nginx. Hier sollte dann stehen, wo er nach dieser Datei sucht. Dies sollte einen Hinweis darauf geben, was bei dir nicht funktioniert.
      Erst wenn dieser Zugriff per Browser klappt, kannst du wieder acme.sh zum Generieren der Zertifikate verwenden.

      Gruß,
      Jan

      • Dirk sagt:

        Hallo Jan, danke für deine Hilfe. Ich habe die test.txt angelegt, bekomme aber beim Aufruf *****.myfritz.net/.well-known/acme-challenge/test.txt eine 404 not found Seite von nginx angezeigt. Die Fehlermeldung aus dem Log: 2020/03/20 13:37:46 [error] 978#978: *6 directory index of „/var/www/“ is forbidden, client: 93.181.6.135, server: homecloud.de, request: „GET / HTTP/1.1“, host: „********.myfritz.net“2020/03/20 13:29:53 [error] 978#978: *2 open() „/var/www/.well-known/acme-challenge/test.txt“ failed (2: No such file or directory), client: 93.181.6.135, server: homecloud.de, request: „GET /.well-known/acme-challenge/test.txt HTTP/1.1“, host: „**********.myfritz.net“

        Ich lese daraus das die Verzeichnisse gesperrt sind und er die Datei nicht findet, obwohl sie da ist. Ich habe nochmal chmod -R 775 /var/www ins Terminal getippt aber das hat nichts geändert. Hast du an Hand der Fehlermeldung noch eine Idee? Gruß Dirk

        • Jan sagt:

          Hi Dirk,

          normalerweise setze ich den „Root“ für Let’s Encrypt immer unter /var/www/letsencrypt. Er sucht bei dir aber unter /var/www direkt. Daher denke ich mal, dass im vHost für Let’s Encrypt die root-Direktive nicht richtig gesetzt ist.

          Gruß,
          Jan

  • Antonia sagt:

    DANKSAGUNG
    Danke für die super gut aufbereitete Anleitung.
    Wie kann ich eine Spende übermitteln

    PROBLEM mit letsencrypt

    [So 22. Mär 08:42:07 CET 2020]
    xxxxxxx.de:Can not write token to file : /var/www/letsencrypt/.well-known/acme-challenge/xxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxx

    [So 22. Mär 08:42:07 CET 2020]
    Please check log file for more details: /home/letsencrypt/.acme.sh/acme.sh.log

    • Jan sagt:

      Hallo Antonia,

      hast ist der Let’s Encrypt User Mitglied der Gruppe „www-data“? Sind die Rechte auf das Verzeichnis /var/www auf 775 gesetzt? Scheint mir ein Problem mit den Berechtigungen des Users zu sein.

      Einen Spenden-Button findest du oben in der Menüleiste. ;-)

      Gruß,
      Jan

  • Dominik sagt:

    Hallo Jan, vielen Dank erstmal für deine perfekte Anleitung. Es hat alles bestens funktioniert. Leider möchte ich jetzt doch den vhost ändern und die Cloud statt über example.com/nextcloud über example.com/ erreichen. Ich bin da leider nicht so fit, habe alles mögliche probiert aber es funktioniert einfach nicht, ich bin echt am verzweifeln. Wäre es möglich, dass du mir dabei hilfst? Vielen lieben Dank.

    VG Dominik

    • Jan sagt:

      Hallo Dominik,

      wenn du Nextcloud nicht in einem Unterverzeichnis laufen lassen willst, dann orientiere dich dazu einfach an der Anleitung im Nextcloud Admin-Manual („Nextcloud in the webroot of nginx“). Die ganze Konstruktion mit dem Gateway-Host ist hier eigentlich überflüssig, da keine Unterscheidung auf Unterverzeichnisse getroffen werden muss.

      Ist demnach eigentlich die einfachere Konfiguration (verglichen mit den Unterverzeichnissen).

      Gruß,
      Jan

  • Daren sagt:

    Hallo Jan,

    seit einem halben Jahr läuft meine Installation auf einem Virtual Server perfekt.
    Updates der Nextcloud selbst funktionierten bisher ebenfalls problemlos (innerhalb Version 16 im Stable Relase Kanal).

    Bei der Aktualisierung der Gesamtumgebung (NGINX, etc.) bin ich jedoch noch vorsichtig, könntest Du ggf. die Anleitung um ein paar Tipps ergänzen, wie man dies optimal bewerkstelligt?

    Es steht auch bspw. das Update von Nextcloud 16 auf 17 an, was laut Deinen Aktualisierungen ein paar Änderungen im Detail in der Konfiguration erfordert.

    Nochmals ein großes Danke für die Arbeit hier.
    Gruß,
    Daren

    • Jan sagt:

      Hi Daren,

      der Artikel hier bezieht sich auf NC17/18, ist hier also up-to-date.
      Für die Aktualisierung der Gesamtumgebung tut es ja erst einmal ein Update mittels apt. Danach sind eigentlich keine weiteren Anpassungen nötig.
      Aber wie immer empfehle ich hier, vorher zur Sicherheit ein Backup zu erstellen.

      Gruß,
      Jan

  • Gerd Hermann Ostermann sagt:

    Hi Jan!
    Zuerst einmal ganz herzlichen Dank für Deine super Beschreibung!!!
    Ich scheitere gerade bei der erstmaligen Anmeldung an Nextcloud:
    „Interner Serverfehler
    Der Server konnte die Anfrage nicht fertig stellen.

    Sollte dies erneut auftreten, senden Sie bitte die nachfolgenden technischen Einzelheiten an Ihren Server-Administrator.

    Weitere Details können im Server-Protokoll gefunden werden.

    Technische Details
    Entfernte Adresse:xxx.yyy.zzz.aaa
    Anfragekennung:abcdefghijk“

    Irgendeine Idee für mich? Tante Google’s Tipps haben es jedenfalls nicht gebracht :-((

    Danke!

    • Jan sagt:

      Hi,

      also bei einem solchen Fehler sollte eigentlich eine genauere Fehlermeldung im Nextcloud-Log zu finden sein. Wenn dieses noch nicht angelegt wurde (da das Setup beispielsweise noch nicht fertig durchlaufen war), würde ich als nächstes mal ins nginx error.log sehen.

      Gruß,
      Jan

      • Gerd Hermann Ostermann sagt:

        Hi Jan,

        mea culpa! Ich war zu schnell mit dem Absenden!
        /var/www/nextcloud/data/nextcloud.log exisitiert, ist aber leer.
        /var/nextcloud_data/nextcloud.log meckert InvalidArgumentException für mehrere Funktionen in MigrationService.php.
        /var/log/nginx/error.log bemeckert, dass zwei Dateien fehlen: /etc/nginx/html/index.php und ~/status.php, was ja auch stimmt, wieso werden dort welche überhaupt erwartet??

        Bleibt gesund!
        Gerd

        • Jan sagt:

          Hallo Gerd,

          die nginx Fehlermeldungen kannst du denke ich ignorieren.
          Die Fehler im NC Log deuten eher auf einen Fehler bei NC selbst hin. Anscheinend versucht er hier was zu migrieren, scheitert aber. Wie lauten diese Fehlermeldungen konkret?

          Gruß,
          Jan

          • Gerd Hermann Ostermann sagt:

            Hi Jan,
            also das nginx-dateien im falschen Verzeichnis erwartet werden, irritiert mich schon etwas.
            Aber hier die Fehlermeldungen aus der NC log:
            „{„reqId“:“NKOm1HdXKXrihZ0BopsP“,“level“:3,“time“:“2020-03-21T16:14:26+00:00″,“remoteAddr“:“87.123.180.89″,“user“:“–„,“app“:“index“,“method“:“POST“,“url“:“\/nextcloud\/index.php“,“message“:{„Exception“:“InvalidArgumentException“,“Message“:“Migration step ‚OCA\\Files\\Migration\\Version11301Date20191205150729‘ is unknown“,“Code“:0,“Trace“:[{„file“:“\/var\/www\/nextcloud\/lib\/private\/DB\/MigrationService.php“,“line“:465,“function“:“createInstance“,“class“:“OC\\DB\\MigrationService“,“type“:“->“,“args“:[„11301Date20191205150729“]},{„file“:“\/var\/www\/nextcloud\/lib\/private\/DB\/MigrationService.php“,“line“:411,“function“:“executeStep“,“class“:“OC\\DB\\MigrationService“,“type“:“->“,“args“:[„11301Date20191205150729“,false]},{„file“:“\/var\/www\/nextcloud\/lib\/private\/Installer.php“,“line“:576,“function“:“migrate“,“class“:“OC\\DB\\MigrationService“,“type“:“->“,“args“:[]},{„file“:“\/var\/www\/nextcloud\/lib\/private\/Installer.php“,“line“:539,“function“:“installShippedApp“,“class“:“OC\\Installer“,“type“:“::“,“args“:[„files“]},{„file“:“\/var\/www\/nextcloud\/lib\/private\/Setup.php“,“line“:386,“function“:“installShippedApps“,“class“:“OC\\Installer“,“type“:“::“,“args“:[]},{„file“:“\/var\/www\/nextcloud\/core\/Controller\/SetupController.php“,“line“:72,“function“:“install“,“class“:“OC\\Setup“,“type“:“->“,“args“:[„*** sensitive parameters replaced ***“]},{„file“:“\/var\/www\/nextcloud\/lib\/base.php“,“line“:938,“function“:“run“,“class“:“OC\\Core\\Controller\\SetupController“,“type“:“->“,“args“:[„*** sensitive parameters replaced ***“]},{„file“:“\/var\/www\/nextcloud\/index.php“,“line“:42,“function“:“handleRequest“,“class“:“OC“,“type“:“::“,“args“:[]}],“File“:“\/var\/www\/nextcloud\/lib\/private\/DB\/MigrationService.php“,“Line“:450,“CustomMessage“:“–„},“userAgent“:“Mozilla\/5.0 (Windows NT 10.0; Win64; x64) AppleWebKit\/537.36 (KHTML, like Gecko) Chrome\/80.0.3987.132 Safari\/537.36 OPR\/67.0.3575.79″,“version“:“17.0.0.9″}“

            Bleibt gesund!

            Gerd

          • Jan sagt:

            Hallo Gerd,

            leider sieht das für ich eher wie ein generelles Problem seitens Nextcloud aus. Die Fehlermeldung lässt nicht auf einen Fehler in der Server-Konfiguration schließen. Daher kann ich hier leider nicht wirklich behilflich sein. Am besten mal im Nextcloud-Forum nachfragen oder einen Issue im Nextcloud GitHub-Repository aufmachen.

            Gruß,
            Jan

  • Armin sagt:

    Hallo Jan,
    vielen Dank für dein tolles Tutorial. Ich habe schon vor längerer Zeit anhand dieses Tutorials meine Nextcloud-Instanz aufgesetzt, super Sache!
    Ich habe allerdings damals noch nicht die 4 Byte Unterstützung in der Datenbank aktiviert. Du hattest da mal eine Anleitung wie das durchzuführen ist. Bin ich zu ungeschickt zum suchen bzw finden oder gibt es dieses Tutorial nicht mehr?
    Fehlermeldung:

    MySQL wird als Datenbank verwendet, unterstützt jedoch keine 4-Byte-Zeichen. Um beispielsweise 4-Byte-Zeichen (wie Emojis) ohne Probleme mit Dateinamen oder Kommentaren verarbeiten zu können, wird empfohlen, die 4-Byte-Unterstützung in MySQL zu aktivieren.

  • Josef sagt:

    Hallo Jan,
    erst einmal möchte ich mich allen anschließen: eine Super Dokumentation!

    Du beschreibst, dass unbedingt ein echter IP V4 Anschluss vorhanden sein muss.Leider ist das bei mir durch meinen Glasfaser Anschluss nicht gegeben. Ich habe nur einen IP V6 Anschluss und DS-lite.
    Deshalb meine Frage: ist es eine konstruktionsbedingte Anforderung oder besteht die Möglichkeit, diese Anleitung auch auf IP V6 anzupassen?
    z.B. Austausch der IP V4 Adressen durch IP V6 und localhost ebenfalls.

    Danke,
    Josef

    • Jan sagt:

      Hallo Josef,

      leider ist DS-Lite auch kein „echter“ IPv6-Anschluss. Hier hilft eigentlich nur ein Port-Mapper (z.B. hier).
      Oder mal beim Internet-Provider anrufen, vielleicht gibt es ja eine Möglichkeit, eine echte IPv4-Adresse zu bekommen.

      Gruß,
      Jan

  • Thomas sagt:

    Hallo Jan,

    zunächst ein Danke für deine Arbeit. Betreibe es schon länger nach dieser Anleitung.

    Ich möchte aber nun mein Server erweitern und wollte dich fragen, ob es sinnvoll ist, den Gateway-Host auf einer eigenen VM laufen lassen kann.

    Folgende Konfiguration:
    DynDNS auf beispiel.de
    Nextcloud -> nc.beispiel.de
    Onlyoffice -> office.beispiel.de
    Bitwarden -> bw.beispiel.de
    Weitere -> xy.beispiel.de

    Alle Subdomains würden per CNAME auf beispiel.de zeigen und jedes Programm soll bei mir in einer eigenen VM unter ESXi betrieben werden.

    Oder kann man sich auch den Gateway-Host sparen und nur mit vHosts arbeiten? Wenn ja, wie würde das funktionieren? Ich kann Port 80/443 nur an eine IP-Adresse weiterreichen.

    Danke und Viele Grüße
    Thomas

    • Jan sagt:

      Hi Thomas,

      ja, in deinem Fall einfach den Gateway-Host weglassen. Denn du nimmst die Trennung per (Sub-)Domain vor. Das macht die vHost-Konfiguration dann sehr viel einfacher, da du einfach per server_name steuern kannst, welcher vHost die Anfrage entgegen nimmt.

      Gruß,
      Jan

      • Thomas sagt:

        Hi Jan,

        und an welche VM würde ich Port 80/443 in meinem Router weiterleiten?

        Wie lesen die restlichen VMs ohne den offenen Ports, welche Anfragen sie bearbeiten müssen?

        VG
        Thomas

        • Jan sagt:

          Hi Thomas,

          wenn du auf mehrere VMs aufteilen willst, dann brauchst du auf der „annehmenden VM“ vHosts (und Let’s Encrypt Zertifikate) für jede Domain. Diese machen dann einfach nur einen proxy_pass auf die nginx-Instanz auf einer anderen VM. Da Netzwerk-intern kann die Kommunikation dazwischen per HTTP stattfinden, trotzdem würde ich den Einsatz von selbst signierten Zertifikate empfehlen.

          Gruß,
          Jan

    • Kirito1972 sagt:

      Hallo Thomas läuft es bei dir inzwischen, habe das selbe vor komme aber nicht wirklich weiter hier .

      Gruß
      Kirito1972

    • Kirito1972 sagt:

      Hallo Thomas läuft es bei dir inzwischen, habe das selbe vor , hänge aber an dem Punkt das ich nicht wirklich weis wie ich weitermachen soll. .

      Gruß
      Kirito1972

      • Thomas sagt:

        Hallo Kirito1972,

        ich warte noch bis Ubuntu 20.04 LTS aus der Beta heraus ist und mache dann an meinem Projekt weiter.

        Viele Grüße
        Thomas

  • Andreas sagt:

    Hallo Jan,

    bei diversen Testsszenarien hat deine Anleitung stets super funktioniert. :)

    Nun möchte ich „Live“ gehen mit einer Änderung:
    die NC soll direkt über die subdomain nextcloud.meinedomain.de erreichbar sein und nicht wie bei dir im Artikel beschrieben über meindomain.de/nextcloud.

    Ich habe einen vServer auf dem die NC und dann auch Onlyoffice laufen sollen.

    Ich besitze ebenfalls eine domain in Zusammenhang mit einem Webspace. Die Subdomain nextcloud.meinedomain.de ist per A-record auf den vServer umgeleitet.

    Ich habe versucht aus der dieser und deiner Onlyoffice Anleitung die passende für mich zusammen zu basteln- irgendwie erfolglos.

    Grundsätzlich muss ich ja von dem Konzept: Gatewayhost + vHost je Anwendung nicht abweichen, da es so ja mit onlyoffice auch funktioniert.

    Muss ich dazu NC direkt im www ordner installieren anstatt in www/nextcloud und dann auf die locationangaben ~/nextcloud in den gatewayhost und vhost.conf verzichten, da es direkt im www Verzeichnis liegt?

    Beste Grüße und bleib gesund.
    Andreas

    • Jan sagt:

      Hi Andreas,

      wenn du per (Sub-)Domain trennst, dann entferne am besten den Gateway-Host ganz, diese macht die Sache nur noch komplizierter.
      Was Nextcloud angeht, kannst du dich mehr oder weniger 1:1 an die offizielle Empfehlung bzgl. nginx halten („Nextcloud in the webroot of nginx“).

      Gruß,
      Jan

      • Andreas sagt:

        Hallo Jan,

        danke für deinen Tipp.
        Der Letsencrypt block am Anfang, wie er ursprünglich im gatewayhost ist, muss dann am anfang vom NC vhost bleiben, damit der Server weiterhin im Unterverzeichnis /.well–known/acme–challenge für Let’s Encrypt erreichbar bleibt ?

        „server {
        listen 80 default_server;
        listen [::]:80 default_server;
        server_name nextcloud.meinedomain.de;

        root /var/www;

        location ^~ /.well-known/acme-challenge {
        proxy_pass http://127.0.0.1:81;
        proxy_redirect off;
        }“

        • Jan sagt:

          Hi Andreas,

          genau, die Anweisungen für Port 80/Let’s Encrypt müssen weiterhin bestehen bleiben. Wo diese aufgeführt werden (gleiche oder separate Datei) spielt dabei keine Rolle.
          Wenn das nicht gemacht wird, dann wirst du bei der nächsten Erneuerung der Zertifikate Probleme bekommen.

          Gruß,
          Jan

  • Kirito1972 sagt:

    Hallo Jan , ich hab da mal wieder eine Frage.

    Wie bekomme ich es hin, das deine Anleitung hier hinter einem Reverse-Proxy laufen lassen will. Der Reverse-Proxy läuft auf einen anderen Server als VM hier im Netzwerk der auch die Zertifikate abrufen tut und sie an die einzelnen Server verteilt.

    Meine Nextcloud soll dann somit unter nextcloud.meineDomain.de laufen , ich brauch diesen Weg da ich hier auf meinen Server noch einige andere Sachen machen will und die brauchen halt auch Port 80 und 443.

    Für nen Guten Tip oder Hilfe wäre ich sehr dankbar.

    • Jan sagt:

      Hi,

      hier brauchst du das Konstrukt des Gateway-Hosts eigentlich gar nicht, da du ja einfach per Domain trennen kannst.
      Einen Kommentar weiter oben habe ich das Vorgehen dazu schon einmal skizziert.

      Gruß,
      Jan

      • Kirito1972 sagt:

        Hallo Jan,

        also wenn ich die offizielle Empfehlung nehme , kann ich deine installation soweit ausführen und kann meine Domain so nennen :

        nextcloud.meineDomain.de

        • Jan sagt:

          Hi,

          ja, genau. Dann ohne Gateway-Host, sondern nur vHosts für deine Domain: HTTP (für Let’s Encrypt) und HTTPS (für „alles andere“).

          Gruß,
          Jan

          • Kirito sagt:

            Hallo Jan ,
            danke erstmal für deine Hilfe. Leider komme ich nicht richtig weiter weil es in meinen Kopf irgendwo hängt.

            Komme über meinen Proxy bis Startseite von Nginx auf meiner Nextcloud-VM.

            Proxy hat iP 192.168.10.30 der holt alles Zertifikate ab bei Letsencrypt und reich sie weiter und leitet die Anfrage nextcloud.meineDoamain.de an die Nextcloud-VM mit IP 192.168.10.32 weiter.

            Dazu liegt auf dem Proxy eine Datei nextcloud.conf mit folgenden Inhalt.

            ServerName nextcloud.meineDomain.de
            ProxyPreserveHost On
            DocumentRoot /var/www/nextcloud/
            ProxyPass /.well-known !
            ProxyPass / http://192.168.10.32:80/
            ProxyPassReverse / http://192.168.10.32:80/

            wenn ich jetzt die Adresse aufrufe bekomme ich nicht erreichbar mit Fehler 503.

            Was muss/oder sollte ich von der Anleitung nehmen und was sollte ich abändern .

            Dannnkkkkkkkkkkkkeeee

            MFG Kirito1972 oder besser der mit dem Loch im Kopf

          • Jan sagt:

            Hi,

            kommst du direkt per IP auf die Nextcloud (http://192.168.10.32)? Wenn ja, dann liegt es an der proxy-Config. Ist aber Apache wie es aussieht, hier bin ich kein Experte.
            Wenn nicht, dann liegt das Problem eher an der Nextcloud-VM.

            In jedem Fall solltest du die Webserver-Logs checken (auf beiden Maschinen), hier sollte genauer beschrieben sein, was genau nicht funktioniert.

            Gruß,
            Jan

          • Kirito1972 sagt:

            Hi Jan ,

            im moment kommt wenn ich direkt mit der IP anwähle nur Fehler 403 Forbidden

            hmm..

            Rechte auf ein Verzeichnis ?

            MFG Kirito1972

            PS. Hast du eine ANleitung wie ich einen ReverseProxy mit nginx mache kann.

          • Jan sagt:

            Hi,

            dann ist der Fehler vermutlich in der NC-VM. Wie gesagt, hier mal die Logs checken. Vielleicht ist hier erkennbar, dass einfach nur die root-Direktive in einem vHosts auf ein falsches Verzeichnis zeigt.

            Gruß,
            Jan

  • Claudius sagt:

    Hallo Jan,

    der obligatorische (aber trotzdem herzlichste) Dank vorweg.
    Habe eine steile Lernkurve und auch Spaß daran!

    Leider hänge ich seit geraumer Zeit an der Zertifizierung. Das Internet habe ich ich zu allen in meinen Auge relevanten Aspekten befragt. Da ich nach vielen Stunden aber nicht weiterkomme, frage ich nun Dich.

    Weil ich nicht genau weiß, auf welcher Ebene das Problem liegt, eine kurze Zusammenfassung meines Setups vorweg („meinedomain.de“ natürlich eigentlich ersetzt):

    Domain (meinedomain.de) bei Hoster A
    Weiterleitung zu vServer: http://vServer-IP/ (inkl. / am Ende)

    vServer bei Anbieter B
    Ubuntu 18.04 LTS aus Image von Anbieter B installiert („minimal system with ssh preinstalled“)

    nginx, MariaDB und php nach obiger Anleitung eingerichtet (Ordner, Rechte, etc.).

    acme.sh unter User letsencrypt (ist in Gruppe www-data) installiert

    vHosts konfiguriert:
    Gateway-Host (/etc/nginx/conf.d/meinedomain.de.conf):

    server {
    listen 80 default_server;
    listen [::]:80 default_server;
    server_name meinedomain.de vServer-IP;
    root /var/www;
    location ^~ /.well-known/acme-challenge {
    proxy_pass http://127.0.0.1:81;
    proxy_redirect off;
    }
    }

    vHost (/etc/nginx/conf.d/meinedomain.de_letsencrypt.conf):

    server {
    listen 127.0.0.1:81;
    server_name 127.0.0.1;
    location ^~ /.well-known/acme-challenge {
    default_type text/plain;
    root /var/www/letsencrypt;
    }
    }

    Zertifikat (unter User letsencrypt) beantragt mit (ohne Zeilenumbrüche):
    acme.sh –issue -d meinedomain.de –keylength 4096 -w /var/www/letsencrypt –key-file /etc/letsencrypt/meinedomain.de/key.pem –ca-file
    /etc/letsencrypt/meinedomain.de/ca.pem –cert-file /etc/letsencrypt/meinedomain.de/cert.pem –fullchain-file /etc/letsencrypt/meinedomain.de/fullchain.pem
    –reloadcmd „sudo /bin/systemctl reload nginx.service“

    Fehlermeldung im Debug-log von acme.sh (Auslassungen mit […]):
    […]
    Changing owner/group of .well-known to www-data:www-data
    chown: changing ownership of ‚/var/www/letsencrypt/.well-known/acme-challenge/4bJG1cW5VOV-oNt5lLhYPKpsHmJRIAefljCaktM5XU0‘: Operation not permitted
    chown: changing ownership of ‚/var/www/letsencrypt/.well-known/acme-challenge/84zcsO2TIokYuBDJLWtQxCt45mFDxZq-J0JnVTT4d4c‘: Operation not permitted
    chown: changing ownership of ‚/var/www/letsencrypt/.well-known/acme-challenge/O3Azq-NDwD64S5oDo3T-nbk9skC7Lr2tGQ6To8XCCHE‘: Operation not permitted
    chown: changing ownership of ‚/var/www/letsencrypt/.well-known/acme-challenge/8rlKKd3HHl1rPjhedoreCzkBk-qwIXDtZ6PfcpoWgXs‘: Operation not permitted
    chown: changing ownership of ‚/var/www/letsencrypt/.well-known/acme-challenge/r5pdFKZNBaSPxciAWiPo_2mhA8OKkYNjxRIsGr-MCDU‘: Operation not permitted
    chown: changing ownership of ‚/var/www/letsencrypt/.well-known/acme-challenge/jiZzD_wZTWy99K7yF21kRAUM6t3LfUxlORSt0F5d2sA‘: Operation not permitted
    chown: changing ownership of ‚/var/www/letsencrypt/.well-known/acme-challenge‘: Operation not permitted
    chown: changing ownership of ‚/var/www/letsencrypt/.well-known‘: Operation not permitted
    […]
    meinedomain.de:Verify error:Fetching http://vServer-IP/.well-known/acme-challenge/8rlKKd3HHl1rPjhedoreCzkBk-qwIXDtZ6PfcpoWgXs: Invalid host in redirect target
    […]
    Debugging, skip removing: /var/www/letsencrypt/.well-known/acme-challenge/8rlKKd3HHl1rPjhedoreCzkBk-qwIXDtZ6PfcpoWgXs
    […]

    Die Dateien bleiben dann auch in acme-challenge/ (Problem für weitere Versuche?)

    Zum Prüfen des Webservers: Unter User letsencrypt (mittels touch) Test.html in /.well-known/acme-challenge/ abgelegt. Ist sowohl über meinedomain.de/[…] als auch über vServer-IP/[…] erreichbar.

    Den Fehler „chown not permitted“ halte ich für nicht relevant, da ich diesen (nach Änderungen in der acme.sh und in visudo) abstellen konnte.
    Dennoch blieb der Fehler „invalid host in redirect target“ bestehen.

    Leider ist die Fehlermeldung scheinbar sehr selten, so dass die Suche im Internet eben nichts brachte.

    Ich hoffe, Du kannst mir helfen.
    Vielen Dank schonmal und die besten Grüße
    Claudius

    • Jan sagt:

      Hallo Claudius,

      ich denke mal, dass dies am Redirect von meinedomain.de (von Server A auf Server B) liegt. Ich kann mir vorstellen, dass Let’s Encrypt hiermit nicht zurecht kommt.
      Warum ist das bei dir so gelöst? Wäre es nicht einfacher, wenn meinedomain.de gleich auf Server B „zeigt“?
      Ansonsten: Besorg dir noch eine Domain (hier reicht auch eine Sub-Domain), die auf Server B zeigt. Für diese stellst du dann ganz normal Zertifikate aus. Auf Server A machst du das gleiche für meinedomain.de (also hier muss dann auch acme.sh installiert werden). Dann hast du beide Server per TLS-Zertifikaten abgesichert und kannst hier beliebig „redirecten“.

      Gruß,
      Jan

      • Claudius sagt:

        Hallo Jan,

        danke für die schnelle Antwort.

        Ich merke, ich habe mich missverständlich ausgedrückt:
        Ich habe nur einen Server (bei Anbieter B), den mit der vServer-IP.
        Bei Anbieter A wird nur die Domain gehostet. Und dort habe ich die Weiterleitung zur IPv4 des vServers eingerichtet.

        Habe da gerade auch nochmal getestet und den Weiterleitungstyp von „permantente Weiterleitung“ auf „Frameset“ umgestellt, so dass „meinedomain.de“ nicht mehr zur IP aufgelöst wird.

        Jetzt ist die Fehlermeldung auch eine andere:
        meinedomain.de:Verify error:Invalid response from http://meinedomain.dee/.well-known/acme-challenge/pWL2kaVGSoq1FK3f3HftCW-pksJszr49NB_WEeapVVQ [2a01:238:20a:202:1068::]:

        Die IPv6-Adresse am Ende kenne ich nicht. Der Pfad ist aber auch wieder über den Browser erreichbar.
        Leider habe ich zu der Fehlermeldung und zum Weiterleiten an sich noch keine Antworten finden können.

        Gruß
        Claudius

  • Peter Bader sagt:

    Hallo Jan,

    ein hervorragende Anleitung – vielen Dank!
    Bin Informatiker und auch kein Linux-Newbie aber mit Web-Server-Technologie hatte ich bisher nichts am Hut. Jetzt habe ich einen wunderbaren Nextcloud-Server und habe sogar eine gewisses Grundverständnis erworben.

    Ich finde es auch super, dass Du die Anleitung aufgrund von Nutzer-Kommentaren weiter verbesserst.

    Möchte Dir gerne einen ordentlichen Betrag spenden, aber Paypal kommt für mich nicht in Frage. Gibt es eine Alternative? Bitte sag Bescheid, gerne auch per e-mail.

    VG
    Peter

  • Joachim sagt:

    Hi, erstmal vielen Dank für die guten Tutorials!

    Ich habe den fail2ban filter etwas ergänzt, um auch die trusted domain errors zu blocken. Dabei ist mir aufgefallen, dass die filter bei mir nicht wirklich getan haben, da fail2ban das zeitformat das default in nextcloud definiert war, nicht verstanden hat. Die Ausgabe von fail2ban-regex -l debug hat es angezeigt. Habe daraufhin in config.php das Zeitformat auf ‚logdateformat‘ => ‚Y-m-d H:i:s‘,
    umgestellt, dann tat es richtig.

    • Jan sagt:

      Hallo Joachim,

      OK, danke für den Hinweis. Bei mir konnte ich ein solches Problem noch nicht feststellen.
      Aber ich rate auch immer dazu, nach der Einrichtung von fail2ban das ganze einmalig zu testen, ob der Ban auch wirklich stattfindet.

      Gruß,
      Jan

  • Torben sagt:

    Hey,

    finde die Anleitung auch sehr gut.
    Habe nach der fertigen Einrichtung einmal den Sicherheitstest von Mozilla für Websiten ausgeführt.
    https://observatory.mozilla.org/
    Bei diesem erhalte ich leider nur ein C.

    Daher meine Frage ist bei mir alles in Ordnung, habe ich Fehler gemacht, passt dieser Test nicht zu dieser Art von Website oder deckt dieser Test ggf. Sicherheitslücken auf, welche bisher von den anderen beiden Test nicht abgedeckt wurden.
    Im Nextcloud Test sowie im SSL Test habe ich die oben beschriebenen Ergebnisse in Form von A und A+.

    Wäre toll hierzu ein Feedback zu erhalten. Das Ergebnis verunsichert doch etwas.

    Gruß Torben

    • Jan sagt:

      Hi Torben,

      eigentlich sollte dieser Test auch eine bessere Wertung erhalten. Also ich bekomme hier mit meinen Webseiten ein A+
      Oben rechts werden doch Empfehlungen/Probleme angezeigt. Was sagt der Test da bei dir?

      Gruß,
      Jan

      • Torben sagt:

        Hi Jan,

        habe folgende Meldung bei dem Test erhalten:

        Content Security Policy -25 Content Security Policy (CSP) header not implemented

        Bis auf die Nextcloud mit den von dir beschriebenen zusatztools ist auf dem Server keine andere Anwendung oder Website eingerichtet.

        Gruß Torben

      • Torben sagt:

        Hallo Jan,

        ich konnte das Problem mittlerweile beheben.
        Ich habe die Anfragen an meinedomain.de an meinedomain.de/nextcloud umgeleitet. Ich vermute der Fehler lag daran das keine default Seite eingerichtet ist.

        Ich hätte aber noch eine andere Frage, ist mir erst vor kurzem aufgefallen beim SSL Labs Test unter Cipher Strengh nur 90% erreicht wird.

        Nach meinen aktuellen Recherchen hat es etwas mit

        TLS_AES_128_GCM_SHA256

        zu tun ist das richtig?

        Gruß Torben

        • Jan sagt:

          Hi Torben,

          ja, das mit den 90% ist momentan leider so gegeben, da dies eine „eingebaute“ Einstellung in nginx ist. Auch wenn diese Einstellung in der Cipher List gar nicht angegeben ist, nutzt nginx diese trotzdem. Mehr Infos dazu hier.
          Der einzige Workaround in diesem Fall ist das Bearbeiten der Sourcen von nginx und das Kompilieren auf der eigenen Maschine. Aber dann bekommst du die Updates nicht mehr automatisch, das macht die Sache wieder kompliziert. Daher empfehle ich für den Moment, mit den 90% der Bewertung zu leben.

          Gruß,
          Jan

  • Claudius sagt:

    Hallo Jan,

    habe etwas weiter rumgespielt:
    Wenn ich statt der Weiterleitung beim Hoster in den A-Resource-Record meine vServer-IP eintrage läuft acme im –test durch!

    Nur habe ich jetzt das „Problem“ dass natürlich wieder meine IP im Browser angezeigt wird wenn man meine Domain ansurft. Eigentlich möchte ich das nicht. Gibt’s da Abhilfe?

    Gib übrigens ruhig Bescheid, wenn das nicht mehr deine Baustelle ist, da deine Anleitung ja funktioniert und ich hier ein spezifisches Problem habe.

    Danke weiterhin
    Claudius

    • Jan sagt:

      Hallo Claudius,

      genau das wäre nun auch mein Tipp gewesen: A-Record (IPv6) bzw. AAAA-Record (IPv6) bei der Domain setzen.
      Da sollte dann auch eigentlich nicht die IP angezeigt werden, wenn man die Domain ansurft. Kontrollier daher mal, ob da noch irgendwelche Redirects, etc. auf der Domain konfiguriert sind – hier brauchst du wirklich nur A-/AAAA-Records.

      Gruß,
      Jan

      • Claudius sagt:

        Jetzt funktioniert alles, vielleicht war es ein Cache-Problem.

        Weil ich gerade auch überlege nächstens eine Jitsi-Instanz zu installieren:
        Meine Domain will ich eigentlich nur für die Nextcloud benutzen und plane deshalb auf den Unter-Ordner /nextcloud zu verzichten.
        Wenn ich das täte, könnte ich dann parallel auf demselben vServer unter meet.meinedomain.de Jitsi laufen lassen? Bzw.: Kann / muss ich dann einfach für die Sub-Domain ein LE-Zertifikat generieren?
        Ich verstehe aber richtig, dass ich alternativ auch alles zunächst unter /nextcloud einrichten kann und das später auf meinedomain.de/ „umziehen“?
        Dazu müsste ich dann nur die config anpassen, aber keine neuen Zertifikate generieren, oder?

        Grüße
        Claudius
        (Trinkgeld ist unterwegs …)

        • Jan sagt:

          Hi Claudius,

          wenn du mehrere Dienste auf einem Server betreiben möchtest, dann nimm am besten für jeden Service eine eigene (Sub-)Domain. Dann tust du dich mit der Webserver-Konfiguration sehr viel einfacher.
          Jede (Sub-)Domain braucht dann ihr eigenes Zertifikat, aber das sind ja nur ein paar Befehle, die ausgeführt werden müssen.

          Ach ja: Vielen Dank für das Trinkgeld!

          Gruß,
          Jan

  • Philipp sagt:

    Serus Jan,

    danke für deine tolle Anleitung.
    Ich hänge beim Nextcloud-Setup. Bekomme:
    403 Forbidden
    nginx

    Nun habe ich einige Anleitungen probiert. Soweit ich es verstehe passen die index Dateien und die Berechtigungen für www-data.

    Die Prozesse:
    # ps -ef | grep nginx
    root 3046 1 0 16:10 ? 00:00:00 nginx: master process /usr/sbin/nginx -c /etc/nginx/nginx.conf
    www-data 3358 3046 0 16:40 ? 00:00:00 nginx: worker process
    www-data 3359 3046 0 16:40 ? 00:00:00 nginx: worker process
    www-data 3360 3046 0 16:40 ? 00:00:00 nginx: worker process
    www-data 3361 3046 0 16:40 ? 00:00:00 nginx: worker process
    root 3363 2881 0 16:41 pts/0 00:00:00 grep –color=auto nginx

    Test:
    # nginx -t
    nginx: the configuration file /etc/nginx/nginx.conf syntax is ok
    nginx: configuration file /etc/nginx/nginx.conf test is successful

    # curl -I https://meine.seite.de
    HTTP/2 403
    server: nginx
    date: Sat, 11 Apr 2020 16:16:42 GMT
    content-type: text/html
    content-length: 146
    strict-transport-security: max-age=63072000; includeSubdomains; preload;
    x-content-type-options: nosniff
    x-xss-protection: 1; mode=block
    x-robots-tag: none
    x-download-options: noopen
    x-permitted-cross-domain-policies: none
    referrer-policy: no-referrer
    x-frame-options: SAMEORIGIN

    Log:
    # tail /var/log/nginx/error.log

    2020/04/11 18:22:19 [error] 3735#3735: *7 access forbidden by rule, client: 88.72.223.140, server: meine.seite.de, request: „GET / HTTP/2.0“, host: „meine.seite.de“
    2020/04/11 18:23:15 [error] 3868#3868: *1 access forbidden by rule, client: 88.72.223.140, server: meine.seite.de, request: „GET / HTTP/2.0“, host: „meine.seite.de“
    2020/04/11 18:30:46 [error] 3868#3868: *5 access forbidden by rule, client: 88.72.223.140, server: meine.seite.de, request: „GET / HTTP/2.0“, host: „meine.seite.de“

    Hier komm ich nicht weiter.
    Hast du eine Idee?

    Vielen Dank im Voraus.

    Beste Grüße
    Philipp

1 13 14 15 16 17

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.