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Windows 10 IoT auf dem Raspberry Pi 2 installieren

Microsoft hatte schon vor einiger Zeit angekündigt, Windows 10 auch für kleinere (ARM-)Geräte (darunter auch für den Raspberry Pi 2) zur Verfügung zu stellen. Dabei war von vornherein klar, dass dies kein vollwertiges Windows 10 wie auf dem Desktop sein wird, sondern eher eine sehr abgespeckte Version des Betriebssystems, die mit geringen Systemressourcen auskommt und für die sog. Maker Community gedacht ist.
Ende April war es dann soweit: In einem Blog-Beitrag stellte Microsoft die Windows 10 IoT Core Insider Preview vor (Internet of Things).

Der folgende Beitrag zeigt alle notwendigen Schritte, um Windows 10 auf einem Raspberry Pi 2 zu installieren. Die Preview unterstützt auch weitere Boards wie den Intel Galileo, jedoch unterscheiden sich hier die Schritte zur Installation, daher wird nur die Einrichtung auf dem Raspberry gezeigt.

Update (04.07.2015): Dieser Artikel beschreibt die Installation der ersten Preview-Version von Windows 10 IoT. Mittlerweile ist eine zweite Preview erschienen, die den Installations-Prozess wesentlich vereinfacht. Beschrieben ist das neue Installations-Verfahren im Artikel Windows 10 IoT auf dem Raspberry Pi 2 – neue Preview mit SSH und Flash-Tool.

Voraussetzungen

Zunächst braucht man folgende Hardware, auf der Windows 10 IoT installiert werden kann:

Optional – falls der Raspberry direkt an einem Monitor betrieben werden soll, braucht man ebenfalls:

Laut der offiziellen Anleitung zur Installation ist ein physischer Rechner notwendig, auf dem die Windows 10 Insider Preview installiert ist – eine virtuelle Maschine reicht hier nicht (diese Voraussetzung kann man allerdings umgehen – s.u.). Damit man die Windows 10 Insider Preview auf einem PC installieren kann ist folgendes notwendig:

Zu guter Letzt braucht man natürlich auch noch das Image für den Raspberry selbst:

Einrichtung ohne „echten“ Windows 10 PC

Laut Microsoft wird ein physischer PC mit  der Windows 10 Insider Preview benötigt – allerdings ist dieser lediglich für das Beschreiben der SD-Karte mit dem Windows 10 IoT Image notwendig. Die meisten Leute, die bereits einen Blick auf Windows 10 werfen wollten, werden das Betriebssystem jedoch auf einer virtuellen Maschine (VM) installiert haben. Hier gibt es nun mehrere Möglichkeiten, diese Einschränkung zu umgehen:

  • VM mit direktem Zugriff auf den SD-Kartenleser verwenden. Dies ist z.B. mit VirtualBox möglich. Mit Hyper-V besteht hier leider keine Möglichkeit (zumindest nicht ohne Software von Drittanbietern).
  • Installation des Windows Assessment and Deployment Kit für Windows 10 (ADK) auf einem PC mit Windows 7 oder Windows 8. Bei der Installation werden nur die Features Deployment Tools und Flashing Tools benötigt:
ADK Setup

ADK Setup mit den benötigten Features

Wer allerdings Windows Anwendungen für den Raspberry Pi entwickeln will, wird um eine Windows 10 Installation nicht herum kommen. Allerdings tut es hier dann auch eine virtuelle Maschine.

Nach all diesen Voraussetzungen kann es nun endlich losgehen…

Windows 10 IoT auf dem Raspberry Pi 2 installieren

Um Windows 10 IoT auf dem Raspberry Pi zum Laufen zu bringen muss die microSD-Karte zunächst mit dem Windows 10 IoT Image beschrieben/geflasht werden. Dazu wird die SD-Karte in den Kartenleser gesteckt.

Ermittlung des richtigen Datenträgers

Zunächst gilt es dabei herauszufinden, um welchen Datenträger es sich bei der SD-Karte handelt. Dazu wird auf der Kommandozeile (als Administrator öffnen) folgender Befehl verwendet:

Ermitteln des Datenträgers mit DiskPart

Ermitteln des Datenträgers mit DiskPart

Am besten schaut man auf die Größe des Datenträgers, dies sollte in den meisten Fällen eine eindeutige Zuordnung erlauben. In diesem Fall wurde eine 16 GB SD-Karte verwendet (Datenträger 3).

Alternativ kann hier auch folgender Befehl verwendet werden:

Wichtig: Hier sollte man Vorsicht walten lassen und aufpassen, dass man den richtigen Datenträger (die microSD-Karte) identifiziert, damit man im nächsten Schritt nicht den falschen Datenträger überschreibt!

Flashen der SD-Karte mit dem Windows 10 IoT Image

Nach der Ermittlung des richtigen Datenträgers wird dieser nun mit dem Windows 10 IoT Image beschrieben. Dazu einfach den Inhalt des Zip-Datei des Windows 10 IoT Core Insider Preview Image for Raspberry Pi 2 entpacken (in unserem Beispiel unter D:\temp). Dieses Zip-Archiv beinhaltet eine Datei namens Flash.ffu. Diese wird für das Flashen der SD-Karte benötigt.

Dazu wieder die Kommandozeile als Administrator öffnen und folgenden Befehl eingeben (unter Windows 10):

Unter Windows 7 oder Windows 8 wird hier eine Fehlermeldung erscheinen, da das Tool dism.exe nicht in der benötigten Version vorliegt.

Wenn zuvor das ADK für Windows 10 installiert wurde (s.o.) muss zunächst in das richtige Verzeichnis gewechselt werden. Dazu folgende Befehle verwenden:

Wichtig: Die Nummer des Ziel-Laufwerks muss hier korrekt angegeben werden (PhysicalDriveN). In unserem Beispiel ist die SD-Karte Datenträger 3 (laut Ermittlung mit DiskPart bzw. wmic), also muss beim Aufruf von dism.exe PhysicalDrive3 angegeben werden.

Das Flashen der SD-Karte dauert dann einen kurzen Moment.

Flashen der SD-Karte

Flashen der SD-Karte

Anschließend muss die SD-Karte mit Hardware sicher entfernen ausgeworfen werden.

Der erste Start

Nun kann die microSD-Karte in den Kartenslot des Raspberry gesteckt werden und der Raspberry „verkabelt“ werden (Netzwerk, Tastatur, Maus, HDMI). Gestartet wird der Mini-Computer durch Einstecken des USB-Kabels für die Stromversorgung.

Nun dauert es einen Moment bis der Raspberry komplett hochgefahren wurde. Am Ende sieht man dann den „Desktop“ von Windows 10 IoT:

Windows 10 IoT Desktop

Windows 10 IoT Desktop

Wie man sieht, sieht man hier nicht viel: Den Namen des Raspberry, die Art der Netzwerk-Verbindung und die IP-Adresse. Unter den Einstellungen findet man in der Preview lediglich die Einstellungen für Standort und Zeitzone.

Und jetzt…?

Der erste Schritt wäre schon einmal geschafft: Die Installation von Windows 10 IoT auf dem Raspberry Pi 2. Allerdings kann man mit dem Mini-PC in dieser Form (noch) nicht viel anfangen, da der Desktop weitgehend ohne Funktion ist.

In einem Folgeartikel werde ich auf eine andere Möglichkeit eingehen, sich mit dem Windows 10 Raspberry zu verbinden und diesen auch konfigurieren zu können.

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Links

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